Forum: Reise
Klettersteige in den Alpen: Immer dem Seil nach
Stefan Herbke

Der Berg ruft und findet Gehör: Klettersteige sind der neue Trend in den Alpen. Von der Familientour bis zum Profihang - fünf Tipps für gut gesicherten Nervenkitzel am senkrechten Fels.

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coolesza@gmx.de 09.07.2012, 12:51
1. Kein Kinderspiel

Bei Berichterstattungen über Klettersteige fällt immer wieder auf, dass wenig auf die spezifischen Gefahren dieses Sports hingewiesen wird. Auch wenn Klettersteige als "Familientauglich" beschrieben werden, sind es doch allesamt alpine Unternehmungen die Ausrüstung und Know-How erfordern. Trotz korrekter Sicherung ist bei einem Sturz mit erheblichen bis lebensgefährlichen Verletzungen zu rechnen. Fallwege können im Abstrurzfall mehrere Meter betragen. Kinder sollten an schwierigen Stellen von oben gesichtert werden. Sind Seil, Sicherungsgerät und Techniken hierfür vorhanden ? Was mache ich im Notfall ? Es muss nicht jeder ein Alpinist sein, aber allzu freizügiger Umgang mit den Gefahren halte ich für sehr bauäugig. Einen guten und komprimierten Einstieg in die Thematik gibt die Klettersteigfibel von Mammut: www.mammut.ch/images/Klettersteigfibel_D_.pdf

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i-com 09.07.2012, 16:41
2. Klettersteig. Eine Empfehlung (Würtl/Plattner)

Eine gut lesbare Empfehlung zum Begehen von Klettersteigen, insbesondere auch mit Kindern, gibt es von Würtl/Plattner hier:

http://www.bergundsteigen.at/file.php/archiv/2011/2/44-51 (klettersteig-eine empfehlung).pdf

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tlogor 09.07.2012, 16:53
3. Berge gibts nicht nur in Deutschland Österreich..

Und auch zahlreiche gute Klettersteige gibt es in andern Ländern, z. B. der Schweiz.

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humafo 09.07.2012, 17:45
4. Himmelsleitern

Ich empfehle begeisterten Bergsteigern das wunderbare Buch "Himmelsleitern" von Ralf Gantzhorn und Moritz Attenberger mit der detaillierten Beschreibung von 50 Klettersteigen in den Alpen.

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freeride4ever 09.07.2012, 18:00
5.

da regen sich die Leute über Fixseile und Leitern auf dem Everest auf und gleichzeitig werden unsere Berge in Stahlseile gehüllt und die gleichen Leuten finden das toll bzw sponsern es auch noch (DAV). Ich finde es reicht schon, dass klassische Kletterrouten plaisir mässig eingebohrt werden, Klettersteige in Hohen "Schwierigkeitsgraden" wie E sind so überflüssig wie noch etwas.

Da werden wunderschöne Wände als Abenteuerspielplatz für Konsumkletterer eingebohrt und klassische Begehungen mit Friends und Keilen somit unmöglich gemacht.

Normale Klettersteige, die im Prinzip klassische Wege etwas sicherer machen sind zwar auch nicht meins, aber trotzdem ein guter weg Leute an den Bergsport und die Natur heranzuführen, doch diese Tendenz zu "spektakulären" Steigen, durch eigentlich viel zu steile Wände ist einfach nur bedauerlich. Ohne Rücksicht auf Kletterethik und Erstbegeher klassischer Wände werden Routen verbohrt und mit Stahl eingerüstet... einfach peinlich...

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needforspeed 09.07.2012, 18:35
6. sozial

Zitat von i-com
Eine gut lesbare Empfehlung zum Begehen von Klettersteigen, insbesondere auch mit Kindern, gibt es von Würtl/Plattner hier: (klettersteig-eine empfehlung).pdf
Eine gute Sache, diese Klettersteige, besonders für uns doch schon etwas ältere Herrschaften.
Rein demografisch gesehen haben aber Kinder und noch fortpflanzungsfähige Frauen dort oben nicht verloren.

Rentner in die Wände!

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StJe 09.07.2012, 19:47
7.

Wer sich mal klar macht welche Gefahren in einem Klettersteig lauern und gleichzeitig die Unerfahrenheit der Geher betrachtet muss sich wundern, dass nicht mehr passiert. Dazu noch, dass es eigentlich immer Rückrufaktionen bei Klettersteigsets gibt, dann sollte man lieber Klettern gehen. Ich bedaure die arme Bergwacht, die unter anderem in dem oben beschriebenen Mauerläufersteig gleich nach der Eröffnung jemand rauszerren musste.
Jeder der sich mal den einen oder anderen Artikel im Bergen&Steigen durchliesst wird begreifen, dass Klettersteiggehen kein Spass ist.
Dass Neubauten gemacht werden, hat leider mit dem Eventcharakter zu tun und ich wäre froh, wenn die Gemeinden einen Kletterwald bauen würden und stattdessen auf einen Klettersteig verzichten. Aber dan würden ja keine Lifte, Gaststätte und Flying Foxes unterstützt werden.

Stefan

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Malachi 10.07.2012, 10:18
8. Jaja, die Eliten fürchten um ihren Status

Zitat von freeride4ever
da regen sich die Leute über Fixseile und Leitern auf dem Everest auf und gleichzeitig werden unsere Berge in Stahlseile gehüllt und die gleichen Leuten finden das toll bzw sponsern es auch noch (DAV). Ich finde es reicht schon, dass klassische Kletterrouten plaisir mässig eingebohrt werden, Klettersteige in Hohen "Schwierigkeitsgraden" wie E sind so überflüssig wie noch etwas. Da werden wunderschöne Wände als Abenteuerspielplatz für Konsumkletterer eingebohrt und klassische Begehungen mit Friends und Keilen somit unmöglich gemacht.
Und über solche Leute wie Sie sind rege ich mich und mein Bekanntenkreis auf. Ich wüsste nichts (!) was gegen eingebohrte Routen spricht. Es ist das ständige Credo, das man in etlichen Klettervereinen hört: "Wer es nicht kann, soll es halt lassen!" - man fürchtet um seinen elitären Sport (der er schon längst nicht mehr ist!).
Statt dessen wird ignoriert, dass hier ein erhebliches Maß an Sicherheit geschaffen wird - welcher Kletterer hat nicht schon den Moment erlebt, in dem der Keil/Friend sich gelöst hat und ein Sturz bis zum nächsten Bohrhaken folgte? Ich für meinen Teil bin dann immer froh, dass irgend wer sich mal die Mühe machte, die Dinger in die Wand zu setzen. Die ganze Harten müssen sie ja nicht benutzen und können weiterhin "klassisch" (=unter erhöhter Gefahr für Leib und Leben) die Tour begehen.

Persönlich habe ich noch keinen Klettersteig begangen, jedoch wird das früher oder später auch einmal anstehen. Von daher finde ich die Touren eine tolle Bereicherung für Bergbegeisterte, die nichts von Friends/Keilen/Bandschlingen/Expressschlingen usw. wissen wollen.

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pykomat 10.07.2012, 13:03
9. JaJa die Eventmeute will in die Berge

da regen sich die Leute über Fixseile und Leitern auf dem Everest auf und gleichzeitig werden unsere Berge in Stahlseile gehüllt und die gleichen Leuten finden das toll bzw sponsern es auch noch (DAV). Ich finde es reicht schon, dass klassische Kletterrouten plaisir mässig eingebohrt werden, Klettersteige in Hohen "Schwierigkeitsgraden" wie E sind so überflüssig wie noch etwas. Da werden wunderschöne Wände als Abenteuerspielplatz für Konsumkletterer eingebohrt und klassische Begehungen mit Friends und Keilen somit unmöglich gemacht. Normale Klettersteige, die im Prinzip klassische Wege etwas sicherer machen sind zwar auch nicht meins, aber trotzdem ein guter weg Leute an den Bergsport und die Natur heranzuführen, doch diese Tendenz zu "spektakulären" Steigen, durch eigentlich viel zu steile Wände ist einfach nur bedauerlich. Ohne Rücksicht auf Kletterethik und Erstbegeher klassischer Wände werden Routen verbohrt und mit Stahl eingerüstet... einfach peinlich...

also ich seh das ganz anders: Wenn ich als Mann aus den Bergen mal zum Segeln will, dann hoffe ich auch nicht drauf, dass die Nordsee IJsselmeer-mäßig ausgebaut wird, mit Bojenabstand 5m etc. pp. sondern: Ich mache einen Kurs und übe oder ich gehe mit einem erfahrenen Skipper auf Tour.
Warum sollte es in den Bergen anders sein? Warum muss man den Bergen ihre Majestät und Würde mit Drahtseilen und anderem Krimskrams nehmen. Wärs nicht besser, die Leute nutzen die eh schon üppige Infrastruktur und lassen das letzte bisschen "Wildnis", das wir in Mitteleuropa noch haben einfach mal wie es ist. Und wenn jemand Bergenthusiast ist, dann wird er schon früher oder später dahin kommen, dass Klettersteige das Erlebnis beeinträchtigen/herabwürdigen.
Und falls nicht nehme er sich einen Bergführer, die Kabinenbahn auf die Zugspitze oder die Kletterhalle in Wanne-Eikel....

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