Forum: Sport
Bundestagsanhörung zu E-Sport: Gewaltenteilung
Medienagentur plassma

Politik und Verbände versuchen gerade, E-Sport in gute und böse Spiele zu trennen. Dabei scheint für viele die Simulation von Gewalt schlimmer zu sein als reale Gewalt.

Seite 1 von 2
AufJedenFall 20.02.2019, 22:11
1.

Die Counter-Strike E-Sport Szene ist wahrscheinlich die beste E-Sport Szene überhaupt. Viel Tradition (für ein PC Spiel), eine natürlich gewachsene Szene mit Nachwuchsmannschaften und Turnieren und Ligen in allen Bereichen: von Amateuren über Halbprofis bis Vollprofis.
Zur Gewalt: Wenn ich am Wochenende zum Kreisligafussballspiel gehe, ist es dort viel aggressiver als bei einem CS Turnier, alleine wie die Schiedsrichter angegangen werden, das traut sich kein E-Sport Profi. Aber wie der Autor schon richtig geschrieben hat: Es ist halt wohl schwer für einen Außenstehenden zu begreifen, dass der "Mord" im Spiel absolut abstrakt ist. Ich kenne keinen CS Spieler den es ums töten seiner Gegenspieler geht. Die gezeigt Gewalt wird nicht als Gewalt empfunden, weil diese eben nur Mittel ist, die Runde zu gewinnen. Weil es auch eigentlich keine Gewalt ist, sondern nur Pixel die andere Pixel bepixeln. Es geht nie um die Gewalt sondern nur um die Fähigkeiten des Spielers, die Taktiken und dem Teamwork. Dass die Spielfigur eine Waffe in der Hand trägt spielt gar keine Rolle. Der Fussballer denkt auch nich darüber nach, welche "Gewalt" er den Ball angetan hat, weil er ihn mit voller Wucht getreten hat. Aber wie gesagt, das ist wohl schwer zu verstehen, dass das erstmal offensichtliche, nämlich das Erschießen von anderen, komplett in den Hintergrund gerät. Da muss man einfach mal selbst Erfahrungen gesammelt haben.

Und für alle die in die E-Sport Szene eintauchen wollen: Jetzt momentan läuft das CS Major Turnier in Katowice, reinschauen lohnt sich sicherlich. Es wird auch auf deutsch übertragen.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
DrStrang3love 20.02.2019, 22:13
2.

Die Wahrheit ist, dass unsere Politiker und Entscheidungsträger seit Becksteins "Killerspiel"-Debatte vor jetzt fast genau 20 Jahren praktisch kein Stück weitergekommen sind.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
wittchen2000 20.02.2019, 22:23
3. Die Gewalt muss garnicht sein

Was mit Computerspielen in den letzten 25 jahren passiert ist ist eine reine Tragödie.
In den 80ern waren die Spiele sehr vielfältig, dann kam Doom/Wolfenstein 3D und das Genre "Ultrabrutale 3D Schießbude mit atemberaubend realistischer/aufwändiger Grafik" war geboren.
Seitdem hat sich an "dem Spiel" kaum etwas geändert, nur die Grafik wurde halt immer aufwändiger und verschiedene Spielelemente wurden unterscheidlich betont.
Assassin's Creed hat schließlich das ganze Rennaissance-Italien fotorealistisch Simuliert nur damit der Spieler wieder amoklaufen kann.

Das ganze ist eine unglaubliche Tragödie! Die Menschen sind eigentlich viel besser.
Die ganze Gewalt, die ganze Schusswaffensimulation, der ganze immergleiche virtuelle Amoklauf... es muss alles überhaupt nicht sein.

Wann wird die Spieleindustrie es endlich kapieren?
Wann wachen die Spiele die die Spieleindustrie entwirft aus aus ihrem kreativen/cognitiven/lahmen Winterschlaf auf?

Beitrag melden Antworten / Zitieren
m82arcel 20.02.2019, 22:45
4.

Ich bin mir nicht sicher, ob es für den E-Sport als jugendgeprägte Kulturform überhaupt erstrebenswert ist, sich aufgeblähten, trägen Organisationen unterzuordnen, die von Menschen geführt werden, die von der Materie keine Ahnung haben.
Schneller, als manch einer den Begriff 'Funktionär' buchstabieren kann, haben sich die Leute ohnehin dem nächsten Spiel zugewandt, während sich besagte Funktionäre noch über die Regelauslegung in FIFA '09 streiten.
Und ja, virtuelle Gewalt ist in solchen Kreisen (entgegen aller Forschung) natürlich ganz böse, während insbesondere das genannte Fechten, aber auch das Schießen natürlich hoch gelobte, olympische Disziplinen sind.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Onkel Drops 20.02.2019, 22:47
5. fiktiv gefährlich halt - reale Todeszahlen und fehlende Verletzte

besteht ein Handlungsbedarf? nicht mal ansatzweise! Spiele dürfen eins nicht sein Kunst und Spaß, Team Geist ist auch Mist. wir sind"nicht tödlich" und wo geballert wird darf man bei uns erst ab 18 rein. Gewinner kriegen Preisgelder statt Orden und Verlierer kommen nicht im Sarg heim ! Politiker sind schön, stark und mutig ... einmal ausgerichtet stürmen sie vorwärts. knallen schön vor die Realitätsmauer, prallen dabei stark ab, um mutig wieder Anlauf zu nehmen. alles über 8 bit ist nicht Politiker kompatibel momentan, da gibt es wichtigeres zu regeln. jagt die Steuer Betrüger mit virtuellen Aktien und realem Schaden fürs Allgemeinwohl. nervt wen der es verdient!!!

Beitrag melden Antworten / Zitieren
der_unbekannte 20.02.2019, 22:51
6.

Diese ganze Debatte zeigt schon dass E-Sport kein richtiger Sport ist, ähnlich wie beim Schach oder anderen Disziplinen, die keinen wesentlichen Körpereinsatz erfordern. Aus meiner Sicht wirken auch deshalb die Versuche der Gamer, E-Sport auf die Stufe von richtigem Sport stellen zu wollen, als lächerlich. Des Weiteren finde ich die Spiele mit Tötungsabsicht, wie hier im Bild von Counter-Strike, bedenklich im Zusammenhang mit Sport zu sehen.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Ranor 20.02.2019, 23:17
7. "Spiele mit Tötungsabsicht"

@der_unebkannte "Des Weiteren finde ich die Spiele mit Tötungsabsicht, wie hier im Bild von Counter-Strike, bedenklich im Zusammenhang mit Sport zu sehen."
Da frage ich mich doch wie Sie zu Biathlon und anderen Sportarten stehen, bei denen man mit echten Waffen und echter Munition auf Ziele schießt. Ich persönliche spiele selbst Schach und ich muss das auch nicht unebedingt offiziell als Sport anerkannt bekommen. Die geistige und körperliche Anstrengung ist jedoch real. Und wenn Sie mangelnde körperliche Ertüchtigung als KO-Kriterium zur Unterteilung in Sport und Nichtsport heranziehen, dann frage ich mich wie Sie zum Beispielzu Curling (das mit den Steinen auf dem Eis) bei Olympia stehen.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Tharsonius 20.02.2019, 23:20
8.

Zitat von der_unbekannte
Diese ganze Debatte zeigt schon dass E-Sport kein richtiger Sport ist, ähnlich wie beim Schach oder anderen Disziplinen, die keinen wesentlichen Körpereinsatz erfordern. Aus meiner Sicht wirken auch deshalb die Versuche der Gamer, E-Sport auf die Stufe von richtigem Sport stellen zu wollen, als lächerlich.
Was ich lächerlich finde sind ihre behauptungen ohne fundiertes Wissen der Esport Szene. Setzen sie sich mit dem Thema mal gescheit auseinander, dann werden sie feststellen dass gerade in den Profikadern des Esport eine sehr hohe körperliche Fitneß erforderlich ist um seine geistigen und auch partiell körperlichen Fähigkeiten einsetzen zu können.
Die klischeehafte Vorstellung das E-Sportler nur vor dem Bildschirm rumsitzen und gut sein können, ist leider weit verbreitet......

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Tharsonius 20.02.2019, 23:24
9.

Zitat von der_unbekannte
Des Weiteren finde ich die Spiele mit Tötungsabsicht, wie hier im Bild von Counter-Strike, bedenklich im Zusammenhang mit Sport zu sehen.
Wie sehen sie das eigentlich in dem Zusammenhang mit Biathlon, Speerwerfen, Bogenschießen und Schützenvereinen? Im Gegensatz zu diesen "Sportarten" lernen Counterstrike-Spieler zumindest nicht den praktischen Umgang mit Waffen die man mit Tötungsabsicht einsetzen kann. Der CS Spieler wirft höchstens mit der Maus oder hämmert im Zweifelsfall auf seine Tastatur wenn er in Rage ist ;)

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Seite 1 von 2