Forum: Reise
Reiseblogger berichten: Mein schlimmstes Urlaubserlebnis
Conni Biesalski /

In Reiseblogs bekommen Leser meist euphorische Berichte über spektakuläre Ziele präsentiert. Hier erzählen die Macher einmal von ihren Pannen - von verpassten Flügen und Fettnäpfchen, von Drogenkontrollen und Überfällen.

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MatthiasPetersbach 31.08.2015, 19:30
30.

Zitat von jambon1
….Grenzwertig finde ich die aufdringliche, aggressive, an Bettelei grenzenden Verkaufstaktiken in vielen Drittweltländern. Dafür gibt es Gründe, die in UNSEREM Auftreten und Verhalten liegen…..
Ich bin geneigt, das als eine Mär zu bezeichnen.

Außer Sie meinen, daß unser Verhalten beinhaltet, irgendwann ungeduldig zu werden und überhöhte Preise zu bezahlen. Das ist sicher wahr.

Natürlich ist es - aus ner gewissen Sichtweise- verständlich, wenn jemand durch reine Klebrigkeit mit seiner Melone 10mal mehr Geld verdient, als sie wert ist und es trifft ja auch dann eher Leute, die das Geld dringend brauchen.

Man könnte aber auch in der Tatsache, daß hier Touristen in ihnen kulturell unbekanntem Gebiet rumstolpern und Feilschen nicht unbedingt zur Gepflogenheit der jeweiligen Heimat gehört, mit dem Verlangen von sich einigermaßen an der Realität orientierenden fairen Preisen antworten.

WENN man ein wenig Respekt und Stolz hätte.

Kein deutscher Andenkenhändler verkauft reichen Chinesen seine Neuschwansteintasse doppelt so teuer wie den Einheimischen. Und kein anständiger Handwerker verlangt heute das und morgen das. Sondern das, was die Leistung wert ist.

Da prallen einfach Wertesysteme aufeinander, von denen mir unseres als respektvoller und freundlicher vorkommt. Und nicht wegen des gesparten Geldes.

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herr minister 31.08.2015, 20:29
31. Unfall

In Thailand auf einsamer Strasse mit Moped gestürzt. Niemand anderes beteiligt, keine Erinnerung an Hergang, bis heute unerklärlich. Wirbelsäule OP im örtlichen Hospital. Gerade so am Rollstuhl vorbei geschrappt, leide aber immer noch massiv an den Folgen des Unfalls.
Weit gereist und nie ist etwas passiert, irgendwann hat man eben Pech, so ist das Leben. Kann einem aber genauso hier im Schrebergarten passieren.
Nur komme mir niemand mit einem verpassten Flug als Negativ highlight. Was für Lutscher in dieser smartphone Generation, die sich aber noch ganz wichtig Reiseblogger nennen und schon Angstzustände bekommen, wenn das Hotel kein Wlan hat.

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Antalyaner 31.08.2015, 21:26
32. Entsetzliche Erlebnisse

Beim Lesen der Bloggerberichte kann einem ja Angst und Bange werden, so schrecklich sind die Erlebnisse. Ich möchte nicht wissen, was für Qualen man durchmachen muss, wenn man fast einen Flug verpasst haette, weil man zu sehr mit dem Smartphone beschäftigt ist. Einmal habe ich im Berliner Adlon übernachtet und aus Versehen statt Zahnpasta Rasiercreme auf meine Zahnbürste getan. DAS war vielleicht ein Graus. Erst mit Hilfe langjähriger psychologischer Unterstützung, mentalem Training und Tantraübungen habe ich dieses schreckliche Trauma überwinden können.

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Stäffelesrutscher 31.08.2015, 21:44
33.

Darf ich fragen, warum SPON das, was die Reiseblogger machen, als »Urlaub« bezeichnet? Das ist doch Broterwerb, es sind also Journalisten im Reportageeinsatz!
Allerdings klingt so manches nicht nach Profi ...

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wincel 31.08.2015, 22:57
34.

Gottseidank noch nichts wirklich Schlimmes passiert, nur mal unbequeme Sachen. Z.B. in Tanzania das Gepaeck eines Mitreisenden nicht da, wurde unauffindbar in Amsterdam fehlgeleitet. Dummerweise waren wir auf einer Entwicklungshilfreise und mussten ins tiefste Hinterland, wo es keinen Strom gab, kein Wasser etc, teilweise im Zelt uebernachtet ... der Aermste bekam allen Ernstes von den armen, teilweise mangelernaehrten Einheimischen ein paar Hosen und 3 T-Shirts geborgt und fror erbaermlich nachts wenn wir nicht in einer Huette naechtigten, weil er ja keinen Schlafsack hatte.
Auf dem Rueckflug landete die Maschine ploetzlich kurz nach Abflug wieder - Durchsage, dass wir nun in Kenia waeren, die Tankanlage in Arusha haette nicht funktioniert und wir muessten jetzt hier tanken in Nairobi. Es solle bitte niemand das Flugzeug verlassen. Auf dem Hinflug hatten sie das Flugzeug ausgetauscht, wegen eines Turbinendefekts und wir sind Nachts auf einer kaum beleuchteten Piste in Daressalam gelandet, ueberall Militaerfahrzeuge ...
Auch schoen war, als wir in Mpwapwa im Kirchen-Gaestehaus ankamen und einen Karton mit Wasserflaschen (Trinkwasser) besorgt hatten, dass unsere Gruppe in meinem kleinen Zimmer deponierte. Ich mach die Kiste auf - und sprang nur mit einem lauten Ausruf erschrocken zurueck. Waehrend Unmengen Kakerlaken aus der Kisten rasten. Eine der Flaschen hatte einen kleinen Riss ...
Wir haben gut zwei Stunden gebraucht, die ganzen Kakerlaken zu erwischen. Gottseidank war mein Bett mit Moskitonetz vorher "versiegelt" worden.

Oder vor Jahren in Bangkok angekommen und der Fahrer war nicht da, der uns zum Hotel bringen sollte (war eine private, gefuehrte Reise). Niemand sprach English. Es hat ewig gedauert, bis ich es schaffte, einen Flughafenmitarbeiter das Problem zu erklaeren, der dann jemandem von dem Thai Buero ans Telefon bekam und die Information weitervermittelte. Nach gut 1.5 Stunden tauchte dann der Fahrer auf.

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wennderbenzbremst... 31.08.2015, 23:09
35. Kleine Wehwehchen

Schön zu lesen, dass solche Missgeschicke von "Reisebloggern" das Zeug zum echten Abenteuerbericht haben.
Ich durfte im Mai ganz andere Dinge erleben, leider weniger schön aber durchaus erhellend. Serbien, Bulgarien, Türkei, Aserbaidschan und Iran... alles tolle Länder und nie Probleme gehabt. Selbst zwischen Van und Gaziantep, keine 20km von Aleppo entfernt alles sicher und viele freundliche Menschen. Aber bei der Einreise nach Griechenland (EU, fast schon wieder daheim)... Verhaftet wegen illegalem Waffenbesitz und Waffenschmuggel (Signalpistole im Auto, in D legal, in Griechenland vor dem Gesetz das Gleiche wie eine AK47). 3 Tage Knast in Alexandropoulis. In der Spitze 9 Mann auf ca 15m², darunter Flüchtlinge, Junkies und Is-Terroristen. EU-Standards Fehlanzeige, nicht einmal Basics eines Rechtsstaates vorhanden. Von den hygienischen Bedingungen mal abgesehen, so etwas erwartet man vielleicht in Bogota oder Nouakchott, aber doch nicht in Europa.

Gelernte Lektionen:
Griechenland ist näher an Afrika als an Europa
Mit Geld ist man fein raus (Telefonkarten, Kiosk etc.)
Ein guter Anwalt ist Gold wert.
Resultat vor Gericht: Freigesprochen in allen Punkten, 500€ für den Anwalt gezahlt und der griechische Staat durfte mir kostenlos 3 Tage Kost und Logis stellen.

Ach so, in Zukunft Griechenland als "failed State" betrachten und von der eigenen Landkarte streichen :P
Das sind Reiseerlebnisse, die

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Paul Panda 31.08.2015, 23:14
36. kulinarisches Desaster

Mein schlimmstes Reiseerlebnis in diesem Jahr ereignete sich vor etwa einer Woche, als ich in einem griechischen Restaurant in einem deutschen Urlaubsgebiet diese unaussprechlichen, gefüllten Weinblätter bestellte, die mir, wovon ich ausging, mit etwas Knoblauch, Zitrone, Tzaziki und ein paar Pepperoni-Schoten serviert werden würden. Diese Vorspeise war mir von einem Urlaub in Zypern noch in angenehmer Erinnerung. Meine Überrasching war groß, als mir eine Schüssel gereicht wurde, die randvoll mit einer gelben Soße gefüllt war, aus der die Gipfel der gewünschten Speise ein paar Millimeter herausragten. Bei der Soße handelte es sich um ein nach künstlichen Aromastoffen schmeckendes Gebräu, das mir schon beim ersten Probieren den Magen umdrehte und das normalerweise wohl dazu gedacht war, Spargel den geschmacklichen Todesstoß zu versetzen. Ich ärgere mich noch jetzt über meine Feigheit, dass ich diese "Krönung" der griechischen Küche nicht habe zurückgehen lassen. Nein, ich habe die aufgeweichten Weinblätter samt Inhalt von der Soße befreit, tapfer aufgegessen und die üble, gelbe Brühe in der Schüssel zurückgelassen. Um den schrecklichen Geschmack wieder aus meinem Mund zu bekommen, musste ich gleich zwei Uso hinterher kippen.

Als ich beim Bezahlen der Rechung dann doch wagte, mein Mißfallen zu äußern, entgegnete die Bedienung, dass die deutschen Gäste es nun mal so mögen und man sich danach richte - sie sich aber freue, endlich einem Gast zu begegnen, der das nicht so sieht und lieber das Originalrezept genossen hätte. Ein Preisnachlass als kleine Entschädigung wurde mir nicht gewährt. Da gehe ich in Zukunft lieber wieder zum Italiener. Da weiß ich mittlerweile, dass ich beim Bestellen immer "Bandnudeln statt Fritten" sagen muss.

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willibaldus 01.09.2015, 01:00
37. Ist mir auch schon passiert.

Zitat von jiggy_siggi
Dass Frau Biesalski am richtigen Gate saß und dennoch den Flug verpasst hat, kann ich mir nur schwer vorstellen, zumal es sich nach eigenen Angaben ja um einen Anschlussflug gehandelt hat. Das Gepäck wird hier durchgecheckt. Zudem müsste sie auf der Passagierliste auftauchen. Es ist ......
Reisen nur mit Handgepäck, Boarding um ein Stunde vertan. Die Durchsagen überhöre ich immer. Muss wohl der 3. Aufruf gewesen sein. Ich habe selber nochmal die Papiere und Uhrzeit verglichen und bin dann zur Kontrolle gespurtet und habe einen sehr bösen Blick geerntet.

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willibaldus 01.09.2015, 01:22
38. Ich habe einige Jahre in Nordafrika gearbeitet.

In den ersten Jahren war die Maschine für den Inlandsflug eine spanische CASA mit 18 Sitzen. Keine Druckkabine, etwa 4 Stunden für 1200km. Mal kalt mal heiss. Mal Gewitter über der Hauptstadt mit Achterbahnfliegen. Wer nicht angeschnallt war, hob ab.
Sandsturm, so dass die Landebahn nicht zu sehen war und ein Ausweichflughafen angeflogen wurde.
Auf der Landebahn die Heckklappe aufgegangen, so dass einige Koffer rausfielen und über die Landebahn purzelten. Die Bremse vom Frontrad hatte sich mal zerlegt, die Bremsklötze sind rausgefallen und Hydrauliköl auf der Rollbahn. Flieger startete nicht, unser KFZler hat ausgeholfen.
Bin mit dem Auto durch einen Checkpoint gefahren und wurde angehalten. Mein Englisch war leidlich, seins nicht vorhanden, so wie mein Arabisch auch nicht. Er kassiert alle meine Papiere ein und verschwindet in seinem Kabuff, kommt wieder, steigt ein und bedeutet mir: fahr.
Er lotst mich in die nächste Ortschaft, steigt aus, kommt mit Ghettoblaster wieder raus und es geht zurück. Ich bekomme meine Papiere zurück und einige "Shukran Sadiik" was auf deutsch dann "Danke Freund" heisst. Ein bischen mulmig war mir schon.
Das peinlichste war, dass ich auf dem Hauptstadtflughafen ankam und mir erstmal eine Zigarette ins Gesicht steckte. Auf einmal bemerkte ich unangenehm viele ärgerliche Blicke, bis es mir wie Schuppen aus den Haaren fiel: Es war Ramadan. Au Weia.

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td007 01.09.2015, 02:11
39. 2 Flughäfen in Teneriffa

kam mit meiner tochter in Süd an und fuhr am letzten tag zurück an Nord vorbei, dachte noch wie bequem es wäre wenn wir jetzt von Nord abfliegen könnten. Meine Tochter hatte am nächsten tag schule. In Süd dann gemerkt, dass unser Flug nicht gelistet war, im ticket den hinweis auf rückflug in Nord gelesen. Schnell mit dem Taxi zurück, aber leider eine Stunde nach abflug. trotzdem verschwitzt gefragt und die dame am schalter meint ach Sie haben noch viel Zeit, wir haben Verspätung

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