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Bayern Münchens Coman und Gnabry: Vorboten des Umbruchs
Federico Gambarini/dpa

Mit Tempo und Abschlussstärke könnten Bayerns junge Flügelspieler Serge Gnabry und Kingsley Coman das Rennen um die Meisterschaft mitentscheiden. Allein ihre Verletzungshistorie bietet Grund zur Sorge.

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bcpt8 15.04.2019, 20:08
10.

Zitat von Galluss
Beide sind im besten Fussballeralter (22/23). Und trotzdem sind sie bisher den Beweis schuldig geblieben, genauso so gut wie Ribery (35) und Robben (35) zu sein. Diese Flügelzange wäre nur mit Kimmich und Reus zu ersetzen. Die beide nicht auf ihren Idealpositionen spielen. Aber genau dann -wenn sie mal durften- auf diesen Aussenstürmer-/Läuferpositionen ihre besten Leistungen abliefern. Sorry, aber ich sehe nicht das Potential in den beiden Münchnern Nachfolgespielern. Gut ja. aber nicht gut genug. Warum Kimmich? Der hat Herz, taktisches Verständnis und Ballgefühl. Warum Reus? Der kann selbst Tore schiessen (wie einst Podolski). Und schiesst nie meterweit übers Tor. Mit Wucht und Schnelligkeit sich festzurennen ist wahrlich uneffektiv.
Was das athletische Anforderungsprofil angeht, mögen Coman und Gnabry als offensive Flügelläufer bereits im "besten Fussballeralter" sein. Weitere Faktoren wie takt. Spielverständnis, räumliche Übersicht oder richtiges Timing bei Ballführung, -verteilung und Abschlüssen hängen aber auch an Erfahrung (insbesondere Coman hat da noch Optimierungsbedarf, schien unter Heynckes aber schon mal weiter in der Entwicklung zu sein). Robben und Ribéry kamen mit Mitte 20 zum FC Bayern, ihren Leistungs- und sportl. Zenit erreichten beide gegen Ende 20.

Kimmich fehlt es zum Tempodribbler an Antritts-, mehr aber noch an Endgeschwindigkeit sowie an technischer Feinmotorik im 1-gegen-1 (auch wenn er diesbzgl. in vereinzelten Aktionen mal glänzt; den Blick für Räume und das Ballgefühl für gut getimte Pässe/Flanken hat er sicherlich). Das weiß er offenbar selbst und spielt i. d. R. im Zweifel lieber den sicheren Quer- und Rückpass. Reus wiederum ist zwar immer noch schnell und dribbelstark, wäre nun mit knapp 30 als Flügeldauerflitzer aber bald am physischen Limit und dürfte ohnehin die Position zentral hinter der Sturmspitze bevorzugen.

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telarien 15.04.2019, 21:36
11. Faxen

Ich hatte schon im ersten Posting erwähnt, dass ich so was bei keinem Verein gut finde. Jubel ist klar, auch ein Salto, OK. Ich mag Fußball lieber ohne Schauspielerei, ohne Schwalben, ohne sterbender Schwan und danach wieder munter loslaufen.
Ribéry und Robben sind nun auch Weltstars auf ihren Positionen. Topalter sehe ich eher so bei 25-28.
Verletzungsanfälligkeit ist manchmal auch Zufall. Reuß in Gladbach fast nie, in Dortmund oft. Kann auch am Training liegen, auch am Doc. Oder an einem Trainer wie Pep, dem die Gesundheit der Spieler eher egal war.

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senta1958 15.04.2019, 22:51
12.

Zitat von bcpt8
Was das athletische Anforderungsprofil angeht, mögen Coman und Gnabry als offensive Flügelläufer bereits im "besten Fussballeralter" sein. Weitere Faktoren wie takt. Spielverständnis, räumliche Übersicht oder richtiges Timing bei Ballführung, -verteilung und Abschlüssen hängen aber auch an Erfahrung (insbesondere Coman hat da noch Optimierungsbedarf, schien unter Heynckes aber schon mal weiter in der Entwicklung zu sein). Robben und Ribéry kamen mit Mitte 20 zum FC Bayern, ihren Leistungs- und sportl. Zenit erreichten beide gegen Ende 20. Kimmich fehlt es zum Tempodribbler an Antritts-, mehr aber noch an Endgeschwindigkeit sowie an technischer Feinmotorik im 1-gegen-1 (auch wenn er diesbzgl. in vereinzelten Aktionen mal glänzt; den Blick für Räume und das Ballgefühl für gut getimte Pässe/Flanken hat er sicherlich). Das weiß er offenbar selbst und spielt i. d. R. im Zweifel lieber den sicheren Quer- und Rückpass. Reus wiederum ist zwar immer noch schnell und dribbelstark, wäre nun mit knapp 30 als Flügeldauerflitzer aber bald am physischen Limit und dürfte ohnehin die Position zentral hinter der Sturmspitze bevorzugen.
Wie immer ein stimmiger Beitrag.

Vielleicht eine kleine Anmerkung bezüglich Coman: Wenn Sie sich bitte mal die Verletzungshistorie anschauen, könnte das eine Erklärung dafür sein, dass er ggf. schon ein wenig weiter war.
Er kam nach seinem ersten Syndesmosebandriss praktisch mit dem Schlusspfiff der letzten Saison zurück und zog sich die gleiche Verletzung kurz nach Anpfiff der neuen zu. Das geht nicht so spurlos an einem Spieler vorbei. Mag sein, dass es manch einer schneller verarbeitet. Coman dachte da ja schon an ein generelles Auhören.
https://www.transfermarkt.de/kingsley-coman/verletzungen/spieler/243714

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ge1234 16.04.2019, 07:23
13. Verletzungsanfälligkeit!

Letztendlich ist es für die dann aktuelle Situation egal, ob ein Spieler wegen einer sich selbst zugezogenen Verletzung ausfällt oder weil er aus dem Spiel getreten wurde, er steht auf alle Fälle nicht zur Verfügung. Wobei Ribery, der ebenso oft getreten und gefoult (was der Grund für seine vielen Ausraster war) wurde wie Coman, eher erstaunlich wenig Ausfallzeiten hatte.

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gnarze 16.04.2019, 08:33
14.

Momentan ist gerade Gnabry in Topform, und das nach nur einem Jahr ein weiterer großer Schritt zur Weltklasse.

Sollte es mit Pepe klappen, der PSG fast im Alleingang besiegte, wäre das ein weiterer Knaller und Mosaikstein, um international wieder voll anzugreifen.

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bcpt8 16.04.2019, 10:04
15. @senta / #12

Zitat von senta1958
[...] Wenn Sie sich bitte mal die Verletzungshistorie anschauen [...] Das geht nicht so spurlos an einem Spieler vorbei.[...]
Zweifellos: Gerade für junge und damit in ihrer Entwicklung noch nicht gefestigte Spieler sind längere Verletzungsunterbrechungen statt kontinuierlicher Spielpraxis am Stück Gift. Unter Ancelotti kam hinzu, dass er Coman auch in fitter Verfassung nicht zu favorisieren schien und öfters auf der Bank schmoren ließ (was dann bekanntlich Abwanderungsgedanken des Franzosen auslöste, bevor er schließlich fest verplichtet wurde).

Der von mir erwähnte "Optimierungsbedarf" zielt auf den kognitiven Bereich ab, da Coman noch zu oft in physischer Dynamik und Dribbelstärke allein den erfolgversprechenden Lösungsansatz sieht. Und dabei auch zu sehr den Ball fixiert, das taktische Bewegungsmuster des Gegners übersieht und so vom Tor weg in Sackgassen abgedrängt wird, aus denen heraus er erst wieder kleinräumig beschleunigen und Auswege finden muss (zumal in Unterzahl). Zu Comans Stärken gehört aber weniger das kleinteilige, schnelle Kombinationsspiel, sondern eher, großräumig-linear Tempo aufzunehmen, damit den Gegner abzuhängen, mit den Kollegen im offensiven Zentrum eine Überzahlsituation herzustellen oder über außen den Ball in den Rücken der Gegnerabwehr aufzulegen.

Weitere Nachbesserungsbereiche (trotz schon sichtbarer Fortschritte - und nicht besserwisserisch gemeint): Nah- und Ferndistanzen bei Ballführung aus der Beschleunigung heraus präziser einschätzen (zum Gegenspieler und/oder der Spielfeldbegrenzung); auch bei Tempoläufen die Übersicht für die Positionierung der Mitspieler nicht verlieren; überhastete Aktionen in den Gegner hinein vermeiden, die zu Kontern einladen - d. h., rechtzeitig und folgerichtig abspielen, denn Dribblings (zumal wenig aussichtsreiche) verlangsamen erst mal das eigene Spiel und verschaffen dem Gegner Zeit zur Sortierung; Kopf oben behalten für präzise Hereingaben in den Strafraum, um Aufwand und Effekt der Aktionen in gesunder Balance zu halten (einer von Heynckes' Ratschlägen, die schnell fruchteten, teils aber wieder vernachlässigt werden); strategische Seitenverlagerungen und rochierende Läufe mit/ohne Ball (statt entlang der Außenlinie kleben), wenn andere Kanäle zugestellt sind - und damit für den Gegner leicht ausrechenbare Aufbaumuster durchbrechen (solch Profiltiefe scheint mir z. B. beim knapp drei Jahre jüngeren Sancho bereits deutlicher erkennbar).

Lässt sich inzwischen auch wieder auf Ribéry anwenden, wenn er - ganz "back to the roots" - in nicht immer hilfreichem Ehrgeiz (auch Richtung Publikumsapplaus) auf seine alten Tage und damit über seine Verhältnisse hinaus quasi den allzu kopflos-leichtsinnigen Jungspund-Straßenkicker gibt. ;-)

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senta1958 16.04.2019, 11:34
16.

Zitat von bcpt8
Zweifellos: Gerade für junge und damit in ihrer Entwicklung noch nicht gefestigte Spieler sind längere Verletzungsunterbrechungen statt kontinuierlicher Spielpraxis am Stück Gift. Unter Ancelotti kam hinzu, dass er Coman auch in fitter Verfassung nicht zu favorisieren schien und öfters auf der Bank schmoren ließ (was dann bekanntlich Abwanderungsgedanken des Franzosen auslöste, bevor er schließlich fest verplichtet wurde).
Danke für die ausführliche Analyse. Auch hier vollste Zustimmung. Ich habe große Teile gekürzt, um Platz zu sparen.
Meine Antwort bezog sich eher auf Ihre Feststellung, dass es unter Heynckes wohl schon besser war.

Diese "Prügelei" soll ja auch den Hintergrund gehabt haben, dass Lewandowski eben genau das kritisierte. Nämlich dass Coman zu eigensinnig sei und sich festspiele, anstatt, Sie treffen es auf den Punkt, den Ball eben schon deutlich früher abzuspielen.

Na ja, er ist noch jung und wird mit zunehmender Spielpraxis auch das nötige Gefühl für die richtigen Entscheidungen bekommen. Voraussetzung dafür ist natürlich, dass er unverletzt bleibt und mal zumindest eine Halbserie am Stück durchspielen kann.

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