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Brasiliens Halbfinal-Demontage: "Dieser Makel bleibt für immer"
AFP

Der Schmerz wird langsam verschwinden, aber vergessen wird Brasilien die 1:7-Niederlage gegen Deutschland nie. Im Interview spricht der Journalist Fernando Duarte über die Arroganz des brasilianischen Fußballs und die Verantwortlichen des Debakels.

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Andr.e 09.07.2014, 19:15
1.

Zitat von sysop
Und dieses Spiel gegen Deutschland ist der größte Schock bisher, vielleicht sogar heftiger als Maracanaço aus dem Jahr 1950. Es ist ein neues Kapitel unserer Nation.
Das wage ich jetzt aber Mal arg anzuzweifeln. Damals - 1950 - da war Fußball noch so etwas wie eine Religion. Wenn diese WM eines bewiesen hat, dann: Das Establishment hat eine neue Spielwiese.

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humble_opinion 09.07.2014, 19:38
2. Zauberfußball ist schon länger her

Es liegt mir wirklich fern, noch Salz in die Wunde zu streuen. Aber die Spiele mit brasilianischer Beteiligung in den letzten vielleicht 10 Jahren hatten schon nicht mehr viel mit dem Klassefußball zuvor zu tun.


Ich erinnere mich hauptsächlich daran, dass die Spiele oft eine ziemliche Treterei waren. Ganz übel - auch bei dieser WM deutlich zu sehen - finde ich aber das elende Geschinde von Elfmetern bzw. die zahlreichen Versuche.


Es ist ärgerlich, dass die Schiris das noch immer nicht mit Karten bestrafen. So eine "geglückte" Schwalbe kann ein ganzes Spiel der gegnerischen Mannschaft zerstören. Dagegen kassiert ein Spieler sicher gelb, wenn er sein Trikot auszieht. Ich erkenne da keine Verhältnismäßigkeit mehr.

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icke44 09.07.2014, 19:55
3. Kopf hoch Brasilien

Euer Herz ist ein Fußball und durch euer Blut fließt Samba. Brasilien, Du kommst wieder!

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viwaldi 09.07.2014, 19:56
4. Nur Potential reicht nicht mehr...

Zitat von sysop
Der Schmerz wird langsam verschwinden, aber vergessen wird Brasilien die 1:7-Niederlage gegen Deutschland nie. Im Interview spricht der Journalist Fernando Duarte über die Arroganz des brasilianischen Fußballs und die Verantwortlichen des Debakels.
und deshalb mein Tipp für die Brasielianer: holt euch Klinsmann (kein Scherz). Er hat in Deutschland verkrustete Strukturen aufgebrochen und war Antreiber einer Gruppe von Menschen, deren Saat heute aufgeht. Wenn Umparken im Kopf geht, geht Umspielen im Kopf auch. Ein langer Weg, ich kann dem Interview nur zustimmen. Aber die Substanz in Brasilien ist natürlich hervorragend besser verglichen mit USA.

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harald_haraldson 09.07.2014, 20:19
5. Herrgott

es ist ein Spiel, Sport - nichts weiter! Es gibt auch kein Naturgesetz, welches besagt, dass Brasilien immer Weltmeister werden muss! Spanien, Italien, Portugal und andere sind schön längst zu Hause! So langsam geht einem die vollkommene Überhöhung dieser Sportart im Allgemeinen und der WM in Brasilien im Speziellen gehörig auf die Nerven!

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TS_Alien 09.07.2014, 20:26
6.

Es ist nur ein Spiel gewesen, in dem Brasilien abgeschossen worden ist. Welche Fußballmannschaft ist noch nicht abgeschossen worden? Solche Spiele gab es, gibt es und wird es immer geben. 2010 war die französische Mannschaft am Boden, vier Jahre später hat sie ordentlich gespielt. Die deutsche Mannschaft hat 1998 ihre Grenzen aufgezeigt bekommen, 2002 wäre sie beinahe Weltmeister geworden. Im Sport kommen und gehen die Erfolge. Das gestrige Spiel gegen Brasilien werde viele in Erinnerung behalten. Wie so viele andere Spiele auch. Auch die aktuelle WM wird bald abgehakt sein. Hoffentlich mit einem würdigen und verdienten Weltmeister. Der darf Deutschland heißen, wenn auch das Finale ordentlich gespielt wird.

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Teigkonaut 09.07.2014, 20:30
7. schonungslose Analyse,

aber plausibel. Mich hat kein Spiel des Gastgebers auf dieser WM so recht überzeugt. Mit einem System, dass auf Neymar zurecht geschnitten ist, war Brasilien leicht auszurechnen. Ich denke die kommen aber schneller wieder als uns lieb sein könnte, vielleicht schon bei der nächsten WM.

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ozelot 09.07.2014, 20:41
8.

Zitat von sysop
Der Schmerz wird langsam verschwinden, aber vergessen wird Brasilien die 1:7-Niederlage gegen Deutschland nie. Im Interview spricht der Journalist Fernando Duarte über die Arroganz des brasilianischen Fußballs und die Verantwortlichen des Debakels.
Ich seh das nicht so streng wie der Herr im Interview. Ob eine Mannschaft ihre Stärke nun aus, ich sag mal, taktischer Disziplin (wie Deutschland) oder temperamentvoller Leidenschaft (wie Brasilen bis zum Viertelfinale) bezieht, ist eigentlich wurscht, solange die Stärke zum Erfolg führt.

Gestern hatte Brasilien seine Stärke nicht gehabt, weil die Leidenschaft nicht da war. Was ich im brasilianischen Team gesehen habe, war nur Angst und nach dem zweiten frühen Tor gegen sie waren sie nur noch paralysiert.

Das Team kam mit dem hohen Druck, den das brasilianische Volk aufgebaut hatte, nicht mehr zurecht. Die Brasilianer interpretieren ungeheuer viel in den Fussball hinein. Es ist ihr ganzer Stolz. Das führt natürlich zu einer Versagensangst, die sie beim Antritt gegen das erfolgreiche Deutschland überrollt hat. Manche brasilianische Spieler haben schon vor Spielbeginn geflennt und gebetet und waren nach dem Anstoß mit den Gedanken überall, nur nicht beim Spiel. Daher: Das Problem der brasilianischen Mannschaft liegt meines Erachtens nicht in der Taktik (wenn dem so wäre, hätte es Brasilien nicht ins Halbfinale geschafft), sondern in der Mentalität. Ihnen fehlte gestern der Kampfgeist. Sie waren schon vor Spielantritt psychisch ausgemergelt.

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zippzapp 09.07.2014, 21:01
9.

Einerseits stimmt das wohl alles. Man kann kein Team auf einen einzigen Spieler zustricken und dann hoffen, dass der nicht nur das ganze Turnier durchhält, sondern konstant sehr, sehr hohe Leistung zeigt, sich nicht verletzt, stets seinen "Bewachern" entkommen kann usw. und man auch noch stets weniger Tore kassiert als man schießt. Dann kann man schon fast zielsicher die Lottozahlen voraussagen.

Andererseits... Es war aber nicht der Trainer, der sich hinsetzte oder stehen blieb, statt dem Ball nachzusetzen, der gerade vorbei kullerte. Oder nach dem 0:1, spätestens dem 0:2, aufgeben, statt mit Elan auf den Ausgleich hinzuarbeiten.
Da kann Scolari nur hilflos zugucken, Taktik und Aufstellung hin oder her.

Die brasilianische Mannschaft als Ganzes hat es ein bisschen zu selbstverständlich genommen, bei der WM im eigenen Land den Titel zu holen und dabei nicht bedacht, dass da auch noch andere Teams antreten, die auch Fußball spielen können.

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