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Bundesligastart: Zurück im Fußball-Biedermeier
Bongarts/Getty Images

Die WM-Pleite der Nationalmannschaft hat die Geister der Vergangenheit und Sehnsüchte nach urdeutschen Tugenden geweckt. Der Bundesliga wird das nicht weiterhelfen.

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goat777 24.08.2018, 15:24
1. Innovationen nicht immer gut

Der Artikel klingt ja fast wie Politiker, wenn sie über Bildung reden. Wie wäre es das Richtige zu machen, als zwanghaft innovativ zu sein, ala schreiben nach Gehör. Arsene Wen’ger war auch immer mächtig innovativ gewonnen hat er nix. Des wegen würde er von den erfolgreichen Trainer auch immer nicht ernst genommen. „Specialist in failure“ war ja sein Name.

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schueler79 24.08.2018, 15:29
2. Erfolg gibt einem Recht

Es geht nicht um bestimmte Methoden oder die neuesten Trainingsansätze. Das Gesamtpaket muss stimmen, ein Trainer muss glaubhaft, authentisch sein, dann läufts auch in der Mannschaft. Ich finde es immer witzig zu lesen, der Ballbesitzfußball ist am Ende oder irgendeine andere Prognose, denn sie alle berufen sich auf die aktuelle Erfolgsstatistik, die sich ja beim nächsten mal wieder komplett ändern kann. Und dann haben wir wieder tausende von Experten, die alle das gleiche nachplappern.
Wie immer der Erfolg bestimmt wer Recht hat und niemand kann den vorhersagen.

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Le_Urmel 24.08.2018, 15:30
3. Wieso

Gut, ich bin nur Malocher und will am Wochenende Emotionen, Leidenschaft, Kampf und Theater sehen. Dafür zahle ich den Eintritt und meine TV-Abos. Funkel ist gut, Neymar ist gut (weil er immer so schön stirbt), über Ronaldo kann ich mich das ganze Wochenende aufregen etc.
Ich will keinen Videobeweis, ich möchte nicht, dass jede Aktion biometrisch erfasst wird, ich will keine Bots und Computer auf dem Rasen, dies habe ich in der Woche ....
Ich will altmodischen Fussball, im Notfall in der Kreisliga A, wo ich mein Bier trinken kann, ohne in der Reihe vorher mir anhören muss, was die Canabisrauchende Hipster wieder für eine harte Woche in ihrer Werbeagentur erlebt haben und wohin sie in den Ausgang gehen.

Wtf das in eine Fussballstadium

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ayee 24.08.2018, 15:34
4. Nichts Gutes zu erwarten

Die neue Saison wir wie die alte Saison vorwiegend von Fußballverhinderung geprägt sein. Zu viele Mannschaften konzentrieren sich auf das, was am einfachsten ist und hoffen auf Glück. Spielerisch versuchen zum Sieg zu kommen, machen hingegen zu wenige. Traurig und der Zusammenhang mit dem Abschneiden der N11 ist nicht von der Hand zu weisen. Mut und Selbstbewusstsein fehlen. Es wird fröhlich verwaltet, aber das kann man in Deutschland ganz generell am besten.

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Daisycutter 24.08.2018, 15:56
5. Der deutsche Schlaumeier

Jaja, jetzt wussten natürlich alle "Experten", dass es mit dem deutschen Fußball zu Ende geht. Gerade die Baslers, Effes und Lothar, die nicht einen Erfolg auf der Trainer- oder sonst einer verantwortlichen Position vorzuweisen haben, sitzen nun in den Talkrunden und ziehen vom Leder.
Fußball hat immer noch in der Hauptsache mit Athletik, Kampf und Technik zu tun. Wie man das neudeutsch gerade nennt ist Banane.
Die Funkels haben das verstanden, auch wenn andere das und sich vielleicht besser vermarkten. Kovac kann auch nicht mehr, wenn überhaupt.
Die BuLi ist nicht schlechter geworden, es ist das fehlende Geld, was die BuLi für die internationalen Stars uninteressant macht.

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mostly_harmless 24.08.2018, 16:12
6.

Bis zum Ende der Qualifikation hat alles wunderbar funktioniert. Aber statt die Frage zu stellen, warum exakt ab diesem Zeitpunkt gar nichts mehr funktionierte (die Vorbereitungsspiele waren fast durchweg mies) , guckt man nun systematisch an Stellen, wo garantiert nichts zu finden ist.
Das irgendwelche Herzchen mit Rezepten von Vorgestern um die Ecke kommen ist hingegen zu erwarten gewesen.

Die Entwicklung der Konkurrenzfähigkeit der Bundesliga hingegen ist seit Jahren besorgniserregend.

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burlei 24.08.2018, 16:21
7. Ist es denn so dramatisch, ...

... wenn der deutsche Fußball mal für ein paar Jahre oder Jahrzehnte nur zweit- oder drittklassig ist? Warum nicht mal in der Qualifikation ausscheiden? Bringt es denn dem deutschen Fußball was, wenn ein x-beliebiger Verein 50, 60 oder mehr Millionen Euro für einen angeblichen "Star" hinblättert? Natürlich nicht. Wenn nur auf das Geld geachtet wird, die finanzielle Bilanz, die Rendite der Investoren alleine im Blickfeld steht, ist es doch völlig egal, ob der BSC Pusemuckel es geschafft hat, mal wieder Meister zu werden. Wenn schon eine Reform, dann eine, die die unwiderlegbaren Tatsachen offen Rechnung trägt. Also FC Telekom statt Bayern München, Lüdenscheid Nord statt BVB 09, FC Gasprom statt Schalke usw. Geld regiert den Fußball, nicht das Können der Spieler, nicht der Enthusiasmus seiner Fans, nicht die Finessen der Trainer. Geld kauft Erfolg, wie man an "Zuckerhaltige Brause Leipzig" sehen kann. Nur so lange der Zuschauer meint, hier ginge es um sportliche Erfolge, brav seine Beiträge zahlt und damit die Taschen der Konzerne hinter diesen modernen Gladiatoren füllt, wird es nichts mit einer grundlegenden Reform. Noch nicht einmal mit einem Weiterkommen der Fußball-Bundesliga. "Die Anderen", die Vereine aus England, Frankreich, Italien, Spanien werden immer einen Schritt weiter sein. Denn unsere Bundesliga-Vereine werden von deutschen Managern geführt. Genau so wie die Konzerne, die ihnen die Mittel zuweisen.

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Daniel Dobbelstein 24.08.2018, 16:26
8. Wenn man die Beiträge schon liest...

Arsenal Weniger hat die ersten Jahre mit Arsenal nen ganzen Haufen gewonnen. Da war er innovativ. Dann hat er 2 Jahrzehnte das immer gleiche spielen lassen und nix mehr gerissen.
Wenn man also Ahnung hätte hätte man korrekt dem Kommentar folgend argumentiert. Ohne Ahnung versucht man es mit dem falschesten Beispiel für die Gegenposition.
Und da liegt auch die Krux im Fussball. Alle schauen ihn, und nur 1% hat auch nur mal 10 Minuten versucht das hochkomplexe Spiel zu durchdringen.
Und dann ist halt "Lauf mehr!" der Horizont an dem es endet. Solange der Erfolg da ist, kümmert sich dann niand darum. Wenn nicht weiß man aber ja nicht wie das Spiel funktioniert und kann nur so nen Mist verzapfen.

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vera gehlkiel 24.08.2018, 16:27
9.

Der Autor übersieht geflissentlich, dass Frankreich von Deschamp trainiert wird, einem Mann, den man dermaleinst als bodenständige Alternative zu Domenech geholt hat, unter dem die Nationalmannschaft vorwiegend durch ihren Eskapismus auffiel. Und Zidane bei Real hat zuvor noch nie einen Trainerposten inne gehabt, lebte nach eigener Ansage allein davon, wie "wichtig die Kabine" ist, also von Eigenschaften, die wohl nicht sehr viel mit Blutgasanalysen etc.pp. zu tun haben. Dritter im Bund derjenigen, die man aus Bequemlichkeit in den Medien immer "Instinkttrainer" nennt, wäre der Argentinier Simeone, der eine gegenüber Real und Barca eigentlich gar nicht konkurrenzfähige "ferner liefen" -Truppe auf Dauer zur dritten Kraft in Spanien gemacht hat, und bei dem mich zumindest ganz schön viel an Kovac erinnert. Funkel ist ein sehr flexibler Mann, überhaupt gar nicht der überharte Schleifer, und er ist eben spezialisiert darauf, auch als Spieler schon immer gewesen, aus eigentlich ziemlich wenig ziemlich viel zu machen. Dabei kann man eben nur begrenzt auf taktische Kapriolen, stabile Fitnesswerte und all diese Dinge zurückgreifen, auf dem Niveau kommt es einfach darauf an, ein paar Schlüsselspieler möglichst ohne lange Ausfallintervalle durch die Saison zu bekommen. Wobei ich davon ausgehe, dass Funkel mit der Nationalmannschaft wenigstens die Gruppe überstanden hätte. Übrigens ist Joachim Löw sechs Jahre jünger als Funkel, also keineswegs eine komplett andere Generation. Die an sich essentielle Fragestellung scheint mir die zu sein, wie es mit dem Dominanzfussball, den Löw mit geprägt hat, jetzt weiter geht. Aus diesem weiterhin die Verheissung für eine progressive Zukunft schlechthin zu machen, ohne die Evidenz der Entwicklung in den letzten Jahren dabei einzubeziehen, wirkt für mich wiederum rückschrittlich. Wir sollten aus dem System Löw jetzt weiss Gott keine Religion zu machen versuchen, sonst enden wir noch, so wie ungefähr die Holländer mit ihrem "totalen Fussball", in der dogmatischen Schmollecke der Sportgeschichte. Sicher, Pep Guardiola spielt immer noch Dominanzfussball, aber doch mit einem ungeheuerlichen logistischen Aufwand, sprich mit Unsummen von Investorenkohle. Hier sollte die Zukunft für uns nicht gesucht werden.

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