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Bundestrainer Löw über Özil: "Mesut hat mit seinem Rassismus-Vorwurf überzogen"
DPA

Kein Kontakt seit dem DFB-Rücktritt: Joachim Löw hat Mesut Özil kritisiert. Wie der Bundestrainer bestritt auch Oliver Bierhoff, dass es Rassismus in der Nationalmannschaft und im Verband gegeben habe.

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pulverkurt 29.08.2018, 13:10
1. Seltsam, dass...

... immer wieder (jetzt auch von Löw) dementiert wird, es habe innerhalb der Mannschaft Rassismus gegeben. Dieser Vorwurf wurde von Özil nie erhoben. Es ging um den rechten Mob, der nach dem Erdoganfoto durch die (a)sozialen Netzwerke marodierte, wo in der Tat oft die Grenze zum Rassismus überschritten wurde. Und darum, dass niemand vom DFB oder der Mannschaft eindeutig Stellung gegen die rechte Hetze bezogen hat, so wie es z.B. nach ähnlichen Vorfällen in Schweden passierte.

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brotfresser 29.08.2018, 13:11
2. Hat er das wirklich? Überzogen?

Siehe die braunen, gewalttätigen "Fussballfans" der PEGIDAS,AFD und co in Sachsens Fussfallstadien! Es gibt ein Rassismusproblem im Fussball - leider nicht nur dort.

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doc.brown 29.08.2018, 13:14
3. Hmmmm,

Ich will nicht die spielerische Leistung von Mesut Özil bewerten, oder kritisieren. ABER es ist ein Armutszeugnis, nach so einer massiv "belastenden" Stellungnahme für den DFB und die Mitspieler, nicht mal mehr mit seinem ehemaligen Trainer und Gönner Jogi Löw, ein Gespräch darüber zu führen um sich zu erklären. Das hätten wiederum die in seiner Erklärung "Betroffenen" verdient in meinen Augen! Wirklich arm...

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skeptikerjörg 29.08.2018, 13:27
4. Thema verfehlt

Özil hat nicht von Rassismus innerhalb der Mannschaft gesprochen. Wenn Löw und Bierhoff das Thema nun in diese Richtung abbiegen wollen zeigt das nur, dass sie es entweder nicht verstehen oder weiter negieren wollen. Und eben, dass sich keiner von beiden noch jemand vom DFB klar vor Özil und Gündogan gestellt haben, als das gesamte deutschnationale Lager über sie hergefallen ist. Und ich erinnere auch noch, wie Oliver Bierhoff life und in Farbe im Interview mit Jochen Breier sagte, "man müsse auch bedenken, wie Türken ticken". Türken? Zwei deutsche Staatsbürger und deutsche Nationalspieler sind Türken? Soviel zum Thema.

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vera gehlkiel 29.08.2018, 13:38
5.

Leider stellt sich Löw an dieser Stelle, und das muss er wahrscheinlich, dezidiert vor Grindel und Bierhoff. Gegen die und die unzähligen "Fans", die dem Weltmeister von 2014, Mesut Özil, nun postwendend ihre tiefe sowie allerungnädigste Verachtung haben spüren lassen (obwohl er ja sogar ein Tor schoss, bei der WM!), dagegen, nach dem Debakel keine Rückendeckung gegen die sich fortsetzenden und wieder verstärkenden "Vorwürfe" respektive Feindseligkeiten erhalten zu haben, sondern im genauen Gegenteil auch noch als Schutzschild für Grindel und Bierhoff instrumentalisiert worden zu sein, indem diese diesen Rassismus duldeten und sekundär verstärkten, richtete Özil zurecht seine Wut. Dass er selbst Rassismus dabei ebenso benutzte wie einen riesen Batzen Fleisch, den man den Raubtieren über den Zwingerzaun rüber zuschleudert, ist sicher richtig. Aber eben nur ein Teil der Wahrheit innerhalb dieser fatalen Reiz-Reaktionskette. Leider, auch der DFB ist (vom konservativen Grindel war da sowieso nicht viel Besseres zu erwarten) wie alle anderen scheinbar auch, erfüllt von Angststarre vor den wenigen, aber immer obzöner sich Raum verschaffenden und aufs Ganze gehenden Rechtspopulisten, will insgesamt lieber gar nicht erst ausloten, was die "schweigende Mehrheit" so denken könnte. Schade, denn im übrigen finde ich die nun erfolgten Einlassungen Löws zur Situation in Russland wohltuend differenziert und selbstkritisch. Dass er persönlich sehr an Özil hängt, und die im Bezug auf diesen gemachten Fehler eigentlich nicht von ihm verursacht wurden, nehme ich ihm ganz bestimmt ab. Und vielleicht ist es sogar nobel, wie er zum (vermeindlich?) Besten des Ganzen nun einfach versucht, das ganze Ding wieder von der Palme runter zu holen.

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Gixxer 29.08.2018, 13:45
6.

Zitat von doc.brown
Ich will nicht die spielerische Leistung von Mesut Özil bewerten, oder kritisieren. ABER es ist ein Armutszeugnis, nach so einer massiv "belastenden" Stellungnahme für den DFB und die Mitspieler, nicht mal mehr mit seinem ehemaligen Trainer und Gönner Jogi Löw, ein Gespräch darüber zu führen um sich zu erklären. Das hätten wiederum die in seiner Erklärung "Betroffenen" verdient in meinen Augen! Wirklich arm...
.... es glaubt ihm doch eh keiner. Warum soll er sich dann erklären. Und das Rassismus innerhalb der Nationalmannschaft besteht ist ja wohl nicht zu bestreiten. Fängt schon dort an, wo sich deutsche und türken mit den negativ behafteten Ausdrücken ansprechen. Kann noch so lustig empfunden werden, wie sonst was. Rassistisch ist es. Die Nationalspieler haben auch eine Vorbildfunktion. Vieles verläuft fließend und man merkt irgendwann nicht mehr, wann die Grenze überschritten wird.
Zu behaupten in der Mannschaft und überhaupt der Gesellschaft gäbe es keinen Rassismus ist verharmlosend, traurig und gefährlich. Wie man ja täglich erlebt wird Fremdenfeindlichkeit immer salonfähiger.

Ich schäme mich für die Entwicklung hier im Land

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ichliebeeuchdochalle 29.08.2018, 13:49
7.

Zitat von skeptikerjörg
1) ... Und eben, dass sich keiner von beiden noch jemand vom DFB klar vor Özil und Gündogan gestellt haben, als das gesamte deutschnationale Lager über sie hergefallen ist. 2) Und ich erinnere auch noch, wie Oliver Bierhoff life und in Farbe im Interview mit Jochen Breier sagte, "man müsse auch bedenken, wie Türken ticken". Türken? Zwei deutsche Staatsbürger und deutsche Nationalspieler sind Türken? Soviel zum Thema.
1. Die Darstellung ist falsch. Bis zum Foto hat sich "nur" das deutschnationale Lager abfällig geäußert. Und wie bei Boateng haben sich die Verantwortlichen vor die Spieler gestellt. Mit dem Foto hat sich das geändert. Egal aus welcher Ecke (politisch) haben sich Fans von Özil abgewendet.

2. An Ihnen ist vorbei gegangen, daß der Bruder von Özil für die Familie klargestellt hatte, daß sie sich trotz deutscher Pässe als Türken sehen.

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klawitter16 29.08.2018, 13:54
8. Zeitpunkt verpasst

'Özil selbst habe ihn "bis heute nicht angerufen. Ich habe seit eineinhalb, zwei Wochen mehrfach versucht, ihn zu erreichen - per Telefon und SMS", betonte er.'
Mesut Özil ist Ende Juli zurück getreten und hat sich über Rassismus beschwert. Übermäßig spontan hat Löw da nun nicht reagiert. Verstehen kann ich durchaus, dass Özil dann jetzt auch keine Lust mehr auf eine Ausprache hat. Von Herrn Löw hätte deutlich früher und zu einem geeigneten Zeitpunkt eine angemessene Reaktion erfolgen müssen. Monate später ist das einfach nur überflüssig und sinnfrei.

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rösti 29.08.2018, 13:58
9. ja

Warum wird Özil immer noch falsch zitiert / so viel ich von Özil gelesen habe, hat er nirgendwo Rassismus in der Mannschaft beklagt!
Er hat von sogenannten Fans berichtet, die ihn als Deutschen betiteln nach einem Sieg -- nach einer Nederlage war er Türke .....!
Oder die üblen Beschimpfungen im Internet und in den Medien ,die zu Teil sehr unter dem Gürtel und rassichtisch!!
Hier wird das versagen vom DFB an Özil weiter gegeben und soll Fehler der Trainer und Spitze vertuscht werden! So wird das nichts mit einem Neu-Anfang....Trotz WM Titel zur Grösse fehlt Löw einfach die Klasse!

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