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Kathedrale Notre-Dame de Paris: Das Herz der Nation
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Imposante Gotik, Fabelwesen auf den Türmen und diese Aussicht! Notre-Dame zieht bis zu 14 Millionen Besucher pro Jahr an, mehr als Eiffelturm oder Sacré-Coeur. Warum ist die Kathedrale so beliebt?

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haarer.15 16.04.2019, 13:30
1. Weltkulturerbe

Ein Prachtbau. Mit imposanten Dimensionen der Ausstattung. Wer Paris besichtigt, kommt an Notre Dames natürlich nicht vorbei. Auf dem Eiffelturm muss man nicht gewesen sein - in der wunderschönen einzigartigen Kathedrale schon.

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wago 16.04.2019, 14:21
2. @haare.15 - Weltkulturerbe

Das mag stimmen, aber der Kölner Dom oder die Kathedralen von Chartre oder Saint Denis stehen Notre Dame in nichts nach. Noch viel. viel schöner finde ich die Sainte Chapelle im Paris auf der Ile de la Cité.

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DietrichHorstmann 16.04.2019, 16:43
3. Symbol wofür?

Das Gebäude steht für mehrere Geschichtperoden. Nicht nur für die imperalistische Epoche der Grand Nation. Z.B. auch für eine Periode der mit dem ausbeuterischen und kriegslüsternden Adel verbundenen Römisch-Katholischen Kirche und ihrem Allmachtsanspruch bis hin zur Inquisition. Sie steht aber auch für die bürgerliche Revolution , die diese beiden nur mit Gewalt ablösen konnte. Insofern ist dieses heute staatliche Museum auch ein Symbol der vergangenen Macht über das Volk und des Volkes. Es ist als Mahnmal gegen Unterdrückung und Befreiung durchaus historisch sehr bedeutsam und sehr erhaltenswert. Dass Demokraten es feiern und wieder aufbauen, ist deshalb sehr wichtig. Auch mit dem Geld der heute wirtschaftlich Herrschenden. Endlich mal eine sinnvolle Verwendung für ein Symbol der Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit und die handwerkliche und künstlerische Leistung der Generationen. Es könnte ein Symbol auch für das Zusammenstimmen der humanen Wurzeln der Jesustraditionen und der gerechtigkeitsschaffenden bürgerlichen Revolution gegen Machtmißbrauch und Nationalismus für ein menschenfreundliches , echtes Weltkulturerbe der Menschheit.

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DietrichHorstmann 16.04.2019, 17:08
4. Für Selbstbeweihräucherung der Reichen und Mächtigen heute zu schade

Denn wie oben geschrieben steht das imposante Gebäude für die ganze Geschichte, Licht und Schatten, Schönheit und ihre Zerstörung. Größe und Niedergang. Für übersteigerten Nationalismus heute sicherlich ungeeignet. Für Selbstbeweihräucherung der Reichen und Mächtigen oder gar ein "christliches" Europa schon gar nicht ; es sei denn, man blendet die blutroten Seiten vor allem der herrschenden Katholischen Kirche völlig aus. Abendländische Tradition ist ambivalent, ihre starken humanen Kräfte zu stärken, ist Aufgabe jeder Generation neu: Miteinander mit Atheisten und anderen Religionen. Dafür könnte das Symbol Notre Dame stehen. Hoffentlich nicht nur zur Selbsterhöhung im Namen Gottes.

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112211 16.04.2019, 18:13
5. Spenden

So bitter jeder Brand sein mag, besonders bitter auch bei Denkmälern, so ist es genauso bitter, dass sich die Reichsten der Reichen in einem Spendenwettbewerb überbieten. Warum, stellt sich hier die Frage, gelingt es so leicht, für ein, sicher bedeutendes, Bauwerk Spenden in zig Millionenhöhe, wenn nicht gar Milliarden, zu sammeln, wenn gleichzeitig für alltägliche Bedürfnisse kaum ein Cent fließt? Wie kommt es, dass diese Superreichen in Minutenschritten Summen zusammen bekommen, die einen erstarren lassen? Wieso werden diese Summen über Jahrzehnte der Gesellschaft entzogen, nur um den eigenen Gewinn zu steigern? Um das sonderbar zu finden, braucht man kein Kommunist zu sein. Dazu reicht der gesunde Menschenverstand.

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jautaealis 16.04.2019, 18:43
6. Es ist traurig, ...

... wenn ausgerechnet die allergrößte Bedeutung der Kathedrale Notre Dame de Paris für die Menschheit in einem derartig euphorischen Artikel vollkommen ausgespart bleibt: nämlich Hort und Ursprungsort der gesamten mehrstimmigen abendländischen Kunstmusik überhaupt gewesen zu sein! Ich erinnere an die Organa der sogenannten Notre-Dame-Schule, ohne die ein Josquin Desprez - Orlando di Lasso - Heinrich Schütz - Johann Sebastian Bach - Johann Gottlieb Naumann - Franz Joseph Haydn - Luigi Cherubini - Gustav Mahler (und wie sonst die größten Tondichter unserer Musikgeschichte heißen) völlig undenkbar sind...

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MissMorgan 16.04.2019, 18:45
7. @112211

Wie das Geld zusammen kommt? Weil - meist auch schon reiche Leute - sich völlig überteuerte Luxusartikel gönnen. Von dem Umsatz werden viele Angestellte bezahlt und vom Gewinn werden auch viele Steuern bezahlt. Was genau stört Sie jetzt? Dass es da ein solches Vermögen gibt? Weshalb, darf man nicht reich sein?

Ich finde es wunderbar, dass sich so viele Spender finden. Wobei mich natürlich wundert, das Rom dazu noch gar nichts gesagt hat. Privates Geld zu geben finde ich gut und meckere nicht herum, weshalb man es überhaupt hat bzw. weshalb man es nicht für etwas vermutlich besseres ausgibt.

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jim_beam 17.04.2019, 08:03
8.

Ein Gebäude ist abgebrannt. Ein altes und eine wichtige Sehenswürdigkeit noch dazu. Aber mal im Ernst - das wird tagelang und seitenweise ausgewalzt, als ob jahrelang nichts berichtenswertes passiert sei. In Mikrosekunden wird jegliche journalistische Distanz aufgegeben und jeder Stuss bis an die Grenze zur Debilität aufgeschrieben (auf der Buchungswebseite steht dies und das blablabla). Im DLF erzählt der Berichterstatter bedeutungsschwanger von seiner Nachbarin, die den Fernseher nicht mehr anmachen möchte. Da greift man sich an den Kopf...

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jaegerepiceriefine 17.04.2019, 10:17
9.

Zitat von 112211
So bitter jeder Brand sein mag, besonders bitter auch bei Denkmälern, so ist es genauso bitter, dass sich die Reichsten der Reichen in einem Spendenwettbewerb überbieten. Warum, stellt sich hier die Frage, gelingt es so leicht, für ein, sicher bedeutendes, Bauwerk Spenden in zig Millionenhöhe, wenn nicht gar Milliarden, zu sammeln, wenn gleichzeitig für alltägliche Bedürfnisse kaum ein Cent fließt? Wie kommt es, dass diese Superreichen in Minutenschritten Summen zusammen bekommen, die einen erstarren lassen? Wieso werden diese Summen über Jahrzehnte der Gesellschaft entzogen, nur um den eigenen Gewinn zu steigern? Um das sonderbar zu finden, braucht man kein Kommunist zu sein. Dazu reicht der gesunde Menschenverstand.
Was genau wollen Sie uns sagen? Dass es unmoralisch ist, soviel Geld zu besitzen? Oder dass es kriminell ist, das Geld der Gesellschaft zu entziehen? Da müssten wir uns aber erst mal darüber einig werden, wie die Entziehung vor sich geht, nämlich mit Arbeit und geschicktem Einsatz von Ideen und Mitteln. Dem werden Sie sicher nicht zustimmen.

Ich finde es beachtlich, wie die Riesensummen sofort zur Verfügung gestellt werden und das ist etwas, was ich auch aus Frankreich höre. Nirgendwo außer in Frankreich ist das "Patrimoine", das Erbe, das der Nation "gehört" und immer weitervererbt wird, so geachtet. Man verteidigt Besitz, Land und Institutionen, die als Patrimoine betrachtet werden und hinterfragt dabei nicht den Geldwert. Ich hingegen frage mich, ob es ähnlich laufen würde, wäre der Kölner Dom abgebrannt. Nein, ich glaube nicht, dass in Deutschland soviel Nationalstolz existiert. Ich glaube auch nicht, dass ein Winterkorn, ein Piech oder wie sie alle heißen, die von mehreren bis vielen Millionen Jahresgehalt leben, sich hinreißen lassen würden und einen nennenswerten Anteil ihres Vermögens spenden würden. Auch keine der großen Dynastien, die Riesenvermögen besitzen.
Daher: Chapeau! Es ist erfreulich zu sehen, dass manchmal Geld dort eingesetzt wird, wo es sinnvoll ist und ideelle Werte schafft.

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