Forum: Reise
Pünklichkeitsversuch der Bahn: Lokführer sollen möglichst schnell fahren
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Die Bahn will pünktlicher werden - doch zuletzt waren viele Fernverkehrszüge verspätet. Nun hat der Konzern seine Lokführer angewiesen, so schnell wie möglich zu fahren. Auch wenn das zu Lasten der Umwelt geht.

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nils1966 11.10.2017, 13:34
40. langsamer nicht gleich effizienter

Wenn ein Zug verspätet ist, heißt das u.a. das er länger auf der Strecke ist. Bei einem Umweg, der 60 min Verspätung auslöst, heißt das, daß er im Prinzip allein zum Fahren eine Stunde länger als nötig Energie verbraucht hat, um sein Ziel zu erreichen. Das kann sicher nicht ökölogisch effizient sein?

Auch ein Zug, der verspätet auf seiner Plan-Linie unterwegs ist, verbraucht nicht unbedingt weniger Energie als für seine Planzeit. Auch wenn er irgendwo 15 min steht und somit keine Fahrenergie aufwenden muß; insbesondere heutige klimatisierte und anderweitig technisierte Züge müssen auch im Halte-Zustand (und bei Langsamfahrt) laufend mit Energie versorgt werden. Das sind sicher keine Beträge im MW-Bereich, aber ein definitives add-on zum regulären Energieaufwand.

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unglaublich_ungläubig 11.10.2017, 13:39
41. Quatsch

Im Forum wurde wieder einmal behauptet, ein ICE verbrauche so viel Strom wie eine Kleinstadt. Das ist nicht wahr. Er hat die Anschlussleistung einer Kleinstadt, das ist etwas ganz anderes. Er verbraucht kurz so viel, wenn er beschleunigt, die Stadt tut das aber dauerhaft. 200 PKW tun das übrigens auch, sie verbrauchen aber viel mehr Energie bei der Aufrechterhaltung der hohen Geschwindigkeit. Das Problem ist, dass so ein Zug in Deutschland dauernd halten muss (sonst wäre er ja sinnlos). Aber dank Rückspeisung ist das auch nicht so tragisch.

Generell ist schnelles Reisen energieintensiv, egal mit welchem Verkehrsmittel. Beim Zug kann man wenigstens ökologisch verträglich erzeugte Energie nehmen; dass da noch nachgebessert werden kann ist klar.

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george2013 11.10.2017, 13:44
42. Flieger, Straße, Busverkehr: Da sind die Leute schlechter dran

Was soll diese unsinnige Diskussion? Alle Vor- und Nachteile in Betracht gezogen, hält sich die Bahn doch bestens: Ausreichend Platz zum Homeoffice auf Schienen, wir sitzen entspannt . Und mit Blick auf das baldige Quasimonopol der Lufthansa - mit entsprechender Preisexplosion - wird die Bahn kümftig der Renner sein, in jeder Hinsicht.

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wally76 11.10.2017, 13:48
43. Kein Vertrauen mehr bei Zeitknappheit

Ich fahre total gerne und mit Vorliebe Bahn. Wenn ich absehbar Zeitdruck habe, aber auf gar keinen Fall mehr. Beispiel: ich komme nächstens früh morgens in Frankfurt mit dem Flugzeug an und muss zwingend kurz vor Mittag in ca. 300 km Entfernung einen Termin wahrnehmen. Normalerweise mit dem Zug kein Problem, selbst wenn der Flug 2 Stunden Verspätung hätte. Mache ich aber nicht, weil das gefühlte Risiko mit der Bahn inzwischen zu hoch ist. Statt dessen nehme ich einen Anschlussflug (2h Aufenthalt) in Frankfurt und dann vom Zielflughafen das Auto. Hab ich zwar keine Lust drauf, klappt aber erfahrungsgemäß.

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nils1966 11.10.2017, 13:48
44. Übergänge stärken

Wie hier schon angemerkt, sind es oft ambitionierte Übergangszeiten.
Insofern ist die Bahn eine Schönwetter-Ideal-Bahn, wo immer alles gut läuft.
Ein Zugstrecke, die oft 400-600 km, ist aber eine reale Angelegenheit an 365 Tagen in vier Jahreszeiten. Und auch anfällig für alle denkbaren externen Irreguläritäten auf die die Bahn keinen Einfluß hat.
Insbesondere an Knotenpunkten sind längere Übergangszeitfenster das Mittel der Wahl.
Leider findet man bei der Bahn AG die leidige Angewohnheit, das statt für schnellere (und zudem belastbarere) Strecken massig Milliarden in Bahnhofsneubauten gesteckt werden, von denen man sich 4-5 Minuten Fahrzeitgewinne verspricht, weil man die Züge kürzer halten lassen kann (d.h. noch engere Übergangszeiten).

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KingTut 11.10.2017, 13:49
45. Pauschal

Zitat von watch15
[Höheres Tempo = höheres Risiko ] Einfach den Fahrplan um ein paar Minuten anpassen und schon ist die Pünktlichkeit hergestellt. Die Bahn muss m.E. bezüglich Reisezeit nicht mit Airlines konkurrieren ... wen stört es denn, ob eine Fahrt von Hamburg nach Berlin 5 oder 10 Minuten länger dauert.
So pauschal kann man das nicht sagen. Wenn auf einer Strecke, die für 300 km ausgelegt ist, nur 200 km gefahren wird, weil man sonst zu früh am Zielort ist, dann spielt es keine Rolle wenn die Geschwindigkeit z.B. auf 250 km erhöht würde, um die Vorgaben der Bahn, nötigenfalls früher als geplant am Zielort anzukommen, zu erfüllen. Außerdem dürfte es einen Reisenden, der wegen 5 oder 10 Min. Verspätung seinen Anschlusszug verpasst, durchaus stören.

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freigeist99 11.10.2017, 13:56
46. Bahn-Trassen

Wie wäre es mit schnelleren Trassen. Die Züge könnten wesentlich schneller fahren, wenn die Trassen dafür geeignet wären. Da empfiehlt sich ein Blick nach Frankreich. Aber hierzulande wird natürlich lieber in Autobahnen investiert. Das haben wir den CSU-Lichtgestalten Ramsauer und Dobrindt samt den Lobbyisten der Autoindustrie (Wissmann etc.) zu verdanken.

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karldhammer 11.10.2017, 14:05
47. So wie es in Deutschland

xMillionen Fußballbundestrainer gibt, so gibt es anscheinend auch ebenso viele Bahnexperten, die hier ihre mehr oder weniger qualifizierten Kommentare schreiben. Vielleicht sollten sich diese Experten erst einmal über den Betriebsablauf der Eisenbahn schlau machen. Nein, nicht über den, der Modelleisenbahn zu Hause im Keller, sondern über den in der Realität.
Als pensionierter Eisenbahner, nach über 40 Jahren im Betriebsdienst, glaube ich, mir diesen Kommentar erlauben zu dürfen.
Die Schweizer Verhältnisse lassen sich sich auch nicht unbedingt auf Deutschland übertragen, so schön wie das wäre.

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freigeist99 11.10.2017, 14:07
48. Bahn-Trassen

Wie wäre es mit schnelleren Trassen. Die Züge könnten wesentlich schneller fahren, wenn die Trassen dafür geeignet wären. Da empfiehlt sich ein Blick nach Frankreich. Aber hierzulande wird natürlich lieber in Autobahnen investiert. Das haben wir den CSU-Lichtgestalten Ramsauer und Dobrindt samt den Lobbyisten der Autoindustrie (Wissmann etc.) zu verdanken.

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nils1966 11.10.2017, 14:19
49. Vorschriften Tempolimits

Leider scheint ein Mißverständnis hier um sich zu greifen:
"Schneller" bedeutet natürlich nicht, mehr Tempo als jeweils vorgeschrieben!
Die im Artikel beschrieben Möglichkeiten halten sich in technisch veranlassten Grenzen
Die Vmax für Eisenbahnstrecken ist grundsätzlich vorgegeben.
Normale Strecken mit Signalbetrieb und 1000m Vorsignalanstand ermöglichen max. 160 km/h.
LZB emöglicht alles über 160 km/h mit elektronischem Bremswegabstand von 5000m auf den NBS.
Auf den normalen Strecken regeln Signalschilder (i.d.R. mit elektrisch überwachter Rückmeldung) die Geschwindigkeit. Gemäß DV301 (und auch DS301) gilt: Das Schild "Lf6" zeigt eine Veränderung (nach oben und unten) der Vmax an, das Schild "Lf7" der Punkt an dem die Geschwindigkeit erreicht sein soll.
Insofern sind die Strecken schon ausreichen bezeichnet.

Und zudem:
Das Signal "Zs" (Schild als "K-Tafel" bekannt) gibt es schon bald 120 Jahre: Es besagt dem Lokführer, "Fahrzeit kürzen!"

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