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Lawinenunglück: Sherpas sagen alle Expeditionen zum Mount Everest ab
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Die Mount-Everest-Saison fällt aus. Nach dem Lawinenunglück mit 16 Toten wollen die nepalesischen Bergführer keine Expedition mehr begleiten.

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evolution2.0 22.04.2014, 20:02
20.

Alles was ich sagen möchte wäre viel zu zynisch in Anbetracht der Sachlage.Respekt den Sherpas und Beileid den Angehörigen.

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leepzscher 22.04.2014, 20:15
21. Industrie

Zitat von sysop
Die Mount-Everest-Saison fällt aus. Nach dem Lawinenunglück mit 16 Toten wollen die nepalesischen Bergführer keine Expedition mehr begleiten.
In einem Monat haben die Sherpas mehr Geld/ Unterstützung erstritten und die Bergsteigindustrie beginnt von neuem. Es ist als wenn Fußballer sagen, sie spielen nicht mehr.

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bocklos851 22.04.2014, 20:31
22. Kommentarlos an diesem Forum vorbei zu kommen ist schwer

Ich mag weder als durchgeknallter Adrenalin-Junkie dargestellt werden, noch wird je ein Bergsteiger zum Tiefseetauchen "abgleiten". Das Ego spielt insofern eine Rolle, als dass man sich die Frage stellen muss: Kann ich lebend wieder nach Hause kommen? Mit kalkulierbarem Risiko? Viele Expeditionen werden aus genau diesem Grund abgebrochen. Verantwortlich ist jeder für sich selbst und viele werden es nicht verstehen den K2 oder den Evererst besteigen zu wollen. Alpinismus ist nichts für Weicheier. Ebenso wenig wie Moto-GP oder F1.
Nur hilft Dir auf dem Motorrad oder im Rennwagen niemand. Im Himalaya gibt's die Sherpas.
Meinen tiefen Respekt vor der Entscheidung der Sherpas und hoffentlich haben Sie Erfolg und lassen sich, und wenn es nur die Vorsorge für den Fall der Fälle geht, besser abischern.

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Gustav_Kuchenbecker 22.04.2014, 20:45
23. Aber dann die Alpen auch in Ruhe lassen

Es ist so einfach, in Nepal "Zurück zur Natur" zu empfehlen. Nepal ist weit weg und die dortigen Steuereinnahmen berühren Bayern, Österreich und die Schweiz nicht.

Auch in den Alpen ist eine Bergindustrie entstanden. Ganze Heerscharen an Almwirten, die vorher das Vieh hüteten, hüten heute die "Preißn", so lange sie nur zahlungskräftig sind. Hinter dem Rücken machen sie sich lustig über die "Piefkes" wie in Österreich, die "Düütschen" wie in der Schweiz und über die "Preißn" im Freistaat.
Die vielen Bergtoten, vor allem ältere Personen, die an Herzinfarkten sterben, werden totgeschwiegen, weil sie ja das Geschäft stören.

Ein Insider berichtete, vor allem im Frühherbst zur Alpenwandersaison, reißen die Überführungen toter Bergwanderer nicht mehr ab. Eine ganze Armada von Bestattungsunternehmen verdient sehr gut. Bei Dunkelheit würden die Transporte stattfinden, damit es am Morgen im Frühtau zu Berge wieder weiter geht.

Die Scheinheiligkeit stört gewaltig. Zwischen Nepal, Großglockner, Zugspitze und Matterhorn gibt es kaum Unterschiede, was das Geschäft anbetrifft.

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spiegelleser.78 22.04.2014, 21:34
24. Wirtschaftsfaktor

Also bei manchen Kommentatoren scheint mir, dass sie von der Wirklichkeit in Asien keine Ahnung haben.
Es heißt, die Sherpas verdienen pro Saison ca. 4000 Euro. Das in einem der ärmsten Länder der Welt, in dem ein Großteil der Bevölkerung keine 2 Dollar am Tag verdient. D.h. ein Sherpa verdient in einer Saison mindestens das 4-fache dessen, was ein normaler Nepali im ganzen Jahr verdient. D.h. für nepalische Verhältnisse sind diese Leute reich. Dazu kommt noch, dass dort wo die Sherpas leben ohne den Tourismus bittere Armut herrschen würde. Von Yaks hüten und ein paar Kartoffeln anplanzen könnte man kaum leben. Von daher sind Kommentare wie "die sollen halt was anderes arbeiten" reiner Hohn. Tausende Landbewohner sind vor der Armut nach Katmandu geflohen, das Ergebnis ist in den Slums der Hauptstadt zu sehen.
Die Sherpas haben in dieser Hinsicht wirklich das Glück, unter dem höchsten Berg der Welt zu leben.

Und ja, der Job ist hart und sehr gefährlich, aber die Sherpas sind eines der wenigen Völker in Asien, die hierfür auch adequat bezahlt werden. Andere Leute haben auch lebensgefährliche Jobs - z.B. die Bergarbeiter in den Minen, verdienen aber trotzdem nur Hungerlöhne. Die Sherpas verdanken ihren relativen Reichtum den westlichen Touristen, für andere Leute, wie eben die Minenarbeiter, mit denen wir nicht in Kontakt kommen, interessiert sich bei uns kein Schwein.
Insofern erinnert mich der angedrohte Streik auch etwas an den Pilotenstreik, in dem eine eh schon relativ wohlhabende Minderheit noch mehr herausholen will.
Umso mehr habe ich aber Respekt, wenn nun genau diese Gruppe zu Ehren ihrer Toten auf ein komplettes Jahresgehalt verzichtet, was finanziell für die Sherpas sicher sehr, sehr hart ist.

Ansonsten sei es noch hinzugefügt, dass ich es auch für groben Unsinn halte, wenn nunmehr 80-jährige, Blinde und Kinder auf den Berg getragen werden.
Aber den Bergtourismus ganz abzuschaffen, würde Zigtausende Menschen ihrer Arbeit berauben. Im Gegenteil finde ich es schlimm, wenn man z.B. bei kommerziellen Reiseanbietern das Gepäck selbst auf den Berg schleppt, wenn Einheimische wirklich dankbar wären, für ein paar Dollar dies machen zu dürfen.

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moe.dahool 22.04.2014, 21:39
25. Kann denn nicht einmal...

...über ein Thema berichtet werden, ohne dass dämlichste Plattitüden á la "lasst den Berg mal alleine", "ich hab's immer schon gesagt" oder "die böse Tourismusindustrie zeigt ihr Gesicht" abgelassen werden? Auch hier hört man wieder den Neid der Besitzlosen wenn über reiche Menschen gesprochen wird, die viel Geld ausgeben um einen Traum wahr werden zu lassen. Dass dieses Thema missbraucht wird um alte Vorurteile zu schüren ist ebenso schändlich wie das vermeintlich vorgeworfene.

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michlauslöneberga 22.04.2014, 21:54
26. Die meisten

Zitat von sysop
Die Mount-Everest-Saison fällt aus. Nach dem Lawinenunglück mit 16 Toten wollen die nepalesischen Bergführer keine Expedition mehr begleiten.
der Kommentare hier schießen sich auf das ach so schön passende Bild, arme Sherpas arbeiten für Hungerlöhne für reiche Bergtouristen. Vereinfachend kann man das so auch sehen, allerdings sind damit viele Facetten der touristischen Höhenbergsteigerei nicht berücksichtigt, Tatsache ist nämlich, dass die Sherpas für eine - zweifelsohne gefährliche - Arbeit für dortige Verhältnisse sehr sehr gut bezahlt werden, wobei ein Teil des Salärs eben auch das Risiko abdeckt. Gefährliche Tätigkeiten sind nun mal in der Welt nichts ungewöhnliches, wobei eben nur die wenigsten dabei annähernd adäquat entlohnt werden. Ein Shipwrecker auf der anderen Seite des Subkontinents verdient wenige Rupien am Tage, und wenn er durch einen Unfall zu Tode kommt oder verkrüppelt wird schreit hier niemand auf, da ja keine vermeindlich fetten und faulen Touristen ihren Arsch auf einen hohen Berg bewegen wollen und dafür eine Infrastruktur benötigen...

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hpt007 22.04.2014, 22:02
27. wovon sollen sie leben?

All jene, die hier auf die faktische Abschaffung des Bergtourismus hin plädieren, sollen doch auch gleich mal sagen, wovon die Familien leben sollen. Häufig sind die Sherpas die einzigen Versorger einer kompletten Familie. Ich kenne einige Gegenden Nepals durch Bergtouren und habe gern die Hilfe von Sherpas in Anspruch genommen. Diese wiederum waren froh, einen für ihre Verhältnisse guten Verdienst zu haben. Und auch wenn es bei mir "nur" 6000er waren, so muss man sich immer noch selbst hoch kämpfen (ohne zusätzlichen Sauerstoff natürlich), und eine solche Tour ist alles andere als ein Spaziergang.

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goschimeister 22.04.2014, 22:48
28. selber Schuld

die Sherpas sind keine Sklaven die in einem Zwangsarbeitsverhältnis arbeiten - es ist Ihre freie Wahl dies zu tun. Genauso die Bergsteiger - gezwungen wird keiner, deshlab ist auch jeder selber Schuld an seinem Schicksal. Dem Argument Sie müssen dies tun um Ihre Familie ernähren zu können stimme ich bedingt zu, denn man muss bedenken das mit diesem Argument die Vorderung dem Gehabe ein endgültiges Aus zu erteilen vernichtet wird. Der Streik ist deshalb ein reiner Streik um mehr Geld - die Bedingungen wird man nicht verbessern können - die Lawinen kommen auch noch in 10 Jahren unvorhergesehen angerauscht. Fazit: es wird wieder ein bisal teurer für die Touristen und geht so weiter wie eh und je. Der Berg ruft !!

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Dieter62 23.04.2014, 00:08
29.

Zitat von Gustav_Kuchenbecker
Es ist so einfach, in Nepal "Zurück zur Natur" zu empfehlen. Nepal ist weit weg und die dortigen Steuereinnahmen berühren Bayern, Österreich und die Schweiz nicht. Auch in den .....
Da haben Sie natürlich recht. Von Seiten der hiesigen Bergführer hört man aber kaum Kritik an den Sherpas oder der nepalischen Tourismuspolitik. Eben weil man weiss, dass das Leben im Wallis oder Graubünden ohne die Touristen rasch auf Nepal Niveau absinken würde, wenn nicht der Staat einspringt. Deswegen will ich die Leute in Nepal auch nicht kritisieren, wenn die Sherpas eine Saison ausfallen lassen ist es ihre Sache, ebenso, wenn die Regierung mit ihnen verhandeln will. Wenn die rausfinden, dass die "Expeditionen" auf die tibetanische Seite wechseln könnten vergessen die ihre Trauer ganz schnell. Auch in Asien kommt wahrscheinlich das Fressen vor der Moral ist einfach nur menschlich.Von Expditionen zu reden ist aber einfach nur lächerlich, am Everest gibts weniger zu erforschen als im Schweizer Jura - aber bestimmt hats 10x mehr Leute.
Ich selber kann nicht gut genug bergsteigen um auch nur aufs Matterhorn zu kommen, aber mit Bergführer - nein danke; ist mir zu weicheierig. Da geh ich lieber auf einen Berg wo ich ohne Seil und ohne Kindermädchen raufkomme, davon gibt es in den Alpen genug. Dass da auch mal einer fällt ist auch klar, aber gross heimlich getan wird da nicht, steht alles anderntags in den Newsportalen, selbst wenns nur eine Wanderin war, welche von einem Stein getroffen wurde und abgestürzt ist - auf einer ganz simplen Route auf markiertem Wanderweg. Eigentlich ists ja auch überflüssig in Nepal bergsteigen zu gehen, der Everest sieht eigentlich vom Basiscamp, wo jeder raufkommt, gar nicht höher aus als die Monte Rosa Kette von Norditalien aus. Es sind etwa 4500 m Höhenunterschied, soviel mehr kanns in Nepal gar nicht sein, wenn man bedenkt dass man auf über 4000 m anfängt.

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