Forum: Reise
Swanetien in Georgien: Noch höher, noch wilder
Claus Hecking

Jahrelang war das isolierte Swanetien eine No-go-Area. Nun entdecken Touristen die Dörfer, Wehrtürme und bis zu 5200 Meter hohen Berge der georgischen Kaukasusregion. Manche Einheimische irritiert das.

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frankfurtbeat 08.08.2019, 06:52
1. Tourismus ...

Tourismus kann für ein Land belebend wirken aber eben auch "zerstörend" wirken. Wenn ich sehe wie sich dann wohlhabende Toiuristen durch Afrika schippern lassen, am Mount Everest Schlange stehen, Rom´s Straßen verstopfen, via airbnb das Wohnen für EInheimisches unmöglich machen, dann ist das eine Nummer zu viel.

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effing 08.08.2019, 09:10
2. Ein lachendes und ein weinendes Auge

Ich war 2011 und 2016 in Mestia und die Unterschiede waren riesig. Die Entwicklung ist sicher gut für die dortige Bevölkerung und auch für den klassischen Tourismus ist es klar besser erschlossen (mittlerweile müsste auch die Schlammpiste nach Ushguli geteert sein; 2016 waren Sie schon kräftig am bauen). Ein Abenteuer ist es aber nicht mehr. 2011 wurde ich noch von armenischen Freunden gefragt, ob ich verrückt sei nach Svanetien zu fahren: da wohnten doch Menschenfresser!

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andireg 08.08.2019, 19:32
3. Beruf verfehlt...

Ach liebe Irma Khergani, wer in einem Fremdenverkehrsamt arbeitet, sollte sich nicht achselzuckend wundern "Was ist so interessant bei uns? Hier ist doch alles ganz normal." Irgendwie süß. Aber irgendwie auch Beruf verfehlt. :-))

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ftesarek 08.08.2019, 22:20
4. Suspekt

Alles diese Reisen, Abendteuer, Erlebnisse, Kennenlernen fremder Kulturen ........ Herden von Touristen, die sich herumwälzen. Ohne mich!

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k70-ingo 08.08.2019, 23:47
5.

Zitat von frankfurtbeat
Tourismus kann für ein Land belebend wirken aber eben auch "zerstörend" wirken. Wenn ich sehe wie sich dann wohlhabende Toiuristen durch Afrika schippern lassen, am Mount Everest Schlange stehen, Rom´s Straßen verstopfen, via airbnb das Wohnen für EInheimisches unmöglich machen, dann ist das eine Nummer zu viel.
Wohlhabende Touristen bringen das meiste Geld ins Land, ermöglichen im Vergleich den meisten Einheimischen eine Lebensperspektive und zerstören am wenigsten die Natur und gesellschaftliche Strukturen.
Als Idealbeispiel sei der in Edellogdes logierende Fotosafaritourist in Afrika genannt.

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k70-ingo 08.08.2019, 23:49
6.

Zitat von ftesarek
Alles diese Reisen, Abendteuer, Erlebnisse, Kennenlernen fremder Kulturen ........ Herden von Touristen, die sich herumwälzen. Ohne mich!
Sie haben bemerkt, daß es im Georgien und nicht um Dubrovnik oder Venedig geht?

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#besserwisser 09.08.2019, 07:34
7. ... Früher war es hier viel ruhiger und entspannter. ...

Mestia ist heute ein bisschen, wie après ski in Ischgl ...
Der Artikel beschreibt etwas verklärt die Vergangenheit. Heute wird leider überall gebaut, die historische Stadt verschwindet immer mehr im Tourismus. Selbst das immer noch nur über unwegsame Piste erreichbare Uschguli verändert sich rasant zum Tourismus Hotspot. Einheimische verbauen selbst die einzigartigen Wohntürme zu Tavernen.
Ich verstehe das Anliegen der Einwohner am Boom teilhaben zu wollen. Es wäre aber sinnvoll, wenn eine gewisse sinnvolle Anleitung zur Rücksichtnahme auf die einzigartige Kultur der Region stattfinden würde ...

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leontion 09.08.2019, 09:09
8. Sieh, das Gute liegt so nah

In Europa gibt es zahllose noch vom kommerziellen Tourismus unerschlossene zauberhafte Dörfer und Täler, die man CO2-arm oft auch per Eisenbahn erreichen kann. Einfach sich mal umsehen. Es gibt viel zu entdecken jenseits von Venedig und Saint-Tropez.
Oder man fahre doch z.B. einfach mal nach Neustrelitz oder in das romantische Meiningen. Dort werden sogar regelmäßig Opern auf professionellem Niveau aufgeführt,
https://www.meininger-staatstheater.de/spielplan/september-2019.html
https://www.theater-und-orchester.de/spielplan.php?f_zeit=next_month&f_ort=&f_sparte=
Wem diese Kleinstädte mit ca. 20.000 Einwohnern zu hektisch sind, kann die jährlichen Opernfestspiele in Rheinsberg und Bad Orb besuchen.
https://www.opernakademie.com/
https://kammeroper-schloss-rheinsberg.de/
Einen romantischeren Opernspielort als den Schlosspark von Rheinsberg kann man sich kaum vorstellen. http://www.myway.de/hoffmann/1213-rheinsberg.html

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fjodor.denisov 09.08.2019, 14:23
9. Erinnerung

Ich war bereits 2008 mit Freunden in Swanetien. Unsere georgischen Bekannten meinten, ohne ihre Begleitung wäre dies zu gefährlich; diese wiederum kannten eine swanetische Familie, die wir besuchen wollten. Wir fuhren über abenteuerliche "Straßen" in ein abgelegenes Bergdorf und wurden dort von einer berittenen "Eskorte" begleitet. Wir Deutschen wirkten dort wie Außerirdische, normalerweise kam niemand von außerhalb dorthin, nicht einmal Georgier aus anderen Teilen des Landes . In der Region schien die Zeit stehen geblieben zu sein, man fühlte sich wie um Jahrhunderte zurück versetzt. Nach der Lektüre des Artikels bin ich nun froh, bereits vor dem Einsetzen des Tourismus in dieser Region gewesen zu sein! Eine herrliche Gegend, einfach wunderschön und eine unvergessliche Erinnerung!

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