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Winter-Odyssee mit Bus und Bahn: Nur runter, runter von der Insel

Weil in London-Heathrow kein Flug mehr ging, schlug sich Ole Reißmann per Bus und Bahn nach Deutschland durch. Über Paris und Frankfurt versuchte er, nach Hamburg zu gelangen - und erlebte eine 60-stündige winterliche Odyssee.

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Indigo76 21.12.2010, 18:16
40.

Zitat von Hadrien
Ich hatte am Samstag einen Flug von Oslo über Amsterdam nach Bremen und natürlich waren alle Flüge über Amsterdam restlos gestrichen. Einzige Alternative zur mehrstündigen Anstehen am KLM Reisebüro um frühestens am nächsten Tag einen Flug zu bekommen, war das Stornieren des Anschlussflugs. Das habe ich gemacht, wollte dann mit dem Zug weiter nach Bremen. Dass nach 18 Uhr keine Züge mehr von Amsterdam nach Bremen fahren, die vor 8 Uhr in der Früh ankommen, hatte ich nicht bedacht. Also habe ich nach Mitfahrgelegenheiten gesucht und wurde gleich fündig. Zu meinem Glück ging es 30 Minuten nach meiner Landung in Schiphol gleich mit dem Auto weiter nach Bremen und am Ende konnte ich mich über eine verschmerzbare Verspätung von insgesamt 2 Stunden freuen. Einige meiner Freunde in Oslo waren bis Montag nicht daheim. Etwas Kreativität und Eigeninitiative zahlt sich manchmal aus und kann einem dann auch eine 60 stündige Odysee ersparen. P.S. die Chancen, dass ich mein Geld zurück bekomme, stehen sogar ganz gut.
Es gibt eine sehr schöne Schiffsverbindung zwischen Oslo und Kiel. Fährt täglich und zu dieser Jahreszeit gibt es immer freie Kabinen. Von Kiel nach Bremen ist es dann nur noch ein Katzensprung. Das ist übrigens das Schiff, auf dem Lena vor dem Grand Prix aufgetreten ist.

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Altes Eisen 21.12.2010, 18:24
41. Winter in Stalingrad

Zitat von blackcyclist2010
Was für eine Weicheigeneration, die mit ihren kleinen Problemchen auch noch Geld verdient. Mein Opa ist im Winter 42 vor Stalingrad gewesen und konnte Weihnachten auch nicht bei Muttern verbringen. Ganz freiwillig war er auch nicht da und russische Scharfschützen sind sicher ein größeres Problem als knarzende Lautsprecher. Wenn das so weitergeht schreiben irgendwelche verzogenen Bubis in 20 Jahren seitenlange Berichte, wie sich beim Schuhe zubinden die Finger gebrochen haben.
Genau alles Weicheier!
Damals in Stalingrad haben wir uns bei -35 Grad mit freiem Oberkörper rassiert und die Kugeln der russischen Scharfschützen zwischen den Zähnen aufgefangen und zurückgeschossen.Siehe Videobeweis
http://www.youtube.com/watch?v=21CFhK_EODk
PS : Der nächste Winter kommmt besimmt.Frohes Verreisen!

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momov 21.12.2010, 18:24
42. wirkliches Leben

Zitat von udo hermanns
Lieber Odysseus, Haben sie noch nichts davon gehört, dass man von ...
Klar, nachher kommen die (un)realistischen Ratschläge, wie man besser von Punkt A nach Punkt B hätte kommen können.

Wenn man in so einer Situation drin steckt, ratlos ist und nach greifbaren schnellen Ideen und Möglichkeiten sucht, sich einige dann auch noch als undurchführbar herausstellen, so könnte ich mir vorstellen, dass man froh ist, überhaupt irgendwie halbwegs vorwärts zu kommen.

Diese nette Wetter-Geschichte schildert ein "wirkliches Leben", wie es auch jederzeit und jedem anderen passieren könnte, wenn etwas plötzlich nicht nach Plan läuft.

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Marie Laveau 21.12.2010, 21:37
43. Katzensprung

Zitat von Indigo76
Es gibt eine sehr schöne Schiffsverbindung zwischen Oslo und Kiel. Fährt täglich und zu dieser Jahreszeit gibt es immer freie Kabinen. Von Kiel nach Bremen ist es dann nur noch ein Katzensprung.

Klar, besonders im Winter, zu Fuß.

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Zorpheus 21.12.2010, 22:32
44. ...

Bei mir hats grad 80 Stunden von der Insel nach Deutschland gedauert.
Diese Kommentare hier, als ob man mal eben einen Flug von Stansted buchen könnte... es waren bzw. sind einfach alle Verkehrswege verstopft. Ich hab 1 Tag vorher den Eurostar resevieren müssen, und dann trotzdem noch 7 Stunden bei der Abfertigung angestanden.

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Zorpheus 22.12.2010, 01:04
45. Ergänzung, Eurostar

... und als ich das Eurostar-Ticket nur einen Tag vor der Fahrt bekommmen hab, hab ich noch Glück gehabt.
Ich hab am Samstag ziemlich lang im Internet gesucht. Gegen 18 Uhr war bei British Airways der nächste buchbare Flug nach Deutschland am Montag 18 Uhr. Gegen 23 Uhr konnte man dann schon nur ab Dienstag 20 Uhr etwas buchen. Das Umbuchen ging allerdings nicht bei mir. Bei der Hotline kam man nicht mal mehr in die Warteschleife, sondern bekam nur die Ansage, dass man auf der Internetseite umbuchen soll. Dort bekam ich dann die Meldung, dass die Umbuchung bei mir leider nicht möglich ist, und ich die Hotline anrufen soll. Super. Ich war dann auch mal auf dem Flughafen, aber dort herrschte nur das reinste Chaos, und es gab auch niemandem, bei dem man Flüge buchen konnte.
Beim Eurostar gab es Samstag 23 Uhr Züge, die Sonntag gegen 15 Uhr nach Brüssel bzw. Paris abfuhren. Ich hab mich dann leider für den Zug Montag 8:30 entschieden, weil ich beim Zug am Sonntag mir nach der Ankunft wieder ein Hotel hätte suchen müssen.
Montag früh war dann nichts mit einfach beim Check-In reingehen, sondern dort stand schon eine Schlange, die im Zickzack durch den Bahnhof ging und außen noch um das halbe Gebäude drumherum. Nach 2 Stunden im Freien anstehen war ich endlich im Gebäude, wo es ein bisschen wärmer war. Die Heilsarmee verteilte Getränke. Nach insgesamt 7 Stunden war ich dann im Zug. Zwischendurch kam übrigens noch die Ansage, dass keine Eurostar-Tickets mehr bis zum 24. Dezember verfügbar sind. Es gab ein Fernseh-Team was Leute interviewt hat, und es kursierte die Zahl, dass 6000 Leute dort warteten. Ich glaub gegen 13 Uhr wurde durchgesagt, dass sich niemand mehr anstellen soll, weil an dem Tag die Kapazitäten nicht für noch mehr Leute reichen.

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README.TXT 22.12.2010, 08:35
46. Die Bahn kommt .... nicht mehr

Zitat von kaba06
Weichenheizungen gab es früher überhaupt nicht.
Doch gab es, je nachdem wie man früher definiert und selbst vor Zeiten der Weichenheizungen war das kein Problem weil massig Personal vor Ort das für die Weichen zuständig war, damals zu "Opas" Zeiten hat der Bahnwärter notfalls mit der Lötlampe die Weichen freigehalten wenn das Salz versagte, das war sein Job. Ich weiss noch wie ich als Kind im Winter am Bahnhof das Personal habe springen sehen, die Züge kamen nie nennenswert zu spät, heute empfiehlt die Bahn ihren Kunden zu Hause zu bleiben, das sagt doch schon alles. Kaputtgespart und auf Börsengang getrimmt, nix anderes steckt dahinter.

Zitat von kaba06
Aber davon abgesehen: Die Bahn ist doch trotzdem gefahren. Es gab Verspätungen von 1 Std und mehr und volle Züge. Nicht schön, aber besser, als den Betrieb einzustellen. Die Bahn war früher ÜBERHAUPT keine Alternative. In den "goldenen" siebzigern und achtziger Jahren hatte die Bundesbahn im wesentlichen das Reichsbahnniveau zu Wende Zeiten.
So ein polemischer Quatsch. Solch mickriger Schneefall hätte bei der Bahn früher nicht dieses Chaos wie heute ausgelöst, dafür hätten die nicht mal den Schneepflug rausgefahren weil auch die Züge robuster waren. Heute: ICE funktioniert nicht, weil Wasser den Zug lahmlegt, der Regionalexpress hier hat auch ständig Ausfälle, blieb shcon mitten auf der Strecke stehen, Passiagiere wurden mit Bussen 'gerette', was ist das denn bitte für ein Schrott?
Die müssen sich noch aus dem Auslanf Ersatzzüge ausleihen weil sie selber keine haben, so hart sind die auf Kante genäht. Wie schon oben geschrieben: Kaputtgespart damit man einen attraktiven Börsengang vollziehen kann. Der Kunde? Interessiert uns doch nicht, Hautpsache der Rubel rollt.

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Sysiphos110 22.12.2010, 09:47
47. Alle reden vom Wetter - wir nicht. Wir bleiben einfach stehen!

Zitat von Cinderella01
Wenn die Grünen erst mal das Land im Griff haben, werden wir uns noch nach Zeiten, wo es nur 60 Stunden für 1000 km gebraucht hat, zurücksehnen.
Was hat das mit dem Thema zu tun? Die Grünen sind zumindest gegen Rationalisierungen im Bahnverkehr.

Schließlich ist auch dort der Grund für viele Ausfälle und Verspätungen zu suchen.
Wenn - und das kommt durchaus vor - ein Blitzeinschlag in die Oberleitung Ihren High-Tech-Zug lahmlegt - dann steht der da.
Stundenlang. Weil Ersatz wegrationalisiert wurde und eine Abschlepplok locker 4 Stunden braucht.
Um Sie mit Ihrem Zug wieder flottzubekommen. Alles schon erlebt.

Voriges Jahr in einem Regionalexpress von Heidelberg nach Bad Dürkheim. Im Hochsommer.

War nett. Vor allem die nölenden Fahrgäste, denen ich einem nach dem anderen hätte die Fresse polieren mögen.

Das ist jetzt auch polemisch. Sehr sogar. Und das mit voller Absicht.

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