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Klage gegen Lufthansa: BGH urteilt über Flugpreiserstattung nach Storno
DPA

Wer seinen Flug stornieren muss, verliert oft viel Geld. Zu Unrecht, meinten Lufthansa-Kunden und zogen bis vor den Bundesgerichtshof. Der jedoch urteilte zugunsten der Airline.

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linnener 20.03.2018, 19:06
1. Schade

Die Lufthansa ist ein Meister der Intransparenz, kein Kunde blickt bei den unzähligen Buchungsklassen durch. Aus Managementkreisen in Frankfurt weiss ich, dass genau das System hat. Schade, dass die Deutsche Gerichtsbarkeit solch eine gnadenlose Abzocke eines Kunden durch einen Grosskonzern legitimiert. Andere internationale Airlines machen dieses fiese Spiel nicht mit - das kann man den armen Kunden in diesem Fall vorwerfen, in die USA gibt es weitaus bessere und fairere Airlines.

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J.Corey 20.03.2018, 19:30
2.

Wenn es so vereinbart ist, mag das OK sein. Ich frage mich aber, ob der Kranich dann auch die entsprechenden leeren Plätze in die USA und zurück geflogen hat, oder ob die Plätze noch besetzt wurden.

Letzteres wäre durch die Überbuchungspraxis der Airlines nicht ungewöhnlich, aber dann hätte die LH hier zweimal kassiert obwohl nur einmal Leistung erbracht wurde. Und das wäre in meinen Augen nicht OK, dann hätte man kulanter sein können.

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joomee 20.03.2018, 20:11
3. Durchblick?

Zitat von linnener
Die Lufthansa ist ein Meister der Intransparenz, kein Kunde blickt bei den unzähligen Buchungsklassen durch. Aus Managementkreisen in Frankfurt weiss ich, dass genau das System hat. Schade, dass die Deutsche Gerichtsbarkeit solch eine gnadenlose Abzocke eines Kunden durch einen Grosskonzern legitimiert. Andere internationale Airlines machen dieses fiese Spiel nicht mit - das kann man den armen Kunden in diesem Fall vorwerfen, in die USA gibt es weitaus bessere und fairere Airlines.
Sorry, aber der Vorwurf ist absolut aus der Luft gegriffen.

Ich buche nahezu jede Woche einen Flug bei LH und anderen Gesellschaften - und weiss genau was ich bekomme und wie die Stornierungs- und Umbuchungsregeln sind. Unwissendheit bzw. tricky Verkaufsstrategien waren offensichtlich auch nicht Anlass des Verfahrens. Das unterstellen nur Sie.

You get what you pay for. Flexible Tickets sind ein besserers Produkt und somit auch teurer - auch wenn Ihnen das nicht gefällt. Sie können auch nicht einfach eine Theaterkarte, ein Zugticket, ein Auto oder sonstwas bestellen - und stornieren wie es Ihnen gerade passt. Wie machen Sie dass denn in Ihrem Unternehmen?

Und sind Sie mir nicht böse, Ihre Behauptung dass kein Kunde durchblickt (Sie sind ganz offensichtlich nicht stellvertretend für alle Kunden) ist bösartig und Ihre Hinweis auf auf ominöse „Managementkreise aus Frankfurt“ hat was lächerliches. Wie oft haben Sie eigentlich schon bei LH und amerikanischen Airlines gebucht?

Und ich würde mir eigentlich wünschen, dass Sie den Vorwurf der „gnadenlosen Abzocke“ nicht nur in der Anonymität des Internets machen würden, sondern auch öffentlich. Sie würden sich dann nämliche eine Anzeige wegen Verleumdung einfangen - und zwar zurecht!

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tonyphlex 20.03.2018, 20:13
4. Legale Abzocke

An den AGBs haben bestimmt keine Kunden mitgeschrieben.
Die Fluggesellschaft verkauft den selben Platz für mehr Geld. Die hat überhaupt keinen Schaden im Gegenteil.
Na ja, wieder mal kriecht das Rechtssystem den Mächtigen in die unappetitliche Öffnung, bah.

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C.Rainers 20.03.2018, 20:13
5. Wenn ich einen Flug nicht antreten kann

und die Fluglinie verkauft meinen Platz weiter, soll ich fast den vollen Flugpreis verlieren, während die Fluglinie den PLatz zweimal verkauft und darin werden die von einem Bundesgericht bestärkt? Gut ich bin Weißgott nicht dafür vor nervigen Kunden wegen nichtiger Anlässe oder deren Launen zu Kreuze zu kriechen,aber da schlägt das Pendel ja ganz weit in Richtung Nepp aus. Das ist definitiv nicht gerecht. Wenn ich aso den Flug bezahle, will ich,daß meine Sessel leer fliegen ;-) . Da spart die Fluglinie ja auch Gewicht und somit Sprit

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ninaneu 20.03.2018, 20:29
6. Sehr einseitig

Die Verträge bei Airlines sind m.E. sehr einseitig: als Ticketkäufer habe ich in dem meisten Tarifen kein Recht zu stornieren oder umzubuchen (und selbst wenn der Tarif es erlaubt, sind die Aufpreise falls man das nutzt horrend). Airlines überbuchen jedoch immer, so dass ich selbst schon häufig auf einer Warteliste war - trotz Tausenden Euro für ein Langstreckenticket ist die lapidare Aussage, dass es vielleicht klappt, dass man mitkommt. Geld gibt’s dann zwar zurück - aber alle Anschlusskosten (Hotel, Eintritt in Konferenzen etc ) sind natürlich nicht abgedeckt. Wieso ein Vertrag so einseitig für eine Vertragspartei ausgelegt sein kann und kein Gericht diese Praxis moniert, erschließt sich mir überhaupt nicht.

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GrafKrolock 20.03.2018, 20:47
7. Alles andere wäre ungewöhnlich gewesen

Auch die Bahn verkauft Tickets ohne Stornomöglichkeit, genauso wie viele andere Fluggesellschaften. Für festgelegte Veranstaltungen wie z.B. Konzerte gilt das ohnehin. Warum sollte es zum Nachteil des Kunden sein, wenn er doch klar darauf hingewiesen wird und es sogar die Option gibt, einen stornierungsfähigen Tarif zu nutzen. Noch immer gilt hierzulande Vertragsfreiheit. Bei den gegebenen Umständen kann ich keine Benachteiligung des Kunden erkennen.

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Gluehweintrinker 20.03.2018, 20:48
8. wieso bitte "schade"?

Wenn ich bei der Bahn ein Billigticket mit Zugbindung kaufe, das nicht erstattungsfähig oder umbuchbar ist, dann ist meine Knete auch weg. Der Kunde hatte es offensichtlich ebenfalls nicht nötig, eine Reiserücktrittskostenversicherung für ein paar EUR abzuschließen, welche bei Krankheit eingetreten wäre. Aber diese infantilen Rechtsauffassungen passen haargenau in die Zeit des unendlichen Anspruchs bei gleichzeitig unendlichem Geiz: nix bezahlen wollen, aber Luxusleistung erwarten. Was für eine Geizhalsrepublik. Das Urteil freut mich sehr. Bravo!

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wasgscheidsglernt 20.03.2018, 20:49
9. Wir Kunden sind schon

arm dran: Da schließen wir unter Vollbesitz unserer geistigen Kräfte einen Vertrag mit Schnäppchencharakter - und der Vertragspartner hält sich sogar daran! Skandal! Was wollen wir sein? Mündige Kunden, die eigenverantwortlich Vereinbarungen eingehen oder Prozesshansel, die klagen, wenn die eigene, vermeintlich gute Idee den Bach runter geht?

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