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Verbot in Rom: Polizei vertreibt Touristen von Spanischer Treppe
Filippo MONTEFORTE / AFP

Eine kurze Rast auf der berühmten Spanischen Treppe gehört eigentlich zu jeder Rom-Reise. Die Stadt hat das verboten - wer sich trotzdem auf das Monument setzt, muss zahlen.

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b1964 07.08.2019, 11:23
1. Recht haben sie, die Römer!

Viele Touristen verhälten sich wie die berühtem Vandalen. Sie nehmen auf niemanden Rücksicht und glauben, sich alles erlauben zu können. Würden sie sich zuhause in den eigenen vier Wänden auch so aufführen? Natürlich ist es nett, wenn man auf der Spanischen Treppe sich setzt, die Atmosphäre des Platzes genießt und vielleicht dabei auch noch ein Eis isst. Nur so ist die Situation dort schon lange nicht mehr. Menschenmassen hocken dort, albernd und gröhlend, von Blumenverkäufern belagert. Man türmt Rucksäcke auf und schmeißt achtlos seinen Müll weg. So war es seit Jahren und auch fast an jedem Tag des Jahres. Natürlich ist Rom eine einmalige Stadt, denn wohl kann man 2700 Jahre durchgehende Geschichte in diesem Umfang an einer Stelle erleben? Vielleicht noch in Jerusalem. Aber das rechtfertigt nicht, dass Millionen von Menschen (nicht übertrieben) diese Stadt heimsuchen, verschmutzen und beschädigen? Rom ist eben kein Freilichtmuseum, sondern in erster Linie eine lebende italienische Stadt. Es kann nicht sein, dass die Römische Lebensart von Massentouristen ohne jedes Gespür von Anstand zerstört wird. Ich war mehrfach in Rom und habe es immer genossen, in diese Stadt einzutauchen und am italiensichen Lifestyle teilzuhaben. Ich habe diese Stadt erlaufen (!) und mit dem Roller erfahren (auch die Espositione Universale di Roma). Ich habe gelesen und entdeckt und nehme für mich in Anspruch, dass die Stadt von mir keine Notiz genommen hat oder nehmen musste. Es macht einen traurig, was der Massentourismus an Verwüstungen auch in kultureller Hinsicht bewirkt!

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collapsar 07.08.2019, 11:27
2. Wenn Denkfaule öffentliche Ämter bekleiden

>>> "Die Treppe ist ein Meisterwerk und man sitzt nicht auf Meisterwerken.

Ah ja. Das Sitzmöbel von Charles Eames zählt also nicht zu den Meisterwerken, für die Bänke im Parc Guell gilt das gleiche, von Casa Mila und Battla ganz zu schweigen (dort wohnt der Plebs sogar ...), die zahlreichen Meisterwerke der Sakralarchitektur verdienen nach dieser Logik ihr Prädikat wohl auch nicht.

>>> Es ist nicht möglich, ihre Schönheit zu genießen, wenn sich dort permanent Menschen aufhalten.

Die Erklärung des Unterschieds zwischen 'permanent' auf der Treppe Sitzenden und einem nicht enden wollenden Besucherstrom liegt, der (ohne anzuhalten !) einmal die Treppe hinauf- oder herabsteigt, bleibt uns der Spezialist leider schuldig ...

MfG, Carsten

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eisfuchs 07.08.2019, 11:30
3. gut so

Manche Touristen, auch Deutsche in Deutschland, benehmen sich als wären sie bei sich zu Hause, wenn sie Sehenswürdigkeiten besuchen. und das heisst alles angrabschen, ihren Müll hinwerfen und generell sich breitmachen um weniger rücksichtslosen Mitmenschen das Erlebnis möglichst sauer zu machen. Da empfinde ich rigoroses Durchgreifen gegen entsprechende Handlungen(wie kommt man nur auf die bescheuerte Idee mitten an der Brücke Kaffee zu kochen?) als sehr sinnvoll.

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roninger2000 07.08.2019, 11:33
4. Der Tourist

zerstört, was er sucht, indem er es findet.
Hans Magnus Enzensberger (*1929)

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nathan13 07.08.2019, 11:42
5. Volle Zustimmung

Zitat von b1964
Viele Touristen verhälten sich wie die berühtem Vandalen. Sie nehmen auf niemanden Rücksicht und glauben, sich alles erlauben zu können. Würden sie sich zuhause in den eigenen vier Wänden auch so aufführen? Natürlich ist es nett, wenn man auf der Spanischen Treppe sich setzt, die Atmosphäre des Platzes genießt und vielleicht dabei auch noch ein Eis isst. Nur so ist die Situation dort schon lange nicht mehr. Menschenmassen hocken dort, albernd und gröhlend, von Blumenverkäufern belagert. Man türmt Rucksäcke auf und schmeißt achtlos seinen Müll weg. So war es seit Jahren und auch fast an jedem Tag des Jahres. Natürlich ist Rom eine einmalige Stadt, denn wohl kann man 2700 Jahre durchgehende Geschichte in diesem Umfang an einer Stelle erleben? Vielleicht noch in Jerusalem. Aber das rechtfertigt nicht, dass Millionen von Menschen (nicht übertrieben) diese Stadt heimsuchen, verschmutzen und beschädigen? Rom ist eben kein Freilichtmuseum, sondern in erster Linie eine lebende italienische Stadt. Es kann nicht sein, dass die Römische Lebensart von Massentouristen ohne jedes Gespür von Anstand zerstört wird. Ich war mehrfach in Rom und habe es immer genossen, in diese Stadt einzutauchen und am italiensichen Lifestyle teilzuhaben. Ich habe diese Stadt erlaufen (!) und mit dem Roller erfahren (auch die Espositione Universale di Roma). Ich habe gelesen und entdeckt und nehme für mich in Anspruch, dass die Stadt von mir keine Notiz genommen hat oder nehmen musste. Es macht einen traurig, was der Massentourismus an Verwüstungen auch in kultureller Hinsicht bewirkt!
auch wir waren bereits mehrere Male in Rom und haben diese wundervolle Stadt genossen, mit viel Respekt vor den Altertümern und den Einwohnern, von daher spricht uns der Kommentar aus dem Herzen.

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ellenlripley 07.08.2019, 11:49
6. Müll wegwerfen?

Müll als Tourist in Italien weg zu werfen ist nicht nötig, dass haben die Italiener schon vorab zur genüge erledigt. Das Land ist doch mittlerweile eine einzige Müllkippe und wer sich von der spanischen Treppe hat vertreiben lassen, kann ja mal einen Spaziergang am Tiber-Ufer machen und förmlich durch Müll und Gestank waten. An der südlichen Adria-Küste (dort machen fast keine Ausländer Urlaub) gibt es mittlerweile Dünen aus Plastikmüll.

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schnitteuk 07.08.2019, 12:14
7.

Ein Kommentar, der förmlich nach virtue signaling schreit. Er lädt dazu ein, Zustimmung zu brüllen, um sich von den Touristen abzugrenzen, die Kulturdenkmäler zerstören - wobei der sich Abgrenzende selbst natürlich kein Tourist ist, sondern ein kulturbeflissener Kosmopolit, der andere Länder „genießt“, statt einfach nur, wie der Tourist, hinzufahren. Streng nach dem wichtigsten Motto der Reisebranche: „Tourist ist immer der Andere.“

Aber zum Thema. Dieses Verbot geht natürlich viel zu weit. Klar, man kocht keinen Kaffee auf der Spanischen Treppe. Aber hier wird doch nicht das Kaffeekochen auf ihr verboten, sondern das bloße Sitzen! Als ob das Sitzen auf einer Treppe nickt ebenso Teil ihres Zwecks wäre wie das Gehen. Mich beschleicht der Verdacht, dass die Unterstützung der „Via Condotti Association“ für das Verbot vor allem von den dort organisierten Cafébetreibern getrieben wird, die es natürlich gerne sähen, wenn die Touristen in ihren Cafés säßen statt auf der Treppe.

Grüße aus Hiroshima, wo ich derzeit als Tourist, der auch dazu steht, weile.

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lungervogel 07.08.2019, 12:21
8. Vorbei mit dolce far niente

Wenn der Blockwart patrouilliert, fühlt sich der Tourist besonders geschätzt und gibt sein Geld gern vor Ort aus.
Egal, dann eben andere Städte besuchen...

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Pixelpu 07.08.2019, 12:30
9. Einverstanden, aber

Die Touristenhorden auf der Spanischen Treppe und das Bad im Trevi–Brunnen sollten, wenn möglich, wirklich reduziert werden. Dieses ist auch sicher sehr viel einfacher als die Bekämpfung der Müllhalden am Tiber und an den sogenannten naturbelassenen Stränden der Italienischen Adria. Die illegale Entsorgung von Giftmüll im Kulturland Italien wäre ein weiteres Thema für die besorgten Politiker. Aber da gibt es sicher die ein oder andere spezielle Vereinbarung innerhalb der mafiösen italienischen Strukturen, die solche wichtigeren Aufgaben verhindern.

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