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Was Einheimische an Touristen nervt: Liebe Italien-Urlauber - hört auf, uns zu imitie
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Deutsche Pseudo-Italiener, Indien-Backpacker auf Selbstfindungstrip, geschwätzige Touristen in der Londoner U-Bahn: Manche Verhaltensweisen von Reisenden gehen Einheimischen ganz schön auf den Zeiger. Eine Auswahl.

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cotillo2011 28.07.2017, 15:53
40. Kürzlich in Edinburgh erlebt:

Es gibt Städtetouren mit dem Bus entweder nur in Englisch oder mit mehrsprachiger Übersetzung auch in Deutsch. Wir (zwei deutsche Touristinnen) wählen die rein englischsprachige Busvariante. Mit uns im Bus sitzt u.a. eine Gruppe von ca. acht Deutschen, die sich lärmend unterhält. Der Reiseführer bittet (in Englisch) höflich darum, sich nicht zu unterhalten, damit man in Ruhe der von ihm geführten Tour folgen kann. Unsere Landsleute können entweder nicht gut Englisch oder es interessiert sie nicht, jedenfalls wird sich weiter lauthals unterhalten über dieses und jenes. Für die Stadtrundfahrt scheint sich keiner von ihnen zu interessieren. Wir fragten uns, warum sie nicht die andere mehrsprachige Tour gewählt haben und schämten uns sehr für dieses Verhalten!

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neanderspezi 28.07.2017, 15:58
41.

Die zuoberst abgelichtete Person zu diesem Bericht scheint italienisches Urgestein zu repräsentieren und mit dem kleinen Finger deutet er an, dass er auf diese Weise nie Spaghetti Bolognese essen würde, wie es viele Touristen mit Löffel und Gabel den Italienern gleichzutun versuchen. An dem kleinen Finger hängt dann, wenn man Meister in der Handhabung ist, die letzte Nudel.

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checkitoutple 28.07.2017, 16:09
42. Kommt nach Kreta hier regt sich keiner auf

Die Kretaner freuen sich über die Besucher nur wenn sie sich den ganzen Tag besaufen wollen dann Bitte in die dafür gedachten Orte wie Maila gehen. Ansonsten kann man auch auf der Restilichen Insel seinen Urlaub feiern oder verbringen.
Für Selbstfinder eigenen sich dann eher die Berge- dort begenet man dann auch Einsidlern aus der Ganzen Welt und wenn man es ernst nimmt mit der Selbstfindung werden sie einen dabei unterstützen.
Die Bewohner freuen sich genauso über diejenigen die in ihrer Landessprache reden wie über die die versuchen sich der Kultur anzupassen.
Denn die Griechen wissen man hat das ganze Jahr gearbeitet um sich jetzt zu entspannen und sie gestehen einem zu das auf die Art zu machen die man am liebsten hat.

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spmc-135322777912941 28.07.2017, 16:12
43. Die Bretonen regen sich über die Pariser auf

und sind froh wenn die wieder weg sind, aber sie leben von ihnen in den drei kurzen Monaten der Sommersaison. Eine französische Hausvermieterin sagte mir mal sie würde nur an deutsche, nicht and französische Touristen vermieten. So schlimm kann es mit uns als gar nicht sein. Ich hatte mal eine französische Freundin deren Kinder ganz entsetzt waren als sie erfuhren dass ihre Mutter mit einem Deutschen ging. Zum Thema deutsche Touristen fiel den beiden Teenagern nur ein "gegrillte Schweinchen" und " vollgeladene Teller im Club soundso. Die Einheimischen sollten sich nicht so aufblasen sondern dankbar sein dass es noch immer Touristen gibt die gutes Geld ausgeben.

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Reiner Weint 28.07.2017, 16:13
44. In München eher kein Problem

Zitat von schnellersurfer
Sehr interessanter Artikel. Wie viel Toleranz darf/muss man erwarten, und wie viel sollte man selbst üben? Geht denn "Moin" in München?
In München ist das kein großes Problem (glaube ich). Aber hier in Oberbayern auf dem Land hab ich es schon ein paar mal probiert - Man wird angesehen und behandelt wie ein Alien. Antwort gibts in der Regel nicht - man muss schon ein Grüß Gott oder Servus hinterherschieben, dann klappt auch mit einer freundlichen Antwort.

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JoachimFranz 28.07.2017, 16:24
45. Oder kaufen Sie mal in Bayern einen "Weck"

Zitat von Edelstoffl
Aber gehen sie mal in Hamburg oder Berlin in eine Kneipe und sagen "Servus" oder bestellen in einer Bäckerei eine "Semmel"... ...
Es waren Schulferien und ich war zu Besuch bei meiner Tante in Bayreuth. Und dann schickte sie mich zum Bäcker um die Ecke zum Einkauf. Den bayrischen Ausdruck "Semmel" kannte ich mit 8 Jahren damals noch nicht. Aber dass die Angestellten in einer bayrisch/fränkischen Bäckerei den Ausdruck "Weck", den neben "Semmel" gebräuchlichsten Ausdruck für ein Brötchen im süddeutschen Raum nicht kennen, wirft mich heute noch um. So viel zur Weltoffenheit in Bayern. :-)

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Little_Nemo 28.07.2017, 16:39
46. Des einen Freud, des anderen Jung

Warum ich mich ausgerechnet in Indien selbst finden sollte (ich habe mich ja eigentlich immer dabei) und mich dafür, wie für so vieles andere, uniformieren muss, hat mir in der Tat auch noch nie eingeleuchtet. Die Leute machen wohl gern Karneval. Andererseits vermute ich, dass viele derer, die da in den sozialen Medien dem allgemeinen Trend zur hemmungslosen Empörung gefolgt sind, selbst anderen Menschen ab und an auf den Senkel gehen.

Ein gutes Beispiel ist übrigens das mit den Radfahrern (ein sensibles Thema, ich weiß). Bei uns hier in der Stadt gibt es z.B. (mindestens) eine Fußgängerampel, die von einem Radweg auf dem Bürgersteig gekreuzt wird. Nur eine verschwindende Minderheit scheint zu wissen, dass man auf dem Radweg nicht stehen und warten sollte. Das ist oft Grund für Zwist. Andererseits scheinen auch nicht viele Radfahrer zu wissen, dass sie zu warten haben, wenn die Fußgänger grün haben. Grob gesehen ist man damit quitt, denke ich.

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Jasro 28.07.2017, 16:40
47. Aber...

...heißt es nicht immer: "When in Rome, do as the Romans do."-? ;-)

Es gibt übrigens im "Spiegel" 31/1981 eine wunderbar treffende Beschreibung von Pascal Bruckner und Alain Finkielkraut über Touristen und deren Selbstverständnis, die von geradezu verblüffender Aktualität ist:

Reisen bildet, aber verbeult die Hosen

http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-14332993.html

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HaioForler 28.07.2017, 16:43
48.

Grausam, solche Touristen. Ich habe an der Uni Italienisch studiert; und mir war es damals sogar schon zuwider, wenn Italiener (die durchaus gut Deutsch beherrschten), mich in Deutschland auf Italienisch ansprachen. Es könnte ja jemand zuschauen und meinen, ich müßte mich da produzieren. Bemühen um eine fremde Sorpache schadet nie, aber das in Gestik, Sprache und Mimik oft überzogene Getue so mancher Touristen auf Selbstfindungstrip - wohl meist jüngeren Semesters, für die es noch ganz toll ist, mal aus Bochum rauszukommen - möchte Einen noch an Ort und Stelle in der Auslegware versinken lassen. Zahlen! Sicherlich gibt es dies auch bei Älteren, aber wohl seltener, da man in höherem Alter schon weiß, wer man ist. Im Endeffekt geht es - und ich betone, es geht jetzt nur um die kitschig -übertriebene Darstellung_ - doch Denjenigen nur darum, sích mit aller Gewalt von Ihren Landsleuten unterscheiden zu wollen. Wie oft noch sehe ich heute einen Jungspund, der sich allen Ernstes am Tresen halb betrunken bei einem Engländer für den 2. Weltkrieg entschuldigt. "*So sorry !*" ;)

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susiwise 28.07.2017, 16:44
49. Fremdenfeindlichkeit

Das ist also die gute, die richtige, die gerechtfertigte Form von Fremdenfeindlichkeit - wohlgemerkt gegenüber Menschen, die man selbst eingeladen hat, die wieder gehen werden und die gutes Geld ins jeweilige Land bringen. Wenn sich also Touristen dermaßen für eine Kultur oder Sprache begeistern, dass sie in ihrem Assimilationsverhalten ein wenig übertreiben, ist man als Einheimischer zurecht "genervt". Soso.

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