Forum: Reise
Stromausfall: Hunderte Passagiere steckten stundenlang in Regionalbahn fest

Die Türen ließen sich nicht öffnen, Heizung und Beleuchtung fielen aus:* Zwischen Hamburg und Lübeck ist ein Regionalzug wegen eines Stromausfalls steckengeblieben - mehrere Bahn-Passagiere gerieten in Panik, einige erlitten Unterkühlungen.

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opar 19.12.2010, 07:34
220. Das ist nicht neoliberal, das sind dumpfe

Zitat von juk@spiegel
Dazu passt: Es lebe die neoliberale Sparwut.
deutsche Kaufleute, die Sparsamkeit mit Effizienz verwechseln, bzw. denen es wichtiger ist, zum Quartal hinterm Komma eine etwas höhere Zahl stehen zu haben, als nächstes Jahr noch im Geschäft zu sein.

Neoliberal heisst dagegen, dass man nicht hunderten von staatlichen Regulierungen ausgesetzt ist, sondern ein möglichst effizientes, und das heisst auch, gut funktionierendes, Geschäft betreibt.
Inklusive angemessener Investitionen.

Der Betrieb der Bahn ist alles andere als neoliberal, das ist Wurstelei auf billigem Niveau.

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keats 19.12.2010, 13:50
221. Lieber altmodisch schnell und pünktlich gefahren, als modern gefroren und gewartet.

Zitat von tweet4fun
Ich versuche mal eine Antwort, obwohl ich Ihrer Meinung nach wahrscheinlich zu den "Alzheimer-Patienten" gehöre, weil ich 60 bin (in Bezug auf Ihren späteren reichlich häßlichen Beitrag).
Hässlich, in wie fern ?

Zitat von tweet4fun
Ich sah mit eigenen Augen junge Frauen im Bürokostüm und Stöckelschuhen auf verschneiten Bahnhöfen stehen, mit Gänsehaut auf den Armen und Beinen (was durchaus sexy sein kann). Die mittlerweile herrschende deutsche Arroganz nach dem Motto "Der Wetterdienst warnt, na und? Wir sind doch hoch technologisiert" zeigt den Unterschied zu den Menschen, die aufgrund ihrer Erfahrungen sich ganz einfach auf die Wetterverhältnisse einstellen. . . . Die Privatisierung der DB in Verbindung mit der verwöhnten Anspruchshaltung sehr vieler Deutschen macht das Problem so groß.
Da haben Sie sicher recht, nur kann ich mich des Eindrucks nicht erwehren, das die Werbung, gerade was Bahn, Bus und Flugreisen betrifft, doch so ein völlig weltfremdes Bild suggerieren.
Jeder der denken kann weis das dem nicht so ist, da wünschte ich mir auch von der Bahn mehr Ehrlichkeit und weniger Arroganz.
Generell aber sehe den Schwerpunkt dann aber doch mehr beim Management als beim überzogenen Anspruchsdenken so mancher Passagiere, was es zweifelsfrei auch und zur genüge gibt.


Lassen wir mal meine Polemik und leichte Übertreibung (?) weg, dann seh ich keine grundsätzliche Diskrepanz zwischen Ihrer und meiner Meinung.


Zum "Alzheimer" (bin 55), d.h. meine Erwiderung zu "Stalingrad" und zum Interzonenzug vor rund 40 Jahren, da weiss ich nicht was das mit der heutigen DB und deren, wie sie richtig schreiben, Managementproblem zu tun hat.
Wo ist der Zusammenhang, oder soll es um die enorme Leidensfähigkeit, Genügsamkeit, Selbst- und Fremdausbeutung und das Verheizen der Deutschen Soldaten im WKII gehen?
Sollen sich die Kunden der DB daran ein Beispiel nehmen, bzw. am Interzonenzug einer DDR die von der Substanz gelebt hat ?
Ich fand, das dann auch Hannibal in diesen nicht passenden Zusammenhang gut hineinpasste, was das heutigen DB-Problem und besonders was Service und den generellen Umgang mit Kunden betrifft.

Abschließend, wenn wir dann vielleicht doch mal in die Vergangenheit schauen wollen, sei mir der Hinweis auf das zu seiner Zeit modernste, schnellste, zuverlässigste und pünktlichste Nahverkehrssystem der Welt gestattet, die Berliner S-Bahn der 30er Jahre.
Das war damals zu Zeiten des "Tausendjährigen Reiches" als in Berlin die S-Bahn fuhr und altertümliche Berichte vermeldeten auch damals gab es einen Winter, so richtig mit Kälte und sogar auch mit Schnee, trotzdem fuhr die Bahn, sogar zuverlässig und pünktlich.

Mein Eindruck ist, den meisten würde diese alte "überholte" Technik, die einen "nur" schnell und zuverlässig ans Ziel bringt, durchaus reichen, "moderner" brauch es wirklich nicht zu sein.

Egal auch durch welches unzuverlässiges Management und ebensolcher Spitzentechnologie das Schwitzen oder Frieren, das Schlangestehen und Warten verursacht ist, meines Wissens nach mögen dies nur sehr, sehr wenige, lieber altmodisch gefahren als modern gefroren und gewartet.

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markus_wienken 19.12.2010, 14:35
222. .

Zitat von Mrs. Figgs
Hehe, der ist gut, you made my day.
Es freut mich zu Ihrer Erheiterung beigetragen zu haben.
:-)

Zitat von Mrs. Figgs
Sie halten es also für unqualifiziert sich witterungsgemäß zu kleiden, bei entsprechenden Wetterwarnungen, wenn man damit rechnen muß mindestens auf kalten Bahnsteigen etwas auszuharren,
Nein, das nicht. Und auch mit meiner Winterbürokleidung halte ich das durchaus ein wenig länger auch bei Kälte aus.
Unqualifiziert finde ich die Meinung dass man auch auf 4Std in einem Zug ohne Heizung vorbereitet sein soll. Wenn Sie diesen Unterschied nicht erkennen....

Zitat von Mrs. Figgs
Ich kapituliere. Dazu fällt mir beileibe kein Argument mehr ein, das noch mit Vernunft und common sense tu hätte.
Ja, das merkt man.

Zitat von Mrs. Figgs
Na so schnell unterkühlt es sich wirklich nicht. Eher der Wechsel von überheizten Räumen zu winterlichen Außentemperaturen bei nicht witterungsgemä... ach lassen wir das...
Nun, im Folgeartikel habe ich gelesen dass einige Passagiere wegen Unterkühlung im Krankenhaus behandelt werden mßten.
Wie auch im mer, 4Std ohne Heizung oder auch Ihr eigenes Beispiel 2 Posts vorab ein Waggon ganz ohne Heizung halte ich für nicht akzeptabel. Wenn Sie sich damit zufrieden geben, nun gut, ich nicht, und die meisten anderen Reisenden wohl auch nicht.

Zitat von Mrs. Figgs
Die DB hat hier große Fortschritte gemacht. Fluggesellschaften hab da sehr nachgelassen. Meiner Erfahrung nach (und ich habe für eine Fluggesellschaft gearbeitet), ist die Information bei der Bahn wesentlich besser, als bei Fluglinien.
Da ich nur selten fliege kann ich hier keinen sachlich qualifizierten Vergleich ziehen.

Zitat von Mrs. Figgs
Ich hab mit der eigenen (nunmehr Ex-) Fluglinie letzten Winter einmal 5 Stunden in TXL gestanden, um 0:00 stand immer noch die ursprüngliche Abflugzeit von 20:15 auf den Monitoren. Es gab eine Ansage, daß der Flieger sich verspätet. Ich habe meine Kollegen am Schalter dann mal gefragt, ob sie der armen Duty-Free Verkäuferin, die gerade von den anderen Reisenden gelyncht wird, nicht mal mit einer kleinen Ansage aus der Patsche helfen möchten. Ich sag Ihnen, an dem Tag habe ich meinen Firmenausweis seeehr tief in der Tasche vergraben. :o) Dagegen ist die Bahn vorbildlich.
siehe oben, ich habe hier keinerlei Erfahrungen...

Zitat von Mrs. Figgs
Schön, daß wir auch mal einen Konsens haben. :)
Ja, warum auch nicht?
:-)

Zitat von Mrs. Figgs
Naja, bezugnehmend auf Ihr Beispiel mit den Elektrogeräten: Sie können es sich in solchen Fällen erstatten lassen.
Und bei der Bahn gibt es dann auch eine Entschädigung (zumindest in den meisten Fällen) was auch durchaus berechtigt ist.

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markus_wienken 19.12.2010, 15:20
223. .

Zitat von tweet4fun
...Nur stellen sich die Menschen dort auf die Klimaverhältnisse ein, im Gegensatz zu Deutschland mit den verwöhnten und überaus anspruchsvollen Menschen der 2. und 3. Nachkriegsgeneration.
Auch wenn ich nicht angesprochen bin, was ist falsch daran in einem deutschen Zug eine funktionierende Heizung zu erwarten, oder wenn diese ausfällt einen relativ schnell greifenden Störungsplan?
Zitat von tweet4fun
Ich sah mit eigenen Augen junge Frauen im Bürokostüm und Stöckelschuhen auf verschneiten Bahnhöfen stehen
Ja man kann es mit der Sommerkleidung durchaus übertreiben.
Zitat von tweet4fun
Die mittlerweile herrschende deutsche Arroganz nach dem Motto "Der Wetterdienst warnt, na und? Wir sind doch hoch technologisiert" zeigt den Unterschied zu den Menschen, die aufgrund ihrer Erfahrungen sich ganz einfach auf die Wetterverhältnisse einstellen.
Das bedeutet aber nicht dass ich bei jeder Zugfahrt erwarten muss mehrere Stunden ohne Heizung im Zug sitzen zu müssen.
Zitat von tweet4fun
...Der "Unpünktlichkeitsrekord" auf japanischen Systemen liegt bei unter einer Minute.
Das homogene jap. Schienennetz kann man mit dem deutschen nicht vergleichen, wobei es aber wohl durchaus einige von den Japanern zu lernen gibt.
Zitat von tweet4fun
Seit 2002 ist die Transsib voll elektrifiziert, das ist richtig. Die Russen sind allerdings smarter!
Da habe ich meine Zweifel
Zitat von tweet4fun
Die rechnen einfach damit, daß es Ausfälle geben wird. Deshalb haben sie die alten "Taigatrommeln" (dieselelektrisch) kaum ausgemustert und parken diese an allen möglichen strategischen Streckenpunkten, um die elektrifizierten Züge im Notfall abzuschleppen.
Gute Idee
Zitat von tweet4fun
Anders in Deutschland:
Das ist wohl leider so
:-(
Zitat von tweet4fun
Aber ernsthaft: SIEMENS ist durchaus imstande, sowohl winter- als auch sommerfeste ICEs zu bauen. Sie beliefern u.a. auch Rußland. Nur hat die Sparpolitik der DB dazu geführt, daß sie "Standard-Versionen" des ICE bekommen haben. Ganz genau wie in den 70er Jahren beim OPEL-Händler: "Wenn Sie die Grundversion bestellen, gibt es keinen rechten Rückspiegel, keine Sonnenblende für den Beifahrer, keinen Unterbodenschutz, keine Fußmatten und nur billige Standardreifen". Das Teil fährt wohl, aber nur unter idealen Bedingungen.
Hier möchte ich Ihnen zustimmen
Wer die Sparversion bestellt bekommt dann auch die Sparversion geliefert
Dazu kommen wohl auch noch zu lange Wartungsintervalle wie man so hört
Zitat von tweet4fun
Die Privatisierung der DB in Verbindung mit der verwöhnten Anspruchshaltung sehr vieler Deutschen macht das Problem so groß.
Anspruchshaltung?
Wenn ich für eine Dinstleistung Geld ausgebe erwarte ich einen entsprechenden Gegenwert. Sie doch sicher auch, nicht wahr?
Eine funktionierende Heizung im Winter sowie eine funktionierende Klimaanlage bei geschlossenen Waggons im Sommer gehören dazu.
Und wenn mal etwas kaputt geht erwarte ich schnell greifende Notfallpläne. Hierbei kann ich kein Anspruchsdenken erkennen. Ich möchte nur einen reellen gegenwert für mein teuer verdientes Geld haben.

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varesino 20.12.2010, 09:37
224. Die Bahn und ihr Material

Die Bahn versucht seit 2003 erfolglos neue Zeuge zu beschaffen und Qualitätsprobleme zu vermeiden.
http://de.wikipedia.org/wiki/DBAG_IC...e-db-2009-92-5
Leider schreiben wir inzwischen das Jahr 2010 und nichts ist geschehen.

Die ganze Diskussion dreht sich um Preis pro Sitz und garantierte Lebensdauerkosten. Die Vorstellungen von Bahn und Industrie sind meilenweit auseinander.
Hinzu kommt der Unwille der Bahn Prototypenzuege im Service einzusetzen. Die exorbitanten Kosten, die die Bahn Herstellern in Rechnung stellt wenn Sie auf dem normalen Streckennetz testen wollen.

Auf Seiten der Industrie gibt es leider einen unbaendigen Glauben Simulation koennte Langzeit-Streckenerprobung ersetzen.
Den Erfolg sieht man gerade wieder einmal.

Am Ender dreht sich alles um Geld.

Gruss
Varesino

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hjm 20.12.2010, 10:39
225. den Beitrag an!

Zitat von markus_wienken
Wenn ich für eine Dinstleistung Geld ausgebe erwarte ich einen entsprechenden Gegenwert. Sie doch sicher auch, nicht wahr?
Ich denke, das tun wir alle. Nur manche haben eben eine falsche Vorstellung von der Bedeutung des Wortes "entsprechend".

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