Forum: Reise
Leben auf See: "Das Segelschiff war mein Ausknopf"
Marc Bielefeld

Er wollte weg vom Gekreische der Stadt, der Vollgasgesellschaft und der bimmelnden Welt: Marc Bielefeld ist ausgestiegen. Der Journalist lebt und arbeitet seit eineinhalb Jahren auf einem alten Segelboot. Und segelt, wohin er will.

Seite 5 von 15
realpress 29.08.2013, 09:12
40. Neid lässt nach

Zitat von der_bulldozer
... vor Neid
wenn Herr Bielefeld einige Jahre weiter ist.
Winterzeit kalte Zeit auf ein Schiff, eingefrorene Wasserleitungen und wenn dass Schiff einen nassen Auspuff hat ist es schnell vorbei wenn man den Motor nicht benutzen kann.

Irgendwann braucht just dieses aus Holz gebaute Schiff der "Lion Class" sehr sehr viel Pflege. Jedes zweite Jahr mindestens muss es gedockt werden.

So gibt es viele weitere Aspekte als Dauersegler welche einem den Schlaf rauben können.

"Natürlich sind all die nautischen Utensilien stets dabei: Seekarten, Navigationsunterlagen, Kursdreiecke, Seehosen, Schwimmwesten, Stiefel, Fernglas, die Seenotraketen."

Alles Sachen welche von Menschenhand gefertigt wurden, deren Besitzer lebten in der von Herr Bielefeld gescholtene Welt mit "dem Irrsinn der Büros, vom Gekreische der Stadt, mit Autos, Ampeln, Schildern und Sphären der lauten und ewigen Botschaften, voller Geschwätz der Politiker und Talkshows usw".

Herr Bielefeld darf sich bei diesen Leuten dafür bedanken, dass sie bereit waren diese Utensilien zu produzieren in eben dieser hierüber beschriebenen Welt.

Man kann nur wünschen dass er allzeit eine Handbreit unter dem Kiel dieses schönen Schiffes behält.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
mm71 29.08.2013, 09:14
41.

Zitat von existenzrecht
Jeder Journalist weiß, wie zeitaufwendig der Kampf um bezahlte Arbeitsaufträge ist. Es fordert mehr Zeit, Aufträge zu organisieren als recherchierend/ schreibend zu arbeiten. Dieses Arbeitsgrundroblem sollte allgemeingesellschaftlich diskutiert und gelöst werden. Eine Grundabsicherung aller Bürger als Verhandlungsbasis gehört dazu.
Wenn Sie keine Aufträge kriegen, wird eine Grundabsicherung daran sicher nichts ändern. Die verhindert höchstens, dass Sie sich einen Beruf suchen (müssen), indem Sie auch Aussicht auf Erfolg haben.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
spookyday 29.08.2013, 09:14
42.

Zitat von sebastian.teichert
Also bitte... Gibt es nichts anderes mehr über das man berichten kann? Aussteiger hier, Menschen die Sabbatjahr halten da dann kommen noch nen paar mit burnout dazu und irgendwann gibt's niemanden mehr der arbeitet... -.- Und wie will er mal zurück ins leben finden? Wahrscheinlich nie... Und dann mit 65 wird er sich umgucken. Alle haben Frau, Kinder, vllt haben die schon fast Kinder. Aber naja er hat immer hin nen ruhiges leben gehabt! =) -.-

Er arbeitet doch. Und "ins Leben finden" muß er auch nicht. Er hat es ja bereits. Eher wahrscheinlich als die, die hier posten. Mich eingeschlossen.

Alleinesein muß man können und Mut braucht's.
Respekt vor dem Schritt. Und Danke für den Artikel. Vielleicht finde ich ja heute ein paar ruhige Minuten um ihn zu reflektieren. ;)

Beitrag melden Antworten / Zitieren
guanre 29.08.2013, 09:15
43. optional

mein Gott, 3 beiträge 2 neider, wie armselig.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
infidel1909 29.08.2013, 09:17
44. Gedankenspiele...

die sehr viele immer mal haben aber seltenst umsetzen. Es gehören geeignete Lebensumstände dazu. Solange z.B. die Eltern leben könnte ich mich nicht "vom Acker" machen. Ausserdem würde ich nur mit meiner Freundin....die Chancen stehen, glaube ich, nicht schlecht.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
fatfrank 29.08.2013, 09:17
45. Wahnsinn, wieviel Intoleranz hier im Forum herrscht

Zitat von sebastian.teichert
Und wie will er mal zurück ins leben finden?
Gar nicht. Er IST im Leben. In SEINEM. Und er berichtet daraus. Was stört Sie das? Auch der Rest Ihres Postings trieft nur so von Intoleranz. Üben Sie sich doch einfach mal in Toleranz, anstatt sich anzumaßen, über anderer Menschen Leben negativ zu urteilen. SIE müssen ja nicht so leben.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
jouvancourt 29.08.2013, 09:18
46. nicht so easy wie es aussieht...

In meinem Leben habe ich mehrere dieser Trips hinter mich gebracht: einmal um die Welt mit einem 9 Meter Boot, 5 Jahre südfranzösische Berge, 11 Jahre Inselleben im Indischen Ozean.... Ja, man kann für Jahre aussteigen und dann froh sein, wieder zurück in die Gesellschaft zu kommen! Wir Menschen brauchen soziale Bedingungen und Anerkennungen, um uns glücklich fühlen zu können! Und Vorsicht bei Segelschiffen! Auch bei asketischem Leben braucht man dort ebensoviel Geld wie an Land. Wie viele Segler habe ich kennengelernt, die auf ihrem Schiff in der "Rentenfalle" sitzen und am Unterhalt verzweifeln!

Beitrag melden Antworten / Zitieren
LorenzSTR 29.08.2013, 09:18
47. Einstieg

Ich bin nach meinem Studium auch ausgestiegen. Da braucht es kein Boot, da reicht auch ein kleines WG-Zimmer. Während Kommilitonen irgendwelche dämlichen Aufbaustudiengänge für den Abschluss XY anhängten oder rasch im Hamsterrad rotierten, konnte ich mich mit wirklich interessanten Dingen beschäftigen. Die Zeit zum Denken ist unersetzbar wertvoll. Ich frage mich immer, ob Turbokarrieretypen jemals wirklich ihr Hirn benutzt haben. Der Haken: Ausstiege wie in meinem Falle sind meist unfreiwilliger Natur. Irgendwann fühlt man sich nutzlos, aussortiert, überflüssig - Millionen Arbeitslose können ein Lied davon singen. Dazu kommt die beißende Existenzangst. Alsbald dreht sich dann das komplette Leben nur noch um den Einstieg oder man resigniert und stürzt früher oder später in Depressionen ab. Glückwunsch daher an Herrn Bielefeld, aber solch glückliche Umstände sind in diesem Gesellschaftssystem leider nur den Wenigsten vergönnt.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
longhitter 29.08.2013, 09:19
48. Egoist?

Warum Egoist? Er arbeitet doch. Ob das Geschriebene interessant ist oder nicht, wenn er damit seinen Unterhalt verdient, ist es doch ok. Wenn es nicht ok wäre, könnte man über viele "freischaffende Künstler" debattieren. Wenn ich die Möglichkeit und den Mut hätte, ich würde es auch machen. Allerdings in wärmere Gefilde.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Peter Parker 29.08.2013, 09:22
49. Die beste System-Sabotage ist...

... das System einfach zu ignorieren.

Das es so einfach nicht ist, sehen wir an diesem Beispiel. Man muss schon zu einem Menschen werden, der sich darauf einlassen kann und widerrum bereit ist, anderes dafür loszulassen.

Das die Verkrampften das nicht nachvollziehen können und nun grätzig vom "Egoismus" sprechen ist traurig.

Zeigt sich doch ein Egosimus nicht gegenüber Menschen, sondern gegenüber einer Lebenswelt, die uns selber gar nicht immer wohlgesonnen ist.

Daran kann ich nichts anstößiges finden.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Seite 5 von 15