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Nach Stromausfall am Hamburger Flughafen: Keine Entschädigung für Passagiere
DPA

Auch wenn der Betrieb am Hamburger Flughafen wieder angelaufen ist, es gibt weiterhin Verspätungen und Flugstreichungen. Die vom Stromausfall betroffenen Passagiere können nicht auf Entschädigung nach EU-Recht hoffen.

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dr.schnabel 04.06.2018, 15:14
10. und

Zitat von Ein PKW- Fahrer
Wir haben hier sie Situation, daß Flüge ausfielen und dieses für die Passagiere nicht absehbar war, wie es bei Katastrophen üblich ist. Folglich haben nach gesundem Menschenverstand die Passagiere einen Anspruch, genauso, wie sie den haben, wenn ein Flug wegen eines Defektes am Flugzeug ausfällt. Da die Airlines kein Verschulden für die Ausfälle trifft, sollte es selbstverständlich sein, daß der Verursacher der Ausfälle für den schaden der Airlines haftet. Jetzt bleibt nur zu überprüfen, ob die Flughafengesellschaft vielleicht den Schaden auf einen Zulieferer abschieben kann oder dieses durch eine Versicherung gedeckt ist. Die Aussage an den kleinen Passagier: "Keine Entschädigung für Dich" ist eine Frechheit und notfalls muß _sofort_ das Gesetz angepaßt werden, wenn es ein Versagen der Infrastruktur durch mangelnde Vorschau bzw. Instandhaltung nicht abdeckt.
Sie glauben im Ernst, dass der Staat (oder irgendein anderer Lieferant) jederzeit die unbedingte Haftung dafür trägt, dass seine Infrastruktur funktioniert?
So dass demnächst verlangt werden kann, dass die A 1 frei von behindernden Baustellen ist, dass die A 7 so ausgebaut ist, dass ein Unfall nicht verzögernd wirkt. Und dass jeder Autofahrer, der deswegen nicht rechtzeitig ans Ziel kommt, einen Schadenersatzanspruch hat.
Vielleicht haben dann Ausflügler demnächst einen Anspruch auf Schadenersatz, wenn der Wetterbericht falsch war. Und Schüler bekommen Schmerzensgeld, wenn der Vertretungslehrer Bodenturnen ansetzt statt Basketball, was eigentlich auf dem Lehrplan stand. Vielleicht ist aber auch der Lehrer selbst der Verursacher.
Kann auch sein, dass ich Schmerzensgeld will, wenn demnächst das Freibad renoviert wird - warum gibt es auch keine Zweitbad nebenan?

Wird übrigens teuer, wenn Ihr Auto mal ausfällt und einen Bus blockiert, da kommen vielleicht 60 Leute zu spät zur Arbeit. Sagen wir 60 x 30 Minuten, das sind 30 Stunden a 100 Euro, das macht 3.000 Euro. Lieber auf die Inspektion achten! Aber auch die bietet wohl keine finale Sicherheit.

Ich zahle das als Steuerzahler natürlich alles gern, wenn jemand sinnlos am Flughafen steht. Bin ja auch selbst schuld, warum habe ich nicht auf den Bau zweier Ersatzkraftwerke direkt nebenan gedrängt. Oder darauf, dass die Leute lieber mit dem Fahrrad in den Harz fahren.

Vielleicht ist das alles aber nur das, was Juristen "allgemeines Lebensrisiko" nennen und vielleicht gibt es Gründe dafür, dass so etwas existiert.

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dickebank 04.06.2018, 15:19
11. Notstrom

Zitat von DerBlicker
Natürlich müssen die Airlines nicht zahlen, aber der Flughafen muss zahlen. Er hat klar Schadenersatz zu leisten, weil er keine Notstromversorgung vorgehalten hat, dazu ist ein sorgfältiger Flughafenbetreiber aber schon aus Sicherheitsgründen verpflichtet. Eine Klage gegen den Hamburger Flughafen hat daher sehr wohl Aussicht auf Erfolg.
Doch hat er, die Notstromversorgung versorgt aber nur bestimmte Teile des Netzes. Interessant ist doch nur, ob der Kurzschluss im flughafeneigenen Netz oder im Bereich des öffentlichen Stromversorgers aufgetreten ist. Der Flughafen versorgt sich außer mit Notstrom nicht selbst sondern hängt am Netz des zuständigen Netzbetreibers.

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j1958 04.06.2018, 15:28
12. Alles relativ

Wer hier groß herumfantasiert, dass irgendjemand für den Schaden zuständig ist: wenn ein LKW auf der Autobahn umkippt und man als Folge des Staus seinen Flug verpasst, zahlt niemand. Wenn die Bahn einen Ausfall hat und das Schiff fährt ohne den Bahnkunden ab - Pech. Man kann nicht jeden unbegrenzt für jeden Folgeschaden haftbar machen, das wäre gar nicht bezahlbar. Verantwortliche Airlines werden sicher versuchen, den Schaden zu minimieren, Billigairlines wahrscheinlich nicht.

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Achmuth_I 04.06.2018, 15:48
13. Wau...

...sorry Blicker und Co. - habt ihr den Text gelesen?

Es gibt keine pauschalen Schadensersatzansprüche nach EU Recht. Nix anderes steht da.

Natürlich sind die Tickets durch die Fluggesellschaften zu ersetzen wenn der Flug nicht durchgeführt wurde. Das hat aber nichts mit Schadenersatz zu tun sondern es handelt sich um eine nicht erfüllte Pflicht.

Ich wüsste nicht wo berichtet wird, dass der Schadenersatz ausgeschlossen ist - allerdings ist dieser erst einmal der Höhe nach nachzuweisen, ebenso die Tatsache dass man diesen Schaden so gering wie möglich gehalten hat.

Wenn das gelingt muss dem Verursacher noch die Verantwortung nachgewiesen werden, dann und nur dann wird man seinen Schaden auch ersetzt bekommen.

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Hans58 04.06.2018, 15:58
14.

Zitat von DerBlicker
Natürlich müssen die Airlines nicht zahlen, aber der Flughafen muss zahlen. Er hat klar Schadenersatz zu leisten, weil er keine Notstromversorgung vorgehalten hat, dazu ist ein sorgfältiger Flughafenbetreiber aber schon aus Sicherheitsgründen verpflichtet. Eine Klage gegen den Hamburger Flughafen hat daher sehr wohl Aussicht auf Erfolg.
Die Klage hat keine Aussicht auf Erfolg, da das gleiche Argument für den Betreiber gilt wie für die Airlines.

Natürlich besteht eine Notfallversorgung, sonst hätten ja nach dem Ausfall nicht anfliegende Flugzeuge landen und abflugbereite Flugzeuge von der Flugaufsicht über ein Startverbot unterrichtet werden können.
ATIS z.B. war durchgängig verfügbar.

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toll_er 04.06.2018, 15:58
15. unglaublich

Es ist schon unglaublich, wie hier, ohne die geringste Kenntnis der rechtlichen Umstände und der Gesetzeslage von Entschädigungsverpflichtungen der Flughafenbetreiber gefaselt wird. Wer hier nur mit dem rein persönlichen Rechtsempfinden 'argumentiert' zeigt einfach die eigene Ahnungslosigkeit, die man durch einfaches Schweigen hätte bei sich behalten können. Diese Besserwisserei ist einfach nervig. Einfach mal bei flightright
(die klagen oft und recht gut) nachschauen:
"Der Hamburger Flughafen musste am Sonntag, den 03.06.2018, seinen Betrieb aufgrund eines Stromausfalls für den gesamten Tag einstellen. Seit Montag, den 04.06.2018, läuft der Flugbetrieb langsam wieder an. Für den betroffenen Zeitraum haben Fluggäste in der Regel keinen Anspruch auf Entschädigungszahlungen, da das gravierende technische Problem außerhalb des Einflussbereiches der Airlines lag. Fluggästen stehen jedoch Versorgungsleistungen von Seiten der Airlines zu, auf die sie bestehen sollten. Genaue Informationen zu den Versorgungsleistungen finden Sie hier."

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remcap 04.06.2018, 16:03
16. Ein Blackout ist doch nicht neu...

warum tauscht man sich nicht mit anderen Flughafenbetreiber auf dieser Welt aus? Bin mir sicher das es einen reichen erfahrungsschatz aus der Vergangenheit gibt und wie solche Probleme über die Jahrzehnte weltweit gehändelt wurden.

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toll_er 04.06.2018, 16:06
17.

Zitat von Ein PKW- Fahrer
Wir haben hier sie Situation, daß Flüge ausfielen und dieses für die Passagiere nicht absehbar war, wie es bei Katastrophen üblich ist. Folglich haben nach gesundem Menschenverstand die Passagiere einen Anspruch, genauso, wie sie den haben, wenn ein Flug wegen eines Defektes am Flugzeug ausfällt. Da die Airlines kein Verschulden für die Ausfälle trifft, sollte es selbstverständlich sein, daß der Verursacher der Ausfälle für den schaden der Airlines haftet. Jetzt bleibt nur zu überprüfen, ob die Flughafengesellschaft vielleicht den Schaden auf einen Zulieferer abschieben kann oder dieses durch eine Versicherung gedeckt ist. Die Aussage an den kleinen Passagier: "Keine Entschädigung für Dich" ist eine Frechheit und notfalls muß _sofort_ das Gesetz angepaßt werden, wenn es ein Versagen der Infrastruktur durch mangelnde Vorschau bzw. Instandhaltung nicht abdeckt.
Oh je, mit dem Heranziehen des gesunden Menschenverstandes stempeln Sie Ihr Posting schon sehr früh als Blödsinn ab.als Argumentationshilfe heranzuziehen, das zeugt von einer ziemlich kruden Gesinnung. Liegt so nah am gesunden Volksempfinden. Und.. sofort muss das Gesetz angepasst werden... jawoll! Der Schrei nach 100%iger Absicherung durch den Staat ist einfach unerträglich.

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moev 04.06.2018, 16:24
18.

Zitat von dr.schnabel
Und dass jeder Autofahrer, der deswegen nicht rechtzeitig ans Ziel kommt, einen Schadenersatzanspruch hat.
Tatsächlich hat der zu spät kommende Autofahrer einen Schadensersatzanspruch gegen den Unfallverursacher.
Das wird sogar noch in der Fahrschule unterrichtet.

In der Praxis wissen die meisten das nur nicht mehr oder winken wegen der schwierigen Durchsetzung gleich ab und versuchen es gar nicht erst.
Aber ein Unfallverursacher ist deswegen haftbar.

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toll_er 04.06.2018, 16:26
19.

Zitat von remcap
warum tauscht man sich nicht mit anderen Flughafenbetreiber auf dieser Welt aus? Bin mir sicher das es einen reichen erfahrungsschatz aus der Vergangenheit gibt und wie solche Probleme über die Jahrzehnte weltweit gehändelt wurden.
Nun, jeder Blackout ist anders. Und dass die sich austauschen... das dürfte so sicher wie das Amen in der Kirche sein. Die haben nämlich auch keinen Saß mit dem Blackout und den Folgen. Und durch Hamburg ist der von Ihnen angesprochen Erfahrungsschatz halt um einen Fall reicher geworden...

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