Forum: Reise
Winzer im Odinstal: Besuch beim Rebenversteher
Gerrit Callsen

Rebstöcke werden nur bei abnehmendem Mond beschnitten - und bei Kalziummangel bekommen sie Eichenrindentee: Der biodynamische Weinanbau wird selten so konsequent betrieben wie auf Gut Odinstal in der Pfalz. Das Ergebnis sind tiefenentspannte Tropfen, fern jeder Konvention.

Seite 1 von 3
Ratzbär 17.12.2013, 08:17
1. Nullsumme?

Also wird die Zeit, die durch das Nichtbeschneiden der Rebstöcke gespart wird, durch die doppelte Arbeitszeit der Ernte wieder verbraucht?

Wenn der Wenn bzw. die Trauben dann einen besseren, intensiveren Geschmack haben - warum nicht so?

Klingt auf jeden Fall "probierenswert". ;-) (Ganz abgesehen von den fehlenden chemischen Sprühmitteln, deren Rester sicherlich in konventionellen Weinen nachweisbar sind.)

Beitrag melden Antworten / Zitieren
taglöhner 17.12.2013, 09:36
2. Aluhelm

Zitat von
Damals galten biodynamisch arbeitende Winzer noch als Sonderlinge, die sich in esoterischen und okkultischen Handlungen verlieren.
Damals wie heute. Denn genau die Esoterik und okkulte Praktiken hebt sie von den anderen ab, wie sie ja auch im artikel beschrieben werden.

SPON wühlt mal wieder kräftig in der Eso-Welle. Verblödungsjournalismus nenne ich sowas.

Wenn Weinkunden den Hokuspokus mit bezahlen wollen und diese Weine gleichwertigen oder besseren konventionellen oder Bioweinen vorziehen ist das ihre Sache. Aber ein seriöses Magazin sollte nicht auch noch Werbung dafür machen. Ich denke mal, die Weinwirt- und -Wissenschaft wird ihnen schon den Marsch blasen.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
BettyB. 17.12.2013, 09:45
3. Klar doch natürlich..

Wer aber kocht "in der Natur" den Tee, wenn es Schumann nicht macht? Der "liebe" Gott?

Beitrag melden Antworten / Zitieren
taglöhner 17.12.2013, 09:58
4. gefühlte Intensität

Zitat von Ratzbär
Also wird die Zeit, die durch das Nichtbeschneiden der Rebstöcke gespart wird, durch die doppelte Arbeitszeit der Ernte wieder verbraucht? Wenn der Wenn bzw. die Trauben dann einen besseren, intensiveren Geschmack haben - warum nicht so? Klingt auf jeden Fall "probierenswert". ;-) (Ganz abgesehen von den fehlenden chemischen Sprühmitteln, deren Rester sicherlich in konventionellen Weinen nachweisbar sind.)
Ja wenn! Blöderweise wird auch im konventionellen- und noch mehr im Bioweinbau selektiv gelesen, wenn's ein besseres Gewächs ist.

Und eine beliebige von hunderten alternativen Erziehungsmethoden weltweit als überlegen zu bewerten, weil Eso im Spiel ist, kann man nur als Volksverdummung bezeichnen.

Und wie im konventionellen- und Bioweinbau wird auch hier kräftig Kupfersulfat als Fungizid gesprüht, sonst kann man's nämlich gleich bleiben lasen. Kann man prima im davon angereicherten Boden, aber auch im Lesegut nachweisen.

Her muss man aufpassen, nicht auf Etikettenschwindel 'reinzufallen.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
dont_think 17.12.2013, 10:08
5. Kein dogmatischer Eiferer?

Wer Kuhhörner vergräbt, um den Nährstoffbedarf der Rebe zu decken, ignoriert den tatsächlichen Entzug durch Lese und Blattfall und schadet mittelfristig der Bodengesundheit.
Wer mit Minimalschnitt oder gar keinem Schnitt versucht, die Rebe nicht zu stressen, sollte konsequenterweise das Lesegut aus Wildreben (analog Brombeeren) zusammentragen. Nur das Wildreben in die Rheinauen gehören und ein- bis zweimal im Jahr überschwemmt werden, was gleichzeitig das Nährstoffproblem löst. Das kannten schon die alten Ägypter mit ihrem Nilschlamm.
Auf keinen Fall in 350m Höhe von Mischwald umgeben.
Ich kann jetzt schon die "feine Champignongnote" (Pilzbefall) schmecken, die für solche Weine typisch ist.
Das ist alles ein alter Hut, schon in den 1980er Jahren gab es solche Bestrebungen und nicht erst seit 2004, wie im Text angedeutet.
Aber woher soll ein Immobilienmakler das wissen?
Für mich sicherlich kein Reisetipp, sondern ein abschreckendes Beispiel, wie man es nicht machen sollte.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
koppuwe 17.12.2013, 10:16
6. Nur so schreibt der Spiegel

Ich habe gerade mit einem schmunzeln im Gesicht: Besuch beim Reben Versteher gelesen.
Hörner im Boden, Schnitt bei abgehenden Mond, Tee für die Stöcke. Hier stellt sich mir die Frage, sucht ein Redakteur eine Geschichte, oder sucht ein Weingut Marketing. Ich will mir nicht anmaßen über die Qualität eines so behandelten Weines zu richten. Doch eine Frage stellt sich mir, wenn man die Bilder sieht, so scheint es, dass hier wie bei allen Winzern mit einem Laubschneider gearbeitet wurde?!? Wenn schon ein sanfter Rebschnitt für die Stöcke Stress bedeutet, was fühlt der arme Rebstock, wenn dieser durch rotierende Messer bei voller Laubwand zerstückelt wird? Wahrscheinlich spritzt man hier mit einem Quad zuvor ein Betäubungsmittel (selbstverständlich auf natürlicher Basis), damit die Stöcke keine Schmerzen spüren. Danach lässt man dann die kuschligen Pflänzchen bei aufgehendem Mond wieder erwachen.

Einen großen Unterhaltungswert bietet der Artikel, vielleicht findet sich noch ein Winzer, welcher die Trauben nur mit seinen Füßen austritt, die selbstverständlich seit Wochen ungewaschen sind, um die Aromen zu heben und die Gerbstoffe zu senken.

Ich freue mich auf die nächste Unterhaltung.

Uwe

Beitrag melden Antworten / Zitieren
faddo 17.12.2013, 10:44
7. Über den Geschmack des Weines...

lässt sich wohl trefflich streiten, wahrscheinlich auch über die anthroposophischen Methoden, die angewandt werden. Wenn Leute das kaufen wirds schon passen.

Die Lage des Weinguts ist jedoch einfach nur wunderschön. Ich bin dort vor zwei Jahren einmal zufällig gelandet, als ich an meinem bevorzugten Wanderweg eine mir unbekannte Abzweigung nahm. nach ein paar hundert Metern durch den Wald tat sich eine große lichtdurchflutete Fläche auf - der Weinberg. Das Gutshaus liegt wunderbar am höchsten Punkt, und man kann wirklich die gaze Rheinebene überblicken. Und hat dabei trotzdem das Gefühl ziemlicher Abgeschiedenheit. Ganz sicher einen kurzen Abstecher wert, wenn man an der Weinstraße ist und wandert.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
zeitmesser 17.12.2013, 11:04
8. ... tiefentspannt....

" er studiert ihr Wesen " und gewinnt
"tiefentspannte Tropfen" - - mal wieder
der biodynamische Journalist, der
diesen Quatsch auch noch aufschreibt;
jeder Winzer auf dieser Welt studiert
das Wesen seiner Reben, sonst hätte
er ja Klempner werden können - - und
wie tief bitte sind diese Weine "entspannt" ?? - knietief ?

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Holledauer 17.12.2013, 11:37
9. Liest sich wie die Story vom magnetisierten Wasser,

welches ja auch so ganz tolle Eigenschaften hat. Insbesondere dann, wenn es in Richtung Erdmittelpukt geschüttelt wird.
Diese Methode sollte man dem Winzer vielleicht auch empfehlen, denn der Erdmittelpunkt ist sicher etwas, was der Tiefenentspannung entgegenkommt.
Dies könnte mit der Weinlese verbunden werden, indem man die Trauben zunächst fallen lässt, dann fallen sie so in etwa in Richtung Erdmittelpunkt! Das wäre zumindest ein erster Ansatz.

Berechnet werden muss dann natürlich noch der Einfluss des abnehmenden Mondes auf die Richtung der Schwerkraft.

Jetzt fehlen nur noch die Globuli, welche jedem Weinstock jeweils bei Vollmond dargereicht werden.

Auf gelesenen Unsinn war es mir ein Bedürfnis, wiederum Unsinniges zu schreiben!

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Seite 1 von 3