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Jungfernfahrt abgesagt: Mitsubishi-Werft kann "Aida Prima" nicht fristgerecht auslief
TMN

Schon längst ist der Bau der "Aida Prima" ein Desaster für die Mitsubishi-Werft - und für die Reederei. Erneut wurde die Auslieferung um Monate verschoben, Aida Cruises muss die geplante Jungfernfahrt ihres neuen Flaggschiffs absagen.

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Tharsonius 04.08.2015, 16:22
1. Klingt so

als käme man reumütig zurück zu deutschen Werften bei denen Termine und deren Bedeutung noch gelesen und verstanden wird?

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Kitu 04.08.2015, 16:33
2. Und das Management?

Mich würde interessieren, ob die "Geiz ist Geil" Mentalität der Rostocker personelle Konsequenzen im Management haben wird.

Billig ist eben auch einfach nur billig, aber noch lange nicht günstig.

Für die Papenburger freuts mich.

Und es ist ein Paradebeispiel für alle, die nach der Devise managen: Preis runter oder die Produktion geht nach Fernost.

Manchmal ist es eben günstiger, nicht zu billig produzieren zu wollen.

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kuschl 04.08.2015, 16:33
3. Sie können es nicht!!!

Da haben sich zwei eine blutige Nase geholt. Aida Cruises, weil man ein paar Euro sparen wollte und Mitsubishi, weil man unbedingt den Auftrag haben wollte, um einen Fuß ins Kreuzfahrtschiffgeschäft zu bekommen und von vornherein unterboten hat. Für die Japaner ein Desaster. Wieder einmal zeigen sich die Stärken deutscher Ingenieurstechnik und Kreativität!

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627235 04.08.2015, 17:04
4. Ah, Turku...

...wo gebaut wird, was nicht auf die Ems passt. Ich bin kein Freund des Kreuzfahrtsgeschäfts, aber es ist doch schön zu sehen, dass manche deutschen und europäischen Werften gegen die Konkurrenz aus Asien noch bestehen können.

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Eduschu 04.08.2015, 17:13
5.

Was meine Mutter zu den Dingen in unserem Haushalt sagte, scheint auch in größerem Maßstab wahr zu sein: "Wir sind nicht reich genug, um billig einzukaufen."

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sponner_hoch2 04.08.2015, 17:15
6.

Aida weiß jetzt woran mit mit Mitshubishi ist. Verlust wird es kein großer sein, die werden sich dasn von den Japanern schon wieder holen.

Aber schön für die Meyer-Werft und Papenburg. Wobei deren größtes Manko immer noch besteht: Die Ems. Ab einer gewissen Schiffsgröße geht es halt einfach nicht mehr dort.

Ich finde allerdings das Design der Prima interessant. Auf der Vordersicht scheint es so, als habe der Bug recht wenig überbau (sprcih der Bug wird von unten nach oben relativ geringfügig breiter) hätte und damit ein eher klassisches Design von Anno Dunnemal. Falls dem so ist (und es mir nicht nur so scheint): Hat das Einfluß auf die Stabilität im Wasser?

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sponner_hoch2 04.08.2015, 17:21
7.

Zitat von Eduschu
Was meine Mutter zu den Dingen in unserem Haushalt sagte, scheint auch in größerem Maßstab wahr zu sein: "Wir sind nicht reich genug, um billig einzukaufen."
Naja, nur auf den Preis zu schielen und billig zu kaufen ist natürlich falsch. Genau Unsinn ist es allerdings auch zu meinen, nur teuer sei gut.

Ganz ehrlich: Ich hätte es als Aida-Entscheider auch so gemacht: Mitshubishi baut Schiffe schon länger. Man hat Erfahrungen mit der Beauftragung von Werften. Die Verträge werden ganz klar definierte Anforderungen und Standards haben. Man hat Erfahrung damit, den Kladderadatsch nach Fertigstellung vernünftig abzunehmen (inkl. Beanstandungen und Nachkontrolle) und im Vertrag werden bei Spätlieferung entsprechenden Konditionalstrafen drin stehen.

Alles in allem alos ein recht überschaubares Risiko, verglichen mit dem Vorteil der geringeren Kosten für diesen Auftrag und des höheren Wettbewerbs ("seht her liebe Meyer-Werft, wir können auch woanders her wenn ihr nicht etwa günstiger wird) bei Folgeaufträgen. Da kann man es ruhig schon mal probieren. Jetzt hat man halt das Ergebnis dieses Feldversuchs und kann die Konsequenzen für zukünftige Aufträge daraus ziehen.

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Bueckstueck 04.08.2015, 17:43
8.

Zitat von Tharsonius
als käme man reumütig zurück zu deutschen Werften bei denen Termine und deren Bedeutung noch gelesen und verstanden wird?
Ist leider nicht so, dass deutsche Werften zwangsläufig besser und pünktlicher liefern.

Die hätten besser bei Hyundai Heavy Industries geordert - die Koreaner entlassen rechnerisch mehr als ein dickes Schiff pro Woche aus den Trockendocks. Vorausgesetzt man kriegt überhaupt einen slot im Auftragsbuch, so ausgelastet sind die. Was aber bestellt wird, wird auch pünktlich geliefert.

Ich habe mal dort für deren Hochspannungssparte, welche sich auf dem gleichen Gelände in Ulsan befindet, etliche Wochen gearbeitet. Das war damals schon unglaublich imposant und heute ist das alles noch grösser.

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eschta 04.08.2015, 21:18
9.

An alle, die jetzt denken, das AIDA die Aufträge zum Bau neuer Schiffe gibt, sei eins gesagt. Nicht AIDA, sondern Carnival, der Konzern, dem AIDA und auch Costa angehören, vergibt die Aufträge. Und da dies ein amerikanischer Konzern ist, gilt für die meist nur eins: Der Preis.

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