Forum: Reise
Tarifkonflikt mit Sicherheitspersonal: Ver.di will am Dienstag sechs deutsche Flughäf
AFP

Streikende Kontrolleure könnten am Dienstag für massive Flugausfälle sorgen. Nicht nur Frankfurt, Deutschlands größtes Drehkreuz, ist - wie bereits angekündigt - betroffen, sondern auch fünf weitere Flughäfen.

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Wolfgang Höfft 14.01.2019, 11:34
120. @m.rabeneck

Zu Ihrer Leseempfehlung:
Art. 9 GG, auf den Sie verweisen, hat folgenden Wortlaut:

"GG Art. 9

(1) Alle Deutschen haben das Recht, Vereine und Gesellschaften zu bilden.

(2) Vereinigungen, deren Zwecke oder deren Tätigkeit den Strafgesetzen zuwiderlaufen oder die sich gegen die verfassungsmäßige Ordnung oder gegen den Gedanken der Völkerverständigung richten, sind verboten.

(3) 1Das Recht, zur Wahrung und Förderung der Arbeits- und Wirtschaftsbedingungen Vereinigungen zu bilden, ist für jedermann und für alle Berufe gewährleistet. 2Abreden, die dieses Recht einschränken oder zu behindern suchen, sind nichtig, hierauf gerichtete Maßnahmen sind rechtswidrig. 3Maßnahmen nach den Artikeln 12a, 35 Abs. 2 und 3, Artikel 87a Abs. 4 und Artikel 91 dürfen sich nicht gegen Arbeitskämpfe richten, die zur Wahrung und Förderung der Arbeits- und Wirtschaftsbedingungen von Vereinigungen im Sinne des Satzes 1 geführt werden."


Darin kommen "Gewerkschaft" und "Streik", ja selbst "Tarifautonomie, nicht vor.

Und übrigens stellt Hensche, den Sie zitieren, das Verbot des Art. 9 Abs. 2 GG nicht in Abrede. Er lässt lediglich unerwähnt, dass es dies Verbot gibt.

Mit seiner Streikrechts-Begründung bewegt er sich, wie übrigens alle Streikrechts-Protagonisten, nicht mehr auf dem Boden des Rechts.

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m.rabeneck 14.01.2019, 11:47
121.

Hier nochmal eine andere Zitierung zum Verständnis:
(Quelle: www.anwalt.org/streik/#Konsequenzen_des_ungeschriebenen_Streikrechts)

"Der Streik ist die letzte Waffe der Arbeitnehmer. Bereits vorher haben die Vertreter von Gewerkschaft und Arbeitgebervertretung verhandelt und sind nicht zu einer Einigung gekommen. Zeichnet sich ab, dass die Arbeitgeberseite uneinsichtig ist und die Notwendigkeit der Forderung für die Arbeiterschaft nicht verstanden wird, kann der Warnstreik das Mittel sein, zu zeigen welche Bedeutung die Arbeitnehmer dieser Forderung beimessen. So kann schon während einer Tarifverhandlung die Bereitschaft, die Forderungen mit allen Mitteln des Arbeitskampfes auszufechten, klar gezeigt werden. Der Warnstreik hat zwei bestimmende Merkmale. Im Gegensatz zu einem regulären Streik braucht der Warnstreik keine Urabstimmung in der Gewerkschaft. Da er nur in einem Betrieb und in sachlichem und zeitlichem Zusammenhang stattfindet, und wesentlich kleinere Schäden verursacht als ein umfassender Vollstreik. Jedoch muss auch der Warnstreik der Definition nach begründet sein. Das Bundesarbeitsgericht (BAG) hat in der Vergangenheit geurteilt, dass jeder Streik die Ultima Ratio ist. Dieses letzte Mittel der Arbeitsniederlegung ist aber nur gestattet, wenn in vorangegangenen Verhandlungen zwischen den Vertretern der Arbeitgeber und Arbeitnehmer keine Einigung erzielt werden konnte. Dann ist der Warnstreik das erste klare Zeichen der Arbeitnehmer, dass sie sich zum Streik als Mittel des Arbeitskampfes ermächtigt sehen und bereit sind, es einzusetzen.

Dabei stellt der Aufruf der Gewerkschaft zum Streik einen ausreichenden Beleg für die gescheiterten Verhandlungen dar. Das BAG urteilte im Juni 1988, dass ein solcher Streik rechtmäßig ist, bis eine Einigung zustande kommt. Was das im Einzelnen für den Arbeitnehmer und das Arbeitsverhältnis bedeutet wird weiter unten erläutert". [...]

Ich hoffe mal nicht das Sie nicht ernstahft die Entscheidung des BAG`s, sprich Bundesarbeitsgericht in Frage stellen können oder wollen, oder etwa doch?

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Wolfgang Höfft 14.01.2019, 16:28
122.

Zitat von m.rabeneck
Hier nochmal eine andere Zitierung zum Verständnis: (Quelle: www.anwalt.org/streik/#Konsequenzen_des_ungeschriebenen_Streikrechts) "Der Streik ist die letzte Waffe der Arbeitnehmer. ... Das Bundesarbeitsgericht (BAG) hat in der Vergangenheit geurteilt, dass jeder Streik die Ultima Ratio ist. Dieses letzte Mittel der Arbeitsniederlegung ist aber nur gestattet, wenn in vorangegangenen Verhandlungen zwischen den Vertretern der Arbeitgeber und Arbeitnehmer keine Einigung erzielt werden konnte. Dann ist der Warnstreik das erste klare Zeichen der Arbeitnehmer, dass sie sich zum Streik als Mittel des Arbeitskampfes ermächtigt sehen und bereit sind, es einzusetzen. Dabei stellt der Aufruf der Gewerkschaft zum Streik einen ausreichenden Beleg für die gescheiterten Verhandlungen dar. Das BAG urteilte im Juni 1988, dass ein solcher Streik rechtmäßig ist, bis eine Einigung zustande kommt. Was das im Einzelnen für den Arbeitnehmer und das Arbeitsverhältnis bedeutet wird weiter unten erläutert". [...] Ich hoffe mal nicht das Sie nicht ernstahft die Entscheidung des BAG`s, sprich Bundesarbeitsgericht in Frage stellen können oder wollen, oder etwa doch?
Ihre "Hoffnunng, dass" ich "nicht ernsthaft die Entscheidung des BAG`s, sprich Bundesarbeitsgericht in Frage stellen kann oder will", zeigt, dass Sie die Autorität des höchsten Fachgerichts in Arbeitssachen maßlos überschätzen. Das BAG trifft, wie jedes Gericht, Einzelfallentscheidungen, die nur die Parteien des jeweiligen Rechtsstreits binden, und das auch nur im Tenor, nicht jedoch in den Gründen der jeweiligen Entscheidung. Soweit eine BAG-Entscheidung rechtlich unrichtig ist, hat sie keine das Recht prägende Wirkung.
Anders als die von Ihnen zitierte BAG-Rechtsprechung genießt meine Wertschätzung der Beschluß des Großen Senats des BAG vom 28.01.1955 - GS 1/54 -, der im Tenor feststellt:
» Der von einer Gewerkschaft ... durchgeführte Streik um die Arbeitsbedingungen berechtigt die bestreikten Arbeitgeber, als kollektive Abwehrkampfmaßnahme die Arbeitsverhältnisse der streikenden Arbeitnehmer fristlos zu lösen. «

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Wolfgang Höfft 14.01.2019, 16:30
123. Entscheidung des BAG in Frage stellen?

Ihre "Hoffnunng, dass" ich "nicht ernsthaft die Entscheidung des BAG`s, sprich Bundesarbeitsgericht in Frage stellen kann oder will", zeigt, dass Sie die Autorität des höchsten Fachgerichts in Arbeitssachen maßlos überschätzen. Das BAG trifft, wie jedes Gericht, Einzelfallentscheidungen, die nur die Parteien des jeweiligen Rechtsstreits binden, und das auch nur im Tenor, nicht jedoch in den Gründen der jeweiligen Entscheidung. Soweit eine BAG-Entscheidung rechtlich unrichtig ist, hat sie keine das Recht prägende Wirkung.

Anders als die von Ihnen zitierte BAG-Rechtsprechung genießt meine Wertschätzung der Beschluß des Großen Senats des BAG vom 28.01.1955 - GS 1/54 -, der im Tenor feststellt:
» Der von einer Gewerkschaft ... durchgeführte Streik um die Arbeitsbedingungen berechtigt die bestreikten Arbeitgeber, als kollektive Abwehrkampfmaßnahme die Arbeitsverhältnisse der streikenden Arbeitnehmer fristlos zu lösen. «

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m.rabeneck 14.01.2019, 18:07
124.

Im großen und ganzen finde ich es ehrlich gesagt eine Frechheit das Sie den Menschen die für bessere Arbeitsbedingungen und höhere Entlohnung dieses nicht gönnen oder neiden. Aber sei es drum, wenn ich Sie richtig verstehe dann sehen Sie jeglichen Arbeitskampf als nicht legitim an, oder liege ich da jetzt falsch?
Kann ja auch sein das Sie gerade diese Branche meinen aber dann stellt sich erst recht die Frage warum die einen es tun dürften und die anderen nicht. Vor dem Gesetz sind wir doch alle gleich...
Kann ja auch durchaus sein das Sie zu der Arbeitgeberseite gehören, dann sollte Ihnen die Aussage von Robert Bosch ja etwas sagen:
"Ich zahle nicht gute Löhne, weil ich viel Geld habe, sondern ich habe viel Geld, weil ich gute Löhne zahle."
Dabei möchte ich nicht ausschließen das er damit falsch gelegen haben könnte - sollte man mal einen der ca. 400.000 Mitarbeiter und Angestellten fragen... (Ironie off)
Oder die andere alternative wäre, dass es Sie ärgert das die Mitarbeiter der Sicherheitskontrollen (lt. Presse "Anlernjobs") verrichten und dafür gut bezahlt werden bzw bezahlt werden wollen.
Bedenken Sie dabei, z.B. bei der Deut. Bahn musste man 3,5 Jahre Lokführer/Triebwagenführer lernen und heute sind es nur noch 4 Monate.
Oder nehmen wir mal die meisten "Manager" in Toppositionen, die sind auch angelernt oder kennen Sie den Ausbildungsberuf "Toppmanager"? Klar gibt es da auch welche die etwas Studiert haben, bestimmt gibt es aber auch den einen oder anderen der sein Titel von Konsul Weyer o.ä. her hat. Da gingen ja schon genug Namen in den letzten Jahren durch die Medien...

Nochmals, bitte gönnen Sie es den Menschen die sich dafür einsetzen um bessere Bedingungen zu erreichen. Danke

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Wolfgang Höfft 15.01.2019, 15:15
125. Dem Täter die Beute gönnen? Das kann doch wohl nicht sein!

Zitat von m.rabeneck
Im großen und ganzen finde ich es ehrlich gesagt eine Frechheit das Sie den Menschen die für bessere Arbeitsbedingungen und höhere Entlohnung dieses nicht gönnen oder neiden. Aber sei es drum, wenn ich Sie richtig verstehe dann sehen Sie jeglichen Arbeitskampf als nicht legitim an, oder liege ich da jetzt falsch? Kann ja auch sein das Sie gerade diese Branche meinen aber dann stellt sich erst recht die Frage warum die einen es tun dürften und die anderen nicht. Vor dem Gesetz sind wir doch alle gleich... Kann ja auch durchaus sein das Sie zu der Arbeitgeberseite gehören, dann sollte Ihnen die Aussage von Robert Bosch ja etwas sagen: "Ich zahle nicht gute Löhne, weil ich viel Geld habe, sondern ich habe viel Geld, weil ich gute Löhne zahle." Dabei möchte ich nicht ausschließen das er damit falsch gelegen haben könnte - sollte man mal einen der ca. 400.000 Mitarbeiter und Angestellten fragen... (Ironie off) Oder die andere alternative wäre, dass es Sie ärgert das die Mitarbeiter der Sicherheitskontrollen (lt. Presse "Anlernjobs") verrichten und dafür gut bezahlt werden bzw bezahlt werden wollen. Bedenken Sie dabei, z.B. bei der Deut. Bahn musste man 3,5 Jahre Lokführer/Triebwagenführer lernen und heute sind es nur noch 4 Monate. Oder nehmen wir mal die meisten "Manager" in Toppositionen, die sind auch angelernt oder kennen Sie den Ausbildungsberuf "Toppmanager"? Klar gibt es da auch welche die etwas Studiert haben, bestimmt gibt es aber auch den einen oder anderen der sein Titel von Konsul Weyer o.ä. her hat. Da gingen ja schon genug Namen in den letzten Jahren durch die Medien... Nochmals, bitte gönnen Sie es den Menschen die sich dafür einsetzen um bessere Bedingungen zu erreichen. Danke
Sie suchen die Erklärung dafür, dass ich Streik, nämlich Erpressung, die als Offizialdelikt zu verfolgen und zu ahnden ist, missbillige und ein Tätigwerden der Strafverfolgung anmahne, in meiner Missgunst, einer negativen Charaktereigenschaft. Sie meinen, ich gönne den erpresserischen Straftätern nicht die Früchte der Tat, und bitten darum, dass ich den Tätern den Vermögensvorteil, der den Erfolg der Straftat bildet, gönne.

Mit dem Vorwurf der Missgunst und der Bitte, den Erpressern den erpressten Vermögensvorteil zu gönnen, sind Sie bei mir an der falschen Adresse. Ich bin nicht der durch die Erpressung Geschädigte, ich bin nicht restitutionsberechtigt, und ich kann nicht darüber entscheiden, ob die Geschädigten sich den erpressten Vermögensvorteil zurückholen oder von der Geltendmachung von Schadenersatzansprüchen absehen und sich mit der Situation arrangieren wollen.

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