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Zweifel an Südpol-Rekord: Kalt erwischt
DPA

Der deutsche Extremsportler Martin Szwed will einen neuen Rekord für eine Solotour zum Südpol aufgestellt haben. Zeugen will er nicht nennen, weil bei deutschen Behörden ein Verfahren gegen ihn läuft. Ist das glaubhaft?

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agust81 19.02.2015, 21:39
20.

Zitat von skell100
Wer vor der letzten Etappe angeblich rund 10 Tage Vorsprung auf den bisherigen Rekordhalter hat, der lässt nicht sein Gepäck einfach so zurück (um noch schneller zu sein, oder weshalb?), sondern der genießt den letzten Abschnitt in aller Ruhe. Und mit Gepäck (wegen dem Sekt). Wie er dann die 224 km einschließlich Rückweg ohne Proviant überstanden hat, das soll er mal erklären.
Warum nicht? Die anfänglichen 116kg des Schlittens sind zum Ende hin nicht bei 0kg angekommen, ein guter Grund ihn also stehen zu lassen. Macht übrigens jeder bei Mehrtagestouren - niemand schleppt sein Zelt mit auf den Gipfel, sondern lässt es im letzten Camp.
Proviant hatte er sicher ein wenig dabei. Die Rekord-Jagd geht auch nur bis zum Südpol, der Rückweg kann nach belieben organisiert werden.
Die Strecke in dieser Zeit zu absolvieren ist durchaus möglich. Das es dem bisherigen Rekordhalter gar nicht schmeckt, ist nicht weiter verwunderlich. Erst recht nicht, da er regelrecht düpiert wurde. Für die gleiche Strecke 10 Tage länger gebraucht zu haben, hört sich schon nach einem gemütlichen Spaziergang, mit ausreichend Schlaf, an.
Zu dieser Jahreszeit geht die Sonne dort kaum unter, was eine höhere Tagesleistung sicher begünstigt.
Zu welchen Leistungen Menschen mit entsprechender Vorbereitung und Fokussierung fähig sind zeigen viele andere Rekorde aus ganz anderen Bereichen.
Christoph Strasser ist so ein Kanditat (RAAM-Gewinner und auch Race-Around-Austria). Letzteres mit folgenden Daten: 2200km und 28.000hm in 3 Tagen, 15h, 24min bei nur 1:45h Standzeit mit 50min Schlafzeit!

Nicht desto trotz ist sein Verhalten reichlich naiv, und man darf auf die Veröffentlichung der Daten gespannt sein.

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morra 19.02.2015, 22:38
21. nächstes Mal mit Photoshop zum Mond

Das angebliche Beweisfoto schreit nur so nach Photoshop. Ich finde es beschämend für alle Medien, die so einen billigen Fake nicht erkennen und publiziert haben bevor Zweifel an Szweds Erfolg aufkamen!
Die Lichtverhältnisse im Hintergrund stimmen nicht mit der Belichtung des Mannes überein. Die Horizontlinie in der Brille verläuft viel zu hoch - wie bereits vorher kommentiert müsste man mindestens in diesem Fall eine Spiegelung der Kamera sehen können. Das ist aber ein Ding der Unmöglichkeit weil die Spiegelung sowieso hineingepfuscht wurde. Um das zu erkennen reicht ein etwas genauerer Blick auf Bild Nummer eins oder die Fotos auf explorersweb. Dort ist die Brille genau zu sehen. Sie ist gekrümmt und spiegelt gelblich verdunkelt. So ist das aus Szweds manipuliertem Foto nicht zu sehen- keine Tönung, keine Krümmung...
Sieht das denn keiner außer mir?
Abgesehen davon ein paar weitere Fragen an den "Südpolbezwinger":
- das gelbe Schild steht ein paar hundert Meter vom Pol entfernt. Warum gibt es keins am eigentlichen Pol? Da steht ein noch größeres Schild und es gibt diese herrliche silberne Kugel vor der sich bis jetzt jeder Soloabenteurer hat fotografieren lassen.
- Wenn Herr Szwed am 9. Januar aus der Antarktis ausgeflogen wurde, müssten sich doch sicher Nachbarn erinnern können, wann er in Balingen wieder aufgetaucht ist oder gibt es vielleicht noch Screenshots von seinem Twitter oder Facebookaccount - da muss er doch gepostet haben, was er wann gemacht hat...
- bisher hat er behauptet, er habe 80.000 Euro für die Reise bezahlt. So ein Bergbesteigungstrip mit den Amis kostet etwa 40.000 Wo ist denn der Rest des Geldes abgeblieben, wenn er tatsächlich nicht am Pol war? Hat er das schon mal für das eventuelle Bußgeld zurück gelegt?
- Wie ist er vom Pol wieder zurück gekommen?
Fragen über Fragen...
Und wenn es wirklich nur ein Fake war würde mich echt interessieren, warum einer so dermaßen blöd ist, sowas überhaupt zu versuchen in unserer total vernetzten Welt...

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nmu 20.02.2015, 00:51
22.

Zitat von hman2
Au weia. So ein Quark. Mit Doppler-Verschiebung können Sie die Relativgeschwindigkeit zwischen Sender und Empfänger bestimmen, aber nicht die Position.
Aber selbstverständlich können Sie das. Die Satelliten-Ortungssysteme Argos und COSPAS-SARSAT nutzen den Doppler-Effekt zur Ortung. Ich empfehle einen Blick in die entsprechenden Wikipedia-Artikel, bevor Sie sich hier weiter blamieren.

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torquemada 20.02.2015, 01:06
23. Grossartig!

Allein die Debatte, ob es ein Mensch zu Fuss schneller zum Südpol als andere geschafft haben könnte, zeigt nur den Unsinn der Debatte.

Ihm hats hoffentlich Spass gemacht, alles andere ist wie der berühmte Sack in China.

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lyhne 20.02.2015, 09:29
24. Hört sich spannend an.

Zitat von Warthog
Ein pathologisches Geltungsbedürfnis, welches man seit Jahren am Bodensee verfolgen kann. Angebliche Begehungen von Routen im Zehnten Grad ohne Zeugen.(weiterhin Besteigungen div. Gipfel ohne Zeugen und Beweise. Rekorde die keine sind) Und nachdem die Diskrepanz zwischen Realität und Heldensagen zu groß wurde kam der passende Tumor, welcher Koordination und Kraft beeinflusst. (Darf so jemand eigentlich Kletterlehrer sein???? Gefährdet er hier nicht seine Schutzbefohlenen?? Kann er im Zweifelsfall ein Seil im Falle eines Sturzes richtig festhalten???) Jemand der in freier Natur mehrere Routen im 10. Grad geklettert hat klettert in der Halle mit Leichtigkeit den 9. Grad. Hierbei wurde Herr S. nie gesehen. Wo hat Herr S. denn wirklich Physik studiert? Bzw. hat er jemals abgeschlossen??? Es gibt Berichte in denen er als Dr. der Selbigen bezeichnet wird. Wo ist die Arbeit? An welcher Fakultät hat er sein Diplom gemacht? Es bleiben vom ersten Auftritt vor vielen Jahren, bis zur aktuellen "Krönung" Lücken, Ungereimtheiten und Zweifel, in fachkundigen Kreisen mitleidiges Lächeln, obwohl er genau diesen Menschen Ihre Leistung stiehlt.
Zumindest hat er laut Schwarzwälder Bote sein Physikstudium in Kostanz begonnen: http://www.schwarzwaelder-bote.de/inhalt.balingen-martin-szwed-steht-vor-abenteuer-in-antarktis.5d8779dc-04d7-4f1b-8244-100d0071f9e1.html.

Hier könnte man manch geäußerte grundsätzliche Kritik an Herrn Szwed auch als Neid interpretieren.
Wobei es für mich auch nicht nachvollziehbar ist, dass er seinen scheinbaren Weltrekord nicht besser für andere dokumentiert hat und es scheinbar auch nicht vor hat, spätestens nach all der aufgekommenen Kritik. Das stimmt nachdenklich.

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Emil Peisker 21.02.2015, 12:01
25. Technik der 80er Jahre...

Zitat von hman2
"Fuchs hatte 1989 bei seiner Tour einen Satellitensender dabei, der permanent seine Position funkte. " Was bitte soll ein "Satellitensender" sein? Eine tonnenschwere Atomuhr mit metergroßen Solarpanels, um die Uhrzeit -wohin?- zu funken? Ein GPS-Empfänger ist erst einmal nur das: Ein Empfänger. Die senden - gar nichts. Es gíbt bei GPS keinen Rückkanal. Die Sender im GPS umkreisen die Erde, haben jeweils eine Atomuhr an Bord und senden deren hochpräzise Zeit zum Boden. Anhand der Signallaufzeit und der Position der Satelliten, die in Tabellen gelistet ist, errechnet jeder Empfänger seine Position selbst. Es wird nichts zum Satelliten gesendet, und es gibt keine zentrale Stelle, in der die Position der Empfänger gespeichert ist. Natürlich kann an einen GPS-Empfänger ein Computer und an diesen ein anderweitiger Sender angeschlossen sein, der aber mit GPS nichts zu tun hat. Und natürlich kann der Computer jede beliebige Manipulation der Daten vornehmen, so dass hier keinerlei Beweiskraft entsteht. Übrigens, wohin würde so ein Computer die Daten des GPS-Empfängers senden? In der Antarktis gibt es kein Mobilfunknezt. Natürlich könne man zu Landsat und Co senden, aber dazu braucht man ziemlich große Antennen...
Ein Satelliten-Telefon sendet selbstverständlich Signale, wenn das Gerät so programmiert wird. Ein solches Gerät, z.B. im Verbund mit dem Iridium-System, deckt auch die Polaregionen ab.

Es kostet ca. 2.000 Euro und wiegt mit Zubehör nicht mehr als 2kg.

Normalerweise wird mit dem Gerät telefoniert, oder es werden Daten gesendet. Die relativ niedrige Datenrate von 64kb/s für das kleine Mobilgerät ist für diesen Zweck ausreichend.

Ihr Beitrag beschreibt die Technik der 80er Jahre des vorigen Jahrhunderts. Es hat sich eine Menge getan seitdem...

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wobbe_gong 22.02.2015, 01:15
26.

Mit Interesse habe ich den Artikel gelesen, nicht nur wegen der Eingangs in der Überschrift angelehnten Zweifel der Solobezwingung von Herrn Szwed zum Südpol. Als ich dann das "Beweisfoto" mit dem Südpolschild im Hintergrund sah, war ich doch sehr erstaunt. Als ambitionierter Hobbyfotograf muss ich mich meinen Vorkommentatoren anschließen. Die Kamera - wäre sie noch so klein - müsste sich aus der Perspektive in der Brille widerspiegeln (Weitwinkel hin oder her), von der Wiedergabe des Horizonts mal ganz abgesehen. Stutzig hat mich auch die Auflösung des Bildes gemacht. Die Haare und der Bart sind sehr hochaufgelöst während eben dieses Schild sehr verwaschen im Hintergrund erscheint. Nebenbei bemerkt ist der ganze Hintergrund sehr verrauscht im Gegensatz zur knackscharfen Spiegelung in der Brille, was mich wiederum zur Reflexion führt. Ich finde diese sehr flach, nicht leicht gewölbt wie zu erwarten oder in der getönten Farbe der Brillengläser, selbst wenn diese silbern ausgeführt wären. Es müsste zumindest eine farbliche Korespondens da sein. Auch müsste auf der linke Seite vom Betrachter aus gesehen eine Reflexion der Sonne, die ihm ins Gesicht scheint, erkennbar sein. Ich bin gespannt, wie sich diese Geschichte entwickelt. Vielleicht sind wir alle im Unrecht und er hat es wirklich vollbracht. Vor lauter Vorbereitung hat er in der Eile nur seine Kamera zu Hause vergessen und schnell unbedarft ein paar Fotos zusammen "geschustert". Wie heißet es doch so schön? "Jeder ist solange als unschuldig, bis seine Schuld nachgewiesen ist."
PS: Ich finde es sehr erstaunlich, wie das Thema "Satellitenempfänger" breit getreten wird, das im Grunde augenscheinlich nichts mit dem eigentlichen Thema zu tun hat… aber ich lasse mich gerne eines Besseren belehren.

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Otziotzi 22.02.2015, 11:06
27. Wenn ich so einen Rekord erreichen will,

kümmere ich mich vorneweg darum, daß die notwendigen Nachweise erbracht werden können, und das doppelt und dreifach.
Und wenn es die eingepflockte Zielfahne ist.
Wenn ich ein Ziel nur für mich erreichen will, ist mir sowas wurscht, aber ich diskutiere hinterher auch nicht, was ich habe und was ich hätte.

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lanzelot72 22.02.2015, 21:28
28. nicht breitgetreten ... nur hinterfragt !

Und hman2 hat mit seinen Beiträgen immerhin schlüssig aufgezeigt, daß er nicht die geringste Ahnung von der Materie hat, über die er so fleißig schreibt.
Ich hab selten solche Leute erlebt, die derart plakativ ihr eigenes Unwissen öffentlich zur Schau stellen. Es sei ihm gegönnt !

Und was den angeblichen Rekordbezwinger betrifft: Wie blöd kann ein Mensch denn sein ? Gibt es tatsächlich eine Möglichkeit, NOCH mehr falsch zu machen ???

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peter_30201 23.02.2015, 09:47
29.

Zitat von hman2
Und wie wollen Sie die ermitteln ohne höchstpräzise Zeitquelle? GPS verwendet ja nicht grundlos sündteure und schwere Atomuhren. Es geht nicht ohne. Wäre GPS ohne Atomuhren möglich, würde man es tun.
Wer sagt denn etwas von Verzicht auf hochpräzise Zeitquellen? Die Qualität der Zeiten sind die gleichen wie bei GPS (Satellit: hoch; am Boden: gering).

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