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1899 Hoffenheim: Willkommen im Schlinger-Club!

Dank der Millionen von Mäzen Hopp wirbelte 1899 Hoffenheim die Fußballelite durcheinander. Aus, Schluss, vorbei. Die Trennung von Trainer Rangnick ist das*deutlichste Zeichen des Niedergangs: Dem Großsponsor ist Rendite mittlerweile wichtiger als sportlicher Erfolg.

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ovit 04.01.2011, 18:07
1. .

das modell abramowitsch, der sein geld ohne sinn und verstand in den verein buttert, will in diesem land keiner. das modell hopp ist aber auch nicht das richtige.

sicher kann man es krisieren, wenn einer mit seinem geld einen verein den weg in die bundesliga finanziert, aber dem hopp ging es meines erachtens von anfang an darum, nachhaltige strukturen in seiner heimatregion zu schaffen. den champions league sieg hatte er dabei sicher nicht im hinterkopf.

also alles nicht so wild.

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KB1111 04.01.2011, 18:11
2. Aufregung umsonst

Wozu die Aufregung:

Ohne Gustavo wird Hoffenheim vielleicht am Ende dieser Saison 9. oder auch 5., wer weiss es?
Der Verbleib eines evtl. gefrusteten Spielers darantiert doch keineswegs einen sportlichen Erfolg.
Sicher ist jedenfalls, dass der Verein und von mir aus auch Hopp 15 Mio. bekommen haben, die bei Auslaufen des Vertrages oder auch schwerer Verletzung nicht zu erzielen gewesen waeren.
Inswoeit richtig, den Spieler abzugeben.
Im uebrigen ist mir nicht gsnz klar, wie die finanziellen Verflechtungen des Vereins mit Hopp aussehen.
Sind es Einlagen, Darlehen, Spenden? Zu welchen Bedingungen, Zinssaetzen usw.? Wem gehoert das Stadion, wem stehen die dort generierten Einnahmen zu u.v.m.
Erst bei Kenntnis all dieser Details liesse sich beurteilen, ob und inwieweit Hopp ueberhaupt eine Rendite anstrebt bzw. realistisch erwarten kann.
Im uebrigen gibt es in der BL zehn Vereine, die sich zum Meister berufen fuehlen - selbst wenn jeder einen 500 Mio-Etat haette, wird am Ende doch nur einer Meister - und nicht zwingend der mit dem groessten Etat.

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fontin 04.01.2011, 18:12
3. Unterschied zwischen Mäzen und Sponsor

Wieso ist es dem Autor nicht möglich, zwischen Mäzen und Sponsor zu unterscheiden? Dazu hätte ein Blick in den Brockhaus genügt: "Ein Mäzen ist ein vermögender Privatmann, der mit finanziellen Mitteln Künstler oder Sportler beziehungsweise Kunst, Kultur oder Sport fördert; begrifflich abgesetzt gegenüber dem Sponsor, der seine Förderung mit der Vermarktung eines Produkts verbindet." Ersteres tut Hopp, letzteres strebt er nicht an. Wenn man das weiß, dann erübrigen sich Formulierungen wie etwa Hopp sei ein "Investor [,der] irgendwann den Rückfluss des Geldes einfordert" oder "wenn man nicht über den sportlichen Erfolg Profit erzielen kann, dann zumindest über den Verkauf des spielenden Personals." Hopp geht es eben nicht um Gewinn oder Rendite, sondern darum, die TSG möglichst bald wirtschaftlich von seinen Zuwendungen zu lösen, so dass der Verein eigenständig fortbesteht. Zudem ist sein Ziel die langfristige Förderung von sportlichem Nachwuchs und nicht der schnelle sportliche Erfolg in Form der Teilnahme an den europäischen Wettkämpfen. Und das veträgt sich nicht mit dem Ehrgeiz von Ralf Rangnick. Die Trennung ist daher durchaus verständlich und sogar sinnvoll.

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kay_ro 04.01.2011, 18:13
4. ohne Hopps Millionen

spielt der Verein hoffentlich bald in der Bezirksliga :-)

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erlachma 04.01.2011, 18:20
5. 1899

Zitat von ovit
also alles nicht so wild.
Das sehe ich ganz ähnlich. Hopp hat Strukturen geschaffen, eine Basis gelegt. Nun aber muss der Verein sich selbst tragen - es geht ja noch nicht einmal darum, großartig Gewinne zu machen, die investierten 170 Millionen Euro wird Hopp nie erzielen, das würde er nicht mal als FC-Bayern-Eigner.
Aber wir können nicht einerseits darauf schimpfen, dass die Vereine in Italien und Spanien nur Miese machen, dann aber andererseits in Deutschland es schlecht finden, wenn ein Verein eine ausgeglichene oder positive Bilanz schaffen soll.

Ich denke, Hoffenheim muss jetzt das machen, was sie eigentlich immer (in den letzten 4 Jahren) - sportlich - gemacht haben: junge Talente finden, ausbilden, und über das Team funktionieren. Hoffenheim hat letzte Saison ja nicht die überragende Hinrunde gespielt, weil sie eine mit Stars gespickte Mannschaft, sondern weil sie eine perfekt funktionierende Spielweise hatten. Da müssen sie wieder hin - und die Voraussetzungen dafür wurden ja geschaffen, mit einem neuen Stadion, neuen Trainingseinrichtungen und quasi keinen Altlasten.

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Tiberan 04.01.2011, 18:24
6. Fehleinschätzung des Artikels

Ich kann meinem Vorredner fontin nur zustimmen! Der Verein soll sich mittelfristig in der Bundesliga etablieren, ohne dass Hopp jährlich zig Millionen da rein pumpen muss. Er hat dem Verein sehr geholfen und möchte jetzt, dass er eigenständig ist und eben nicht auf ihn angewiesen ist. Der Verein war nie sein Spielzeug sondern ist für ihn wohl eher wie ein Kind, dass jetzt lernen muss, alleine zu stehen. Er lässt es aber nicht fallen, sondern hilft bei der Selbstständigkeit.

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friddsch 04.01.2011, 18:31
7. Investor

Herr Hopp war also dann unterm Strich doch ein Investor, der sich sein Objekt daran ausgesucht hat, wo er am einfachsten Einfluss nehmen konnte. Das zu bestreiten wäre lächerlich. Hier sei nur auf die Fusionsversuche verwiesen, die es mehrfach seitens dieses Herrn gegeben hat.

Das er jetzt sein Geld wieder rausholen will ist nur logisch und nachvollziehbar. Das die TSG langfristig ohne ihn im Mittelmaß der ersten Liga überleben wird glaube ich nicht. Vermute der Verein wird zu einem Pendelklub zwischen erster und zweiter Liga bei dem Umfeld. Schließlich war da vorher nichts und ohne die exorbitanten Summen Hopps wird die Konkurrenz auch wieder die guten Jugendspieler der Region ködern können, ganz zu schweigen davon, dass dieser Übergang - obschon lauthals propagiert - immer noch nicht zustande gekommen ist.

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WhereIsMyMoney 04.01.2011, 18:31
8. ...

Hoffentlich steigen die wieder in die dritte Liga ab. Jetzt wo Rangnick weg ist, können wir auch nicht mehr guten Fussball erwarten. Also, wozu sollen die in der ersten Liga sein?
So ein Retortenklub ist von Grund auf unsymphatisch.

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fritze meier 04.01.2011, 18:32
9. Der Laie wundert sich, der Fachmann staunt....

...und das nicht schlecht.

Was haben Hoffenheim und Hopp eigentlich so schlimmes angestellt? Ist wirklich furchtbar, wie hier Unsinn mit Unwissen zum Urschleim alberner Fußballweisheiten verquirlt wurde. Also: die Zeiten irgendwelcher traditionsreicher Fußballclubs, die sich lediglich vom Staub der im Jahre 53 gewonnen Wimpel ernährt, gibt es nicht mehr - und haben sowieso nie bestanden. Jedenfalls nicht im Profifußball, da hat vermeintliche Sportlichkeit (nämlich nicht gewinnorientiertes Handeln) nix zu suchen. Hopp hat lediglich sein Geld in einen Club mit Fußballspielern gesteckt, genauso wie es andere in niedliche Sammelalben mit Fußballspielern stecken. Na und?
Diese verlogene Krittelei, als wenn in der Bundesliga irgendetwas mit Moral und Anstand zu tun hat (warum auch - es ist eine Ansammlung von Wirtschaftsunternehmen), ist ekelerregend. Der, der die Kohle hat, hat das sagen, und wenn es ein Oligarch ist, ist es wenigstens gut zu erkennen. Die Strippenzieherei vom heiligen "Kaiser" (oh Gott, wie dämlich der Titel für diesen halbwegs mediokren Kicker ist) wird doch auch gerne hingenommen.
Und wer es immer noch nicht geschnallt hat, wie das Ganze funktioniert, der darf sich die Prämierung der Trainer des Jahres angucken. Was Van Gaal da überhaupt und Mourinho auf dem ersten Platz zu suchen haben, sporlich jedenfalls nicht gerechtfertigt.
Also, aufhören zu heucheln, schön 50 Euro Eintritt fürs Heimspiel zahlen und bei der strunzöden Werbestrecke vor der Sportschau dranbleiben.

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