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Bayerns Remis in Berlin: Und plötzlich ist Ancelotti der Gewinner
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Wieder zwei Punkte verschenkt, wieder nach einer Zwei-Tore-Führung. Das 2:2 von Berlin legt die Probleme des FC Bayern offen. Mehr noch: Es stellt die Erzählung vom Sündenbock Carlo Ancelotti in Frage.

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thormueller 02.10.2017, 14:54
60. Götterdämmerung

Es kristallisiert sich immer deutlicher heraus, was der geneigte Beobachter längst weiss: Der FC Bayern München ist ein wohlhabender Verein, dessen Mangel an sportlicher Expertise stets mit Geld übertüncht wurde. Die scheinbar grenzenlose Bereitschaft arabischer Unternehmer Geld in die Welt des Profifußballs zu pumpen, vernichtet die über Jahrzehnte erfolgreich praktizierte Taktik der konsequenten Zerstörung nationaler Widersacher.
Für den deutschen Wettbewerb reicht die Qualität des Teams noch aus, für den europäischen längst nicht mehr.

Wer den selbstbewussten Umgang der Dortmunder mit der Personalie Dembele beobachtet hat dem wird klar, dass auch die nationalen Konkurrenten nur noch schwerlich als billige Rekrutierungskader herhalten werden. Auch aus Leipzig wird kein Spieler als Schnäppchen an die Isar wechseln, wenn der Verein es nicht möchte. Keita spielt nächstes Jahr in Liverpool.

Den Lobhudeleien auf die eigene Stärke müssen nun zukunftsfähige Konzepte folgen.
Schon im Sommer war zu beobachten wie der FC Bayern München von aussen betrachtet wird. Für Spieler die in die absolute Weltspitze vordringen möchten ist der Club keine Option mehr.

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CancunMM 02.10.2017, 14:58
61.

Wenn es stimmt was man so liest, ist es kein Wunde, dass die so mies spielen.
Cotrainer raucht in der Kabine. Robben beschwert sich, dass man schlechter trainiert als sein Sohn beim FC Grünwald in der D-Jugend. Keine Videoanalysen, schlechtes Training. Grüppchenbildung um die spanisch sprechenden Spieler. und und und

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therocket 02.10.2017, 15:19
62. Falsch, Ancelotti ist immer noch der Verlierer ...

... und zwar ein größerer als noch vor ein paar Tagen, weil jetzt noch deutlicher wird, wie weit er den Karren tatenlos (wörtlich zu nehmen) in den Dreck geritten hat. Hier geht nichts mehr. Ancelotti hat eine der taktisch am besten ausgebildeten Mannschaften des Planeten in nur einem Jahr so heruntergewirtschaftet, dass einem Anblick dieses Trauerspiels die Tränen kommen.

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fräulein_hildegard 02.10.2017, 15:25
63.

Ich bitte um Hilfe.
Dort stehen 11 gestandene Profis auf dem Platz, haben die denn keine eigenen Ideen? Braucht es da immer den Einpeitscher an der Seitenlinie?
Hat denn niemand den Arsch in der Hose mal das Spiel an sich zu reißen?

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Medianus 02.10.2017, 15:30
64. Was sollen solche Artikel?

Ich habe schon auf Spon über U.H.s Kommunikationsdefizite gelesen, da war schon Ancelotti der große Grandezza, jetzt ist er sogar der Gewinner. Aha. Zudem wird behauptet, die Mannschaft könne nicht mithalten, weil keine 100 Miollionen Transfers getätigt wurden. Also, eigentlich ein Versagen der Vereinsführung. Nur mit der nahezu identischen Mannschaft hat man letztes Jahr als einzige Mannschaft den späteren CL Sieger an den Rand des Ausscheidens gebracht, und hatte zuvor dreimal hintereinander das Halbfinale der CL erreicht. Die Abwehrreihe Hummels, Alaba, Boateng, Lahm galt als eine der besten der Welt. Davon sind noch immerhin drei da; und das an der Seite eines wirklich talentierten, jungen Rechtsverteidigers, der immerhin Stammspieler in der Nationalmannschaft ist. Den einzigen Abgang, den man bisher nicht auffangen konnte, ist Alonso. Und natürlich hat man in den letzten zwei, drei Jahren die Aussenstürmerpositionen bisher nicht adäquat nachbesetzt für die Post Rib/Rob Zeit, obwohl entsprechende Spieler auf dem Markt waren. Áber, warum glauben Sie, dass M. Reschke nicht mehr in München ist?
Es sind sicher Fehler in der Personalpolitik gemacht worden - aber der Trainer Ancelotti gehört mit dazu. Denn den jetzigen Zustand der Mannschaft hat auch er zu verantworten. Diese Mannschaft, mit ihrer durch van Gaal/Heynckes/Guardiola geprägten taktischen Ausbildung, hat er nie auf ein neues Niveau heben können. Mit van Gaal fing es an, -schwieriger Charakter hin oder her- er hat den Bayern ein Spielsystem gegeben. Heynckes, zu dem man Parallelen zu Ancelotti zieht, hat es verfeinert, hat die Mannschaft taktisch weiter gebracht. Guardiola hat sie noch mal auf ein anderes Niveau gehoben. Ancellotti hat das Potential verdaddelt. Dieser Trainer hat viele Stationen außerhalb Italiens gehabt, aber nie länger als zwei Jahre. Wir wissen jetzt, warum!
Man muss jetzt überlegen, welchen Weg man gehen will. Die jetzige Situation war vielleicht unnötig oder vermeidbar, aber so eine Krise kann auch ihr Gutes haben, wenn man die richtigen Lehren daraus zieht.

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peterefunck 02.10.2017, 15:35
65. Entweder oder?

Das der FC Bayern auch ohne Ancelotti Probleme haben wird, steht für mich ausser Frage. Aber, ob auch Ancelotti ein Problem war, ist damit nicht beantwortet. Schon gar nicht, ob er der Sieger des Konfliktes ist.

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dsch64 02.10.2017, 15:38
66. So negativ sehe ich das nicht.

Zitat von bakero
Mainz ist nicht Dortmund und Dortmund nicht Bayern. Heißt: "So what" gilt noch in Mainz, da konnte er ausprobieren wie Nagelsmann in Hoffenheim. In Dortmund wird das schon komplizierter, allerdings ist auch kein Titelgewinn zwingend nötig und man kann auch mal ein Spiel (wie z.B. gegen Darmstadt) komplett in den Sand setzen. Bei den Bayern reichen manchmal schon ein paar schlechte Spiele. Da bedeutet "Innovation" dann ganz schnell "neuer Trainer".
Mir erschien es so, dass eines der Hauptprobleme von Herrn Ancelotti der fehlende Plan B war, bzw. dieser bestand nur aus mehr Einsatz und mehr rennen. Guardiola hatte immer einen Plan B, er stellte zur Halbzeit taktisch um und drehte damit Spiele (nicht alle aber einige). Tuchel hat auch immer einen Plan B zur Hand, die über alles interessante Frage ist dann, würde das bei Bayern funktionieren.
Tuchel ist menschlich problematisch aber mit seinem Ehrgeiz und seinem Wissen könnte er Bayern schon voranbringen. Zumal ihm dort nicht die Spieler der Betriebswirtschaft wegen verkauft werden. Unabhängig davon ob man Tuchel oder die Bayern mag oder nicht mag, das Experiment wäre höchst interessant.

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nummer50 02.10.2017, 15:46
67. Meister

sollte Bayern diese Saison nicht Meister werden, meine Güte was soll's, das gab es früher auch. Bayernfans wissen, dass es nicht immer wie die letzten 5 Jahre laufen kann.

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lorenzcarla 02.10.2017, 15:55
68. Es erscheint jetzt auch sonnenklar,

warum der in Leverkusen und München immer optimal und clever agierende Chefscout Reschke die Flucht aus München nach Stuttgart angetreten hat: Zu viele zu alte, finanziell schon lange übersättigte Multimillionäre (aus Spanien und Chile, Robben, Ribery, Boateng und...) bilden schon längst keine Einheit mehr - wie etwa zu Heynkes` Zeiten. Reschke hatte einfach keine Lust mehr auf die Leitenden Bayern-Onkels - da war die Verpflichtung des ganz offensichtlich untermotivierten Signore Ancelotti nur das Tüpfelchen auf das i. Lahm und Reschke haben clever rechtzeitig das sinkende Boot verlassen. Gruß aus dem Bergischen Land.

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matthias8989 02.10.2017, 15:56
69. Ohne Weltklassetorwart

und ohne eine eingespielte Verteidigung. Ohne das manschaftliche Einstehen und auch Mitlaufen geht es selbst bei wohlklingenden Namen nicht. Bayern hatte viel zu viele Baustellen und das wird in diesem Jahr auch an den Ergebnissen abzulesen sein. Wenn dann Gegner sich nicht daran halten, dass Bayernspiele halt zu verschenken sind, dann haben wir den Salat.
Für mich sind immer noch die Spieler der Schlüssel zum Erfolg und die haben alle zwei Beine.
Der Trainer kann entweder Hampelmann wie Pep spielen oder Grand Papa wie Ancelotti.
Spätestens jetzt kommt raus, dass auch eine veraltete Führungsrige keinen neuen Schwung rein bringt.
Man hätte drauf kommen können, als Lahm abgelehnt hat.

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