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Schnellzug-Vision: In 2,5 Stunden von Berlin nach München
DPA

Gäbe es in Deutschland schnelle Bahntrassen wie in Frankreich, wären Inlandsflüge überflüssig. Doch ein solches Netz wird es wohl nie geben - das Verkehrsministerium und die Bahn haben andere Prioritäten.

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swarf 15.04.2019, 18:35
100. Recklinghausen - München 960,00 EUR

2 Erwachsene, Kind 16, Hin und Rückfahrt, 2. Klasse, ohne Sitzplatz !!!!
Das ist zum Auto nicht konkurrenzfähig. So lange das so bleibt, wird sich am Autoverkehr nichts ändern.

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totó 15.04.2019, 18:46
101. Überflüssig Diskussion

Ich freue mich ja schon, wenn die Bahnen pünktlich sind. Sitze gerade in einer und ich höre nur Verspätungen. Stabiles und funktionierendes WLAN - Fehlanzeige. Die Bahnen müssen nicht schneller werden, sie müssen zuverlässiger werden.

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rolf.scheid.bonn 15.04.2019, 18:51
102. Es ist vielleicht 15 Jahre her, ...

... da wurde im Spiegel gegen den überflüssigen Aufwand der Bahn für Schnellstrecken argumentiert und es stand zu lesen, 180 kmh seien doch ausreichend. Na sowas...

Bei allem berechtigten Bahn-Bashing bitte ich einen entscheidenden Unterschied jedoch nicht zu unterschlagen. Wer beispielsweise von Lyon nach Lille fährt, muss in der Regel in Paris umsteigen und von Bahnhof zu Bahnhof die Metro nehmen. Da ist der Zugewinn schnell wieder dahin. Deswegen beneiden und Franzosen, Briten und Russen um unseren zentralen Bahnhof in der Hauptstadt. Der ist nämlich, bis auf das von Mehdorn gekürzte Dach, eine tolle Konstruktion. Er spart mehr Zeit beim Umstieg als manche Schnellstrecke. Von so einem Zentralbahnhof träumt man in anderen Metropolen allenfalls.

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cutipay 15.04.2019, 18:57
103. Aber, aber

wie sind doch eine Nation der freien Autofahrer. Denkt jemand auch mal an die Arbeitsplätze!
Rumwurschteln bis es nicht mehr geht und dann — großes?

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georg.w.diehl 15.04.2019, 19:06
104. Schienennetz für Güterverkehr

Wir brauchen ein separates Schienennetz nur für den Güterverkehr. Da können die Züge dann mit 50-80km/h 24/24 std. kreisen und die Güter lokal verteilt werden. Entweder ebenfalls auf Schiene (früher hatte jeder größere Betrieb einen Schienenanschluss) oder per LKW. Die Güter müssten in Schiffscontainern o.ä. genormten Behältnissen transportiert werden Verschiebestationen, die das Umladen von Schiene auf LKW und umgekehrt in Minutenschnelle erledigen, hat man schon vor 15 Jahren erfunden. Folgen: 1. Deutliche Entlastung der BAB und Bundesstraßen (den 3-spurigen Ausbau der Autobahnen kann man sich sparen und das Geld in besagtes Schienennetz investieren, da, sobald 3-spurig, die eine Hälfte der LKW ausschert und die andere Hälfte mit 2 km/h mehr überholt, für den Individualverkehr bleibt wieder nur eine Spur), 2. schnellere und pünktlichere Züge, 3. ERHEBLICHER Zugewinn an Lebensqualität für uns alle (jetzt: endlose Staus -Schwerverkehr soll sich bis 2050 nochmals verdoppeln-, nerviger Zugverkehr -langsam, unpünktlich, unzuverlässig-, Schadstoffbelastung -Abgase, Feinstaub, Reifenabrieb usw.-). Um der Bedenkenträgerfraktion zuvorzukommen, Beispiel Schweiz, Gotthardtunnel: Die Schweizer hatten vor ein paar Jahren beschlossen: kein Schwerverkehr mehr durch den Autotunnel, alles auf die Schiene. Großes Geheule, geht nicht, unmöglich, zu teuer, zu groß, Verspätungen, Arbeitsplätze, Wirtschaftseinbruch, Untergang des Abendlands (wie immer)…bla..bla… Die Schweizer haben es trotzdem gemacht und was ist dabei rausgekommen? Tunnel schneller und billiger gebaut als geplant, LKW auf Schiene, funktioniert reibungslos. Soviel zum Thema ‚geht nicht‘. Die haben es uns mächtig besorgt, die Schweizer (denke auch an BER, da hat es ja auch die Türkei geschafft). Vor längerer Zeit hätten wir sowas auch noch hinbekommen. Ergo: die Frage ist nicht, ob das geht, sondern ob man will, das es geht. Das Konzept, unseren Konsum im 3. Jahrtausend in Fahrzeugen mit Verbrennungsmotoren durch die Landschaft zu karren, ist aus ökologischen und sozialen Gesichtspunkten unserer nicht würdig. Wir sollten uns wehren.

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mullertomas989 15.04.2019, 19:17
105. @100: Recklinghausen - München??

Mitnichten 960€. Wann wollen Sie denn fahren? Nehmen Sie den Sparpreisfinder der Bahn, dann gibt es günstige Angebote für 3 Personen zu akzeptablen Zeiten:
Morgen, 16.04. - 23.04: 351, 60€ H/R
Oder Samstag, 20.04. - 27.04.: 251,60€ H/R. Wenn Sie mehr Vorlauf haben (oder nachts fahren), gehts auch teilweise noch etwas günstiger. Gute Fahrt!

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mullertomas989 15.04.2019, 19:25
106. @heineken 1 Nr. 94

Der Artikel war nicht dumm, ganz im Gegenteil! Er beschreibt eine schlaue Vision, wie Deutschland sie schon in den 80er Jahren gebraucht hätte! Die Topografie ist übrigens nicht das Problem, denn besonders für Trassen durch Mittelgebirge (samt vieler Tunnel und Brücken) gibt es hierzulande große staatliche Fördermittel - warum auch immer. Und die Steigung ist auch kein Problem, wenn Sie sich einmal über die Schnellfahrstrecke Köln - Frankfurt schlau machen. Diese ist .... SEHR steil! :)

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Robert_Rostock 15.04.2019, 19:38
107.

Zitat von brooklyner
Ja, und wenn man wirklich auf der Höhe der Zeit wäre, würde man pro Tag ein paar Sprinter einsetzen, die nicht in jedem Kaff halten. Im Übrigen erinnere ich mich noch sehr gut daran, wie Ende der 80er und Anfang der 90er überall in Westdeutschland neue Trassen für den ICE mit vielen Tunneln und Brücken gebaut wurden, damit der ICE keine Zeit durch ewige Berg- und Talfahrt bewältigen muss. Sah man, wenn man von Stuttgart nach Speyer fuhr oder von München zum Zonenübergang Hirschberg. Dass die Trottel dann später den Güterzügen erlaubten, auch auf diesen Strecken zu fahren, ist wieder Mal typisch deutsche Kompromisskacke, sprich erzwungenes Mittelmass. Dass die ICEs heute für die gleiche Strecke genau so lange brauchen, wie die Schnelldampflocks 1940, ist schon erbärmlich.
Zitat: *erinnere ich mich noch sehr gut daran, wie Ende der 80er und Anfang der 90er überall in Westdeutschland neue Trassen für den ICE mit vielen Tunneln und Brücken gebaut wurden, damit der ICE keine Zeit durch ewige Berg- und Talfahrt bewältigen muss. Sah man, wenn man von Stuttgart nach Speyer fuhr oder von München zum Zonenübergang Hirschberg. Dass die Trottel dann später den Güterzügen erlaubten, auch auf diesen Strecken zu fahren, ist wieder Mal typisch deutsche Kompromisskacke,*

Oh je. Die beiden ICE-Neubaustrecken aus den 80ern (Hannover-Würzburg und Stuttgart-Mannheim) waren von Anfang an auch für Güterzüge, also gemischten Verkehr vorgesehen. Ansonsten wären längst nicht so viele Brücken und Tunnel notwendig gewesen. Denn ein (vergleichsweise leichter) ICE kann im Gegensatz zu den schweren Güterzügen durchaus Steigungen verkraften, braucht aber wegen der hohen Geschwindigkeit große Kurvenradien. Ein Güterzug kann demgegenüber durch engere Kurven fahren, weil er langsamer ist.
Also: Güterzugstrecke möglichst flach, aber enge Kurven, ICE-Strecke möglichst gerade, aber große Steigungen. Kann man beides halbwegs ans Gelände anpassen, entweder in Tälern um die Hügel herumschlängeln oder geradeaus oben über die Hügel drüber.
Eine gemischte Strecke vereint die Nachteile beider Strecken: Eine gerade, ebene Strecke ohne Rücksicht auf das Gelände, mit Tunnels quer durch den Berg, mit Brücken quer über die Täler.

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TheQuant 15.04.2019, 19:38
108. Ein extrem schlecht durchdachter Artikel

Leider hat der Autor die Kostenseite im Wesentlich nicht berücksichtigt. Etwas Recherche und ein bisschen Nachdenken würden nicht schaden.
1. Hohe Geschwindigkeiten bedeuten auch hohe Energiekosten. Der Luftwiderstand steigt quadratisch mit der Geschwindigkeit.
2. Hochgeschwindigkeitsstrecken sind extrem teuer. Die Neubaustrecke Berlin-München hat mehr als 10 Mrd. EUR gekostet. Selbst bei 4 Mio. Passagieren pro Jahr und einer Abschreibung über 50 Jahre sind das 50 EUR pro Passagier. Dabei sind Wartung und Zinseffekte nicht mal eingerechnet.

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conocedor 15.04.2019, 19:45
109. Mit Frankreich nicht vergleichbar

"Ein separates Netz ausschließlich für Hochgeschwindigkeitszüge vermeidet solche Probleme."

Danke, ich lache immer noch.
Man kann ja vom Verkehrsministerium oder der Bahn halten was man will, aber der tatsächliche Bau eines solchen Netzes würde hierzulande und heutzutage sicherlich nicht primär am Geld oder dem dortigen Wollen scheitern.
Sondern an dem, was Infrastruktur im einstigen Musterland von Technik und Fortschritt als allererstes verhindert:
Dem gemeinen Wut- und Angstbürger, der sich vor Windrädern, Erdkabeln, Stromtrassen, Flughäfen, Autobahnen, Meerestunneln, Kraftwerken, Tagebauen und Funkmasten fürchtet und zwecks Verhinderung selbiger Himmel und Gerichte in Bewegung setzt.

Man gebe nur mal die Stichworte "Bürgerinitiative" und "ICE-Strecke" in die Suchmaschinen ein, dann wüsste Herr Dambeck auch, dass sein Traum vom solitären Hochgeschwindigkeitsnetz auf absehbare Zeit einer bleiben wird. Und das ist nicht die Schuld der Bahn.

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