Forum: Reise
Weltreise mit Fahrrad: "Niemand dachte, dass ich es schaffe"
Felix Starck

Eine Weltreise mit Rad - das war Felix Starcks Traum. Untrainiert fuhr er los. Sein Reisepartner ließ ihn im Stich, sein Opa starb, er bekam eine Lungenentzündung. 17.918 Kilometer, 365 Tage, 22 Länder später ist er ein anderer geworden.

Seite 2 von 7
jobie09 23.09.2014, 09:10
10. Reisender, kein Tourist ...

unter diesem Motto durfte ich einen auf einer ähnlichen Reise gewonnenen Freund wiedersehen. Gerade als Alleinreisender erlebte ich vieles, was auch dem Autor gefiel: Gastfreundschaft in NZL, wunderbare Landschaft dort. Der Höhepunkt der Fahrradreise war die Strecke von Vancouver nach San Francisco, die damals viele von Nord nach Süd fuhren...mit eingebautem Rückenwind. Die klassische Bildungsreise 2.0, vielen Dank für die Beschreibungen ! Man kommt tatsächlich als ein Anderer zurück ...

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Kleinunternehmer 23.09.2014, 09:35
11.

Zitat von phthalo
Wie weit man von so einer Tour dann wirklich nachhaltig beeinflusst wird, bleibt abzuwarten. Sicher weiß man dann zu Hause erstmal heißes Wasser zu schätzen. Aber sicher gab es in vielen Ländern auch immer fließend heißes Wasser und zudem gewöhnt man sich sehr schnell an ein komfortableres Leben. Das, was ihm kurz nach der Reise wie Luxus vorkommt, ist in einem Jahr bereits wieder völlig normaler Alltag.
Ich kann aus meiner Erfahrung heraus sagen, dass so ein Erlebnis einen während des gesamten späteren Lebens nicht unbeeinflusst lässt. Bei uns war es eine Reise durch Afrika (30 Tage) vor vielen Jahren, die uns nachhaltig beeinflusst hat.

Das, was der junge Mann schreibt, empfinde ich genau so: man wird deutlich gelassener und auch nach diesen Jahren ist es für mich nicht selbstverständlich geworden, morgens Brot zu haben oder einfach den Wasserhahn aufzudrehen.

Und es ist genau so wie er sagt: trotz der Armut sind die meisten Leute dort durchaus zufrieden und glücklich (immer vorrausgesetzt die Grundbedürfnisse werden erfüllt - ein Hungernder ist natürlich nicht glücklich).

Wir jammern hier auf einem sehr hohen Niveau des Lebensstandards - aber glücklicher sind wir nicht. Wir geben dafür nur sehr viel, was uns kein Geld der Welt zurückbringt: Lebenszeit

Ich kann wirklich jedem solche Erfahrungen nur wünschen.

Reisen bildet - und zwar nachhaltig.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
jojma 23.09.2014, 09:38
12. Ausreden

Zitat von Gela2006
...dass er das durchgehalten hat. Ich wollte das auch immer einmal machen - und jetzt bin ich zu alt. Das Leben rast an einem vorbei.
Bin 2001 von D nach Zentralafrika, mit dem Rad. Von Mauretanien bis nach Mali fuhr ich mit eine pensionierten belgischen Krankenhausdirektor zusammen, Alte +56 Jahre. Also, es ist nie zu spät, es sei denn man denkt so.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Domainator 23.09.2014, 09:39
13.

Ich bin schon immer wieder erstaunt, mit welch mangelhafter Vorbereitung sich Leute auf solch eine Reise wagen. Zitat: "...Kettenwechsel stand an, Navigieren klappte nicht gut - alles Aufgaben von Fynn." Hallo? Wer nicht eigenhändig sein Fahrrad reparieren kann (und zwar mit wechseln der Radlager) der sollte nicht auf solche eine Reise gehen. Und die 400 Dollar: Wenn er sich vorher auch nur EINEN Reisebericht durchgelesen hätte, wäre ihm das nicht passiert. Ich habe selber eine Fahrradreise gemacht - eine wesentlich kürzere. Und trotzdem waren meine Vorbereitungen wesentlich besser und gründlicher.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
thkarlau 23.09.2014, 09:41
14. Starckes Stück

Der Junge hats drauf! Von dieser Reise wird er ein Leben lang zehren und sich immer wieder erinnern, wie dekadent wir im Westen doch geworden sind. Solche Reisen prägen einen Menschen, er kommt um viele Erlebnisse reicher und gereifter zurück. Meinen Glückwunsch zu dieser Leistung!
Hoffentlich gibts mal einen TV- Bericht, den ich liebend gern sehen würde.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
jojma 23.09.2014, 09:43
15. Kann ich bestätigen

Zitat von phthalo
Wie weit man von so einer Tour dann wirklich nachhaltig beeinflusst wird, bleibt abzuwarten. Sicher weiß man dann zu Hause erstmal heißes Wasser zu schätzen. Aber sicher gab es in vielen Ländern auch immer fließend heißes Wasser und zudem gewöhnt man sich sehr schnell an ein komfortableres Leben. Das, was ihm kurz nach der Reise wie Luxus vorkommt, ist in einem Jahr bereits wieder völlig normaler Alltag.
das mit dem Komfort. Allerdings verändert einen eine solche Reise schon, wenn man dann ohne Vollkasko reist. Man lernt unter anderem sich auf seine Entscheidungen zu verlassen da man sowie so keinen Nachbarn hat bei dem man sich rückversichern könnte ob dass was man gerade macht eigentlich richtig ist.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
jojma 23.09.2014, 09:45
16. Kapier

Zitat von BMerkenswert
Weltreise, aha. Da gibt es Menschen, die legen die Strecken die er übder die Kontinente geflogen ist wirklich Radfahrend zurück. Eine Weltreise mit dem Fahrrad im Gepäck und ab und an mal einige hundert Kilometer fahren sind zwar eine feine Sache aber jetzt nicht so ungewöhnlich. In den 80ern habe ich nach dem Abi fünf Monate lang mit zwei Freunden Europa mit dem Rad bereist, vielleicht hätten wir ein paar Flüge dazu nehmen sollen.
ich auch nicht das mit den Kilometern. Bin selbst ein Jahr lang mit dem Rad gereist, von Berlin nach Kamerun, und jeden Kilometer gestrampelt, bis auf die Straße von Gibraltar und die mauretanische Wüste. Da kamen 18000 km. Wie man da mit 17000 um die Welt kommen kann ist mir n' Rätsel.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
empikhb 23.09.2014, 09:48
17. Das ist eine Weltreise

Wer eine echte Weltreise mit dem Fahrrad sehen möchte, dem lege ich einen SPON Beitrag von 2004 ans Herz. Vor zehn Jahren sind zwei Zeitgenossen mit dem Rad zur Fußball WM 2002 nach Japan und Korea geradelt. Ohne das Flugzeug zu benutzen.

Wer mehr lesen möchte: http://www.spiegel.de/unispiegel/wunderbar/mit-dem-fahrrad-zur-wm-von-kreuzberg-nach-korea-a-324271.html

Es gibt auch ein ganz witzig geschriebenes Buch dazu.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Oskar ist der Beste 23.09.2014, 09:51
18. um die Welt mit dem Fahrrad?

ich bin in 2008 von Auckland nach Wellington und von Picton nach Greymouth und dann von Sydney über Melbourne und Adelaide nach Darwin geradelt und habe dafür 3 Monate gebraucht:
Der gute Junge scheint mir in einem Jahr mit 17000 Km doch relativ mit anderen Transportträgern unterwegs gewesen zu sein.
Auch kann ich seine Aussagen über Neuseeland nicht bestätigen: Da dort sehr viele Langstreckenradfahrer unterwegs sind, ist es keineswegs so, daß man ständig mit Hilfsangeboten überhäuft wird. Bei dem negativen Erlebnis in Kambodscha scheint mir allerdings noch etwas anderes hinzuzukommen: es ist lebensgefährlich 150km ohne Wasserzufuhr in der Hitze zu radeln; leicht hätte er daher auf dem Weg um Wasserzufuhr bitten müssen (und Wassertabletten zur Reinigung des Wassers gehören zur Grundausstattung jedes Abenteuerurlaubers.) Ach ja ich habe damals in insgesamt 3 Monaten etwa 6000 EURO ausgegeben.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
martin.mai 23.09.2014, 09:52
19. Tolle Geschichte

Ich kann Felix nur dazu gratulieren, diesen Schritt, diese Reise gewagt zu haben, und dann trotz Widrigkeiten und Krankheit weitergemacht zu haben. Die Erfahrungen und Erlebnisse behaelt er fuer immer, das kann ich aus Erfahrung sagen.
Ich war Ende der 80igern in Indien/Nepal unterwegs mit dem MTB. Klar, man musste hinfliegen, aber dort sind wir (fast) alles mit dem Rad gefahren, auch sicher 10'000 km (ohne GPS) in 5 Monaten. 91/92 war ich 4-5 Monate mit dem MTB in Jemen, Jordanien. Aegypten. Auch hier sind gewisse Strecken ohne Flugzeug nicht machbar. Die Erlebnisse & Er"fahr"ungen auf dem Land, auf den Strassen und im lokalen Verkehr, bei Wind & Wetter und mit den Einheimischen beim Tee oder beim Abendessen sind die Dinge, die dich praegen, und die mich auch jetzt noch immer wieder packen. Die Sehnsucht, mehr zu sehen als die enge eigene Umgebung, und die Erkenntnis, dass man sich einfach nur auf den Weg machen muss, laesst einen dann auch immer wieder den Rucksack packen oder das Rad satteln. Weiter so, Felix!

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Seite 2 von 7