Forum: Reise
Wandern in den Pyrenäen: Auf der Flucht vor der Inquisition

Wo einst die Katharer vor den Inquisiteuren flüchteten, müssen Wanderer heute nur wilde Kühe fürchten: Der*spektakuläre Weitwanderweg GR-107 führt von Frankreich durch die Pyrenäen nach Spanien* - zu Burgen, Bergdörfern und einer Sterneköchin, die Mittelalter-Speisen auftischt.

kyon 12.05.2011, 15:15
1. Lehrpfad

Zitat von sysop
Wo einst die Katharer vor den Inquisiteuren flüchteten, müssen Wanderer heute nur wilde Kühe fürchten: Der*spektakuläre Weitwanderweg GR-107 führt von Frankreich durch die Pyrenäen nach Spanien* - zu Burgen, Bergdörfern und einer Sterneköchin, die Mittelalter-Speisen auftischt.
Jeder Katholik sollte statt nach Rom erst einmal dorthin "pilgern" und diesen Weg, den die "Tiere Satans" fliehend gehen mußten, ablaufen. Vielleicht würde sich dann die Reise nach Rom erübrigen.

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Thorbjoern 12.05.2011, 16:14
2. Aw:

Animateure und Requisiteure mags ja geben, Herr Meyer, Inquisiteure aber ganz bestimmt nicht.

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billger 12.05.2011, 16:34
3. gut Essen und alt werden

Zitat von sysop
Wo einst die Katharer vor den Inquisiteuren flüchteten, müssen Wanderer heute nur wilde Kühe fürchten: Der*spektakuläre Weitwanderweg GR-107 führt von Frankreich durch die Pyrenäen nach Spanien* - zu Burgen, Bergdörfern und einer Sterneköchin, die Mittelalter-Speisen auftischt.
Ist das nicht die Gegend, wo die Leute so eine enorme Lebenserwartung haben? Da wäre ja mal noch interessant gewesen, konkret zu wissen, was die denn da so futtern - gerade bei dieser Sterneköchin.

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Oberbefreiter B. 12.05.2011, 16:44
4.

Zitat von Thorbjoern
Animateure und Requisiteure mags ja geben, Herr Meyer, Inquisiteure aber ganz bestimmt nicht.
Das müssen Sie dem Moderateur überlassen ;)

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berndschlüter 12.05.2011, 18:26
5. Der Kampf der Kirche für Macht und gegen die Menschlichkeit

Die schlimmsten Verfolgungen der reformwilligen Christen fanden nicht etwa in Spanien statt, wie oft behauptet wird, sondern in Frankreich und Deutschland.
Die Katharrer wurden regelrecht abgeschlachtet und auch die Waldenser mussten schließlich den vermeintlich sicheren Hafen Nordspanien verlassen. Waldenser finden wir heute in Piemont in der der Nähe von Turin, in Süddeutschland, der Schweiz und in einigen Gemeinden, die in der Welt zerstreut sind.
Unfassbar, wie man diese friedlichen Menschen verfolgen konnte. Unfassbar auch, dass ich immer noch Mitglied der römisch katholischen Kirche bin. Dabei steht die Himmelstür offener, wenn man austritt.
Deutschland wurde auch durch Hexenverbrennungen bekannt, allerdings durch mehrere Konfessionen begangen. Die bekannteste Hexenverbrennung war dann die Verfolgung der Juden nach 1933, die meisten Opfer waren in den Ländern östlich von Deutschland zubeklagen. Man fand in der dortigen Bevölkerung willige Unterstützer für den Mord.
In Spanien stieß man bis auf die Zeit des Bürgerkriegs meist noch auf eine gewisse Menschlichkeit, die bei der Behandlung der Indios in Süd und Mittelamerika an ihre Grenzen stieß.
Unter Heinrich IV von Navarra gelangte schließlich ein nordspanischer Protestant auf den französischen Thron, der sich dann aber der päpstlichen Übermacht unterordnen musste.

In der Zeit der Reformationskriege, zu denen ich auch die des 12.Jahrhunderts zähle, konnte sich der Islam ungehindert ausbreiten, da der römische Papst die Unterordnung der orthodoxen Ostkirche verlangte. Dieser Gesichtspunkt wird oft nicht beachtet.
Der Islam fand in Spanien eine ausgesprochen tolerante Ausprägung. El Andaluz wurde zum Kulturellen Mittelpunkt Mitteleuropas, verfolgt von der katholischen Kirche. Selbst Nicolaus von Kues konnte ein Lied davon singen. Er hatte Kontakt zu vielen Aufklärern. So zu Francis Bacon. Wissen galt damals als Ketzerei.
Bernd Schlüter

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Oberbefreiter B. 12.05.2011, 18:44
6. Titel

Zitat von berndschlüter
...Unfassbar auch, dass ich immer noch Mitglied der römisch katholischen Kirche bin....
Unfassbar, dass es überhaupt noch Religionen gibt, auch staatlich toleriert, die sich das Recht herausnehmen, anderen vorzuschreiben, was sie zu glauben (und vor allem zu tun) haben.

Für genau die sollte man wirklich mal einen Staat schaffen. Dann können die sich dort alle die Köppe einschlagen und uns "Ungläubige" endlich mit ihrem Kindergartengetue in Frieden lassen. Es soll ja Menschen geben, die schon genug Probleme haben und sich nicht noch künstliche schaffen wollen.

Nur wird dann die Religion vermutlich durch einen Fussballverein ersetzt. Menschen sind schon lächerliche Kreaturen. Wird Zeit, dass die große Spaghetti-Gottheit uns alle in Tomatensauce ertränkt. Ramen!

Nur so als Anregung für das Mittelalter-Restaurant ... "Gegrillter Inquisitor in blutroter Tomatenvinegrette an Katharrergemüse ..."

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niccolòòò 14.05.2011, 08:15
7. Kindhitserinnerungen

Danke für den schönen Artikel, der mich an all die Burgen erinnert, zu denen ich als Kind mit meinen Eltern immer wieder (auf Wegen, die in Deutschland sofort vom Ordnungsamt stillgelegt würden, insbesondere bei Montségur) hochklettern musste.

Ein kleiner Fehler ist aber (glaube ich zumindest) drin. Es müsste heißen, "das Tal der Ariège".
Die Ariège ist ein Fluss und Namensgeber des Tals, sowie des Départements mit der Nummer 09.

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