Forum: Reise
Verbot in Rom: Polizei vertreibt Touristen von Spanischer Treppe
Filippo MONTEFORTE / AFP

Eine kurze Rast auf der berühmten Spanischen Treppe gehört eigentlich zu jeder Rom-Reise. Die Stadt hat das verboten - wer sich trotzdem auf das Monument setzt, muss zahlen.

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bucketfor99 07.08.2019, 22:30
50. In Siena

durte man schon vor 10 Jahren nicht auf die Piazza sitzen und wurde von der Polizei vertrieben. Das gilt auch für den Platz vor dem Centre Pompidou in Paris. Was soll also die Aufregung?

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realistico 07.08.2019, 23:56
51. Ich wundere mich über...

...die Kommentatoren, die schreiben, dass Italien erst in den letzten Jahren Touristen abzockt. Meiner Erfahrung nach war das schon vor 30 Jahren so. Im Bahnhof Genua im Warteraum als friedlicher Rucksacktourist von Polizisten „wachgetreten“, weil man dort über Nacht auf den ersten Zug weiter Richtung Süden übernachtet hatte. In allen Touristen-Metropolen wie Rom, Florenz, Pisa immer nur der übelste „Abzug“ und trotz freundlichem und zurückhaltendem Auftreten das komplette Gegenteil von Gastfreundschaft erlebt. Hat dazu geführt, dass ich jahrelang Italien als Reiseland gemieden habe. Dennoch war ich mit der Familie später als „Erwachsener“ in der Toskana, in Südtirol (ist das wirklich Italien???) auf Sardinien (und leider auch im total mafiaverseuchten) in Kalabrien und war total geflasht von der Schönheit der Landschaft.
1990 habe ich zum letzten Mal auf der spanischen Treppe gesessen, abends gegen 19 Uhr, zusammen mit meiner Freundin „sitzend“ die friedliche und sinnliche Atmosphäre genossen.
Wenn das jetzt nicht mehr möglich ist, so what? Es gibt in Europa, wie auch weltweit genug Reiseziele, in denen man sich - angemessenes Verhalten vorausgesetzt - als Gast willkommen fühlen darf. Ein rechts-gerichtetes Italien, das seit Jahrzehnten versäumt, seine Hausaufgaben zu machen, gehört dann, trotz aller landschaftlicher Schönheit, eben nicht mehr dazu....

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citroenfahrer 08.08.2019, 00:16
52. Also irgendwie

muss ich etwas verpasst haben...War gerade wieder mit Familie und Hund für 3 Wochen in Italien in der Nähe von Pistoia. Freundliche Leute, alles sauber, weder pfeifende Polizisten noch Abzocke... Liegt aber wahrscheinlich daran, dass ich mir meine Reiseziele mit Bedacht aussuche. Rom, Florenz, Venedig, Pisa etc. etc. sollte man mal gesehen haben, machen für mich aber nicht "Italien" aus. Da gibt es mehr Chinesen, Engländer, Deutsche und neuerdings auch Dänen als Italiener. Das "richtige" Italien findet man abseits der ausgetrampelten Touristenpfade immer noch, herzliche Menschen, atemberaubende Landschaft, wunderbares Essen. Ich bin mit meiner Familie jedes Jahr jeweils im Frühjahr und im Sommer für mehrere Wochen in Italien, kenne die Lombardei, die Toskana und Umbrien, Venetien und Sizilien... ich übernachte niemals in Hotels sondern überwiegend auf alten Weingütern oder in Ferienhäusern und immer außerhalb von großen Städten. Wer Rom heute noch mit Italien verwechselt, dem ist nicht mehr zu helfen und der darf sich auch darüber aufregen, dass er seinen Hintern nicht auf der spanischen Treppe platzieren darf. Typisch deutsch eben...

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search_for_truth 08.08.2019, 00:48
53. Ich habe einen McDonalds-Kaffee auf der spanischen Treppe getrunken...

Wenn ich recht darüber nachdenke, bin ich vor weniger als 10 Jahren auch einmal an einem Abend mit einem Kaffee-Becher in der Hand vom nahegelegenen!! McDonalds!! auf der spanischen Brücke gesessen, Kaffee geschlürft, und von dem Film "Ein Herz und eine Krone" mit Audrey Hepburn geschwärmt.
Eigentlich ging ich immer davon aus, dass das strafrechtlich nicht relevant war, - aber man weiss ja nie... :-)

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Manitou-01@gmx.de 08.08.2019, 02:52
54.

Da hilft nur ein Tourismus-Boykott. Wenn der Tourist nur als eine melk-Kuh angesehen wird, aus der man Geld herausquetscht, dann sollen Cafe-Betreiber und Kommunalpolitiker mal sehen, wie sie ohne die Touristen (bzw. deren Brieftaschen) auskommen.

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Michael2016 08.08.2019, 05:50
55. Wer den Tourismus haben will

muss sich auch mit den Konsequenzen abfinden. Damit meine ich aber nicht unflätiges, unsittliches oder störendes Verhalten. Essen in der Öffentlichkeit mit Hinterlassen der Reste auch nicht. Aber ein Sitzen auf den Stufen der Spanischen Treppe muss geduldet werden, sonst wird demnächst das Betreten des Kollesseums auch verboten. Dann ist der Reiz weg. Man kann eben nicht alles haben.

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hestonhill 08.08.2019, 07:43
56. Die spinnen, die Römer...

Rom ist ein einzigartiges Freilichtmuseum, das es lohnt, besucht zu werden. Deshalb ist es auch logisch, dass jedes Jahr Millionen an Besuchern in die Stadt strömen, um sie zu erleben. Dass die Römer unter den Massen leiden ist verständlich, aber auch unvermeidlich. Insofern ist es durchaus nachvollziehbar, dass klare Regeln, wie z.B. ein Badeverbot im Trevibrunnen (was eigentlich selbstverständlich sein sollte) aufgestellt werden müssen. Wenn aber trillerpfeifende Polizisten an besagtem Brunnen mit Argusaugen darauf achten, dass kein Tourist auch nur einen einzigen Finger in das Wasser steckt, nimmt der Aufpasswahn groteske Züge an. Und dass man sich als erschöpfter Besucher nicht mehr auf der Spanischen Treppe setzen und für einen Moment verweilen darf, empfinde ich als absolute Frechheit und Schikane, zumal es in unmittelbarer Umgebung keine Sitzgelegenheiten gibt, die eine kurze Rast zulassen, ohne dass man sogleich zu unverschämt überzogenen Preisen abgezockt wird. Mein Rat an alle künftigen Rom-Besucher: streicht die Spanische Treppe aus der Besichtigungstour, sie ist ohnehin relativ unspektakulär - eine Ansammlung von Stufen, nicht mehr und auch nicht weniger. Rom hat deutlich interessantere Sehenswürdigkeiten zu bieten, als dieses Bauwerk.

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BöwaM 08.08.2019, 07:50
57. Als junger Mann war ich mal in Rom

War wunderschön. Tagsüber die Sehenswürdigkeiten studiert (war eine Studienreise), abends auf der spanischen Treppe mit einer Flasche Chianti gesessen. Ein Erlebnis. Jede Menge Künstler, Musiker, Maler und Zeichner mit ihren Staffagen. Man hat jemanden mit einer Gitarre einen Schluck angeboten und hat sich dafür ein Lied gewünscht. Sozusagen das Spotify der 80er:-). Oder man saß da, redete, trank und auf einmal drückte einer einem eine Papierrolle in die Hand. Es war einer Karikatur meiner Person. Einfach so. Ja, die Achtziger waren schön. In Rom konnte man auf der spanischen Treppe sitzen, in Deutschland auf den Markt gehen ohne Betonsperren zu umgehen und auf Festivals ohne nach Waffen und Bomben gefilzt zu werden. Das ist der Vorteil von uns Alten. Wir wissen, das es auch anders geht. Wir nehmen nicht alles als gegeben hin.

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SusiWombat 08.08.2019, 08:08
58.

Zitat von Pixelpu
Die Touristenhorden auf der Spanischen Treppe und das Bad im Trevi–Brunnen sollten, wenn möglich, wirklich reduziert werden. Dieses ist auch sicher sehr viel einfacher als die Bekämpfung der Müllhalden am Tiber und an den sogenannten naturbelassenen Stränden der Italienischen Adria.
Und wie würden Sie das Baden einschränken? Teure Tickets verkaufen - nie mehr als 20 Personen gleichzeitig im Wasser? Oder Badezeiten festlegen? Täglich von 9-10 und von 21-22 Uhr darf gebadet werden?

Es ist halt ein Brunnen und kein Freibad.

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MatthiasPetersbach 08.08.2019, 09:03
59.

Zitat von realistico
... Wenn das jetzt nicht mehr möglich ist, so what? Es gibt in Europa, wie auch weltweit genug Reiseziele, in denen man sich - angemessenes Verhalten vorausgesetzt - als Gast willkommen fühlen darf.....
Nun ja, DAS ist natürlich richtig.

Das trifft aber auch auf Italien zu - eben AUSSERHALB der Touristengebiete. Selbst "Rom hintenraus" ist noch sehens- und erlebenswert.

In Rom selbst - da läuft man durch und guckt sich das an - und gut. Man braucht weder ins Colosseum noch in den Petersdom (zumindest nicht unter diesen heutigen Massen - da hat man dann genau NIX davon), auf anderen Plätzen als der Piazza Navona kann man auch nen Kaffee trinken - wenn man das in Italien auch stilvoller ganz geschwind im Stehen an der Bar macht - und auf irgendeine Treppe, die nichts hergibt außer die Stimmung, die da nicht ist, braucht man auch nicht zu sitzen.

Zur richtigen Zeit ist man es auch heute noch im Pantheon ziemlich ruhig. Was anderes - meine bescheidene Meinung - ist ja eher NICHT so prickelnd - und gibts auch außerhalb Roms.

Trotzdem ist dieses Sitzverbot der Hohn in Dosen. Und es bleibt der Eindruck nicht aus, daß man lieber auf die Touris herabguckt, die schikaniert und abzockt statt die eigene Arbeit richtig zu machen.

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