Forum: Reise
Schnellzug-Vision: In 2,5 Stunden von Berlin nach München
DPA

Gäbe es in Deutschland schnelle Bahntrassen wie in Frankreich, wären Inlandsflüge überflüssig. Doch ein solches Netz wird es wohl nie geben - das Verkehrsministerium und die Bahn haben andere Prioritäten.

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heineken1 16.04.2019, 10:09
160.

Zitat von mullertomas989
Der Artikel war nicht dumm, ganz im Gegenteil! Er beschreibt eine schlaue Vision, wie Deutschland sie schon in den 80er Jahren gebraucht hätte! Die Topografie ist übrigens nicht das Problem, denn besonders für Trassen durch Mittelgebirge (samt vieler Tunnel und Brücken) gibt es hierzulande große staatliche Fördermittel - warum auch immer.
Noch etwas zu Ihrem anderen »Argument«, den »staatlichen Fördermitteln«:
Das was Sie als »Fördermittel« beschreiben, ist die ureigene bundesstaatliche Aufgabe, die notwendige Verkehrsinfrastruktur im Rahmen der Daseinsvorsorge her- und bereitzustellen!
Im Unterschied zum Straßenverkehr gibt es bei Bahnens sowohl bei Bau (Stichwort »Eigenanteil« DB Netz sowie oft genug angezapfte Länder- und Kommunalfinanzen) auch auch Instandhaltung (»LuFV« und die Unart der DB Netz, lieber Ersatzinvestitionen zu provozieren als gute Instandhaltung zu betreiben) allerdings ein schwer durchschaubares Durcheinander.

Von »Fördermitteln« zu schreiben, ist bestenfalls eine Nebelkerze.
Wie »gut« die Bundesmittel fließen, kann man alle paar Jahre am Abgleich von Bundesverkehrswegeplan und real getätigten (Neu)baumaßnahmen feststellen.
Dazu kommt dann noch das schwarze Loch Stuttgart21, welches erhebliche Mittel verschlingt und dessen volkswirtschaftlicher Nutzen alleine schon durch die real viel höheren als bislang politisch immer beworbenen Kosten (»bestgeplantes Projekt aller Zeiten«) unter Wasser gedrückt sein dürfte.

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Desmond 16.04.2019, 10:26
161.

Zitat von Supertramp
man muss die erreichbaren Bevölkerungsanteile betrachten... der Osten Deutschlands ist zu dünn besiedelt. wenn der ICE in Erfurt hält steigt man in der Pampa aus und kommt nicht weiter. da gibt es auch kaum Carsharing.
mal davon abgesehen, dass Erfurt mit 200tsd Einwohner schon eine der größeren Städte in D ist, so sind in der Nähe noch Weimar 65tsd + Touris und Jena 100tsd und Gera 100tsd doch einige Städte die man als Umsteiger von hier erreicht. also keine Pampa, typischer Wessi null Ahnung von Geografie
Ein Umfahrung Erfurts macht keinen Sinn da die züge mit 100 duch den Bahnhof müssen, dann können sie auch halten und wegen ein paar durchgehenden Zügen eine teure Umgehung zu bauen ist nicht sinnvoll.

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ReinhardHasch 16.04.2019, 10:31
162. nicht notwendig

Ich fahre viel mit der Bahn und es gibt auch immer einen Folgezug wenn der Bus oder die Straßenbahn verspätet am Bahnhof ankommt. Da ich eine App auf meinem Smartphone habe bin ich gut informiert und nehme den nächsten Zug.Grundsätzlich plane ich mit reichlich Zeit, stehe auch rechtzeitig in der Frühe auf und bin mit zeitlichen Vorlauf am Bahnhof. Dass die Züge manchmal verspätet kommen verstimmt mich nicht ,da ich ja mit zeitlichen Vorlauf geplant habe.Im Allgemeinen erlebe ich, dass ich meinen Zielort immer in einer akzeptablen Zeit erreiche. Mit dem Auto oder Flugzeug ist das nicht immer so, Staus oder Umleitungen sind dabei nicht selten. Jeder ist schon mal stundenlang im Stau gestanden oder mit dem Flugzeug ganz wo anderst angekommen. Also bin ich mit der Bahn zufrieden, nutze Sparpreise und Angebote, buche rechtzeitig per online und genieße dann die Fahrt durch deutsche Landen.
Was mich aber stört sind "quatsche Zuggäste, Handy-Telefonierer trotz Ruheraum, Computerarbeiter welche den ganzen Tisch für sich in Anspruch nehmen, Futternde welche ihren Abfall nicht beseitigen".
Leider muss man solche "Zeitgenossen" ertragen , doch meist nur für paar Stunden. Die Bahn kann da nichts dafür.
Trotzdem, ich fahre gern mit der Bahn, besonders gern mit ICE UND
ich komme nahezu überall hin, einfach fantastisch.

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Seifert 16.04.2019, 10:39
163.

Ein tolle Idee,die aber noch besser wäre,könnte der Reisende heutzutage pünktlich von Dortmund nach Köln oder von Bielefeld nach Hannover gelangen.

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berndasbrot 16.04.2019, 10:42
164. Auf der Strecke Köln-Bonn

Zitat von heineken1
Physikverweigerunge ist hartnäckig, ich weiß. Rechnen Sie doch einmal selbst! Es sind selbst »mit Schwung« die Steigung hinauf deutlich mehr als 5 hm/h weniger!
.....schwankt die Höchstgeschwindigkeit durch Berg-und Talfahrt so zwischen 260 und 300 km/h - mit Schwung! Wobei die 300er Grenze betriebsbedingt gesetzt ist, sonst wäre der Zug bergab schneller.
Wenn man neu anfahren müsste, wären die 260 km/h bergauf nicht erreichbar.

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bartsuisse 16.04.2019, 10:51
165. Ausreden und Gründe

Deutschland hat keine schwierige Topografie, keine wirklichen Berge ausser dem Alpenrand, keine Alpendurchstiche, keine langen Tunnels und wenig Brücken. Köln-Berlin ist so flach wie der ganze Norden. Es gibt keinen Grund Norddeutschland nicht mit Schnellstrecken auszustatten. Auch der Süden hat keine schwierige Topografie. Dasvwas ihr Mittelgebirge nennt kann man problemlos überwinden oder unterqueren. Deutschland hat in den 80er Jahren schlicht aufs total falsche Konzept gesetzt. Streckenführung mit Mischbetrieb. Erstens viel zu teuer und hirnrissig dazu. Ein paar teure Schnellstrecken und der Rest auf alten Gleisen. Es ist schlicht ein Skandal was die Dzb beispielsweise zwischen Basel und Frankfurt bietet. Ein breites flaches Tal mit einem Service der Schnellzüge auf 80er Jahre Niveau. Dauert ewig und hält viel zu oft. Ehrlicher wäre ganz normale Schnellzüge zu fahren anstatt fake HG Züge auf alte Gleise zu stellen. Auch in Frankreich und Italien fahren HG Züge auf alten Strecken, aber nur auf kurzen Zubtinger. Brest-Rennes, aber dann gehts ab. Das Gleiche in Italien mit der Neuen durchgehenden Strecke Turin-Salerno 930 km (bald bis Bari) 1150 km. 930 km Neubaustrecke mit 300kmh. Das ist länger als ganz Deutschland. Auf diese Strecke kommen Endzubringer von allen Seiten in die grossen Städte und die Züge fahren so auf den Zubringer bis 180kmh und danach eben 300kmh. Dabei wird dann mit einem Tunnelsystem von 70km gerade mal der Appennin unterquert (ein wirkliches Gebirge) und die ganzen mittelitalienischen Hügel die den "Mittelgebirgen" nicht nachstehen. Oder die Stadtunterquerung Bolognas 22 km mit unterirdischem HG Bahnhof. Solche Strecken, durchgehend, Bologna und vieles mehr gibts schlicht in Deutschland NICHT. Es wird ein zerstückeltes, veraltetes Netz befahren mit kurzen Strecken mit falschem Konzept, niedrig frequentiert mit schlechtem Rollmaterial. Dazu alles auch noch unpünktlich. Es stimmt NICHT dass das deutsche Netz überlastet ist. Alle Bahnen (Frankreich, Schweiz, Italien) sind besser ausgelastet. Das Angebot an Fernzügen ist HALB so gross wie in Italien. Insgesamt die ganze Bahn proportional leistet 50% der SBB, was halber Frequenz auf Strecken entspricht. Es reicht Fahrpläne zu lesen. Bei halber Frequenz und Verspätung verdoppeln sich die Zeiten der Verspätungen der Reise. Der Taktfahrplan in Deutschland ist pure Illusion, die DB wird das nie schaffen. Das heisst totale Kontrolle über den Verkehr. Die gibt es nicht in Deutschland. Die Herren müssten zur Nachhilfe in die Schweiz fahren und den HB Zürich studieren mit den meisten Zugsbewegungen Europas. Besser wäre die Frequenz zu erhöhen wie in Italien wo halt alle 8 Min. ein HG Zug von Rom nach Mailand fährt in Stosszeiten. Aber das geht auf dem deutschen Mischnetz nur dann wenn das Netz unter totaler Kontrolle steht, damit beidseitig gefahren und überholt werden kann wie es in der Schweiz passiert. Kann man das nicht, gibts nur eins VERKEHR SEPARIEREN, so wie es ALLE ausser Deutschland machen. Deutschland ist an einem Punkt angelangt der nicht mehr lösbar ist mit herkömmlichen Muster. Es braucht ein komplett neues Konzept und viel Geld und Experten aus dem Ausland

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DerBlicker 16.04.2019, 11:00
166. nicht auf dem Laufenden

Zitat von Stäffelesrutscher
Hätte D ein Trassensystem wie F, dann müsste man von Stuttgart nach Nürnberg über Frankfurt fahren. Natürlich auch, wenn man von Köln nach Hamburg will. Denn es gäbe keine Fernzüge Köln-Hamburg oder Stuttgart-Nürnberg, nur Regionalbahnen mit Tempo 80. Okay, das war jetzt theoretisch. Zum richtigen Frankreich-Feeling würde es noch gehören, wenn die Züge aus Stuttgart in Frankfurt-Niederrad enden würden, die aus München in Frankfurt-Süd, die aus Hamburg in Frankfurt-Industriehafen und die aus Köln in Frankfurt-Höchst. Für den Transfer bitte S-Bahn, U-Bahn oder die Tram nehmen und eine zusätzliche Fahrkarte lösen. Und nicht vergessen: die Pariser Metro ist nicht barrierefrei!
Es gibt längst die mit Tempo 270 befahre Ostumfahrung von Paris, seitdem gibt es TGV die in den großen Pariser Bahnhöfen nicht halten, stattdessen aber in Eurodisney und am Flughafen CDG.

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Desmond 16.04.2019, 11:40
167. Infrastruktur

Zitat von ralf.kluge
Flüge machen auch keine Zwischenstopps und dennoch steigt das innerdeutsche Flugaufkommen stetig. Somit ist widerlegt, dass es nicht lukrativ wäre Direktverbindungen zwischen Großstädten zu schaffen.
Für einen Non Stop Flug Hamburg München müssen sie aber auch nicht 700km Strecke bauen unterhalten, sondern nur kann 6km Piste (3 in Hamburg und 3 in München). Jetzt fangen sie noch mal an zu rechnen ob sich genug Passagiere finden, so dass sich das Ganze lohnt.

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Desmond 16.04.2019, 11:56
168.

Zitat von bartsuisse
Das Gleiche in Italien mit der Neuen durchgehenden Strecke Turin-Salerno 930 km (bald bis Bari) 1150 km. 930 km Neubaustrecke mit 300kmh. Das ist länger als ganz Deutschland. Auf diese Strecke kommen Endzubringer von allen Seiten in die grossen Städte und die Züge fahren so auf den Zubringer bis 180kmh und danach eben 300kmh. Dabei wird dann mit einem Tunnelsystem von 70km gerade mal der Appennin unterquert (ein wirkliches Gebirge) und die ganzen mittelitalienischen Hügel die den "Mittelgebirgen" nicht nachstehen. Oder die Stadtunterquerung Bolognas 22 km mit unterirdischem HG Bahnhof. Solche Strecken, durchgehend, Bologna und vieles mehr gibts schlicht in Deutschland NICHT.
Ja Italien ist ganz toll, und wenn sie die von der EU finanzierte Infrastruktur hingestellt haben, wird sie binnen weniger Jahre vergammeln, da IT kein Geld hat diese zu unterhalten. Man muss sich nur die Autobahnen anschauen und damit meine ich nicht mal die Brücke in Genua.
Außerdem gibt es in DE seit Stuttgart21 keine Mehrheiten mehr für die Idee Mrd. in irgendwelche Tunnel zu versenken. Man sollte bei solchen Projekten schon schauen ob die sich lohnen. Diese Strecken sollten mindestens die Kosten für den laufenden Unterhalt erwirtschaften.

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heineken1 16.04.2019, 12:07
169.

Bartsuisse: Ehrlich, Ihr permanenten und seit Monaten (oder Jahren) im SPON-Forum produzierten Tiraden nerven.

In der Sache bin ich, wie sicher viele Andere hier auch, bei Ihnen. Die Behandlung des öffentlichen Personenverkehrs wie auch die gewünschte Lenkung des Güterverkehrs ist fürchterlich. In Schland regiert die Straße (pardon, für Sie, Strasse). Und das ist im Kern die hiesige Autoindustrie und große Verlader (zu denen wiederum zu einem großen Teil die Autoteilelogistik zählt). Dazu gesellt sich die- sicher nicht zum Mißfallen (Missfallen) des VDA - Bennenung der Autoindustrie zur deutschen Schlüsseltechnologie durch die Politik.

Das Ganze kulminiert dann in so absurd ironischen Szenen wie jüngst bei Maybrit Illner im ZDF, als der Herr Verkehrsministerdarsteller, Andreas Scheuer, eine seine vielen Stammeleien zum Besten gab und Bernhard Matthes, aktueller VDA-Präsident (seine beiden Vorgänger Wissmann und Gottschalk wurden ja wegen mangelnder Bissfestigkeit und Ellenbogeneinsatz abgesägt von den Autokonzernen) wie ein strenger Lehrer gutmütig nickte. »Ja, Scheuer, haste ganz in unserem Interesse aufgesagt.« - Ein Hoch auf die Bildregie dieser Sendung! :)

Aber, und das sind der großen (pardon grossen) Unterschied zum Zahngold-Paradies Schweiz:
Es gibt tatsächlich eine große (grosse) Autoindustrie mit nicht ganz kleinem Anteil an BIP. Dazu sprechen wir von einem Land mit 82 Mio. Einwohnern, was - Kulturunterschiede hin oder her - per se schon schwieriger zu organisieren ist als die 8,5 Mio. im Alpenfreizeitparadies. Und schließlich (schliesslich) leben die auf einer gut 8,5 mal so großen (grossen) Fläche. Wobei das Verhältnis real noch viel größer (grösser) ist, weil sich die Masse der schweizer Bevölkerung ja im vergleichsweise »flachen« Vorland ballt.
Somit ergeben sich alleine durch die andere Siedlungsstruktur erheblich weitere Wege und (!) viel mehr Verknüpfungspunkte! Würden wir in Schland unseren HGV so päppeln wie in Frankreich oder Italien, dann würde unser ÖPNV vermutlich ähnlich schlecht aussehen wie in Frankreich. Denn auch wir können den Euro nur einmal ausgeben. Und das Zahngold, das haben ja Ihresgleichen bekommen ...

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