Forum: Reise
Privatzimmer-Vermittlung im Internet: Mitbewohner für eine Nacht

Vom Zelt im Garten bis zum Hausboot, von der WG-Couch zur Luxus-Finca: Das Internetportal Airbnb vermittelt private Unterkünfte an Reisende und verärgert damit die Hotelbranche. Doch noch gibt es Probleme beim Thema Sicherheit - wie jüngst ein Kriminalfall zeigte.

faguo888 03.08.2011, 14:08
1. Eigene Erfahrung

Ich wohne in Berlin-Mitte in einem 25-stöckigen Gebäude mit drei Fahrstühlen. Die Wohnungen in den obersten zwei Etagen sind sporadisch an Touristengruppen vermietet. Wenn die Touristenhorden einfallen, sind die Fahrstühle erst einmal besetzt und anschließend stark verschmutzt. Ein Eigentümer von acht Touristenwohnungen ist mit dem Wohngeld monatelang in Rückstand. Er sammelt wshrscheinlich Geld neue Eigentumswohnungen. Die übrigen Eigentümer zahlen praktisch für ihn mit und leiden unter der exzessiven Nutzung und Abnutzung der Infrastruktur.

Städte sollten derartigen Missbrauch schlicht unterbinden. Berlin ist inzwischen so übersättigt mit Hotels und Hostels aller Kategorien, dass die Unterauslastung bedrohlich steigt und in einigen Jahren wahrscheinlich das große Sterben beginnt.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
frnzwltr 03.08.2011, 15:25
2. Sehr positive Erfahrungsberichte

Sowohl für Wimdu als auch für 9flats sind die Berichte von Nutzern, die darüber bereits ein Zimmer gefunden haben, fast durchweg positiv.

Wimdu: http://www.brandigg.de/brand/Wimdu

9flats: http://www.brandigg.de/brand/9flats

Beitrag melden Antworten / Zitieren
iLady 03.08.2011, 15:45
3. nette Sache ...

Ist eine nette Sache – finde ich -, auch wenn einige (gerade in Metropolen) genauso viel nehmen wie das Hotel eine Straße weiter.. da fragt man sich schon warum ich dann zu privat gehen soll wo ich im Hotel das den inkl. Frühstück habe … klar der Private Kontakt zu einem einheimischen ist ganz sicher nett (sofern man das mit dem extra Zimmer in der Wohnung macht) .. bucht man eine ganze Wohnung ist da kaum ein Vorteil.. wenn der Preis nicht günstiger ist….

Eine nette Option ist es auf alle Fälle…
Gerade wenn man dann auch nette Kontakte bekommen kann…

Gerade das BEI Leuten macht ja den Reiz aus.. nur in einer fremden Wohnung (also statt einem Hotelzimmer ein anderes leeres Zimmer) würde nur OK sein, wenn der Preis daher besonders günstiger wäre…

Beitrag melden Antworten / Zitieren
kamarina83 03.08.2011, 18:02
4. Schade...

.., daß eine einzige vandalierende Person reicht, um so tollen Projekte wie air.bnb einen ordentlichen Imageschaden zu verpassen. Ich hatte kürzlich zwei Buchungen über das Portal vorgenommen und nur die besten Erfahrungen gemacht. An Größe und Komfort der Wohnungen wäre daran kein erschwingliches Hotel jemals herankommen. Außerdem haben wir dadurch auch sehr nette, interessante Leute kennengelernt, die einem auch ein bißchen mehr und Authentischeres vom Land berichten können als der Reiseführer. Als Alternative zu einem Hotel würde ich es jederzeit wieder buchen. Ich persönlich wäre skeptisch, völlig Fremden meine eigenen vier Wände zu überantworten, finde es aber sehr schön, wenn einem die Leute mit so großem Vertrauen begegnen. Der Vermieter einer unserer Unterkünfte war fast während unseres gesamten Aufenthalts abwesend und hat uns sein komplettes Haus überlassen. Obwohl es immer Leute geben wird, die so etwas ausnutzen, ist es doch toll zu sehen, daß dieses Prinzip an sich funktioniert und die meisten Menschen doch nicht sooo schlecht sind... :)

Beitrag melden Antworten / Zitieren
mmueller60 04.08.2011, 09:20
5. x

Zitat von
Viele der Gastgeber vermieten nicht nur ab und zu einmal ihr Wohnzimmersofa, sondern betreiben zu Hause inzwischen eine Art Bed and Breakfast. "Da sind Leute, die haben fünf oder zehn Wohnungen, und die haben das zu ihrem Beruf gemacht", sagt Deutschland-Chef Froh. Damit könne man mehrere tausend Euro pro Jahr verdienen.
Nein wirklich, mehrere tausend Euro pro Jahr? Das klingt aber nicht wie eine gute Rendite auf den Wert der vielen zu betreibenden Wohnungen. ;) Lieber an der Tanke jobben, 12 x 400 Euro sind immerhin auch 4800 Euro!

Beitrag melden Antworten / Zitieren
atms 04.08.2011, 11:23
6. mehrere tausend euro...

Wenn so ein professioneller Vermieter 39 € je Nacht bekommt und eine Auslastung von ca 60% hat, sprich 20 Nächte, dann sind das auch schon 780 €/ Montat. Für ein Appartment von 30 qm in Berlin. Das bekommt man als "normale" Miete sicherlich nicht rein. Klar, etwas Aufwand ist da. Aber bei mehreren Wohnungen, rechnet sich das.
Und ob diese Wohnungseigentümer dann Umsatzsteuer etc. abführen ist fraglich. Für die Hotels in solchen Städten ist das sicherlich ärgerlich, die zahlen nämlich die entsprechenden Steuern, mal ganz abgesehen von Löhnen und anderen Kosten.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
JaguarCat 04.08.2011, 15:49
7. Professionelle Zimmervermietung

Zitat von mmueller60
Nein wirklich, mehrere tausend Euro pro Jahr? Das klingt aber nicht wie eine gute Rendite auf den Wert der vielen zu betreibenden Wohnungen. ;) Lieber an der Tanke jobben, 12 x 400 Euro sind immerhin auch 4800 Euro!
Na ja, es stehen ja noch weitere Zahlen im Artikel: Der "Durchschnittspreis pro Nacht" liegt den Angaben zufolge bei 90 Euro. Wer fünf Wohnungen professionell tageweise untervermietet, kommt bei der im Hotelgewerbe nicht unüblichen Auslastung von 55 Prozent somit auf 1000 Nächte im Jahr (200 pro Wohnung). Macht bei 90 Euro pro Nacht dann 90.000 Euro Umsatz im Jahr.

Davon gehen dann die Kosten wieder weg: Miete für fünf Wohnungen (in Berlin monatlich zusammen ca. 2000 Euro warm, entsprechend 24.000 Euro jährlich), Provision für den Vermittler (bei 3% sind das 2.700 Euro; andere Portale dürften mehr verlangen), Geld für Reparaturen, Putzmittel, Waschmittel, Strom für Waschmaschine und Trockner, ein Auto, um regelmäßig zu den Wohnungen zu fahren, Internet-Zugang, Handy etc. pp.

Dennoch halte ich es für möglich, am Ende des Jahres von den 90.000 Euro Einnahmen ca. die Hälfte übrig zu haben. Stellt man Personal an, insbesondere Putzfrauen, bleibt weniger übrig, man hat aber auch selbst weniger zu tun.


Jag

Beitrag melden Antworten / Zitieren
6manos@gmail.com 19.02.2012, 16:13
8. Touristen versus Mieter

Ich nutze diese Art von Angeboten schon seit Jahren sehr gerne. Andersherum gibt es auch bei mir im Haus einige Touristenwohnungen. Unauffällig, ohne irgendwelche Nervereien.
Aber es gibt durchaus ein Problem, ich kann speziell Barcelona als Beispiel nennen, wo das System schon vor zehn Jahren beliebt wurde:

Die Mieten steigen. Und zwar gewaltig.

Denn das Kurzzeitvermieten ist zwar arbeitsaufwendiger, unter für den Vermieter sicher auch ein gewisses Risiko, aber unterm Strich durchaus lukrativ. Das heißt, als Mieter steht man plötzlich in Preiskonkurrenz zu den Touristen - die für ein paar schöne Tage natürlich weniger Probleme haben, mal tiefer in die Tasche zu greifen.

Eine Stadt, die das nicht in ihre Wohnraumpolitik einkalkuliert, wird mit Sicherheit miterleben, wie ihr die Mietpreise aus der Kurve fliegen.

Beitrag melden Antworten / Zitieren