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Bayern-Bosse Rummenigge und Hoeneß: Die Doppelmoralapostel
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"Zynisch und unsolidarisch": Karl-Heinz Rummenigge und Uli Hoeneß haben wieder einmal klargestellt, dass die Bundesliga dem FC Bayern Dank schulde. Wie lange wollen andere Vereine sich das noch gefallen lassen?

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no_reservations 27.07.2017, 19:46
20. Prognose

Bleibt die Bundesliga in der derzeitigen Form bestehen, prognostiziere ich ihr den schleichenden Tod. Für mich lebt Mannschaftssport, der in einer Liga ausgetragen wird, vor allem von der Spannung, der Ungewissheit und dem Mitfiebern, welches Team am Ende Meister wird. Aufgrund der finanziellen Dominanz vor allem eines Vereins gefolgt von einer Handvoll weiteren wird das hier nie wieder passieren.
Mir wäre ja eine Liga lieber, in der die Hälfte der Mannschaften auch Meister werden kann, weil dann vielleicht alle eine realistische Chance darauf besitzen oder mal eine gute Saison spielen. Dazu müssten sich aber vor allem die guten Spieler auf viele Mannschaften verteilen. Statt stets bei 1-3 Teams zu konzentrieren. Und auf deren Bänken.
Sprich: ein Gehaltsdeckel müsste her. Da die reichen Vereine ihre mühsam zusammengesammelten Pfründe aber zu verteidigen wissen, wird das so schnell nicht passieren. Ergo ist Langeweile vorprogrammiert, die Bayern gewinnen auch die nächsten 15-20 Titel und bald schon interessiert es auch niemanden mehr. Nur fairer Wettbewerb und annähernd Chancengleichheit erzeugen Spannung. Die ist in der Bundesliga hinsichtlich der Titelfrage allerdings langfristig gestorben...

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McManaman 27.07.2017, 19:47
21. Herr Raecke, Sie haben leider recht

Als Bayern-Fan und -Mitglied muss ich Ihnen, Herrn Raecke, leider in quasi allen Belangen zustimmen. Rummenigge ist zwar rein fachlich offenbar sehr gut, sonst stünde der FCB nicht dort, wo er steht. Abgesehen davon, kann ich nicht mehr zählen, wie oft ich mich in den vergangenen Jahren für ihn fremdgeschämt oder mich über ihn geärgert habe. In jedem Falle - das wurde im Artikel gut herausgestellt - neigt Rummenigge zu extrem widersprüchlichen - um nicht zu sagen: hypokritischen - Belehrungsarien gegenüber allen, die ihm und dem FC Bayern nicht ergebenst huldigen und es impertinenterweise wagen, auch nur die leiseste Kritik zu äußern.
Es wird Zeit für einen Generationenwechsel in der Führungsetage des FC Bayern. Ich vermute (und hoffe), Philipp Lahm sieht das ähnlich und wartet, um dem künftigen Vorstand - ohne Rummenigge und Hoeneß - anzugehören. Zwar haben beide ohne jeden Zweifel sehr große Verdienste um den Verein, aber - nicht zuletzt im Sinne der Glaubwürdigkeit dessen, was beide als den Markenkern Bayerns herauszustellen versuchen (z.B. solides, anständiges Wirtschaftsgebaren) - irgendwann gehören die Geschicke dann in neue, unverbrauchte Hände. Meines Erachtens so bald wie möglich.

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go2dive 27.07.2017, 19:47
22.

Ich wohne in Thailand. Hier kennt man Bayern München und manchmal noch den BVB. Ganz groß sind die englischen Clubs. Aufkleber auf Autos, T-Shirts, sogar Liverpool Motorroller gibt es. Die englische Liga wird im Fernsehen rauf und runter gezeigt. Die Bundesliga läuft unter ferner liefen. Warum ist das so? Die heimische Liga ist komplett uninteressant und die englischen Clubs sind seit vielen Jahren in Asien präsent. Die TV Gelder, die englische Clubs in Asien einheimsen übersteigen die TV Gelder der Bundesliga in Deutschland weit. Da ist es schon sinnvoll sich diesem wachsenden Markt zu widmen und es ist vielleicht sogar richtig, dass die Bayern sich beschweren, dass sie alleine die Fahne hoch halten. Wenn sich die Thais, Koreaner, Chinesen, etc. für die Bundesliga interessieren kommt das allen Vereinen zugute. Übrigens lieber SPON, ständig auf der Vorstrafe von Hoeness rumzureiten finde ich unfair. Er hat seine Strafe abgesessen und damit sollte es gut sein. Sie schreiben auch nicht in jedem Artikel etwas über die Vergesslichkeit von Schäuble in Bezug auf Parteispenden und sprechen ihm deshalb die Qualifikation als Finanzminister ab.

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wilbury 27.07.2017, 19:47
23. Die Geister die sie riefen....

Jahrzehntelang hat Bayern den Konkurrenten in der BL die Talente weggekauft um sie zu schwächen, im Wissen darum, das diese finanziell mit Bayern nicht mithalten können und jetzt beschweren sie sich, darüber das auf dem europäischen Parkett andere Vereine ähnlich agieren.

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Ignorant00 27.07.2017, 19:49
24. ???

Zitat von Greg84
Wenn sich Hasenhüttl zu den Bayern äußern darf, wieso darf darauf nicht geantwortet werden? Das Fass wurde in dem Fall aus Leipzig aufgemacht. Da darf sich der Autor gern mit seiner eigenen Doppelmoral beschäftigen. Unabhängig davon muss allerdings jeder Verein wissen wie er seine Vorbereitung gestaltet und braucht dabei auch nicht an andere Vereine denken. Machen wir uns nichts vor: die Asienreise ist in erster Linie für die eigene PR.
Haben Sie den Artikel gelesen?

Der Autor sagt doch mit keinem Wort, das Hassenhüttl nicht geantwortet werden dürfte. Sondern er weist nur darauf hin, wie widersprüchlich und unlogisch die Antwort ausfällt!

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Papazaca 27.07.2017, 19:51
25. Gutes Marketing, viele Erfolge und dazu noch Moralisten sein?

Der FC Bayern macht diese Reisen ja nicht, um anderen in der Bundesliga zu helfen. Obwohl es der Bundesliga bei der zukünftigen Vermarktung hilft.

Das die Höhe der Transfersummen aus dem Ruder laufen stimmt. Aber da gelten eben Marktgesetze. Und die Premier League macht einfach mehr Geld. So wie Bayern mehr Geld als Freiburg macht.

Wenn sich Hoeneß und Rummenigge als Moralisten aufspielen wirkt das natürlich höchst komisch, nicht nur wegen bestimmter Vorkommnisse. Sie wollen eben erfolgreich sein und geliebt werden, auch wenn sich vieles in ihrer Argumentation diametral widerspricht.

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Sal.Paradies 27.07.2017, 19:51
26. Bitte alles lesen und hören

Zitat von Greg84
Wenn sich Hasenhüttl zu den Bayern äußern darf, wieso darf darauf nicht geantwortet werden? Das Fass wurde in dem Fall aus Leipzig aufgemacht. Da darf sich der Autor gern mit seiner eigenen Doppelmoral beschäftigen. Unabhängig davon muss allerdings jeder Verein wissen wie er seine Vorbereitung gestaltet und braucht dabei auch nicht an andere Vereine denken. Machen wir uns nichts vor: die Asienreise ist in erster Linie für die eigene PR.
Dann würde ich Sie bitten sich das Interview von U.Hoeneß über genau dieses Thema anzuhören. Hoeneß geht darin sogar ein Stück weiter als Hr.Hassenhüttl und man merkt ihm an, dass er, wenigstens in Teilen, mit der Asientour unglücklich ist und er stellt zu recht die Frage, ob es den Spielern zuzumuten ist, sie diesem tropischen Klima auszusetzen. Ich selbst reise seit Jahrzehnten oft für längere Zeit nach Asien und kann sehr gut einschätzten, was es bedeutet dort Fussball zu spielen. Hoeneß ist dieser Umstand bei dieser Reise wohl auch bewusst geworden und hat dies öffentlich geäußert und was er sagte ist ja richtig. Warum aber kritisiert Rummenigge Hassenhüttl für genau dieselben Worte. Und dass er dann im Nachgang diese Werbetour als Großtat für die Bundesliga verkaufen möchte ist nicht mehr zu vermitteln. Dass der FCB das so macht ist ja legitim und hat gute Gründe, aber Fakt ist, dass sie das nur wegen sich und dem zukünftigen Markt+Umsatz bez. Merchandising machen. Es dann als Wohltat zu verkaufen ist bizarr und weltfremd.

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cave68 27.07.2017, 19:55
27.

Zitat von grajno
Sehr geehrter Herr Raecke, kann es sein, dass Sie die Herren Hoeneß und Rummenigge nicht richtig verstanden haben oder zumindest deren Aussagen nur sehr selektiv wahrnehmen? Wenn ich Herrn Hoeneß im Interview richtig verstanden habe, dann hat er den FC Bayern bei seiner Kritik dieses Transferwahnsinns nicht explizit ausgenommen. Kann man denn ein System, an dem man, will man international mithalten, notgedrungen beteiligt ist, nicht trotzdem kritisieren? Welcher deutsche Verein hat es denn in der CL in den letzten Jahren regelmässig am weitesten gebracht? Dazu waren sicher auch Transfers Schuld, die man nur mit viel Geld realisieren konnte. Dass darunter die Spannung in der Bundesliga leidet, ist ein trauriger Aspekt des Ganzen, aber kann man dem FC Bayern vorwerfen, dass die anderen BL-Vereine geldmäßig nicht mithalten können? Unter anderem auf diesen Aspekt bezog sich auch Herr Rummenigge. Eine Aufwertung der BL in anderen Ländern (z.B. durch USA- oder Asien-Reisen) kann zu höheren Einnahmen führen (siehe TV-Vermarktung in England), was dann auch anderen Vereinen zugute kommen kann. Aber auch da geht es wieder um große Geldsummen, was man wieder kritisieren kann. Wie heißt es da so schön: Einen Tod muss man sterben...
und da haben sie bei ihren letzten Sätzen nicht zu Ende gedacht:Was bringt es,wenn durch eine Aufwertung der BL in anderen Ländern alle Vereine mehr Geld haben?
Ändert dies etwas an den Etat-Verhältnissen zwischen Bayern und beispielsweise Freiburg,Mainz und Augsburg?
Und wie sieht ann die finanzielle Lücke zur 2.Liga aus,die immer weiter klafft?Ganz zu schweigen von Liga 3 abwärts ,wo massenweise Klubs eigentlich faktisch pleite sind.
ist es nicht zu einfach wenn man sagt:Die sollen doch einfach auch mehr Sponsoren suchen damit sie geldmässig mithalten können?Es gibt ausser Fussball auch noch andere Sportarten,die händeringend Sponsoren suchen....wenn Fussball immer mehr Geld akquiriert bleibt für diese Sportarten zwangsläufig weniger übrig...soviel zum Thema Solidarität....

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ge1234 27.07.2017, 19:58
28. Stimmt...

... Augsburgs Interessen sind andere als die des FC Bayern. Geht es jedoch um die Fernsehgelder, die in dieser Höhe fast ausschließlich durch den FCB (und auch den BVB) generiert werden, dann sind die Bayern plötzlich auch wieder für den FC Augsburg interessant. Was Hoeneß anbelangt, so hat sich dieser in dem Interview auf Ablösesummen jenseits der 100 Mio. bezogen. Aber egal, um Fakten und Sachlichkeit geht es in diesem Kommentar ja auch gar nicht, sondern einfach nur um die Gelegenheit , nach Herzenslust auf den FCB einzuprügeln. Was Hoeneß privates Steuervergehen mit dem Ganzen zu tun , weiß sowieso nur Herr Raecke selbst. Dies in dem Kommentar trotzdem zu verwursten, ist ziemlich unredlich, Herr Raecke und wirft eher auf Sie als auf Uli Hoeneß ein schlechtes Licht!

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avision 27.07.2017, 20:06
29.

Man sollte auch als FCB an die Zukunft denken. Sonst überrunden einen Vereine wie RB Leipzig den FCB auf Dauer und der FCB ist ein neues Mönchengladbach. Unvorstellbar? Zur Zeit ja, aber wenn man die Strukturen im obersten Management nicht auch im Auge hat kann genau das passieren - auch mit dem best aufgestellten Unternehmen. Gerade die Steigende Nachfrage international nach der Bundesliga könnte da einiges ändern. Wir schauen dann nochmal in 15 Jahren. Dann wissen wir mehr :P

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