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Tricks der Leichtgepäck-Gurus: Wie Reiseprofis ihren Rucksack packen

Klopapier? Unnötig. Zweitschuhe? Braucht kein Mensch. Zahnbürste? In der Mitte durchsägen. Ultraleicht-Backpacker kämpfen mit irrwitzigem Eifer um jedes Gramm, das sie beim Gepäck sparen können. Auch Normalreisende können einiges von den Meistern der Reduktion lernen.

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chrome_koran 10.10.2011, 09:28
20. _

Zitat von Cephalotus
Wenn meine Daunenjacke das einzig warme Kleidungsstück ist und es hat drei Tage Dauerregen, dann ist die Daune nass,
- es sei denn, Sie haben an ein (extrem leichtes) Membran-Hardshell zum Drüberziehen gedacht. Es gibt auch Daunen-Gore-Doppeljacken :)
Natürlich wiegt das alles wieder ein paar Gramm, aber was soll's - jedem Tierchen sein Plaisierchen.
P.S. kann das mit den Trailrunning-Schuhen ein normal fitter Wanderer bestätigen? Ich meine, ausgerutscht ist ausgerutscht, ob mit oder ohne Gepäck nehmen es einem die Knöchel immer übel.

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Toe Jam 10.10.2011, 09:34
22. no title

Zitat von Bezahler
Wer kein Geld hat sollte zuhause bleiben und nicht auf der Billigschiene den Leuten vor Ort deren Auskommen streitig machen. Mehr .....
Sie haben den Artikel anscheinend nicht verstanden.
Ich würde jedem mal empfehlen, einen mehrtägige Höhentour abseits aller Zivilisation zu unternehmen, da kann man eine Menge lernen!
Klar, man kann jede Disziplin bis zum Exzess ("auf jedes gramm") betreiben, aber vom Grundsatz ist Gewicht sparen absolut richtig. Auch "hier" im Alltag.
Wenn ich sehe, dass auf einem Annapurna Trek eine Touristen, deren Gepäck getragen wird, einen Mega-Fön (!) dabei hat, bekomm ich Zustände. (Vor allem, weil es dort kaum Strom gibt). Wenn ich sehe, dass im Reiseverkehr heutzutage alle Kombis vollgestopft sind bis zum gehtnichtmehr, ebenfalls. Vor 20 JAhren ging eine Urlaubsreise auch mit Mini-Kofferrraum.

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chris345 10.10.2011, 09:40
23. Alles Weicheier heute ;-)

Als wir damals (=als die Spatzen noch Gamaschen turgN) loszogen, hatte der Rucksack ein Grundgewicht von 20 kg. Da kam dann noch Spagetti-Soße in Gläsern für meherer Tage und die Wassertagesration hinzu. Nach zwei Wochen mit so einem 30 kg Hinkelstein war man dann so fit, dass wir die Rocky Mountains hochgejoggt sind damit es nicht zu unsportlich wird.

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nataliadirks@gmail.com 10.10.2011, 09:42
24. Also wenn ich

mein Wandergewicht verringern möchte, dann weiß ich genau wie und wo ich etliche Pfund einsparen kann, nämlich um die Bauchmitte ;-)

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Cui Bono? 10.10.2011, 10:00
25. Wirksamkeit vs. Effizienz und Nutzenaufhebung

Ein gesellschaftliches Phänomen unserer Zeit:
Gewichtsersparnisse werden häufig durch ein "Mehr" an Ausrüstung wieder aufgehoben (siehe Jevons Effekt/Paradoxon, oder Bumerangeffekt)
Warum?

Weil viele von uns ein übesteigertes (!) Sicherheitsbedürfnis haben, was natürlich von ganzen Industrien bedient wird.
Das Phänomen "Weniger, aber am Schluss dann doch mehr" kann man in vielen Bereichen beobachten, wie z.B. beim Auto (es wurd schon erwähnt)

Es kann ja nie warm, leicht, stabil genug sein - allein haben viele das rechte Maß verloren (aber das Denken wird ihnen in Katalogen und zelebrierten Produkterlebnis diverses Outdoorshops abgenommen)

Der Artikel lässt sich meiner Ansicht auf ganze Lebensbereiche übertragen und zeigt zugleich, welche "Fehlkalibrationen" es in unserer Gesellschaft gibt (Schneller, höher, weiter usw)

PS:
halbierten Streichholz find ich auch extrem albern...

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AstroPalmer 10.10.2011, 10:00
26. Rucksack vollkommen unnötig

Eine Teflon Hängematte wiegt 50 Gramm. Ein Tarp-Poncho mit eingeklebter Rettungsdecke 250g - wärmt und schützt vor Regen und kann nachts als Zudecke verwendet werden.
Worauf man nicht verzichten sollte: Ein schweres Messer zum Holzfällen, einen faltbaren Topf 500ml und Feuerzeug.
Kelly von der Kelly-Family hat neulich anschaulich im Fernsehen Tips gegeben, wie man sich komplett aus der Natur ernähren kann. (Totgefahrene Hasen werden über Feuer gebraten).
Das Messer hängt am Gürtel, die restliche Ausrüstung hat Platz in einer Cordura-Fototasche. Gegen den Geruch hilft Baby-Puder - saugt Schweiß auf - verhindert Entzündungen und wurde auch (als Talkum) am Hof Ludwigs IV mit Erfolg verwendet.
Das bischen Restgeruch verbessert die Chancen bei richtigen Vollweibern, die die Schnauze voll haben vom Rasierwasserduft der allgegenwärtigen Schwuchteln.

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Cephalotus 10.10.2011, 10:09
27. lorem ipsum

Zitat von chrome_koran
- es sei denn, Sie haben an ein (extrem leichtes) Membran-Hardshell zum Drüberziehen gedacht. Es gibt auch Daunen-Gore-Doppeljacken :)
Bei +3°C und Regen wird Ihnen die Kleidung trotzdem nass, weil da die Membran nicht mehr funktioniert und sie sich das Gerwand wie im Plastiksack von innen voll schwitzen.
Ok, es gibt dann noch Leute, die legen sich direkt in den Luft- und wasserdichten Plastiksack und nehmen das Schwimmen im eigenen Schweiss bewusst in Kauf packen die Dämmung nach draußen, aber das muss man auch mögen.

Ich finde die Ultraleicht Themen auch ganz gut, man kann sich ja aussuchen, was man davon übernimmt und was nicht.
Ich mag z.B. nicht unter einen Tarp schlafen, wenn es regnet, stürmt oder die Mücken schwirren und ich schlafe in einem Schlafsack und nicht unter einem Quilt, Halfbag oder was auch immer.

Dem Extrembeispiel kann man folgen, muss man aber nicht.

Ich finde, dass es einen großen Unterschied macht, ob man 20kg oder 10kg trägt, ob ich aber 10kg oder 8kg trage ist für mich dann relativ egal.

Zitat von
P.S. kann das mit den Trailrunning-Schuhen ein normal fitter Wanderer bestätigen? Ich meine, ausgerutscht ist ausgerutscht, ob mit oder ohne Gepäck nehmen es einem die Knöchel immer übel.
Ist auch eine Sache, wie gut die Sehnen und Bänder an Belastungen gewöhnt sind und wie anfällig man dafür ist, sich dabei zu verletzen. Muss wohl jeder für sich selber (vorsichtig) heraus finden...

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Scathe 10.10.2011, 10:13
28. Dreckstitelpflicht

Zitat von chrome_koran
Nur allzu viele Opfer dieses natüralistischen Fehlschlusses gibt es dann mit häßlicher "schieteree" auf dem Pfad, genauer: meistens im Gebüsch neben selbigem. In der Tundra gibt's Probleme mit dem Gebüsch… Jedenfalls sofern Schafe o.ä. in der Gegend weiden, würde ich ohne Not Wasser aus Wasserläufen nicht unbedingt trinken.
Den naturalistischen Fehlschluss kann ich hier nicht erkennen. Es hies nicht "Die Quellen waren natürlich, also hatten sie Trinkwasserqualität", sondern "Die (natürlichen) Quellen hatten Trinkwasserqualität". In der Formulierung ist kein Rückschluss von "natürlich" auf die Qualität gegeben. Von daher liegt also auch kein Fehlschluss vor.

Es sieht vielmehr danach aus, dass Sie (ganz naturalistisch) fälschlicher Weise dem Poster einen Trugschluss unterstellen, weil der so weit verbreitet ist. Welch ein Trugschluss! ;-)

(Ob der Trugschluss ursprünglich nun vorlag oder nicht müsste schon der Poster selbst klar stellen...)

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inkpod 10.10.2011, 10:19
29. Man braucht weniger als man denkt

Zitat von djchrisi
Aber Streichhölzer in der Mitte durchzusägen hört sich für mich nach Unfug an.
In der Tat: Ein simples Bic-Feuerzeug in der Hosentasche ist kein Gewicht, hält tausendmal länger, knüpft Kontakte (Haben Sie mal Feuer) und und ist wasserfest...
Wie der Rheinländer aber auch gerne sagt: Man kann auch alles übertreiben.

Sinnvoll erscheint dennoch, sich beim Packen der Ausrüstung zu fragen, ob man das alles braucht, was man eingepackt hat. Und DAS ist der eigentliche Kern des Artikels...

In die gleiche Kerbe schlägt auch die alte Backpacker-Weisheit: Nach dem Packen räum die Hälfe Deines Rucksackes aus und nimm doppelt soviel Geld mit!
Man braucht eh weniger als man denkt.
In diesem Sinne:
Gute Reise!

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