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Modellprojekt: DAV will Wanderer-Streit mit Mountainbikern beenden
imago/ blickwinkel

Wer hat in den Bergen die Hoheit? Darüber streiten sich Wanderer und Mountainbiker schon seit Jahren - und greifen teilweise nicht nur verbal an. Der Alpenverein will den Konflikt jetzt schlichten.

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benmartin70 19.09.2018, 11:32
1.

Puh, wenn ein Radler kommt macht man einfach etwas Platz wenn es nötig ist, idR bekommt man ein "Danke" und gut ist.
Halte ich in der Stadt auch so bei einem kombinierten Fuss-/ Radweg.
Ich wüsste nicht warum die Wege nur für Wanderer da sein sollten.

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the_rover 19.09.2018, 11:43
2. Das Problem ...

... sind nicht die Radler, sondern ist die Tatsache, dass zu viele Touristen in den Alpen mit ihren empfindlichen Lebensräumen und ihrer empfindlichen Vegetation unterwegs sind.

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gman537 19.09.2018, 11:47
3. Typisch deutsch

alles muss geregelt sein und einer muss Recht oder "die Hoheit" haben.
Einfach nicht so stur sein als Wanderer UND als Biker, dann klappt das prima.
Bin ich per MTB unterwegs, rase ich auf schmalen Wegen nicht wie ein Bekloppter;
gehe ich zu Fuss, mache ich ein, zwei Schritte zur Seite wenn ich Radfahrer kommen sehe.
Ganz einfach und alle sind zufrieden.

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alles.auf.horst 19.09.2018, 11:56
4. @benmartin70

Zitat von benmartin70
Puh, wenn ein Radler kommt macht man einfach etwas Platz wenn es nötig ist, idR bekommt man ein "Danke" und gut ist. Halte ich in der Stadt auch so bei einem kombinierten Fuss-/ Radweg. Ich wüsste nicht warum die Wege nur für Wanderer da sein sollten.
Das funktioniert leider nicht immer so einfach. Auf einem gut einzusehenden Forstweg sehe ich das genauso. Sobald sie verwinkelt sind wird es allerdings schon deutlich schwieriger, was teilweise auch mit der Geschwindigkeit der Biker zu tun. Häufig hilft es allerdings, wenn die Wanderer z.B. vor einem Linksknick auf die rechte Außenseite wechseln. Sobald die Wege aber enger werden, also z.B. zu Pfaden, wird es heikel. Häufig ist nicht viel Platz zum Ausweichen vorhanden. Ich habe auch keine Lust mich in Gefahr zu bringen, um einem flott abwärts fahrenden Radfahrer Platz zu machen. Wanderer/Bergsteiger ect. kommen fast immer einfach aneinander vorbei, ein Radfahrer benötigt aber deutlich mehr Platz. Ich selbst begegne immer häufiger Radfahrern, die den Berg auf Pfaden runterfahren, die teilweise nur zwischen 1 - 1,5m breit sind. Und das ist und bleibt bei einem Aufeinandertreffen nunmal für beide Seiten heikel, insesondere bei höheren Geschwindigkeiten.

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MatthiasPetersbach 19.09.2018, 11:59
5.

Ich halte die Fahrräder im Wald und auf den Bergen einfach für unpassend.

Klar, man kann alles machen - man kann auch in Stonehenge nen Cola-automat aufstellen oder die Zugspitze als Kulisse für ein Bergauf-Onanistenrennen hernehmen. Aber man muß es nicht.

Radfahren (und die Begegnung Fahrradfahrern) passt schlicht nicht zur Langsamkeit und Entspanntheit der Natur - man will "da draussen" ja keine Verkehrsteilnehmer sein und auf nix anderes aufpassen müssen als auf einen selbst.

Ich will auch nicht immer gucken, daß ich jemand "vorbeilasse" - aber zum Behindern fehlt mir dann auch die schlechte Kinderstube. Also mach ich eben Platz, daß die weiterkommen. In Ordnung finde ich das aber nicht. Und es ist ein Downer ohnegleichen.

Nicht zuletzt, da ich die meisten der Radler eher als Sportausüber einsortiere als als Naturgenießer und -interessierte. Das geht aber auch woanders - auf Straßen, breiten Wegen, auf Parcours oder whatever. Und zwar besser - und ohne die anderen zu stören, die da draussen eben das suchen - und finden - was es da hat. Und das es dann nicht mehr hat, wenn geradelt wird. Im allermeisten Fall.

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lock_vogell 19.09.2018, 12:00
6. hhm...

... ich bin selbst radler und fahre häufig mit dem MTB durch die mittelgebirge...
ich nehme mal an, dass die "normalen" radler nicht das problem sind, sondern eher die sturköpfe, die auch bei größeren entgegenkommenden gruppen nicht gewillt sind auch nur ein mal kurz zu bremsen.
das sind mit sicherheit die wenigsten radler, aber die bleiben halt leider im gedächtnis und provozieren mit ihrem verhalten dann auch "gegenmaßnahmen", eben wanderer die stur auf dem weg bleiben und nicht einen schritt zur seite machen, oder sowas unsägliches wie stolperfallen, nägelfallen, oder ganz fies zwischen zwei bäumen gespannte drähte an bekannten abfahrten...

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Pragmatik 19.09.2018, 12:02
7. Vorbild Graubünden

Im schweizer Kanzon Graubünden ist MTB auf sämtlichen Wanderwegen gestattet, gegenseitige Rücksichtnahme vorausgesetzt. Es wurden auch alte vergessene Pfade wiederhergestellt und für MTB geöffnet, und wo möglich auch separate Wege gemacht. Zudem nehmen Postauto, Eisenbahn und Seilbahnen Räder mit.
Die Tourismuswirtschaft freut sich dass die Mountainbiker auch zum Skifahren im Winter kommen, und die Skifahrer zum Biken.
Schon die falsche Frage nach «wer hat die Oberhand» zeigt doch dass es vorallem eine Frage des gegenseitigen Respektes und der Toleranz ist.

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alles.auf.horst 19.09.2018, 12:04
8. @gman537

Zitat von gman537
alles muss geregelt sein und einer muss Recht oder "die Hoheit" haben. Einfach nicht so stur sein als Wanderer UND als Biker, dann klappt das prima. Bin ich per MTB unterwegs, rase ich auf schmalen Wegen nicht wie ein Bekloppter; gehe ich zu Fuss, mache ich ein, zwei Schritte zur Seite wenn ich Radfahrer kommen sehe. Ganz einfach und alle sind zufrieden.
Damit die Sache funktioniert ist Rücksichtnahme eine Grundvoraussetzung. Sie tun das, viele andere tun das, andere - wenn auch meines Erachtens eine Minderheit - tun das aber nicht. Bei solchen Fragen spiegelt sich die Gesellschaft wider und die ist aktuell nicht gerade durch Rücksichtnahme oder Zurückhaltung gegenüber anderen, insbesondere Schwächeren, geprägt. Da gibt es dann leider das Problem mit der Freiwilligkeit. Insofern ja, es sollte eine Regelung her. Nur weil andere etwas nicht regeln heißt das nicht, dass eine Regelung Quatsch wäre.

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lock_vogell 19.09.2018, 12:08
9.

Zitat von MatthiasPetersbach
Ich halte die Fahrräder im Wald und auf den Bergen einfach für unpassend. Klar, man kann alles machen - man kann auch in Stonehenge nen Cola-automat aufstellen oder die Zugspitze als Kulisse für ein Bergauf-Onanistenrennen hernehmen. Aber man muß es nicht. Radfahren (und die Begegnung Fahrradfahrern) passt schlicht nicht zur Langsamkeit und Entspanntheit der Natur - man will "da draussen" ja keine Verkehrsteilnehmer sein und auf nix anderes aufpassen müssen als auf einen selbst. Ich will auch nicht immer gucken, daß ich jemand "vorbeilasse" - aber zum Behindern fehlt mir dann auch die schlechte Kinderstube. Also mach ich eben Platz, daß die weiterkommen. In Ordnung finde ich das aber nicht. Und es ist ein Downer ohnegleichen. Nicht zuletzt, da ich die meisten der Radler eher als Sportausüber einsortiere als als Naturgenießer und -interessierte. Das geht aber auch woanders - auf Straßen, breiten Wegen, auf Parcours oder whatever. Und zwar besser - und ohne die anderen zu stören, die da draussen eben das suchen - und finden - was es da hat. Und das es dann nicht mehr hat, wenn geradelt wird. Im allermeisten Fall.
und genau das ist doch das prolem...
für wanderrouten wird gesorgt, aber ordentliche offizielle mtb strecken gibt es eben in ganz deutschland vielleicht eine handvoll.
und ich persönlich bin nicht bereit mein hobby nur alle paar monate mal auszuüben, weil ich dafür "eigentlich" 3-4 std. anfahrt in kauf nehmen müsste, um es wirklich ganz korrekt auszuüben.

es sollten einfach mehr offizielle mtb routen ausgeschildert werden, auch mit echten trail anteilen, so wie man das z. B. in england macht, da sind trailparks in den mittelgebirgen völlig normal, bei uns gibt es sowas nur in den seltensten fällen und im alpinen schon mal gar nicht, dafür müsste man dann nach östereich, italien, oder slowenien fahren, das kann es ja auch nicht sein.

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