Forum: Reise
Leben auf See: "Das Segelschiff war mein Ausknopf"
Marc Bielefeld

Er wollte weg vom Gekreische der Stadt, der Vollgasgesellschaft und der bimmelnden Welt: Marc Bielefeld ist ausgestiegen. Der Journalist lebt und arbeitet seit eineinhalb Jahren auf einem alten Segelboot. Und segelt, wohin er will.

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Na so was 29.08.2013, 08:41
20. Verstehe ich voll

Er spricht mir aus dem Herzen. Ich habe zwar kein Boot, aber ein kleines Haus in einem 200 Seelen Dorf. Es ist wirklich befreiend, dort hin zu kommen aus der Grossstadt.
Man muss sich allerdings gut selbst beschäftigen können nur haben wir das verlernt...

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sichernicht 29.08.2013, 08:44
21. Alles richtig! Alles falsch!

Zitat von der_bulldozer
... vor Neid
Brauchen Sie nicht. Freiheit beginnt zwischen den Ohren!

Sich unabhängig machen – toll! Wer das möchte, sollte es unbedingt versuchen, hat auch mein Leben enorm bereichert.

Aber was heißt das? Muss man dazu auch ein Segelboot kaufen? Als Einsiedler auf dem Meer leben und die Winter "mürrisch" in seinem Zimmer verbringen? Wohl kaum!

Der Spaß-, Lärm-, Konsumrausch-Gesellschaft entfliehen? Ja, bitte, so oft es geht!

Aber das muss nicht automatisch Leben in Isolation bedeuten. Man möchte nur zu gerne auf den Großteil der nervenden Umwelt verzichten, aber gleich auf alle Menschen? Freunde? Verwandte? Sport? Ausgehen?

Das erhoffte Plus an Freiheit, Zeit, Ruhe und Entspannung beginnt bei manchen schon mit der Reduktion ihrer Wochenarbeitszeit, beim Sabbatical oder einfach nur bei antizyklisch geplanten Ferien außerhalb jeder Touristen-Saison.

Aus eigener Erfahrung mit diversen Teilzeit-, Home Office-, Freelance- und Selbständigkeits-Modellen möchte ich behaupten: wie genau der Einzelne Freiheit und Unabhängigkeit definiert, ist individuell.

Man kann auch als "ganz normaler" Arbeitnehmer mit 100%-Job glücklich werden! Nachdem ich die Selbständigkeit kennengelernt habe, ist ein "Normaljob" längst nichts mehr für mich persönlich, aber: wer zwingt mich denn, rund um die Uhr erreichbar zu sein? Handys kann man ausschalten!

Und wieso sollte ich 40 Mal am Tag meine E-Mails abrufen? Und natürlich sogleich bearbeiten? Wer legt fest, welche Arbeiten prioritär zu behandeln sind – meine Umwelt? Wer zwingt mich, die lärmende Medienwelt zu 100% zu absorbieren?

Wer prügelt mich dazu, die BILD zu lesen? Schlägt mich jemand, wenn ich nicht das neueste iPhone habe und das größte Auto?

Vieles von dem, was uns einengt, resultiert aus selbst auferlegten Erwartungen und gesellschaftlichen Pseudo-Zwängen. Und letztlich aus dem weitgehenden Ausschalten eigener Instinkte.

Aber ich kann eine eigene Meinung haben. Ich setze meine eigenen Prioritäten, niemand sonst! Ich möchte mehr Zeit für Partnerschaft, Freunde und Sport haben, also handle ich entsprechend. Niemand zwingt mich morgens in die Arbeit, es sei denn, ich selbst. Wie kann mich jemand schlecht behandeln, wenn ich es nicht selbst zulasse?

Ich bin selbst für mein Handeln und mein Leben verantwortlich. Diese Verantwortung zu übernehmen und nicht an ein anonymes System wie "Arbeit", "Gesellschaft" oder "die anderen" zu delegieren, ist der Beginn von Selbstverwirklichung. Jeder kann das, ob mit oder ohne Segelboot.

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mathiew69 29.08.2013, 08:45
22. Schön für ihn

Banale Erkenntnisse ... Keiner ? Nein , Job wie Millionen andere ? Nein , aber wenn's brenzlig wird ( Krankheit , Seenot , kaputte Dinge am Schiff ) auf die Deppen die das ganze am Laufen halten zurückgreifen . Ich bin auch Segler und würde das gerne machen , habe aber Kinder etc. pp. Was soll der Artikel ?

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gabrieljuge 29.08.2013, 08:48
23.

Zitat von scxy
Manifest eines Egoisten par excellence oder ein gutes Rezept für Milliarden von Arbeitnehmern und verantwortungsvollen Eltern weltweit? Schön, Herr Bielefeld, dass sie Ihre Schreibwerke auch aus dem Jenseits in die reale Welt senden können. Aber wen interesssiert das Geschriebene, womit hat es zu tun? Die wahre Lebenskunst besteht m.E. nicht farin, mit allem radikal brechen zu können, sondern die widerstrebenden Pole eines verantwortungsbewußten Lebens in vernünftigen Ausgleich zu bringen. Darin zeigt sich die wahre Meisterin/der wahre Meister.
Egoisten sind und bleiben wir alle, egal, wie wir leben. Der Wunsch bzw. das riesige Bedürfnisse mit allem radikal zu brechen entsteht m.E.n gerade durch das, was Sie hier als wahre Lebenskunst beschrieben haben. Die Vorstellungen anderer, was die widerstrebenden Pole sind, wie genau Verantwortung und Vernunft aussehen - das alles bleibt ja keine persönliche Entscheidung und daher auch für viele Menschen keine für sie selbst passende. Für wen bin ich verantwortlich und für wen nicht? Handle ich nach meiner Vernunft im Kant'schen Sinne oder ist Vernunft nur ein Wort für die Zwänge, die mir andere aufzwingen, weil sie davon profitieren? Das System hat genug "Argumente", sich selbst zu erhalten, genug Versprechungen, damit die Leute bleiben und immer weiter machen. Wie "wahr"/real die sind, ist die große Frage.

Man muss nicht immer stark sein und alles hinbekommen, so wie andere sich da vorstellen. Zu sagen: "nein, ich nicht mehr", einen Schritt zurück und zwei zur Seite zu machen und die anderen einfach machen lassen - das verdient Respekt. Und wenn man dann noch auf einem Schiff landet? Was könnte besser sein?! ;-)

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elster22 29.08.2013, 08:52
24. Boot statt Kinder

Hört sich an, als ob jemand sich statt für Kinder für ein Boot entschieden hat. Zumindest vermute ich, daß er keine Kinder hat. Wer Kinder hat, hat weder Lust, Zeit noch das Geld, um auszusteigen.

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xehris 29.08.2013, 08:52
25. Alleinsein ertragen können

Zitat von sebastian.teichert
Und wie will er mal zurück ins leben finden? Wahrscheinlich nie... Und dann mit 65 wird er sich umgucken. Alle haben Frau, Kinder, vllt haben die schon fast Kinder. Aber naja er hat immer hin nen ruhiges leben gehabt! =) -.-
Gerade im Alter von 65 Jahren fallen viele Leute in ein tiefes Loch. Die Tagesstruktur des Berufslebens fehlt, Langelweile droht. Die Kinder sind groß, wohnen oft weit entfernt, Enkelkinder sieht man nur selten. Als Paar hat man sich nicht mehr viel zusagen. Für viele Rentner wäre ein Leben auf See auf einem Segelboot die Rettung davor, verrückt zu werden. Es ist beneidenswert, wenn man die psychische Intaktheit besitzt, sich ganz auf sich selbst zu verlassen und Alleinsein zu ertragen.

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wupperhippo 29.08.2013, 08:52
26. Nachdenklich

Interessanter Artikel? Spinner? Aussteiger? Egoist? Erst war ich fasziniert dann nachdenklich. Ist er ein Egoist weil er nur das tut was er für sich !!! für richtig hält? Er sagt nicht, "macht es alle so!". Was wäre, wenn jeder Mensch so denken und handeln würde? Wäre die Welt besser oder schlechter als jetzt? Und, wer bestimmt was besser und/oder schlechter ist? Ich weiß es nicht! Er richtet, aus meiner Sicht, mit seiner Art zu leben keinen Schaden an und übervorteilt seine Mitmenschen nicht. Ob das ein Jeder der hier kommentiert von sich behaupten kann!? Auch das weiß ich nicht!

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denkmal! 29.08.2013, 08:53
27. Nicht so einfach, wie es tönt...

Ja, toll! So einfach ist das Leben an Bord aber kaum, wie manche es sich hier vorstellen. In Wirklichkeit ist wohl kaum eine Lebensweise so kompliziert und so gefährlich, wenn man sich nicht an die ganzen Regeln hält. Freiheit war nie einfach... Ich lebe seit vielen Jahren diesen "Traum", der manchmal (oft sogar) eher knochenharte REALITAET ist. Trotzdem: Sehr empfehlenswert übrigens, auch mit Familie und Kindern:
http://www.geo.de/reisen/community/reisebericht/296454/1/Kinder-des-Meeres-eine-komplizierte-Art-einfache-Kinder-zu-haben

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blowup 29.08.2013, 08:53
28. rückkehr

Zitat von sebastian.teichert
Und wie will er mal zurück ins leben finden? Wahrscheinlich nie... Und dann mit 65 wird er sich umgucken. Alle haben Frau, Kinder, vllt haben die schon fast Kinder. Aber naja er hat immer hin nen ruhiges leben gehabt! =) -.-
Alle haben Frau und Kinder? Na, ja, ein Drittel ist schon geschieden, ruiniert, frustriert etc. Viele werden auf ihre Kinder blicken, die sich in dieser Welt schwer tun, weil die Cancen immer geringer werden, das Hamsterrennen immer intensiver, weil es keine Mitte mehr gibt, sondern nur noch unten oder oben.

Die Idee mit dem Segelboot ist schon richtig. Freiheit gibt es eh nur noch auf dem Meer.

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literaturboot.de 29.08.2013, 08:57
29. Veränderung...

...ist nicht immer schlecht. Schön, wenn es andere Lebensmodelle gibt und wir davon erfahren. Man muss ja nicht alles mitmachen - das gilt immer. Gut, wenn jemand sein Leben frei gestaltet. @scxy: Das hat nichts, rein gar nichts mit Egoismus zu tun. Und manche Eltern wären verantwortungsvoller, wenn sie ihren Kindern eine Offenheit für anderes vermitteln würden. Übrigens: Marc Bielefeld liest aus seinem Buch, auf dem Literaturboot-Festival am 13.9. in Flensburg (Infos: www.literaturboot.de) .

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