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Urlaub in Island: "Die Toleranz gegenüber Touristen nimmt ab"
ASSOCIATED PRESS

Sie bringen Geld ein - können aber auch nerven: Island wird von sehr vielen Touristen besucht. Die Chefin eines Tourismusverbands warnt nun vor wachsender Abneigung im Volk, doch die Werbemaschine läuft munter weiter.

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odenkirchener 05.11.2017, 14:55
20. Gute Idee

„siezmichnicht". Obwohl Faröer ja keine so grosse Insel ist, kann man es dort schon gut einzwei Wochen aushalten. Wanderschuhe einpacken und gutes Regenzeug.

Island's Norden und die Westfjorde sind zwar Wettermässig nicht so toll, aber dafür ruhiger und Landschaftlich toll. Da wird es wenn, in 5 Jahren hingehen. Auf meiner dann 4. Islandreise mit dem Motorrad.

P.S.: Die 6Mann Schlafräume sind gut überlebbbar.

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von Hinnen 05.11.2017, 15:17
21. Welche Toleranz?

Das ist der falsche Ausdruck.

Man nennt es Höflichkeit gegen zahlende Gäste. Und die ist international überall gegeben. Wer seinen Geldgeber ruppig behandelt, wird die reactio spüren.

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lupus_major 05.11.2017, 15:24
22. Wo ist das Problem?

Werden es zuviele Touristen erhöht man die Preise bis es weniger werden. Abzäunen und Eintrittsgelder steuern.
Also wo ist das Problem?

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mister_a 06.11.2017, 23:49
23. Island & die Touris Teil1

Wie kommen Sie denn darauf, dass das Wetter im Norden und oben in den Westfjorden grundsätzlich anders z.B. im Süden oder Osten sein soll?
Egal wo man dort ist, das einzig meteorologisch konstante ist der Wandel. Dabei kann es vorkommen, dass auch der Norden und die Westfjorde allerfeinsten Sonnenschein und zum Schwitzen anregende 15 Grad im Schatten bereithalten. Den Beweis habe ich diesen Sommer erleben dürfen.

Zum Thema: Verständlich ist natürlich die Strategie mit Tourismus Geld zu verdienen - gerne auch mal 'etwas mehr als üblich'. Da kann man in der globalisierten Wirtschaft wohl keinen Landstrich oder Menschenschlag finden, der sich da nicht die Ethikfrage stellen braucht.
Was Island im speziellen angeht: Es geht einfach alles zu schnell. Die steigende Anzahl Touristen kann mit den etablierten Lenkungen dieser in der Praxis nicht mithalten. Zudem ist die Zeit, infrastrukturell zu reagieren durch den kurzen halbwegs gesicherten Sommer begrenzt. Im Winter - der ab Oktober in vollen Gange ist - haben die nämlich eigentlich alle Hände voll zu tun, mit ihrem eigenen Problemen zurechtzukommen und die Ringstraße freizuhalten.
Selbstverständlich hat das Land auch in dieser Zeit seinen Reiz und man darf es natürlich auch besuchen. Aber man sollte wissen, auf was man sich da einlässt. Das ist ein großer Felsen im Nordatlantik der den subpolaren Gewalten manchmal kaum etwas entgegenzusetzen hat. Viele sind sich dieser Tatsache in Bezug auf ihr eigenes Wohl nicht bewusst, bzw. machen sich zuwenig Gedanken, was das bedeutet. Die Öxnadelsheidi nach oder von Akureyri mit höchstens 20 m Sicht zu passieren ist kein Pappenstiel auch wenn man schon Jahrzehnte Fahrerfahrung hat. Ebensowenig das Auftreten blizzard-artiger Fallwinde, nachdem man eine Bergflanke umfahren hat: Von jetzt auf gleich böhige Schneewehen und max. 50m Sicht, obwohl man eben noch die traumhaft sonnengesäumte Schneelandschaft bei 90 km/h genossen hat.
Ähnliches gilt natürlich auch für den Sommer. Hier hat man Gelegenheit tiefer ins Land zu fahren, muss aber zwingend mit Schotterwegen, Flussquerungen und damit dem dann notwendigen Geländeequipment des fahrbaren Untersatzes hinreichend sicher umgehen. Die Fahrten sind teilweise sehr lang. Das Tanken und Toilettengänge müssen mitunter ausreichend im Voraus geplant werden. Auch wenn es mittlerweile sehr viele Parkplätze und gepflasterte Wege an manchen Stellen gibt, so bedeutet das nicht dass man ohne Anstrengung zum gewünschten Ausguck-Ziel kommt. Im Winter sorgt der Geysir für Spiegelglattes Eis, der Rundgang um den Seljalandsfoss ist ohne festes Schuhwerk gerade bei Regenwetter nicht zu empfehlen und die Treppe rauf zur Fallkante des Skogarfoss bedeutet, dass man in der Lage sein sollte, 60m Höhenunterschied innerhalb kürzester Zeit zu bewältigen. Wie ich feststellte, können das nicht alle, die sich das zutrauen (asiatische Reisegruppe älteren Semesters) und beim Anblick des Auffahrunfalls in der Höhe wird einem dann ganz anders, wenn man bedenkt dass man es mit 'falschen' Schwung ja auch noch gut über das Geländer 'schaffen' könnte.

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mister_a 06.11.2017, 23:51
24. Island & die Touris Teil 2

Im Winter sorgt der Geysir für Spiegelglattes Eis, der Rundgang um den Seljalandsfoss ist ohne festes Schuhwerk gerade bei Regenwetter nicht zu empfehlen und die Treppe rauf zur Fallkante des Skogarfoss bedeutet, dass man in der Lage sein sollte, 60m Höhenunterschied innerhalb kürzester Zeit zu bewältigen. Wie ich feststellte, können das nicht alle, die sich das zutrauen (asiatische Reisegruppe älteren Semesters) und beim Anblick des Auffahrunfalls in der Höhe wird einem dann ganz anders, wenn man bedenkt dass man es mit 'falschen' Schwung ja auch noch gut über das Geländer 'schaffen' könnte. Zudem sind weiter runter im Süden am Reynisfjara bei Vik regelmäßig Menschen um Leben gekommen, weil sie die Schilder bzgl der - oh wunder - lebensgefährlichen Wellenlage ignoriert oder nicht ernst genommen haben.
Was ich mit all dem sagen will: Island ist trotz allem Ausbaus immernoch ein rohes und bisweilen gefährliches Land. Das liegt ganz einfach in der Natur der Sache. Man kann es absichern und gewisse Orte sicherlich für eine größere Menge Menschen bequemer zugänglich machen (wobei ein einfaches Kordelband verbunden mit einigen 'Heatta'-Schildern da bei manchen auch nicht reicht. Da muss dann dennoch der Kopf über den Solfatar gehalten werden, um das selbst herauszufinden...). Aber wenn man das vernünftig machen möchte, braucht das Zeit. Nicht jede fixe Idee ist gleich die Beste. Insofern greift hier auch ein Stück weit die Verantwortung, die Besucher zu sensibilisieren. Die Natur und die Bilder die sie dort liefert, ist sicherlich für jeden schön. Das Reisen dort ist aber schlichtweg nicht jedem zu empfehlen.
Man kann natürlich alles planieren und überall dicke Touri-resorts eröffnen. Aber dann geht der Reiz verloren, weshalb alle dorthin wollen: Eben weil es ursprünglich ist, der Vulkanismus sich dort nicht bändigen lässt und die Strukturen hochdynamisch sind und keine Center-Parks-Glocke über der Insel hängt.
Das aktuelle Dilemma hängt mit Sicherheit also auch damit zusammen, dass immer kommerzieller geworben wird, falsche Erwartungen geweckt werden und somit auch eine ganz andere Klientel angezogen wird. Das sind dann die, über die sich beschwert wird, weil sie mit obigen Herausforderungen nicht zurechtkommen (wollen).

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FrieFie 06.11.2017, 03:38
25.

Die Isländer haben selbst keinerlei Bedenken, ihre kostbare Natur großflächig mit Aluminiumwerken zu verschandeln, die von der billigen Energie profitieren.
Sind wirklich die Touristen das Problem? Könnte man das nicht besser steuern und mit Fluggesellschaften, Hoteliers und Reiseanbietern zusammen arbeiten?
Freunde wurden von einem Abschleppdienst und dem Autovermieter übel abgezockt. Jahrelang wurden Ponys exportiert, die allergisch gegen die hiesigen Kriebelmücken sind.
Vielleicht sollte man auch mal über das eigene Geschäftsgebaren nachdenken und nicht nur die Ausbeutung durch andere beklagen.
Tourismus funktioniert nur auf Gegenseitigkeit. Wenn man nicht noch mehr Aluminiumwerke bauen oder Fischgründe leerfangen möchte, sollte man sich das vielleicht zu Herzen nehmen.

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fatherted98 06.11.2017, 07:55
26. Dann....

...fährt man halt nicht mehr dahin....ganz einfach. Nur dann geht wieder das Gejammer los, dass keiner kommt. Man kann es den Leuten nicht Recht machen....im übrigen leicht zu regulieren über die Anzahl der Hotelbetten....aber da will man nicht ran, weil das ja Geld bringt.

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fred_m 06.11.2017, 09:21
27. Die Zeiten (und Touristen) haben sich geändert

Früher fuhr man in den Urlaub, um die Umgebung (Stadt, Architektur oder unberührte Landschaft) zu geniessen. Heute nur, um mit Selfies zu beweisen, dass man weiss, welche Orte als "cool" und "must see" gelten und dass man auch tatsächlich dort war.

Wie verschändelt diese Orte inzwischen sind, macht nichts aus.
In dieser Hinsicht gibt es keinen Unterschied zwischen Städte wie z.B. Venedig und Dubrovnik einerseits und Länder wie Island andrerseits. Hauptsache, man war dort und kann es beweisen.

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kl1678 06.11.2017, 10:27
28. normal

Es gab auf den Heringsfischereiboom in den 1960ern, gefolgt von einem grandiosen Absturz als die Fische plötzlich weg waren. Später kam der Banking-Boom, dann der Absturz, zurzeit ist der Tourismus dran. Das ist isländisches Karma, und da zeigen sie eine gewisse Ähnlichkeit mit den Deutschen: Normal können sie einfach nicht. Die Frage ist nicht ob, sondern wann der nächste Kollaps kommt.

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whitewisent 06.11.2017, 12:47
29.

Die "bösen Touristen" oder wahlweise die "bösen Isländer" sind ja bekanntermaßen immer die Anderen, während man selbst der sanfte Wanderer per se ist.

Im Ernst, Island ist kein Disneyland, dort leben Menschen, und zwar ganz gern. Da sie jedoch kaum was selbst produzieren und alles Notwendige dort hingeschafft werden muss, bedarf es einer Wirtschaft, die den 300.000 eine Erwerbsmöglichkeit bietet. Was war denn früher? Da haben Isländer sich als Gastarbeiter in Dänemark verdingen müssen, oder waren als Seeleute einen Großteil des Jahres nicht daheim.

Vieleicht sind eine Isländer über den Tourismus unzufrieden, aber wohl eher die, welche nicht am Gewinn partizipieren können und wollen.

Und wer sich über Klopreise aufregt, vieleicht mal drüber nachdenken, wie diese entsorgt werden können, und was die für einen Aufwand bedeutet, wenn man es umweltgerecht machen will. Wer Tausende für solche Reise ausgibt, sollte nicht ausgerechnet beim S..... ans Geld denken.

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