Forum: Sport
Affäre um WM 2006: Beckenbauer-Vertrag besiegelte Niersbachs Rücktritt
AFP

Wer wusste wann was? Wolfgang Niersbach war nach SPIEGEL-Informationen schon länger über den dubiosen Beckenbauer-Vertrag mit Fifa-Funktionär Jack Warner informiert. Damit war sein Rücktritt als DFB-Präsident unabwendbar.

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kafkaesk 12.11.2015, 21:57
130.

Zitat von eco3388
Nun ja unter vernünftigem Journalismus verstehe ich etwas anderes, als täglich kalten Kaffee dreimal aufzuwärmen um einen neuen Artikel rauszuhauen und die gleiche Sau durchs Dorf zu treiben. Ignoranz hat nichts mit Kritik an der Berichterstattung zu tun, aber das muss ich Experten wie ihnen ja sicher nicht erklären, oder?
Was Sie unter "vernünftigem Journalismus" (allein die Bezeichnung ist absurd) verstehen, ist mir schon klar: Friede-Freude-Eierkuchen-Artikelchen, Beweihräucherung sog. "Celebrities" bis zum Abwinken etc. pp.
Bei SPON sind Sie da falsch, vielleicht wäre die "Bäckerblume" ja das geeignete Medium für Sie. Da gibt's keine kritische Berichterstattung über Ihre falschen Idole.
Übrigens berichten auch SZ, FAZ, Zeit und andere Medien täglich ausführlich über diese Bestechungsaffäre. Die betreiben sicher auch keinen "vernünftigen Journalismus" ...

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Josef B 12.11.2015, 22:06
131.

Zitat von Discordius
... Nun steht der Denunziant Zwanziger als wahrer Hauptverdächtiger da, was im SPON offenbar bewußt ignoriert wird. ...
Wie kommt man nach allem, was bekannt ist, zu so einer abstrusen These?
Ist die Realität völlig an Ihnen vorbeigezogen?

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Discordius 13.11.2015, 23:22
132. zerrspiegel

Zitat von Josef B
Wie kommt man nach allem, was bekannt ist, zu so einer abstrusen These? Ist die Realität völlig an Ihnen vorbeigezogen?
Ja, dahin hat die Verzerrung der Realität durch den SPIEGEL geführt. Doktor Theo Zwanziger ist ein Hauptverdächtiger für Steuerhinterziehung in seiner Funktion als ehemaliger DFB-Präsident bzw. auch Vizepräsident, tätig im Bereich Finanzen! Seit etwas mehr als einer Woche ermittelt die Frankfurter Staatsanwaltschaft gegen ihn. Diesen Teil der DFB-Affäre verheimlicht der SPIEGEL geradezu. Was Sie als Realität oder "Bekanntes" ansehen, ist eine stark manipulierte Fassung des SPIEGELs, zu dessen Informanten bzw. Denunzianten Zwanziger zählt.

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SirToniHH 13.11.2015, 00:24
133. es ist unglaublich..

dass Herr Niersbach mit dieser "Vergesslichkeit" den DFB bei der UEFA und FIFA noch vertreten darf. Ich bin fassungslos was alles an Antworten und Verhalten akzeptiert und geduldet wird.

Eine sofortige Freistellung aus allen Ämtern wäre angebracht und zwingend erforderlich.

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evabruehl 13.11.2015, 00:30
134. Cojones

Fußballer (Oliver Kahn?) reden gerne von den "Cojones", die man hat oder nicht...
Ich frage mich: wo sind die "cojones" der sog. Lichtgestalt...
Mittlerweile dürfte kein durchschnittlich intelligenter Mensch daran zweifeln, dass man eine WM ohn Korruption bekommt. Warum also hat "Franzl" nicht die "cojones" und stellt sich hin und sagt: Ganz Deutschland wollte die WM, ich habe sie geholt und dabei das gemacht, was notwendig war - nämlich an der ein oder anderen Stelle nachgeholfen... Wahrscheinlich würde sich kaum jemand aufregen, denn... wir sind doch nicht die "Guten" oder "Besseren". Also, Kaiser, zeig Deine Cojones; und Du, lieber DFB, hör auf, rum zu heucheln, denn ihr könnt mir nicht erzählen, dass ihr so naiv wart, die WM deswegen zu bekommen, weil "wir so gut sind". Sagt wie es ist, das weiß eh sowieso jede/jeder

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leipz1ger 13.11.2015, 01:39
135. andere Probleme

Der Spiegel setzt seine Kampagne fort. Er schreibt und schreibt und schreibt über 2000 und 2001 und lenkt damit ab von den Problemen, die 2015 wirklich wichtig sind: die Flüchtlingskrise z.B.!

Wie die WM nach Deutschland geholt wurde, ist doch nun wirklich nicht wichtig.

Niersbach ist für mich ein seriöser Mann, der vom Spiegel zum Sündenbock gemacht wird, weil sich der Spiegel zum Erfüllungsgehilfen eines Herrn Zwanziger gemacht hat. Der Spiegel hält die Suppe am Köcheln, damit wir Leser nicht an die Folgen der Asylkrise denken ...!

Anwaltschaftlicher Journalismus -- sonst nix.

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kestrel2 13.11.2015, 08:33
136. Künstliche, prinzipielle Aufregung und schwer erträglicher Moralismus

Mal ganz ehrlich: Es fällt mir auch nach all den ganzen schönen Enthüllungen (schön für Dich Spiegel, dass Du endlich mal wieder eine Deiner ganz alten Traditionen pflegen kannst) schwer, einen echten Skandal zu empfinden.

Die Alternative wäre wohl gewesen, keine WM in Deutschland zu haben. - Weil das Spiel bei der FIFA nun mal so läuft. - Klar, wir sind (angeblich) das Land der Edlen, Aufrechten und Guten. Korruption kommt bei uns niemals nicht vor, wir haben hier Pflichtbewusstsein und ethische Standards in Deutschland. Ja ja.

Bei aller gesteigerten Sensibilität gegenüber Kungeleien: Gibt es wirklich jemanden, der gewollt hätte, dass wir unschuldsengelweiße Hände behalten und dafür auf die WM verzichten? Gibt es wirklich jemanden, der gewollt hätte, dass wir beim Vergabe-Poker der FIFA anderen den Vortritt gelassen hätten? Gibt es wirklich jemanden, der glaubt, dass andere Länder nicht geschmiert haben, es aber im Gegensatz zu uns tunlichst vermeiden, dass aufzuklären? - Zumindest letzteres wäre doch ein bisschen arg naiv.

Insofern finde ich die öffentliche Jagd auf die DFB-Fußballfunktionäre (so unsympathisch mir einige davon sind) doch auch ziemlich bigott.

Für mich bleibt am Ende allerhöchstens ein "Skandälchen". Wirklich vom Hocker reißt mich das nicht. Die Erregung, die der Spiegel und in seiner Bugwelle nun auch andere Medien erzeugen, wirkt auf mich künstlich.

Wenn es überhaupt etwas gibt, was daran skandalisierbar ist, dann die Aufregung der Rechtschaffenen, die von sich öffentlich behaupten, dass sie anders gehandelt hätten, wenn Sie in der gleichen Position gewesen wären.

Hand auf's Herz: Saubere Hände und keine WM 2006 in Deutschland: Wirklich die Alternative, die Sie gewählt hätten, wenn Sie die Wahl gehabt hätten?

Und - by the way: Wer wurde eigentlich geschädigt bei der ganzen Geschichte? Gehört zu einem echten, nicht aus purer Prinzipienreiterei herbeikonstruierten Skandal nicht auch jemand, der durch das unmoralische Verhalten geschädigt wurde?

Mir fällt es bisher schwer, den in diesem Fall zu entdecken.

Dafür sehe ich überdeutlich, dass der Spiegel sich hier in einer - anders als in anderen, wirklich mutigen Fällen der Vergangenheit - Investigativ-Pose gefällt und sich im hart umkämpften digitalen Medienmarkt eine Imagepolitur gönnt, die ziemlich gut zu der Werbekampagne passt, die er vor ein paar Monaten überall in Deutschland plakatiert hat ("Keine Angst vor der Wahrheit").

Aber es gefällt natürlich den Meisten, wenn Funktionäre und Prominente stürzen. Das uralte Spiel von "rise and fall of...", das normalerweise eher die Boulevard-Presse spielt.

Ein bisschen erbärmlich ist das aber schon.

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BeatriceMaurer 13.11.2015, 09:04
137. Haben Journalisten Moral?

Müssen Journalisten "Moral" haben? Offensichtlich: nein.

(Sonst würden Spiegel und SZ hier nicht im Verbund lauter halbgare Anklagen veröffentlichen, die bisher noch gar nichts illegales beweisen. Von diesem neuerlichen Vertrag, auf dem Sie jetzt rumreiten, ist weder geklärt, ob er je umgesetzt wurde noch, ob (Schmier-) Geld dahinter steckte bzw. ob es überhaupt illegal war. "Freundschaft ist immer ein Geben & Nehmen", hat Franz Beckenbauer gesagt. So ist das tatsächlich überall im Leben, auch bei Journalisten und ihren Informanten etc. Nicht hinter jedem Vertrag steckt böses. Im Gegenteil. Um die WM zu bekommen, hat man ganz sicher viele Zugeständnisse gemacht. Aber was soll daran per se so skandalös sein? Warum müssen Sie deshalb wie die Vandalen alles niederbrennen, was Ihnen gerade in den Weg kommt?)

Müssen Journalisten reißerische Stories schreiben, um erfolgreich zu sein? Vielleicht schon.

(So wie der übereifrige Staatsanwalt, der erst Herrn Wulff aus dem höchsten dt. Amt kegelte und ihn dann allen Ernstes wegen 120 Euro Bewirtungsbelegen vor Gericht zerrte. Ein unglaublicher Amtsmißbrauch. Dass man mit solchen Methoden so weit kommen kann zeigt, wie zerbrechlich unser offener Rechtsstaat ist. Aber "gut" ist solcher Aufklärungswahn, wenn er zu unkontrolliertem Übereifer wird, sicher nicht.)

Können sich die Leser gegen Unsinn wehren? Ganz sicher: ja. Indem sie diese Zeitung einfach nicht kaufen oder sonstwie boykottieren.

(Das mag zuerst nur ein schwacher Trost für den Leser sein, denn ganz freimachen kann man sich von dem Irrsinn ja doch nicht, wenn alle Mdien geistlos abschreiben oder jede neue "Enthüllung" zitieren. Toll für SZ und Spiegel, wie viele auf diesen Zug mit aufspringen. Für ihr Renomee wird das ganze trotzdem nicht förderlich sein, da bin ich überzeugt. Und in 1 oder 2 Jahren ist das ganze ohnehin völlig uninteressant geworden. Und dann gilt auch hier: es war viel Lärm um nichts. Womit ich wieder bei der Ausgangsfrage wäre: wenn Journalisten Moral hätten, dann wären nicht solche billigen Sensationsnummern "um nichts" im Fokus, sondern Geschichten, die unser Leben und unsere Welt massiv verändern. Aber wenns ernst wird, dann ziehen sich die Herren (Enthüllungs-) Journalisten schnell zurück. Denn für konstruktive , nachhaltige Beiträge fühlen sie sich nicht zuständig.

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Unterschied 13.11.2015, 09:32
138. Lügen

zahlt sich schon aus. Wir haben halt eine sehr gute Presse.
Wer hat die Fäden gesponnen? Immer der, der still ist. Warum ist Beckenbauer so still?
Warum ist der nicht in Haft (geht ja schließlich um Millionen). Hier kommt der kleine Dieb schon ins Gefängnis.
Na, ja. Geld macht Gesetzte; das ist Demokratie.

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Discordius 13.11.2015, 10:06
139. presse ist die neue justiz

Zitat von Unterschied
zahlt sich schon aus. Wir haben halt eine sehr gute Presse. Wer hat die Fäden gesponnen? Immer der, der still ist. Warum ist Beckenbauer so still? Warum ist der nicht in Haft (geht ja schließlich um Millionen). Hier kommt der kleine Dieb schon ins Gefängnis. Na, ja. Geld macht Gesetzte; das ist Demokratie.
Warum ist der SPON so still, wenn es um Theo Zwanziger geht? Sein eher unglücklicher Besuch bei Dreyfus im Jahr 2005, bei dem es um das Darlehen von 6,7 Millionen Euro (damals 10 Millionen Franken) ging, beweist geradezu, dass er als Hauptverantwortlicher auf DFB-Seite die Fäden zog (siehe SZ http://www.sueddeutsche.de/sport/affaere-um-wm-wie-dreyfus-die-dfb-vertreter-abfertigte-1.2733037). Durch die Verleumdung Niersbachs und wohl auch Beckenbauers versucht er nun seine Schuld den anderen in die Schuhe zu schieben. Mit der Medien-Macht des SPIEGELs im Rücken glaubte er, alles zu seinen Gunsten hinbiegen zu können. Nur hatte er nicht mit der Unstimmigkeit seiner Lügengeschichte und der Frankfurter Staatsanwaltschaft gerechnet, die ihn als Hauptverdächtigen sieht. Problematisch ist dabei, dass der SPIEGEL als eine Art Paralleljustiz arbeitet, die Ankläger, Richter und Henker zusammen ist. Am Ende wird das Ganze wie bei Wulff ausgehen: Außer Spesen nichts gewesen, ach ja und ein gelungener Rufmord.

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