Forum: Reise
Tyler Brûlés Service-Offensive: Vergiss das ganze Schischi!
DPA

Schluss mit den Service-Sünden: möchte Hotels und Fluggesellschaften zu besseren Dienstleistern machen. Deshalb bietet der Kolumnist ab sofort Benimm-Bootcamps an. Darin geht es um schwerelose Gäste, schönes Licht, ordentliche Drinks - und um Flechtstühle aus Plastik.

hatari 12.06.2012, 13:55
1. 20 Jahre Erfahrung.... Tyler hat so recht!

Knapp 20 Jahre arbeitete ich für eine "five star" cruise line. Exakt wurden alle... alle Vorsätze von Tyler missachtet. Von korrekter Instandsetzung der Bordmaschine bis Wasser nachgießen für Gäste. Alles unterliegt einem Kostenfocus. Natürlich. Aber, wenn Menschen für Hotels, Kreuzfahrtschiffe, Airlines arbeiten, die sich selbst solch Reise nie leisten könnten oder wollten, zu verlangen (was man durchaus erlaubt wäre zu tun) sich in den Gast hineinzufühlen, dann geht es schlicht daneben. Mangelendes Einfühlungsvermögen trifft auf Neid und Mißgunst. Weltweit ein Problem dem ich mich konsequent entzog: ich kündigte. Tyler, mache weiter so....

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flieder2 12.06.2012, 14:04
2. Service Desaster

Hotels, Fluege, alles wird Teurer nur der Service wird nicht besser. Ich fuehle mich laengst in einem 5 Sterne Hotel als werde ich von "Robotern " begruesst, bedient, behandelt. Mit Freude und Spass am Beruf, sind wenige Dienstleister, Angestellte dabei.
Nun weiss ich aber auch, das mein Kellner sehr schlecht bezahlt wird, ich gehoere aber auch zu der Kategorie von Gast, die - sofern sie aufmerksam bedient wird- 10 Prozent Trinkgeld gibt. Interessiert mich nicht, dass auf den Menuepreis sowieso eine 15 % ige Tax and Servicecharge aufaddiert wird.
JA, man muss das Personal schulen nur werden Angestellte heute dermassen schlecht bezahlt, dass ihnen die Freude vor Kummer und Existenzangst vergeht.

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flieder2 12.06.2012, 14:48
3. Mir faellt da noch was ein!

Tyler ist Kanadier- Halbkanadier.? Das Graesslichste was einem Hotelgast passieren kann, ist mir in Toronto passiert. Sheraton Hotel, Blick auf das Rathaus. Wir sind nachmittags angekommen und baten beim Einchecken die Mitarbeiter uns Karten fuer "Phantom of the Opera" zu besorgen. Bezogen unser Zimmer und warteten auf die Rueckmeldung der Rezeption. Ich hatte bereits geduscht, luemmelte in Slip und BH auf dem Sessel neben dem Telefon. Mein Mann geht auch duschen. Ploetzlich fummelt jemand an der Tuere herum, ich dachte- huch, der Zimmerservice, um die Betten aufzudecken ist aber frueh an- stand da ploetzlich ein fremder Mann in der Tuere! Sah mich in Unterwaesche und rief lautstark: What are you doing here?. Der hielt mich vermutlich fuer eine Nut.. , die auf ihn wartete. Ich musste mich kurz sammeln, bruellte zurueck: What are you doing here? This is my room and my husband has a shower! Er hat sich entschuldigt und verschwand. Kurz darauf erfuhren wir, dass das Hotel die Tickets fuer das Musical nicht organisieren konnte, wir sind zum Theater und haben uns also an der Kasse die Tickets selbst besorgt. Kommen spaet ins Hotel zurueck und stellen fest, dass unsere Zimmertuerkarten nicht mehr funktionieren. Sind also zurueck in die Rezeption und alles wurde neu programmiert. Die hatten unser Zimmer an den Mann neu vergeben und daher die "Schluessel" neu programmiert, so das unsere Karten nicht mehr gueltig waren.
Kurz, wir haben in einem Hotel ein Zimmer bezogen das eine Std. Spaeter an den naechsten Gast vermietet wurde.
Das hat jetzt nichts mit Freundlichkeit oder mangelnder Dienstleistungsbereitschaft zu tun. Das war einfach nur Schlamperei der Hotelangestellten. Sie haben einen Hotelgast ( der Mann, der in meiner Tuer stand) und MICH in eine uebele Situation gebracht.
Heute lache ich herzhaft darueber, aber damals 1995 dachte ich wenig nettes ueber kanadische Hotelangestellte und kanadische Dienstleistung.

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sonicsolar 12.06.2012, 18:04
4. Namen

Darauf, ständig mit meinem Namen angesprochen zu werden, kann ich super verzichten. Ich weiß nicht, wer es sich ausgedacht hat, dass das ein Service am Kunden sein soll, wenn keine Bekanntschaft besteht. Ich kenne meinen Namen, und er lautet nicht "Mista Wiiiita", wie Hotel- und Airline-Angestellte mich immer wieder glauben machen wollen. Falls ich meinen Namen mal vergessen sollte, werde ich Bescheid sagen. In der Zwischenzeit kann man einfach Kontakt zu mir aufnehmen, indem man mich ansieht und anspricht. Danke.

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