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Klimaforscher beim Tourismusgipfel: "Nachhaltigkeit ist Luxus, und Luxus ist exklusiv
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Ein kostbares Gut muss seinen Preis haben: Ein Klimaforscher hat das Ende des Billigtourismus angekündigt - und die Branche aufgefordert, sich mehr zu engagieren.

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Jens_78 04.11.2019, 15:01
1.

Naja, als langjähriger Leiter des PIK, der sicher auch finanziell seine Schäfchen im Trockenen hat, kann Herr Schellnhuber natürlich aus einer ganz bequemen Position heraus fordern.
Soviel Fachkompetenz ich dem Mann zugestehe, ich denke er verkennt den sozialen Sprengstoff, der solchen Forderungen und auch den Forderungen nach einer hohen CO2 Bepreisung generell innewohnt. Eine sehr konsequente Umsetzung solcher Forderungen wäre in meinen Augen nur Wasser auf die Mühlen von blaubraunen Parteien, deren Mühlen momentan eh schon viel zu gut laufen.

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vox veritas 04.11.2019, 15:06
2.

Hoffentlich ist allen klar, was das bedeutet. Alles was Spaß und Freude macht, wird abgeschafft, wie z.B. Feuerwerk zu Silvester. Für Reichen gibt es im Leben dann noch etwas 'Luxus', für die weniger Reichen bleibt immerhin die Arbeit.

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stolte-privat 04.11.2019, 15:15
3. Exklusivtourismus...

...für reiche und Urlaubsverbot für den normalen Menschen. Aber der kann sich als Arbeitnehmer oder Angestellter dann eh keinen Urlaub an einem Traumziel mehr leisten. Weiter so, die nächsten Wahlen bringen dann die Quittung........

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jj2005 04.11.2019, 15:22
4. Sozialer Sprengstoff

Zitat von Jens_78
Soviel Fachkompetenz ich dem Mann zugestehe, ich denke er verkennt den sozialen Sprengstoff, der solchen Forderungen und auch den Forderungen nach einer hohen CO2 Bepreisung generell innewohnt.
Jegliche CO2 Bepreisung generiert Einnahmen. Wenn man diese durch die Zahl der Einwohner teilt und jedem die gleiche Summe zurückgibt, dann gibt es logischerweise eine Umverteilung von reich nach arm, denn Reiche verbrauchen viel Energie. Falls Sie in Ihrem Bekanntenkreis arme Mitbürger haben, checken Sie mal deren Energieverbrauch, und vergleichen Sie ihn mit dem der Leute, die eine grosse Villa heizen und kühlen müssen, drei grosse Autos im Hof stehen haben, und 5 Mal im Jahr Urlaub in Fernost oder Fernwest machen. Sie werden staunen über den sozialen Sprengstoff ;-)

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Sibylle1969 04.11.2019, 15:32
5.

Das Phänomen des Overtourism wurde stark begünstigt durch billige Flugpreise. Ein studentischer Mitarbeiter in unserem Team ist 21 Jahre alt, für ihn ist es selbstverständlich, zB mal eben für ein Wochenende nach Barcelona zu fliegen. Flüge, die weniger als 100 Euro kosten, werden als normal, nicht als billig empfunden. Ein weiterer Punkt ist, dass immer mehr Chinesen sich eine Auslandsreise leisten können. Und dann noch der Kreuzfahrt-Boom. Neulich habe ich im TV eine Doku über die Insel Santorin gesehen. 1990 war ich da mal als junge Rucksacktouristin: mit dem Zug nach Athen (Flüge konnten wir uns natürlich nicht leisten), anschließend Inselhopping mit der Fähre. Santorin war da zwar schon touristisch, aber noch recht ruhig. 2019 im TV erkannte ich Santorin kaum wieder: drei Kreuzfahrtschiffe lagen im Hafen, eine Seilbahn führt vom Hafen nach oben in den Hauptort Thira, wo sich riesige Menschenmassen, darunter viele Asiaten, durch die engen Gassen wälzen. Unter diesen Bedingungen hätte ich heute keine Lust mehr auf Inselhopping in der Ägäis.

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hifimacianer 04.11.2019, 15:47
6.

Zitat von vox veritas
Hoffentlich ist allen klar, was das bedeutet. Alles was Spaß und Freude macht, wird abgeschafft, wie z.B. Feuerwerk zu Silvester. Für Reichen gibt es im Leben dann noch etwas 'Luxus', für die weniger Reichen bleibt immerhin die Arbeit.
Das ist doch Quatsch!
Generationen hatten tolle Urlaube an Nord- und Ostsee, in Österreich oder an der Adria und Südfrankreich.

Es ist doch wie mit allem: wenn man es übertreibt, ist es schlecht.
In diesem Fall schlecht für die Umwelt, und damit für unsere Welt als Lebensgrundlage für künftige Generationen.

Was zu meiner Kindheit noch ein Päckchen Raketen und ein Paar Böller für die Kinder war, artet seit Jahren zunehmend aus. Unsere Straßen sehen am 1.1. aus wie Schlachtfelder. Bei uns müssen regelmäßig die Sockelbereiche von Häusern saniert werden, weil Böller und Batterien nach an den Hauswänden gezündet werden, und die Fassaden in dem Bereich rot verfärbt sind.

Mit dem Fliegen ist es doch genau so.
Es ist doch völlig absurd, dass man heute weniger als 100€ für ein Wochenende nach Mallorca zum "Party machen" fliegen kann. Ich kenne Leute, die fliegen im Jahr 4-5 mal für ein Paar Tage nach Malle zum feiern. Sehen zwar in der Zeit nur Bierkönig, Schinkenstraße etc., aber egal - MALLE!

Wenn dass für Sie der Inbegriff von Spaß haben ist, dann tun sie mir echt leid. Vor allem frage ich mich wie Generationen davor nur Spaß haben konnten, ganz ohne Billigflug nach Malle.

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rabbijakob 04.11.2019, 16:05
7. Man hat sich....

... an der Masse bereichert, nun wollen die Reichen wieder unter sich sein.

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MioMioMimi 04.11.2019, 16:30
8. Verbote, Verbote, Verbote

Ich bin absoluter Gegner des Billigtourismus und der Invasion von Touristen in Städten wie Venedig, Amsterdam und co. Aber anstatt wieder einmal alles zu verbieten, sollte man dafür sorgen, dass sich die Menschen auch in ihrer Heimat angemessen Erholen und Vergnügen können. Das können die meisten vor der eigenen Haustür leider nicht mehr und ich kann den Drang nach Urlaub nachvollziehen. Warum soll man im Urlaub hier bleiben? Selbst wenn man das häufig miese oder zumindest die unsichere Wetterlage im Sommer in Kauf nimmt ist es sehr unattraktiv, seine Ferien in Deutschland zu verbringen. Hässliche Innenstädte und Parks; Schwimmbäder, Freizeitangebote, Restaurants, Clubs, etc. schließen sowohl in Großstädten auf Grund kapitalistischer Interessen irgendwelcher Investoren als auch in ländlichen Regionen durch fehlendes Budget, die Menschen hier sind oft grimmig und unfreundlich. Urlaub an der deutschen Küste oder den heimischen Bergen ist ohnehin sehr teuer und damit Luxus. Attraktive Bahnpreise und Fahrtzeiten könnten auch dazu beitragen, dass vor allem die "Billigurlauber" vom Flug und Auto auf die Bahn umsteigen.

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kumi-ori 04.11.2019, 16:36
9.

Es rächt sich jetzt, dass die sich die innerdeutschen Ferienziele über viele Jahrzehnte durch den gnadenlosen Einsatz von Blasmusik, Trockenblumensträußen und pittoresken Dorftrotteln zur Erheiterung der Gäste dauerhaft als Traumdestination für die ältere Generation gemausert haben. Gäbe es einen größeren Horror als einer Horde rot-weiß-karierter Hemden im Harz in die Hände zu fallen? Schon die Ernährung im Urlaub ist hier zu Lande ein Problem, wenn man weder auf kostengünstiges Käsebrot aus der Tupperdose, noch auf den 24-teiligen Grillteller steht. Relaxen und Genießen geht nun mal am besten weit weg von hier.

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