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Veste Heldburg: Europas erstes Burgenmuseum entsteht in Thüringen
dapd

Museumsprofi Ulrich Großmann war selbst erstaunt, dass es in ganz Europa noch kein Burgenmuseum gibt. Das will er ändern, ein passendes Gemäuer fand er in Thüringen. Eine Pilotausstellung deutet jetzt schon an, was die Besucher ab 2015 erwarten wird - zum Beispiel mannsgroße Playmobil-Ritter.

year4929 30.06.2012, 14:20
1. Nicht ganz richtig

Sehr weit über die Landesgrenzen hat der Verantwortliche wohl nicht geschaut.
In Clervaux in Luxemburg steht in den Räumen des dortigen Schlosses eine permanente Ausstellung über alle Luxemburger Schlösser, dies im Massstab 1/100
http://www.tourisme-clervaux.lu/index.php?option=com_content&view=article&id=59&It emid=73&lang=de

Er mag also etwas Einzigarteiges in Deutschland einrichten, aber damit hat es sich dann.

Nichts destotrotz eine schöne Initiative

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rgom 30.06.2012, 20:13
2. Playmobil Ritter

Zitat von sysop
Museumsprofi Ulrich Großmann war selbst erstaunt, dass es in ganz Europa noch kein Burgenmuseum gibt. Das will er ändern, ein passendes Gemäuer fand er in Thüringen. Eine Pilotausstellung deutet jetzt schon an, was die Besucher ab 2015 erwarten wird - zum Beispiel mannsgroße Playmobil-Ritter.
Sehr schön. Bloß sind lebensgroße Playmobil Ritter das letzte was ich in einem Burgenmuseum sehen möchte. Ich hoffe, das soll kein Ritter-Disneyland werden.

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gewiss 13.07.2012, 01:45
3. Wurde Grossmann falsch zitiert oder fehlt ihm der Blick für Europa?

Vielleicht ist das Museum in der Heldburg das erste und einzige, das mit europäischen Geldmitteln errichtet wurde oder umfassend Gesamteuropa beleuchten möchte, aber es gibt und gab schon lange vor Grossmann burgenkundliche Museen (Burgenmuseen) in Europa, in Italien, Frankreich, Luxemburg und in der Schweiz, aber auch im "deutschen Europa", so in Deutschland, Österreich und Südtirol, und zwar vor dem "ersten Burgenmuseum Europas" in der Heldburg. Prof. Großmann sollte es wissen, da er erst kürzlich das 1955 als "Südtiroler Burgenmuseum" konzipierte und 2005 erneuerte "Südtiroler Burgenmuseum Trostburg" besuchte.

Gewiss, das Südtiroler Burgenmuseum Trostburg hatte weder Euro Millionen im Rücken noch beansprucht es eine europäische Vorreiterrolle; es will anhand der sehr sehenswerten Trostburg als Ausstellungsobjekt Nr. 1 und anhand einer bewusst kleinen Dauerausstellung, die für wissende und unwissende Besucher in 10-30 Minuten gewinnbringend zu bewältigen ist, einen burgenkundlichen Zugang zu den - speziell Südtiroler - Burgen vermitteln. Das Konzept entstand im Bewusstsein, dass kein Europäisches Burgenmuseum zu planen war und verfolgte damit auch ein gänzlich anderes Ziel.

Obwohl (oder weil?) die Heldburg und die Trostburg aufgrund ihrer inhaltlichen Ausrichtung schon seit Jahren eine partnerschaftliche Nähe such(t)en, scheint das Südtiroler Burgenmuseum für Prof. Großmann nicht erwähnenswert. Dies ist zwar weder der Sinn von Partnerschaft noch institutionell besonders freundlich, aber es sei Prof. Grossmann natürlich unbenommen, das Südtiroler Burgenmuseum nicht namentlich zu erwähnen. Wenn ein Wissenschaftler allerdings wider besseren Wissens Tatsachen leugnet (hier die Existenz von Burgenmuseen in Europa), dann gibt dies zu denken. Ich hoffe, Prof. Grossmann wurde nur falsch zitiert!

Dem ersten europäischen Burgenmuseum wünsche ich in diesem Sinne europäischen Weitblick und mit diesem auch viel Erfolg, auf dass es tatsächlich das erste Burgenmuseum für Europa werde und dort den ersten Rang einnehme! Möge das Jahr 2015 nun tatsächlich auch zum Eröffnungsjahr werden! Den Pionieren und "kleinen Fischen" unter den Burgenmuseen in den Staaten und Ländern Europas wünsche ich aber weiterhin Durchhaltevermögen und viel Erfolg, da sie es sind, die den Besuchern jene nötigen Informationen bieten, die diese vor Ort suchen!

Ich gönne es dem Burgenmuseum Heldburg, wenn es öffentliches Geld in Millionenhöhe bekam, aber es stünde ihm gut, es dankbar zu nehmen statt auf die lokalen Burgenmuseen, die häufig das Werk von Freiwilligen sind, mit Missachtung zu schauen.

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