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Phänomen "Begpacking": "In ein armes Land zu reisen und dann auch noch Geld zu erbett
jonsim.wj/ Instagram

Ohne Geld die Welt bereisen: Begpacker glauben, dass das geht - und ziehen scharfe Kritik auf sich. Einige Länder gehen bereits gegen die bettelnden Touristen vor.

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kleinsteminderheit 09.07.2019, 18:22
40. Kein neues Phänomen

Vermutlich gibt es die Touristen ohne Geld schon so lange, wie es Menschen in die Ferne zieht. Mir sind No Budget Touristen noch aus den 70ern in Erinnerung. Damals waren sie im Mittelmeerraum zu den Hotspots der Hippie/Flowerpowerbewegung unterwegs. In den 80ern gab es die Schnorrer, die nach einem ausgedehnten Urlaub den Rückweg nicht fanden und Landsleute auf Autobahnrastplätzen massiv um nen Fuffi zur Überbrückung einer akuten Notlage angingen, natürlich nur geliehen....

Ich habe Zweifel an derartigen Konzepten. Tourismus ist immer ein Geschäft auf Gegenseitigkeit. Die Einheimischen ertragen gegen Geld Menschenfluten. Begpacker hinterlassen den Einheimischen nichts, außer ggfs. Ihre Notdurft im Gebüsch hinter dem Strand und gelegentlich kaputte Campingutensilien.

Es gab immer Menschen mit Fernweh und wenig Geld.
Es gab auch immer jene, die lange für ihren Urlaub sparten, die vielleicht die eine Hälfte der Ferien in der Fabrik malochten um sich danach die Reise leisten zu können oder die fremde Länder mit work and travel Konzepten bereisten. Finde ich besser, als seinen Urlaub auf der Gutherzigkeit der Mitmenschen aufzubauen.

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muunoy 09.07.2019, 18:27
41. Widerlich

Zitat von hevopi
die Begpacker haben es hier nicht leicht, denn sie erhalten nur wenig Geld von kranken Urlaubern. Der "normale" Thailänder unterstützt seine Familie und hilft in den armen Gegenden auch Farmern, die z.B. eine schlechte Ernte hatten. Die meisten Thailänder wissen, dass die Begpacker verlogene Abstauber sind und so ein Desaster, wie wir es zur Zeit in Deutschland haben, gibt es hier nicht.
Das Phänomen ist wirklich nicht neu. Ich habe als Student in den 90ern häufig die Länder der ASEAN mit dem Rucksack bereist und bin so begeistert von der Region, dass ich inzwischen auch beruflich dort schon einige Male tätig war. Früher nannte man diese Leute Hippies. Sie waren aber anders als auf den Fotos schnell zu identifizieren. Damals waren z. B. aus diesem Grund die Thais eher die dummen. "Normale" Rucksackreisende wurden gerne von den Hippis angeschnorrt. Aber man war vorgewarnt, während ich in Südthailand beobachten konnte, dass Thais die Leute wirklich als notleidend ansahen und halfen. Das war in den 90ern. Vermutlich haben die Thais von solchen Schnorrern inzwischen die Nase voll.
Vielleicht noch ein interkultureller Aspekt: In Südostasien (nicht Südasien) bettelt man nicht. Selbst sehr arme Menschen versuchen, das Betteln zu vermeiden, da man dadurch sein Gesicht verliert. Wer dort bettelt, ist wirklich absolut am Ende. Man sieht eher Leute, die auf der Straße Feuerzeuge, Taschentücher o. ä. verkaufen. Und so kann man helfen: Man kauft ein Feuerzeug und gibt ein großzügiges Trinkgeld. Niemand verliert so sein Gesicht. Es wurde nicht gebettelt, sondern eine Leistung erbracht. Und der Käufer hat keine Almosen geschenkt, sondern war für die Leistung besonders dankbar.
Führt man sich das vor Augen, wird klar, dass diese widerlichen Begpacker unser aller Ansehen schädigen.

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phg2 09.07.2019, 18:27
42.

Ich möchte in dem Zusammenhang einen jungen Deutschen erwähnen, der mal in der Dom. Rep. am Flughafen gebettelt hat.
Nur bei den Touris. Er hatte sich schlicht mit dem Preis für's Rückflug Ticket vertan und das Geld das er noch hatte war schnell verbraucht.
Klar, dumm aber eben nicht gewollt. Wir haben ihm Geld gegeben damit er zum nächsten Konsulat kommen konnte. Hoffentlich hat er's auch gemacht.

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charlybird 09.07.2019, 18:27
43. Klar,

Zitat von komplett...falsch
Doch, in Deutschland definitiv auch, zum Spottpreis sogar. Man muss halt aufs Land gehen, da stehen halbe Dörfer leer. Die Städte sind zu 90% überlaufen, weil gerade die junge -aber auch viele ältere- Landbevölkerung dahinzieht (die restlichen 10% sind durch Einwanderung, die wollen meist auch in die Städte, ist aber eine eher kleine Zahl im Vergleich zur Landbevölkerung).
wenn man bspw. in Hamburg arbeiten muss, zieht man ja gerne mal nach nach Niederschöngrünkohl, um dann 2 Std. hin und 2 Std. zurück zu dümpeln. Toller Vorschlag. Aber so ist das, wenn man nicht verstehen will.
Oder man in seinem sozialen Umfeld bleiben möchte, Kinder hat, die eine Kita, Schule besuchen, oder alt ist und den Hausarzt öfter benötigt.
Solch dahergeschwungen Phrasen sind derart weltfremd, dass ich mich frage, warum ich all die Steuern bezahlt habe, um so ein kaltschnäuziges Mitbürgertum großzuziehen.

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Zita 09.07.2019, 18:27
44.

Zitat von andreaslemmer
Die Engstirnigkeit einiger Kommentatoren fühlt sich für mich deutsch an: man Lebt Um Zu Arbeiten. Alles andere passt nicht ins Weltbild.
Typisch Deutsch? Ähem, wir sprechen hier von Reisen in Länder, in denen Menschen schon mal 12 Stunden in Kleiderfabriken schufften, um sich das Nötigste zum Leben zu verdienen. Genau das ist ja das Dekadente an der Geschichte, da kommen westliche, junge Leute, die was von "Lebensfreiheit" faseln in Länder, in denen sich die Leute krumm legen müssen, um genug zu Essen zu haben und betteln die dann auch noch an!

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MatthiasPetersbach 09.07.2019, 18:29
45.

"He, Inder, hastde mal ne Rupie"

Ein Scherz von damals - offensichtlich Realität von heute.

Aber das ist kein Phänomen, das die Auslande betrifft - Unzählige sammeln per Crowdfunding, um ihre Reise zu finanzieren......Und sind überzeugt davon, damit auch noch ne Leistung zu verkaufen. Das ist manchmal an Heuchelei schwer zu überbieten.

Aber wenns klappt....

Ist aber trotzdem ne andere Nummer als in armen Ländern zu schnorren. Es mag sein, daß der eine oder andere aus reichen Land selbst arm ist. Aber dem kann man - in der Regel - mit Arbeit abhelfen. Zumindest, was den Preis für ne Reise betrifft.

Und zwar zu nem lächerlichen Aufwand und hohem Stundenlohn, für den der andere in den entsprechenden Ländern nicht Stunden, sondern Tage braucht - wenns reicht.

Aber eigentlich ist auch KAUFEN Ausbeutung - einfach durch den Wechselkurs. Die einzige richtige Wechselkurs wäre 1 Stunde Arbeit gegen 1 Stunde Arbeit. Weltweit. Berufsübergreifend.

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Werner Koben 09.07.2019, 18:33
46. @11

Zitat von SpiegelAcht
Irgendwie häufen sich in letzter Zeit Artikel gegen Gruppen, welche den Konsum und den Kommerz nicht unterstützen wollen bzw können. Es scheint fast so, als ob Versucht wird eine Stimmung zu aggregierten. Keiner muss irgendjemanden unterstützen. Sie sind Ehrlich. Auf den Schildern stehen keine Lügen.
Vielleicht sollten Sie den Artikel nochmal lesen. Was hier beschrieben wird, ist eine besonders übelste Form von "Geiz ist geil". Bei "Geiz ist geil" zahlen nämlich auch die anderen, z.B. durch Hungerlöhne oder schlechte Arbeitsbedingungen. --- Haben Sie sich schon mal gefragt, warum diese Leute nicht das Geld für den Langstreckenflug spenden und zuhause bleiben? DAS würde ich als "Konsum und Kommerz nicht unterstützen" bezeichnen. --- In einem Punkt haben Sie allerdings recht: Auf den Schildern wird zumindest nicht behauptet, man sei bestohlen worden o.ä. Ich würde das allerdings nicht ehrlich sondern schamlos nennen.

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charlybird 09.07.2019, 18:37
47. Im Gegenteil,

Zitat von muellerthomas
Eine Wohnung in Bangkok ist - bei vergleichbarer Ausstattung - nicht wirklich billiger als in Hamburg.
Bangkok kann sehr, sehr teuer sein, aber man hat noch seine Möglichkeiten, auch im Verhältnis zum Einkommen, wenn man seine Ansprüche zügelt und man findet wenigstens etwas.
Aber ich habe in einigen Städten Thailands gewohnt, vorwiegend im Süden, und habe, trotz schmalem Budget, nie Schwierigkeiten gehabt, eine akzeptable Wohnung, Appartement, Haus zu finden.

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ich2010 09.07.2019, 18:46
48.

Sommerloch...man braucht einen Aufreger. Es wird niemand gezwungen Geld zu geben. Die Kids lügen niemandem etwas vor. Man weiß warum man Geld verschenkt. Muss jeder selbst entscheiden. Wozu die Empörung.

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amon.tuul 09.07.2019, 18:53
49. Gegenposition

a) Millionen Arme strömen unter Vorspiegelung falscher Tatsachen -Flucht vor Verfolgung- in funktionierende Staaten mit Wohlfahrts-Infrastrukturen, um persönliche Vorteile -oft auf Jahre- zu erreichen. Mit dem Anspruch auf Hilfe in Notlagen geht allerdings auch die Pflicht zur Vermeidung derselben einher.

Wenn einige mittellose Reisende weltweit unterwegs sind spielt das überhaupt keine Rolle.

b) gerade auch in Ländern mit einer breiten armen Schicht, so Südamerika, Teilen Asiens, gibt es auch steinreiche Gruppen. Diese sind zuerst zuständig gür soziale Probleme.

Dieses "Problem" bettelnder Westler auf Reisen ist eher eine Erfindung hypermoralischer US -Studentinnen, die sich auf Papis Kosten mehrere Flugrrisen jährlich leisten können.

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