Forum: Reise
Phänomen "Begpacking": "In ein armes Land zu reisen und dann auch noch Geld zu erbett
jonsim.wj/ Instagram

Ohne Geld die Welt bereisen: Begpacker glauben, dass das geht - und ziehen scharfe Kritik auf sich. Einige Länder gehen bereits gegen die bettelnden Touristen vor.

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Fahri 09.07.2019, 17:32
20.

Das ist armselig. Und das die zwei Pfeifen über 800€ zusammengeschnorrt haben ist schon krass. Hatte irgendwo gelesen, dass die bei 200€ waren, jetzt 800€. Anscheinend funktioniert es trotz Stuhlsturm. Könnte mir vorstellen, dass die 2000€ geknackt wird. Vielleicht sollte ich denen einen Cent mit PayPal schicken, dann müssen die, glaube ich, zehn Cent Gebühren für die Mikroüberweisung bezahlen. Dann hört das Betteln sehr schnell auf. Und wer Umarmungen für paar Cent anbietet, bietet auch...ok...das geht zu weit

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hoeffertobias 09.07.2019, 17:37
21. Im Verhältnis zu den ...

Zitat von medfield,ma
Was für ein Desaster haben wir denn in Deutschland?
... oftmals sehr armen Staaten um die es in dem Beitrag geht, haben wir hier eine Geiz-ist-Geil-Mentalität, die jedem noch so arbeitsscheuen Leistungsverweigerer vorgaukelt, das Leben sei umsonst. Das führt zu der irrigen Annahme, dass der Honig weltweit aus den Wasserhähnen fließt und man nur zu Geben bereit sein muss. Auch wenn sich diese Wahrnehmungsstörung demnächst (ca. 10 Jahre) von selbst erledigen wird, ist sie doch noch weit verbreitet. Nicht zuletzt ist bei unseren Armen das am weitesten verbreitete Problem das Übergewicht. Wenn Sie das einem Inder oder Thailänder nur versuchen zu erklären, ernten Sie nur ungläubiges Kopfschütteln und das Gespräch wird umgehend beendet, weil Ihr Gegenüber ganz sicher ist, dass Sie ihn ganz kräftig verarschen.

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xtdrive 09.07.2019, 17:37
22.

Ich hatte mal vor etlichen Jahren einem Neuseeländer am Flughafen Bangkok 50€ "geliehen", er hatte sich für seinen "Rückflug" Geld zusammen geliehen. Trotz etlicher Emails und Facebook- Nachrichten meinerseits. hat er nie das Geld zurück bezahlt. Das war das letzte Mal das ich einem Westler im Ausland auch nur einen Cent gebe.

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andreaslemmer 09.07.2019, 17:43
23. Begpacking ist nicht gleich Begpacking

Wir sind zu zweit per Tandem vor 35 Jahren durch Europa bis Türkei, Syrien Jordanien und dann Quer durch Nordamerika und Australien geradelt, finanziert über Straßenmusik (Buchtitel F-F-F, Fahrrad-Fiedel-Freiheit), haben also in grösseren Städten unser Geld eingespielt, und wer geben wollte, konnte, wer nicht, durfte freilich ebenfalls zuhören, und wenn wir keine Lust mehr hatten, sind wir weiter gefahren. Wir waren also, den Kommentatoren nach zu urteilen, ebenso Parasiten. Aber mit absoluter Sicherheit haben die Passanten von uns profitiert, ein Stück Lebensfreiheit mitgenommen, ersichtlich daran, dass wir sehr oft überschwenglich eingeladen wurden. Die Engstirnigkeit einiger Kommentatoren fühlt sich für mich deutsch an: man Lebt Um Zu Arbeiten. Alles andere passt nicht ins Weltbild. Ich gebe zu, dass wir nach 1 1/2 Jahren Weltreise praktisch für Deutschland unbrauchbar waren (und eh überflüssig als damals arbeitsloser Lehrer), es geht aber auch anders, so weiss man es nach längerer Weltreise. Wir sind dann nach Portugal ausgewandert, haben Familie gegründet, und weil wir noch nicht gestorben sind, leben wir bis heute glücklich und zufrieden ...

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dr.frustus 09.07.2019, 17:43
24. Aber mal ehrlich, …

… was ist das für eine Art zu reisen? Ich will was sehen und nicht rumsitzen und betteln.
Das sind die gleichen die hier schon den neuesten Schnorrer-Loose-Reiseführer gekauft haben.

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komplett...falsch 09.07.2019, 17:46
25.

Zitat von charlybird
in Thailand findest du bspw. von heute auf morgen eine erschwingliche Wohnung, spätestens übermorgen, in D definitiv nicht.
Doch, in Deutschland definitiv auch, zum Spottpreis sogar.

Man muss halt aufs Land gehen, da stehen halbe Dörfer leer.
Die Städte sind zu 90% überlaufen, weil gerade die junge -aber auch viele ältere- Landbevölkerung dahinzieht (die restlichen 10% sind durch Einwanderung, die wollen meist auch in die Städte, ist aber eine eher kleine Zahl im Vergleich zur Landbevölkerung).

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Zita 09.07.2019, 17:47
26.

Zitat von SpiegelAcht
Irgendwie häufen sich in letzter Zeit Artikel gegen Gruppen, welche den Konsum und den Kommerz nicht unterstützen wollen bzw können.
Wieso unterstützen die denn den Konsum und Kommerz nicht? Reisen ist per se purer Luxus und damit purer Konsum. Auch wenn man nicht in eine All-inclusive-Anlage oder ein Luxushotel reist. Niemand muss reisen und reisen ist kein Menschenrecht.

In armen Ländern so wie hier beschrieben zu betteln, ist dekadent und respektlos und zeugt von maximaler Empathielosigkeit. Wer glaubt, ihm stehe eine Weltreise zu, ohne zu überlegen, dass die Menschen in den bereisten Ländern oft schufften wie irre, um gerade so genug zu essen zu haben, der lebt offensichtlich in einer dekadenten Filterblase.

Ein ähnliches Phänomen sind übrigens die Abiturienten, die in ärmere Länder reisen, um dort 1-2 Monate "Gutes" zu tun. Bezahlen horrende Summen, die aber im Grunde nur ihnen selbst zu gute kommen, nicht der Bevölkerung vor Ort.

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Hamberliner 09.07.2019, 17:49
27. Das kann man nicht immer verurteilen.

Das geht auch noch extremer, wenn eine echte ungeheuchelte schwere Behinderung im Spiel ist. Damals in den 1970ern jobbte ich in einem spanischen Strandhotel in der Rezeption. Einmal fuhr ein Taxifahrer vor und war kurz vor dem Nervenzusammenbruch, weil er schon den ganzen Tag verzweifelt eine Chance gesucht hatte, seine beiden Fahrgäste wieder loszuwerden. Es handelte sich um ein älteres amerikanisches Ehepaar, beide querschnittlelämt, und mittellos. Sie stanken infernalisch nach Buttersäure, weil sie sich ohne fremde Hilfe nicht waschen konnten und ihnen tagelang niemand dabei geholfen hatte. Ich nahm dem armen Taxifahrer die beiden ab und bezahlte später, nachdem ich zusammen mit einem Kellner die beiden die Treppe hochgewuchtet hatte (gab keinen Aufzug), mit einen gewaltigen Anschiss vom Chef. Da blieben sie tagelang in ihrem Zimmer, an den Strand brachte sie niemand, ihnen blieb nur der Balkon. Irgendwann sind wir sie wie durch ein Wunder an ein anderes Hotel losgeworden. Bezahlen konnten sie nicht.

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susuki 09.07.2019, 17:51
28. Transferkultur...

Ich empfehle die Transferkultur differenziert zu betrachten.

Ein Teil der Menschen wird immer oder phasenweise mit Sozialleistung plus Betteln plus Schwarzarbeit das Leben verbringen.

Die Transferleistung (milde Gabe, Unterstützung, Obolus, oder wie auch immer) ist Bestandteil unserer Kultur.

Warum sollten transferabhängige Menschen nicht reisen?

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box-horn 09.07.2019, 17:54
29. teurer Ego-Trip

Sicher, man kann im Ausland überfallen werden o.ä.m. und in in eine Notlage geraten. Dann bemüht man sich - ggf. mit Hilfe der örtlichen Polizei - Kontakt mit seiner Botschaft aufzunehmen und sich von dort helfen zu lassen, dazu sind die nämlich da.

Bettelt sich nun aber ein abenteuerlustiger Jugendlicher durch ein bitterarmes Reiseziel und wird von den Behörden der Botschaft übergeben, resp. ausgewiesen, kann das teuer werden und wird das unvorhergesehene Ende des Ego-Trips bedeuten.
Dann kann man sich hinterher in den sozialen Medien über die Intoleranz des Gastlands wider Willen und der Deutschen Auslandsvertretung beschweren.

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