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Australian Open: Kerber besiegt Keys in 51 Minuten - und steht im Halbfinale
DPA

6:1, 6:2 - und das in 51 Minuten: Angelique Kerber hat nach einem Sieg gegen Madison Keys das Halbfinale der Australian Open erreicht. Die Deutsche rückt wieder in die Top Ten der Weltrangliste vor.

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meinemeinung~ 24.01.2018, 10:19
10. "... ihr 14. in Serie in diesem Jahr ..."

Viele sagen ja, das Spiel wird immer schneller! Aber doch nicht so schnell. 14 Siege in 23 Tagen. Den Zeitraum für die 14 Siege etwas genauer zu fassen, sollte doch nicht all zu schwer sein. Einfach noch einmal nachrechnen.

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Atavist 24.01.2018, 10:32
11. Ein wenig Wasser in den Wein ...

So respektabel Kerbers wieder deutlich gestiegene Leistungskurve und Vorstellungen wie die gegen Keys sind - das Jahr ist nicht mal einen Monat alt, insofern für irgendwelche Rückschlüsse auf die Wertigkeit ihrer Siegesserie noch viel zu früh.

Abgesehen davon erinnern mich die vergleichsweise häufigen Wechsel in den Top-10 der WTA-Weltrangliste in der jüngeren Vergangenheit ein wenig an die Fußball-Bundesliga hinter dem FC Bayern - es ist meist kein Zeichen für besondere Qualität oder Konstanz, wenn da viele Spielerinnen/Vereine auf ähnlichem Niveau agieren und sich ständig gegenseitig die Punkte wegnehmen. Das erhöht zwar erst mal die Spannung, hat aber irgendwann das Geschmäckle von Beliebigkeit. Von der stilistischen Monokultur, die das Spitzentennis seit Längerem prägt, mal ganz abgesehen - es fehlt ganz oben doch an Persönlichkeiten, die sich in punkto Technik und Spielwitz vom üblichen Gedresche absetzen. Leider wird man mit dem Unterhaltungswert eines Dustin Brown aber wohl nie richtig erfolgreich sein ...

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jean-baptiste-perrier 24.01.2018, 11:15
12. Erfolg durch Analyse und Planung!

Sibylle1969 schrieb: "Und die Gegnerinnen hatten sich immer besser auf Kerbers Spiel eingestellt, so dass sie immer häufiger gegen die anderen Top-Spielerinnen verlor." ---------- Zitat Ende ------------ Das klingt zuerst scheinbar schlüssig, hält einer Überprüfung an den konkreten Match-Statistiken jedoch nicht stand. Es ist auch letztlich vollkommen unplausibel. Von Anfang Januar bis Ende Dezember 2016 spielt Kerber derart erfolgreich, dass sie sich einen so großen Punkte Vorsprung anlegt, von dem sie bis Mitte 2017 zehrt und trotz mieser Ergebnisse seit Januar 2017 bis Juli 2017 die Nr.1 bleibt. Hätte Serena Williams keine Babypause gemacht, dann wäre sie halt "nur" die Nr.2 bis nach Wimbledon geblieben (also irrelevant). Also bis 31.12.2016 hat kaum eine Spielerin eine Chance gegen Kerber. Einzige relevante Ausnahmen: Serena Williams im Wimbledon Finale, Monica Puig im Olympia Finale und Domenika Cibulkova im WTA Championship Finale. Kerber spielt ab dem 1. Januar 2017 genau so weiter wie im Jahr zuvor. Bloß alle anderen Spielerinnen haben plötzlich in der Silvesternacht Kerbers Spiel entschlüsselt und sind auch in der Lage ihre Erkenntnisse auf dem Platz umzusetzen. Das ist einfach Unsinn. Kerbers angeblich vollkommen neue Offensiv-Taktik war auch schon im Australian Open Finale 2016 gegen Serena Williams im dritten Satz der entscheidene Faktor zum Sieg. Ihr Niedergang 2017 lag nicht daran, dass nun alle anderen Spielerinnen sich perfekt auf ihr Spiel eingestellt hätten, sondern an Kerbers genereller Passivität in Kombination mit suboptimaler Fitness im Jahr 2017. Wim Fissettes Verdienst besteht darin, dass er die Notwendigkeit zum Offensivspiel argumentativ Kerber verdeutlicht hat. 2016 war ihre offensivere Spielweise unbewußt aus einer Intuition während der Australian Open entstanden (insbesonders Asarenka Spiel). Sie hat intuitiv viel aggressiver als die Jahre zuvor gespielt. Das kam ihr 2017 im generellen Verteidigungs-Modus abhanden. Wim Fissette fordert von Kerber mit konkreten Vorgaben vor jedem Match diese Aggressivität ein. Dazu hat er die Aufschlagbewegung "repariert". Das ist die Erklärung. Statt intuitiv taktisch richtig (2016) oder intuitiv taktisch falsch (2017) zu spielen, spielt Kerber durch Wim Fissettes Führung jetzt mit Plan aggressiver und offensiver. Kerber sagt selbst, dass sie jetzt immer einen Match-Plan hat (von Wim bekommt) mit konkreten taktischen Anweisungen. 2017 hatte sie keinen Plan (Selbstaussage Kerber). Das steckt hinter ihrem derzeitigen Erfolg.

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ONV 24.01.2018, 11:21
13. Kerber is back

"Von den jetzt noch vier möglichen Gegnerinnen im Halbfinale (Halep oder Pliskova) und im möglichen Finale (Wozniacki oder Mertens) macht mir persönlich nur eine wirklich große Sorgen."

Tatsächlich? Ich glaube nicht, dass Mertens gegen Wozniacki gewinnen wird. Und Halep ist auch nicht so schlecht drauf. Ich würde sagen, Angies Chancen gegen Halep sind 55:45. Beide sind topfit. Beide haben einen ähnlichen Stil. Ich erwarte das beste Match der bisherigen Frauenkonkurrenz. Drei-Satz-Sieg für Kerber. Und im Grunde würde das gleiche für eine Finale gegen Caroline gelten. Kerber, Wozniaki und Halep sind die drei fittesten Frauen auf der Tour. Sie spielen auch ähnliches Tennis. Daher dürften sowohl das Halbfinale als auch das Finale eng und gut anzuschauen sein. Ich freue mich drauf und drück Angie die Daumen.

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ONV 24.01.2018, 11:30
14.

"So respektabel Kerbers wieder deutlich gestiegene Leistungskurve und Vorstellungen wie die gegen Keys sind - das Jahr ist nicht mal einen Monat alt, insofern für irgendwelche Rückschlüsse auf die Wertigkeit ihrer Siegesserie noch viel zu früh."

Das kann man so sehen. Aber wer die Spiele gesehen hat, der hat begriffen: Angie is back. Sie spielt schlicht und ergreifend wieder großartiges Tennis. Sie ist wieder mutig, spielt druckvoll in die Ecken, glaubt an sich und will wieder gewinnen. Sie hat die Orientierung wieder. Eine Kerber in dieser Form und mit dieser Einstellung wird in die Top drei der Weltrangliste zurückkehren und noch das eine oder andere Grand Slam gewinnen. Da bin ich mir sicher.

"Abgesehen davon erinnern mich die vergleichsweise häufigen Wechsel in den Top-10 der WTA-Weltrangliste"

Na ja. Die Grafs, Williams und Federers fallen nun mal auch nicht vom Himmel. Das sind absolute Ausnahmetalente.
Haleb, Muguruza, Wozniaki oder Kerber spielen an guten Tagen schon tolles Tennis. Das Problem der Damen ist eher die Konstanz. Aber es hat nun mal auch nicht jede den Körper einer Serena Williams. Die ist den anderen schon körperlich so weit überlegen, dass es alleine deshalb auch an schlechten Tagen noch gereicht hat.

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ONV 24.01.2018, 11:48
15.

"Das steckt hinter ihrem derzeitigen Erfolg."

Das sehe ich anders: Lesen Sie das hier. Kerber selbst sagt, woran es gelegen hat:
http://www.zeit.de/zeit-magazin/2018/04/angelique-kerber-tennis-traum?page=1#comments

Kerber hat sich mit ihren Erfolgen in 2016 so ziemlich alle Lebensträume erfüllt, die sie hatte. Sie hat dann schlicht die Orientierung verloren. Sie wusste in 2017 nicht mehr wirklich weshalb sie auf dem Tennisplatz stand und wofür sie sich noch anstrengen sollte.
Deshalb. Und nur deshalb war das Jahr 2017 so schlecht. Jetzt hat sie den Schalter umgelegt. Sie weiß wieder, was sie erreichen will, hat neue Ziele, neue Motivation. Jetzt ist sie zurück. Bleibt sie gesund, ist sie bald wieder unter den Top drei der Weltrangliste.

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jean-baptiste-perrier 24.01.2018, 12:12
16.

Atavist schrieb: "Von der stilistischen Monokultur, die das Spitzentennis seit Längerem prägt, mal ganz abgesehen - es fehlt ganz oben doch an Persönlichkeiten, die sich in punkto Technik und Spielwitz vom üblichen Gedresche absetzen." ----------- Zitat Ende -------------- Monokultur? Wir hatten jetzt bei den Damen grob definiert ein Viertelfinale mit 4 Hard-Hitern und 4 Counter-Punchern. Wobei zwischen Kerber und Suarez-Navarro stilistisch auch schon extreme Unterschiede vorhanden sind. Gut eine reine Serve-and-Volley Spielerin im Geiste Mischa Zverevs war jetzt nicht dabei. Dafür hatten wir eine beidhändige Hsieh im Achtelfinale. Was für eine Monokultur!?

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jean-baptiste-perrier 24.01.2018, 12:42
17. Details entscheiden !

6:1 und 6:2 liest sich natürlich sehr glatt. Der Schlüssel für diesen letztlich eindeutigen Verlauf war das erste Spiel im Match. Nicht so sehr die Tatsache dass Kerber das erste Aufschlagspiel von Keys gewann, sondern wie dies geschah, war spielpsychologisch entscheidend. Keys begann direkt mit drei leichten Fehlern ohne dass Kerber etwas machen musste. Kerber spielte eher passiv und ohne großen Druck oder besondere Länge in ihren Schlägen. Es stand also 0:40 - drei geschenkte Breakchancen für Kerber. Plötzlich drehte Madison Keys auf und kam mit drei Winnern zum Einstand. Die Winner konnte sie jedoch nur kreieren, weil Kerber weiterhin passiv auf den nächsten Unforced Error von Keys wartete/hoffte. Dann kam ein Zeichen aus der Box und Kerber ging nach den drei vergegebenen Breakchancen dann ihrerseits viel aggressiver in die Ballwechsel. Das führte zu einem weiteren, dem entscheidenden vierten Breakball für Kerber und schließlich zum Break selbst. Dieser Verlauf "erinnerte" Kerber, dass sie nur über eigene Aggressivität und Dominanz zum Erfolg kommt (wie auch schon in den anderen Partien in diesem Jahr) und nicht durch passives Sicherheits-Tennis und das Warten auf Fehler der Gegnerin (wie noch 2017).

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jean-baptiste-perrier 24.01.2018, 12:50
18. An die Redaktion !

@ Redaktion -------------------
Könnten Sie bitte die falsche Angabe der bisherigen Halbfinal-Teilnahmen korrigieren. Es sind 6 und nicht 5 (Agentur Falschmeldung) ! Lesen Sie dazu (meinen) Kommentar Nr.6 !

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stevenspielberg 24.01.2018, 14:53
19.

Zitat von meinemeinung~
Viele sagen ja, das Spiel wird immer schneller! Aber doch nicht so schnell. 14 Siege in 23 Tagen. Den Zeitraum für die 14 Siege etwas genauer zu fassen, sollte doch nicht all zu schwer sein. Einfach noch einmal nachrechnen.
Die Aussage mit den 14 Siegen in diesem Jahr ist korrekt.
01.01. – 06.01. Hopman Cup , 3 Gruppenspiele + Finale. 4 Einzelsiege
08.01. – 14.01. Turnier in Sydney über 5 Runden, 5 Siege
Australien Open 1. Runde, 2, 3. AF, Viertelfinale war der 5. Sieg
Macht 14!

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