Forum: Sport
Bierhoffs Kritik an Özil: Alles falsch gemacht
imago/ Moritz Müller

DFB-Manager Oliver Bierhoff hat in einem Interview Mesut Özil einen großen Teil der Verantwortung für das WM-Aus zugeschoben. In der Erdogan-Affäre begehen die Beteiligten wirklich jeden möglichen Fehler.

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hj.binder@t-online.de 06.07.2018, 11:15
210. Bierhoff

ist derjenige, der der NM und dem Fussball insgesamt verheerend geschadet hat.

Man stelle sich vor: Der "Herr Direktor" befehligt 100 Personen, wahrscheinlich kehren die nicht nur den Hof und sammeln die leere Wasserflaschen ein. Sie nennen sich wahrscheinlich alle irgendwas mit Sponsering und Medien. Welch Irrlichtgestalten da dabei sind hat man im "Schwedenauftritt" bemerkt. Mann muss sich weiter vorstellen, dass diese 100 Gestalten nicht nur ein üppiges Gehalt, jenseits "Leistung" beziehen sondern sich auch sonst mehr oder weniger überflüssigerweise bemerkbar machen. Ich verstehe so langsam warum selbst so fröhliche Menschen wie Thomas Müller in der Nähe von Bierhoff mit Beerdigungsgesicht herumlaufen.
Fazit: Der Verband muss schleunigst Bierhoff samt seinen Lakaien fristlos kündigen. Was mit der Mannschaft geschieht und was nicht bestimmen nicht Betriebsdwirte, sondern Fachleute, in diesem Fall die Trainer und die medizinische Abteilung.
Werbung und Sponsering sollte der DFB mit den Bierhoff-Trümmern schleunigst vergessen und sich einfach mal auf Sport besinnen.

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skeptikerjörg 06.07.2018, 11:15
211. Sündenbock gefunden?

Also Özil ist Schuld? Komisch! Dass das Özil-Gündogan-Erdogan Foto nicht gerade clever war, steht außer Frage. Aber es war Gündogan, der Erdogan seinen "verehrten Präsidenten" genannt hat, nicht Özil. Und seine halbseidenen Statements danach waren schlimmer, als Özils Schweigen. Aber so langsam sollte man dieses Kapitel schließen. Beide haben erheblich in der Türkei investiert, beide haben Verwandtschaft in der Türkei, da kann niemand erwarten, dass sie sich öffentlich von Erdogan distanzieren, demselben Erdogan, mit dem Bundesregierung und EU-Kommission Abkommen abschließen und mit dem zahllose deutsche Unternehmen gewinnträchtige Geschäfte machen. Lieber Oliver Bierhoff, kümmern Sie sich um die Defizite in Trainerteam und Management der Nationalmannschaft, machen Sie aus dem Marketingprodukt "Die Mannschaft" wieder eine Nationalmannschaft, mit der sich die Fans identifizieren können - Leistung auf dem Platz anstatt Omnipräsenz in allen möglichen und unmöglichen Werbespots für den Anfang. Das gilt übrigens auch für den Trainer.

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taglöhner 06.07.2018, 11:15
212. Info

Zitat von Xicht123
Meiner Meinung nach war ein großes Problem die komplettvermarktung des Teams. Keine Werbung ohne einen Spieler... Wenn ich am Tag 10 Werbespots drehen müsste könnte ich mich auch nicht mehr auf Sport konzentrieren. Es ist wichtig die Spieler so gut es geht von allen Ablenkung abzuschirmen. Bierhoff macht das Gegenteil. Und jetzt allen anderen den schwarzen Peter zuschieben.... sehr schwach! Meiner Meinung nach lag das Problem hauptsächlich nicht bei der Mannschaft oder dem Trainer sondern im Umfeld.
Achtung: Die Spots werden lange vor dem Turnier abgedreht, das sind gar keine Livebilder aus der Halbzeitpause.
Das damit erwirtschaftete Geld wird nicht in Ferraris, sondern in Dinge umgesetzt, die dem Erfolg dieser und zukünftiger Nationalmannschaften dienen sollen.

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jovanni 06.07.2018, 11:17
213. Bierhoff abschieben

Na super, jetzt ist Özil auch offiziell Sündenbock! Eigentlich war mir Bierhoff gar nicht so unsympathisch, ausser dass er von Marketing, Politik und scheinbar auch Sozialverhalten keine Ahnung hat. Es wäre schön, wenn im Funktionärslager auch mal das Qualitätsprinzip eingeführt würde. Hier könnten einige Posten eingespart werden anstatt den Hofstaat um weiter Günstlnge zu erweitern.

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jurbar 06.07.2018, 11:18
214. Hungrig

lese ich in vielen Beiträgen. Wie soll die Elf hungrig sein? Ein Müller, ein Khedira und Andere, bei denen man davon ausgehen musste, dass sie schon satt genug sind und überhaupt keinen Bock hatten zu spielen. Ein Macht mal- Präsidium, ein Weiter so- Trainer. Falsche Leute mitgenommen, die wenigen guten jungen auf der falschen Position ( Kimmich z. B.) oder zu wenig eingesetzt ( Brandt z. B.)... die Hungrigen kommen an den Satten nicht vorbei. Weiter so.

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Leser161 06.07.2018, 11:18
215. Gefahr Tabuthema

Ich sehe das ganze darin, dass sämtliche Kritik an Spielern mit Migrationshintergrund zum Tabu- und Nazithema erklärt wurde. Das sind sehr gute Spieler, aber man muss sie kritisieren dürfen, wie man einen Matthäus, einen Ballack (hart) kritisieren durfte.

Und Özils öffentliche Weigerung sich mit den positiven Werten der deutschen Hymne öffentlich zu identifizieren ist halt diskussionswürdig. Ging aber nicht. Tenor war "Jeder der sich fragt warum Özil nicht wenigstens die Lippen bewegt ist ein Nazirassist"

Deshalb hat der DfB auch so rumgeeiert, als Özil noch einen draufgepackt hat und sich mit Erdogan fotografiert hat. Kritik daran hätte ja auch Rassismus sein können. Deshalb wurde das Thema dort totgeschwiegen.

Und jetzt ist es halt zu den beschriebenen Konsequenzen gekommen.

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Capetonian 06.07.2018, 11:18
216. Auch der Autor ist nicht konsequent

Wahrscheinlich wird dieser Kommentar wieder gelöscht. Aber trotzdem: Der Fußball erzeugt witzige Konstellationen und Koalitionen. Zeitungen und Magazine, die bei politischen Themen jedes Haar in der Suppe suchen, werden plötzlich zu braven Nachplappermäulchen. Wo ist die vielgerühmte Recherchebereitschaft der Journalisten geblieben? Nein, der Fußball hat den begleitenden Journalismus im Griff. Wirtschaftliche Interessen bei der Aufstellung werden nicht hinterfragt. Als hätten Fifa, DFB, Spieler, Trainer, Berater ein Armutsgelübde ablegt. Jetzt wird das Versagen der WM mit einer dümmlichen Rassismusdiskussion verquirlt. Ist das noch Journalismus? Auf jeden Fall ist es praktisch. Auf diese Weise lassen sich alle Ursachen mühelos zukleistern. Wie im übrigen Leben auch. Wer aufmuckt ist ein Rassist. Eine Begründung - und sei sie noch so dämlich - wird sich schon finden lassen.

Das Scheitern fing schon mit der Namensgebung an. Als der Marketingleitung nichts besseres als "Die Mannschaft" einfiel, wurden alle Kritiker sofort als Nationalisten abgebügelt. Die FAZ kritisierte den Markennamen in einem hervorragenden Artikel. Ist die FAZ deshalb eine nationalistische Zeitung geworden. Umgekehrt wird ein Schuh daraus. "Die Mannschaft" ist sprachlich ungelenk, ungebräuchlich und erinnert irgendwie an dunkle Zeiten. Oh, sofort wurde nachgeschoben, man werde im Ausland schon immer so genannt. Ein Teil der willfährigen Jünger, die auch den größten Blödsinn mitmachen, haben diese Legende bereitwillig vervielfältigt. Mit der gleichen Berechtigung hätte man auch die Krauts, oder die Tanks nehmen können. Die SUN bietet schon seit Jahrzehnten genügend Vorlagen. Dann kam dieses unsägliche Bild, das jeden Provinzpolitiker zum Rücktritt gezwungen hätte. Beim Fußball ist alles entschuldbar und jeder selbständig Denkende wurde plötzlich ein Rassist. Der DFB steht als mitgliederstärkstes und reiches Unternehmen hat einen künstlichen Markennamen geschaffen. Darüber wurde das Produkt vergessen? Die Nationalmannschaft steckt in ihrer größten Krise. Wohl wahr. Die Krise ist auch eine Krise des begleitenden Sportjournalismus. Das ist nicht mehr zu übersehen. (Die Verwendung des Begriffes Nationalmannschaft orientiert sich an der Beschriftung der Grafik. Nur um alle Mißverständnisse zu vermeiden.

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Moormann 06.07.2018, 11:19
217.

Zitat von rgsf
Volle Zustimmung! Özils Leistungen als Spieler für die NM sind unbestritten. Was er mit Erdogan macht und ob er was dazu sagt ist letztendlich seine Sache. Wenn der DFB das für nicht kompatibel mit seinen Werten hält soll er eine Ansage machen, Nichtnominierung hätte jeder verstanden. Aber dieses Rumgeeiere jetzt zeugt von eklatanter Führungsschwäche. Jogi hat eine weitere Chance verdient. Aber wer braucht bitteschön Bierhoff?
Stellen Sie sich bitte folgendes Szenario vor.
Herr Löw sagt, Öszil und Gündogan nehme ich nicht mit wegen
der Erdogan-Photos.
Herr Bierhoff beschwört Löw, die beiden mitzunehmen.
Löw besteht auf die Aussperrung der beiden.
Bierhoff und die sonstigen Akteure sagen: Beide kommen mit.
Löw tritt zurück, weil er beide nicht mitnehmen will.

Was ich damit sagen will, der DFB hat versagt.
Dieses Geschichte wurde im poltiisch korrekten Deutschland viel zu hoch gehängt. Alle tragen am Dilemma der NM schuld.
Jetzt Öszil allein die Schuld zu geben ist einfach primitiv-

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sirancore 06.07.2018, 11:20
218.

Einfach nur peinlich, was Bierhoff da sülzt! Nicht Özil, sondern Bierhoff sollte zurücktreten.

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teddy-berlin 06.07.2018, 11:21
219. Herr Özil hat alles richtig gemacht

Er hat die deutsche Berufsfußballer-Struktur für sich sehr erfolgreich genutzt, seiner Liebe für seine türkische Heimat nachhaltig Ausdruck verliehen, bei Türkinnen und Türken in aller Welt einen riesigen Sympathiebonus geschaffen und nach seiner erfolgreichen Wahlwerbung für Erdogan pfiffig und wahrscheinlich innerlich grinsend den Mund gehalten. In Deutschland ist das Image dieses Mannes, der seit Wochen unwidersprochen als "wenig intelligent" beschrieben wird, dauerhaft zerstört. In der Türkei dagegen werden in Zukunft Straßen, Plätze und Brücken nach ihm benannt. Herr Özil: Chapeau, alles richtig gemacht!

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