Forum: Reise
Verbot in Rom: Polizei vertreibt Touristen von Spanischer Treppe
Filippo MONTEFORTE / AFP

Eine kurze Rast auf der berühmten Spanischen Treppe gehört eigentlich zu jeder Rom-Reise. Die Stadt hat das verboten - wer sich trotzdem auf das Monument setzt, muss zahlen.

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geminiape 07.08.2019, 14:59
30. Verständlich!

Ich war letzens in Rom und ich hab die Stadt nicht mehr wiedererkannt, völlig überlaufen! Ich kann die Römer verstehen und tu Ihnen den Gefallen und komm die nächsten 10 Jahre einfach nicht mehr. Ich hatte mir auch ein Panini auf der Treppe gegönnt, musste aber ganz unten sitzen weil jede Stufe bereits besetzt war, JEDE!

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gigi76 07.08.2019, 15:14
31. weitere sinnvolle Verbote

Nicht nur das Baden in Brunnen ist verboten, es reicht schon, wenn man die Hände oder Füße ins Wasser halten will. Was an sinnvollem Verbot noch fehlt ist der Verkauf von Rosen am oberen Ende der Treppe. Gefühlt wird man alle 2 Minuten angesprochen, ob man nicht eine Rose kaufen möchte - was äußerst nervig ist.

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mol1969 07.08.2019, 15:15
32. Gedanken zur Bewegungsfreiheit oder -limitierung

In meinen Augen gibt es zwei Welten: Die der Diktaturen wie beispielsweise in Nordkorea, teilweise in China oder vor 1990 in den meisten Ostblockländern. Sollte man eines dieser Länder besuchen, sollte man nach der Devise vorgehen: Nur, was ausdrücklich erlaubt ist. Alles andere ist möglicherweise verboten.

Die andere Welt ist die freie Welt, zu der ich heutzutage (mit Abstufungen) den größten Teil der "üblicherweise touristisch genutzten" Ländern zähle. Selbstverständlich auch Italien.
In diesen Ländern sollte man davon ausgehen, dass man sich als Tourist frei bewegen kann und, normalen Anstandsregeln folgend, ohne Befürchtung einer Strafe aufhalten kann.

Nun gehört Kaffeekochen unter der Rialtobrücke oder das Zelten in einer Parkanlage nicht zu den normalen Anstandsregeln. Das Sitzen auf einer (breiten) Treppe oder das Essen eines Brötchens in der Öffentlichkeit kann ich jedoch nicht als Verfehlung erkennen. Auch das Herumlaufen mit freiem Oberkörper würde ich persönlich zwar niemals praktizieren, aber mir fällt es gerade sehr schwer, darin eine relevante Verfehlung zu erkennen.

Ja, ich finde es selber unmöglich, wenn jemand mit nacktem Oberkörper außerhalb eines Badestrandes herumläuft. Aber das ist doch nichts, was ich mit einer Verordnung verbieten kann, das ist einfach schlechtes Benehmen. Was kommt dann, eine Verordnung gegen Hawaii-Hemden oder Sandalen mit Socken? Einrichtung einer "Geschmackspolizei" mit regelmäßigen Patrouillen? Ich bitte euch, was bilden sich irgendwelche Verwaltungsbeamte einer italienischen Stadt ein?

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mol1969 07.08.2019, 15:17
33.

Zitat von geminiape
Ich war letzens in Rom und ich hab die Stadt nicht mehr wiedererkannt, völlig überlaufen! Ich kann die Römer verstehen und tu Ihnen den Gefallen und komm die nächsten 10 Jahre einfach nicht mehr. Ich hatte mir auch ein Panini auf der Treppe gegönnt, musste aber ganz unten sitzen weil jede Stufe bereits besetzt war, JEDE!
Angebot und Nachfrage eben. Preise erhöhen, solange, bis der Touristenstrom nachläßt. Gegen Tagestouristen, die ihr Wurstbrot mitbringen, kann man nichts tun. Jedenfalls nicht in einer freien Gesellschaft.

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paleki79 07.08.2019, 15:34
34. Mir blutet das Herz!

Ich war 1996 auf Studienfahrt in Rom und habe mir bei 35 Grad und sengender Sonne zusammen mit meinen Klassenkameradinnen diese Stadt erlaufen und wir sind eingetaucht in diese faszinierende Metropole voller Geschichte. In der Mittagshitze wurden wir über's Forum Romanum gescheucht, im Pantheon war ich kurz davor, mich vor Ergriffenheit auf den Boden zu werfen. Santa Maria Maggiores Gold-grüne Kastendecke ließ uns vor Ehrfurcht erblassen. Wir waren Rom verfallen. Aber das absolute Highlight jeden Abend war das Sitzen auf der Spanischen Treppe, umgeben von jungen Leuten mit Gitarre. Wir sangen, schauten in den Nachthimmel und dachten, dass das jetzt wohl Liebe war.
Ich weiß, dass das bald 25 Jahre her ist, aber mir blutet das Herz, wenn ich lese, dass man nicht mehr dort sitzen kann. Ein Armutszeugnis für die Stadt und die Touristen, deren Geld man natürlich gerne nimmt, die aber bitte nicht stören dürfen und die in den letzten Jahren offensichtlich nicht mehr wissen, was sich gehört. Ich wünsche mir die guten, alten Zeiten zurück...

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Sibylle1969 07.08.2019, 15:43
35.

Das Bad im Trevibrunnen ist schon lange verboten. Auf unserer Abi-Abschlussfahrt nach Rom 1988 kam ein Mitschüler auf die Idee, ein Bad im Trevibrunnen zu nehmen. Das brachte ihm schon damals Ärger mit der Polizei und ein Bußgeld ein.

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dw_63 07.08.2019, 15:43
36. Römische Lebensart

Zitat von b1964
Viele Touristen verhälten sich wie die berühtem Vandalen. Sie nehmen auf niemanden Rücksicht und glauben, sich alles erlauben zu können. Würden sie sich zuhause in den eigenen vier Wänden auch so aufführen? Natürlich ist es nett, wenn man auf der Spanischen Treppe sich setzt, die Atmosphäre des Platzes genießt und vielleicht dabei auch noch ein Eis isst. Nur so ist die Situation dort schon lange nicht mehr. Menschenmassen hocken dort, albernd und gröhlend, von Blumenverkäufern belagert. Man türmt Rucksäcke auf und schmeißt achtlos seinen Müll weg. So war es seit Jahren und auch fast an jedem Tag des Jahres. Natürlich ist Rom eine einmalige Stadt, denn wohl kann man 2700 Jahre durchgehende Geschichte in diesem Umfang an einer Stelle erleben? Vielleicht noch in Jerusalem. Aber das rechtfertigt nicht, dass Millionen von Menschen (nicht übertrieben) diese Stadt heimsuchen, verschmutzen und beschädigen? Rom ist eben kein Freilichtmuseum, sondern in erster Linie eine lebende italienische Stadt. Es kann nicht sein, dass die Römische Lebensart von Massentouristen ohne jedes Gespür von Anstand zerstört wird. Ich war mehrfach in Rom und habe es immer genossen, in diese Stadt einzutauchen und am italiensichen Lifestyle teilzuhaben. Ich habe diese Stadt erlaufen (!) und mit dem Roller erfahren (auch die Espositione Universale di Roma). Ich habe gelesen und entdeckt und nehme für mich in Anspruch, dass die Stadt von mir keine Notiz genommen hat oder nehmen musste. Es macht einen traurig, was der Massentourismus an Verwüstungen auch in kultureller Hinsicht bewirkt!
"Es kann nicht sein, dass die Römische Lebensart von Massentouristen ohne jedes Gespür von Anstand zerstört wird."

Treppen, auf die die Römer sitzen und mit dem Handy telefonieren sind "Römische Lebensart". Es war auch früher eben der Flair, wenn auf der spanischen Treppe Menschen gesessen hatten, tja, Tourismus und seine Folgen.

Aber was Sie so umfänglich als "guter" Tourist beschreiben, ist das Problem von Massentourismus, überall.

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geotie1 07.08.2019, 16:00
37.

Klar müssen die Regeln und Gesetze des gastgebenden Landes eingehalten werden, auch wenn die einem komisch vorkommen. Andererseits müssen die Touristen hier in Deutschland unsere Regeln und Gesetze einhalten. Und wenn die Strafen einem zu hoch erscheinen, dann darüber berichten, damit anderen Reisenden nicht ebenfalls auf diese Falle reinfallen. Also, wenn ich das Gefühl haben sollte, Italien sieht mich nur als Geldbörse an, was in Rom besonders auffällig ist, dann drehe ich wie Lolek und Bolek den Globus und werde dann bestimmt auch was andere finden.

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MatthiasPetersbach 07.08.2019, 16:18
38. ...das schreit nach Zustimmung.....

...ist aber ziemlich falsch.

DEN Touristen gibts genausowenig wie DEN Italiener.

Und die Frage, ob sich in Rom jetzt mehr Halbspacken und Instagramm-Vandalen oder Vernünftige aufhalten, dürfte wohl -wie überall- zugunsten der Vernünftigen ausgehen.

Diese Besucherstädte haben ein Massenansturmproblem, das sie aber zum Teil selbst zu vertreten haben. DA wäre es durchaus Zeit, z.B. mal die Werbung und die Aussenwirkung zu überprüfen. Es gibt hunderte schöne Städte in jedem Land - auch Italien - , die ihren eigenen Reiz haben - aber man wird wohl wenig Werbefilmchen über Italien registrieren, in denen nicht Venedig und das Kolosseum drin vorkommen.

Da muß man sich etwas überlegen - aber egal wie das Problem heißt - es wird nicht dadurch gelöst, daß man ganz normalen Leuten verbietet, sich auf ne beknackte Treppe zu setzen und ein Pausenbrot zu verzehren. Das ist lächerlich.

Nicht zuletzt, weil die damit verbundenen Schädigung von irgendwas (?) ein Rätsel bleibt. Klar, man kann die Treppe quasi nie menschenleer fotografieren - aber das kann man an Millionen anderer Orte auch nicht. Und ein Rucksack oder 10 und Menschen oder 100 sind eben Rucksäcke und Menschen. Nix dagegen einzuwenden.

Gegen Missverhalten kann man KONTROLLIEREN. Wenn man wollte.

Es ist natürlich leichter, zu kontrollieren, ob jemand auf ner Stufe sitzt.

Aber das trifft die Falschen - wie immer. Gesetze gegen Id*ten - und der Normalo ist der Gelackmeierte.
Nur weil andere ihren Müll nicht wegräumen, soll ich da nichts essen oder trinken? Ist die Exekutive jetzt endgültig zum Büttel der Vandalen verkommen?

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stechuscactus 07.08.2019, 16:23
39. An diejenigen...

...die sich über Abzocke in Rom beklagen sei gesagt - solange es Leute gibt die sich abzocken lassen werden auch die Abzocker nicht aussterben, lohnt sich halt das Geschäft. Ich bin jedesmal überrascht wie preiswert Rom im Vergleich zu anderen Metropolen ist. Um das mitzubekommen muss man sich allerdings ein paar Meter von den üblichen Touristenfallen entfernen, was einigen offenbar schwerfällt.

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