Forum: Sport
Achilles' Ferse: Laufen statt Rauchen

Lieber qualmende Socken*als qualmende Glimmstängel: Ausdauersport kann helfen, sich das Rauchen abzugewöhnen. Im Achilles-Interview erklärt der Lungenarzt Christian Grah, wie Laufen auf den Körper wirkt und die Sucht nach einer Kippe senken kann.

j0nnl 30.09.2011, 16:33
1. .:.

Der Herr Doktor kann sicher faktenbasierte Studien vorweisen für seine Behauptungen?

Ich halte das was er sagt ehrlich gesagt für größtenteils ziemliches Geschwafel.
Wenn er damit Erfolg hat und zwar auf Dauer, bitte, dann werd ich mich belehren lassen.
Ich sehe das jedoch als sehr unwahrscheinlich an.

Jemand, der mit dem Rauchen aufhört und mit dem Laufen anfängt, der nutzt das Laufen natürlich als Ersatz.
Es ist völlig irrelevant, ob es nun als Droge wirkt oder schädlich ist.
Das Problem dabei ist ein anderes:
Der Ex-Raucher hat in seinem Hirn eine direkte Verbindung geschlossen zwischen Rauchen und Laufen.

Sobald der Ex-Raucher diesen Ersatz für das Rauchen nicht mehr hat, und das kann sehr schnell passieren, weil sich der Effekt des Laufens abnutzt abnutzt oder er die Lust verliert am Laufen, oder nicht ewig die Disziplin zum Sport aufrecht erhalten kann, fällt er wieder in ein Loch.
Und was macht er dann?
Richtig, rauchen.

Ich würde dem Doktor mal die Lektüre des Buches "Endlich Nichtraucher" empfehlen.
Es ist sicher kein Allheilmittel, und ist auch nicht der Weisheit letzter Schluss, aber es stehen einige sehr einleuchtende Dinge drin.
Zum Beispiel, dass das Rauchen nicht ersetzt werden kann und auch gar nicht soll.
Und dass man das Rauchen nicht mit Disziplin erfolgreich aufhören kann.
Da würde ich persönlich dem Buch ein wenig widersprechen bzw. es ergänzen:
Disziplin ist gerade in der Anfangszeit sehr nötig, wenn man mit dem Rauchen aufhört.
Aber das Buch beschreibt richtig:
Disziplin kann nicht auf Dauer in jedem Moment aufrecht erhalten werden.
Ein schlechter Tag, es regnet, man ist im Stress, hat keine Zeit eine halbe Stunde zu laufen und auch gar keine Lust-
und die Zigarette ist ganz schnell wieder an.

Man muss einen Lerneffekt haben, der im Unbewussten liegt, der über "Ich darf nicht" und "Ich muss" hinaus geht.
Gerade diese beiden Sätze wird man aber oft und auf Dauer zu sich sagen müssen, wenn man Laufen als singuläres "Heilmittel" wählt.
Und das wird meiner Meinung nach in den meisten Fällen scheitern.

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Centurio X 30.09.2011, 16:42
2. Am Anfang steht der Wille....

[QUOTE=sysop;8828762]Lieber qualmende Socken*als qualmende Glimmstängel: Ausdauersport kann helfen, sich das Rauchen abzugewöhnen. Im Achilles-Interview erklärt der Lungenarzt Christian Grah, wie Laufen auf den Körper wirkt und die Sucht nach einer Kippe senken kann.

http://www.spiegel.de/sport/sonst/0,1518,789206,00.html[/QUOTE

...sich von dem Suchtkäfig des Rauchens, in dem sich der Raucher selbst eingeschlossen hat, zu befreien. Und dafür ist der Laufsport sehr hilfreich; denn schon nach etwa einer halben Stunde Training stellen sich Zufriedenheits- bzw. Glücksgefühle ein, die im Gegensatz zum Nikotinschub beim Rauchen, gesund und nachhaltig sind.

Natürlich muß der Wille aktiviert werden, sich die Laufschuhe zu schnüren, da der "innere Schweinehund" sehr phantasiebegabt mit jeweiligen Ausreden ist. Es ist der gleiche Schlechthund, der immer wieder das Anzünden der Zigarette bewirkt.

Hat sich der Wille gegenüber diesem nicht laufen wollendem Schweinehund durchgesetzt, der Laufnovize also die ersten wunderbaren und glücklichmachenden Auswirkungen seines Sports spürt, wird sein mittlerweile gestählter Wille auch wesentlich mehr Macht über den Rauch-Suchthund haben.
http://www.sesterheim-gmbh.de/flyer.htm

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chlorid 30.09.2011, 16:52
3. Probieren geht über meckern

Zitat von j0nnl
Der Herr Doktor kann sicher faktenbasierte Studien vorweisen für seine Behauptungen? Ich halte das was er sagt ehrlich gesagt für größtenteils ziemliches Geschwafel. (...)
Na, Sie sind aber ein Wissensheld. Andere immer schön in die Pfanne hauen, gell? Die eigene Meinung ist halt immer wahrer als die der anderen. Ob die sich mit der Materie seit Jahren und per Ausbildung professionell beschäftigen, ist zweitrangig. Was man sich selber in zwei Minuten ausgedacht hat ist natürlich richtiger. Oh Mann...

Ich habe selber aufgehört mit dem Rauchen vor inzwischen mehr als vier Jahren. Habe dann sofort angefangen, Sport zu treiben. Laufen, wandern, Fahrrad fahren, schwimmen. Das hat mir definitiv sehr geholfen damals. Wenn ich Sport getrieben habe, war die Lust aufs Rauchen weg. Ich habe dann zwischenzeitlich den Sport vernachlässigt und monatelang gar nix gemacht. Das Rauchen habe ich trotzdem nicht wieder angefangen.

In meinem Freundeskreis haben das einige so gemacht. Ich kann aus meiner eigenen kleinen Erfahrung also den Artikel bestätigen. Ob das immer so sein muss, würde ich mich allerdings nicht trauen zu sagen. Jeder Mensch ist anders. Aber einen Versuch ist es definitiv wert.

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