Forum: Reise
Roadtrip durch Westafrika: Zwei Menschen, zwei Jahre - ein Traum?
Lena Wendt/Ulrich Stirnat

Aus geplanten sechs Monaten wurden zwei Jahre: Lena Wendt und Ulli Stirnat aus Hamburg fuhren mit ihrem Landrover durch Westafrika. Ihre Erlebnisse zeigen sie bald in einem Film - der auch düstere Dinge nicht ausspart.

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thewestisthebest 27.02.2018, 11:52
20. sehr gute idee

Zitat von thold
Wer mit Lonely Planet durch Afrika fahren muss, hat es nicht verstanden und wird es nicht verstehen. Ansonsten: gähn... Warum muss jeder für irgendetwas, was er macht, unbedingt immer mediale Aufmerksamkeit auf sich ziehen? So besonders ist dieser Trip nicht. Habe ihn selbst schon öfters gemacht (und ich bin bei weitem nicht der einzige), musste das aber bislang nicht in aller Öffentlichkeit kundtun.
tja, dann haben sie auch nichts damit verdient.

ich finde die idee super seine reise zu dokumentieren und in der heimat damit geld zu machen, besser einen dia-projektor anschmeissen als das sozialamt zu bemühen.

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doc_becker 27.02.2018, 12:09
21. Schöne Geschichte

Toll, wenn sich jemand so etwas traut und darüber differenziert berichtet. Umso schlimmer einige Kommentare hier. Niemand wird gezwungen, sich den Bericht durchzulesen, den Film anzuschauen oder Geld zu geben. Herumnörgeln geht aber immer, ob es jetzt der lonely planet oder die fehlende Grenze ist. Willkommen daheim.

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jamblichos 27.02.2018, 12:37
22.

Schade, dass bei vielen aktuellen Reisefilmen Land und Leute nur Deko sind. Die Paarkonflikte der beiden hätten sich auch bei einer mehrwöchigen Wanderung durch norddeutsche Moorlandschaften offenbart.
Ich habe selbst in Westafrika gelebt, gereist und gearbeitet und war Anfang 20 damals. Ohne finanzielles Polster. Ohne Jeep. Aber mit offenen Augen und offenem Herzen und habe dort Freundschaften geknüpft, die bis heute anhalten. Kulturelle Unterschiede? Kulturelle habe ich in Europa auch jeden Tag. Jeder Mensch ist anders und einige afrikanische Freunde sind mir ähnlicher als deutsche Bekannte.
Ich freue mich darauf, wenn mal wieder ein Film gehypt wird, der auch im Selfie Zeitalter mehr über die bereisten Länder und Erfahrungen als über die oberflächlichen pseudo-philöosophischen Introspektionen der Reisenden berichtet.

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s_v_l 27.02.2018, 12:54
23. Mutig!

Meinen Respekt für die beiden, die sich in dieses Abenteuer gestürzt haben und auch heil wieder daheim sind.
Insbesondere eine Fahrt durch islamistische und politisch instabile Sahara-Staaten zeugt von Mut - nicht umsonst hat z.B. die Dakar-Rallye den Kontinent Afrika verlassen. Und es gibt aus Sicherheitsbedenken immer weniger Sahara- und Westafrika-Reisende, obwohl es diese Region und die Menschen dort so sehr verdient hätten. Ein wenig mehr Tourismus wäre vorteilhaft in der Sahara und in Westafrika, dann gäbe es weniger Not und Armut, und weniger Flüchtlingsursachen. Bin sehr auf den Film gespannt!

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ericus 27.02.2018, 13:30
24. Ein wenig Klischee schwingt mit...

So eine Reise zu machen ist sicher eine Wucht. Aber das Paar ist eines von vielen. Who cares? Und es wirkt ein wenig inszeniert: Gutaussehendes Akademikerpärchen aus Eimsbütteler Altbau, surfend und snowboardend, bricht mit dem Landrover aus dem urbanen Alltag aus, das Macbook und eine gute Kamera stets dabei, und macht die Afrikareise ihres Lebens. Danach geht's wieder in den Eimsbütteler Altbau. Soweit so gut. Für mich bleibt die Frage: Burnout im Job, den Strapazen der Afrikareise mit allen fiesen Krankheiten und Malheurs aber gut gewachsen? Ich weiß nicht...

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Bolligru 27.02.2018, 13:35
25. Sieht so aus...

als wäre permanent die Filmkamera mitgelaufen - dieser Film ist offenbar kein Zufallsprodukt, sondern geplant, mit professionellem Equipment und professionellem Know-how.

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sonicdan 27.02.2018, 14:47
26. Generation facebook entdeckt Afrika

Burnout, Beziehungskrise, raus aus dem Berufsalltag? "Reisen" als Lebensinhalt? Schön und gut. Komisch aber : Lenas Herz "schlägt für Afrika", die Kultur der Afrikaner ist aber "zu verschieden"?? Wurden da etwa verklärende, über-idealisierte Vorstellungen des Afrikaners als "bon sauvage" (JJ Rousseau) zerstört? Schlimmer noch : die eigenen Leistungen (überwinden der Lebensbedingungen und Krankheiten, die gesurften Wellen) werden nach bester Generation-fb-Manier zur Schau gestellt. Der Afrikaner ist wieder mal nur Mittel zum Zweck, ein Garant für eine exotisierende Kulisse vor der Ego zum Bezwinger des "Wilden" hochstilisiert wird. Narziss gibt sich heute "alternativ" und mediengewandt, bleibt aber ein Kolonialist der alten Schule.

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marged 27.02.2018, 15:14
27.

Zitat von champagnero
Klassisches Mimimi. Die Karte ist insofern richtig, als die Gebiete, die von der Polisario kontrolliert werden extra dargestellt werden. Da SADR aber kein eigenes Land ist, gibt es dort allerdings keine Staatsgrenze. Wie SIE diesen Konflikt sehen, ist in diesem Fall unerheblich, maßgeblich dürfte die Auslegung der UN sein.
...und die UNO spricht von Annexion und verlangt, als Kompromissvorschlag eine Volksabstimmung. Hier eine Karte ohne die Grenze zwischen Marokko und West-Sahara zu zeigen finde ich sehr zweifelhaft. Noch Ende der 90er wurden wir (3 Studenten auf Rucksacktour) vom Militär aus dem Bus gezerrt als wir uns dieser Grenze nur auf ca 30 kilometer näherten und hatten das Land binnen 48 Stunden zu verlassen. Insofern denke ich, die Reise hatte ihre Vorbereitungszeit sowie ihre einflussreichen Helfer. Marokko ist eine befreundete (Folter) Monarchie und strategisch klar wichtiger als Selbstbestimmungs- oder Völkerrechte. Die Vermarktung einer Reise ist selbstverständlich legitim nur sollte es man dann auch so kennzeichnen und nicht als spontanen "Selbstfindungstripp".

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metastabil 27.02.2018, 15:21
28.

Zitat von Hamberliner
Nach Auslegung der UN ist die Westsahara eine nicht ordnunsgemäß entkolonialisierte ehemalige Kolonie und keinesfalls ein Teil Marokkos. Sonst hätte die MINURSO ja auch keine Rechtsgrundlage ihre Beobachter in UN-Fahrzeugen da herumfahren zu lassen. Deine Meinung, es gäbe keine Staatsgrenze zwischen der Westsahara und Marokko ist insofern völkerrechtlich irrelevant, auch wenn die Besatzer sich allergrößte Mühe gegeben haben, selbst den kleinsten Steinkrümel der früheren Grenzabfertigungsanlage bei Tah zu beseitigen und stattdessen anderswo lauter Kontrollposten (mit Nagelbrett am Bindfaden) betreiben. Eine Übersicht über die Staaten, in denen die SADR mit einer Botschaft vertreten ist, befindet sich hier.
Nein, den Standpunkt haben die Vereinten Nationen nicht ganz.
Die Vereinten Nationen haben in der Frage der völkerrechtlichen Zugehörigkeit des Territoriums Westsahara einen neutralen Standpunkt: weder wird die Zugehörigkeit des Territoriums zu Marokko bejaht, noch wird sie verneint. Seit einem Gutachten des Internationalen Gerichtshofs von 1975 bestehen die Vereinten Nationen nämlich auf der Abhaltung eines Referendums unter dem saharauischen Volk, im dem es über seine Zukunft entscheiden soll.
Bis dahin werden keine Ansprüche auf das Territorium anerkannt. Auch nicht die der RASD.
Was nun die von ihnen monierte Karte betrifft: Spiegel Online zeichnet die Karten ja nicht selbst, sondern bezieht sie vom externen Dienstleister Mapbox. Die Karten zeigen also größtenteils das an, was Mapbox an Kartengrundmaterial zur Verfügung stellt. Mapbox selbst gibt an, das Material würde auf OpenStreetMap basieren. Das kann durchaus auch hinkommen, nur handelt es sich dabei vermutlich um eine etwas ältere Spiegelung des Kartenmaterials: mir sind nämlich schon auf anderen Mapbox-Karten diverse Probleme aufgefallen, die auf der OSM-Karte schon seit Wochen und Monaten geflickt sind. Das betrifft übrigens auch die Grenze zwischen den durch Marokko und die RASD kontrollierten Gebieten: die wird erst seit August 2016 durch als Staatsgrenze kartiert.
Aber im Endeffekt ist das doch auch völlig egal. Die Karte soll die Reiseroute von Frau Wendt und Herrn Stirnat visualisieren, und nicht die politischen Verhältnisse in Nordwestafrika. Für die Zwecke des Artikels ist völlig irrelevant, ob nun die de-jure-Grenze des umstrittenen Territoriums Westsahara oder die de-facto-Grenze zwischen den Kontrollgebieten von Marokko und der RASD eingezeichnet sind. Praktisch kein Mensch wird die Rechtmäßigkeit von Gebietsansprüchen auf einer Spiegel-Online-Karte basierend entscheiden.

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furanku 27.02.2018, 15:37
29.

Irgendwie habe ich bei solchen "Selbsterfahrungsfilmen" immer das Gefühl, dass mir da jemand stolz seine getragenen Socken unter die Nase hält. Auch die Phrasen und Klischeebilder aus dem Trailer meine ich schon hundert mal gesehen zu haben. Was soll's, muss ich mir ja nicht angucken!

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