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BVB nach Champions-League-Spiel: "Wir wurden wie Tiere behandelt, nicht wie Menschen"
Bongarts/Getty Images

Der Ärger bei den Spielern von Borussia Dortmund darüber, dass sie schon einen Tag nach dem Sprengstoffanschlag wieder spielen mussten, war groß. Trainer Tuchel kritisierte die Uefa heftig.

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g_bec 13.04.2017, 10:05
170. Extremsituation?

Zitat von schwerpunkt
Da gebe ich Ihnen vollkommen recht. Das mit den "Profis" ist natürlich völliger Blödsinn. Jeder von uns ist in seinem Job Profi, egal ob er damit 1.500 Euro netto verdient oder 150.000 Euro. Profi ist man ja "Nur" in dem was man gelernt hat, was man tut (in dem Fall Fußballspielen),. Wer ist schon Profi im verarbeiten eines Anschlag auf das eigene Leben? Die Höhe des Einkommens sagt nichts aus über die Resilienz desjenigen, der sich plötzlich in so einer existentiellen Extremsituation befindet.
Extremsituation? Sicherlich. Aber es ist doch eigentlich nicht viel mehr passiert, als bei einem Unfall im normalen Straßenverkehr. Könnte man natürlich auch sagen: "Schwein gehabt, jetzt erst recht!". Ist nämlich auch 'ne Verarbeitungsstrategie.

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elflipsen 13.04.2017, 10:05
171. Krank......

.....was hier wieder von einigen vom Stapel gelassen wird. Weil sie verloren haben würden sie jetzt rumheulen? Geht's euch noch gut? Egal wieviel Geld jemand verdient oder ob jemand "Profi" ist, das spielt in einer solchen Situation keine Rolle. Sollte es zumindest nicht. Aber in solchen Situationen sieht man wieder die Kleingeistigkeit der Menschen. Den Spielern einen Vorwurf zu machen und zu sagen: Sie hätten ja das Spiel verweigern können. Das zeigt auch wieder das hier viele nur von 12 bis Mittag denken. Ist ja immer alles so einfach für den außenstehenden Fußballfachmann. Von nichts einen Plan haben aber hier kritisieren. Die Situation war für alle unheimlich kompliziert und wenn ihnen sowas wie Dienstag passiert ist, ist es ihr gutes Recht jetzt ihr befinden zu äußern. Von Rauball hab ich auch mehr erwartet. Manche Kommentare die hier abgelassen werden haben noch weniger Qualität.

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skater73 13.04.2017, 10:05
172. Hm

Die Spieler hätten sich auch alle mit PTBS krank melden können. Hat aber keiner. Der BVB hätte auch die UEFA drängen können, einen anderen Termin zu wählen und notfalls Halbfinale und Finale zu verschieben. Dazu hätte die NRW-Innenpolitik aufgrund der ungeklärten Sicherheitslage ein Spielverbot aussprechen können auf Wunsch des BVB. Ist auch nicht passiert.

Ich will das nicht kleinreden, doch wenn der BVB gewonnen hätte, würden die gleichen Leute, die heute mosern, sagen, dass sie selbstbewusst dem Terror entgegentreten wollten.

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MatthiasPetersbach 13.04.2017, 10:06
173. hmmm....

Naja, dann hätte man eben einfach einlaufen und ein wenig rumkicken müssen - und zwischendrin ein wenig verstört gucken und mit dem Nachbarn reden. Und soviel Tore kassieren, wieviel sich der Gegner traut, angesichts der Situation reinzuhauen.

Wahrscheinlich wäre das Ganze spätestens zur Pause dann in ein Sit-in umgeklappt.

Und NIEMAND hätte ihnen da einen Vorwurf gemacht.

Das Spiel einfach nen Tag zu verschieben, ist ja nach dem Denkansatz "wir lassen uns von ein paar Bescheuerten nicht unterkriegen" ja garnichtmal so verkehrt. Oder sogar garnicht verschieben - antreten und weiter.

Da die Betroffenen aber Menschen sind, stößt halt so ne "Instrumentalisierung" an ihre Grenzen der Machbarkeit.

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cm1 13.04.2017, 10:06
174. Mehr Rückgrat

Auch mein Mitleid hält sich in Grenzen. Die FK im Verein (inkl. Herrn Tuchel) haben anscheinend versagt und die Fürsorgepflicht nicht sehr ernst genommen und auch die Mitarbeiter hätten eine AU-Bescheinigung vorlegen können.

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Hölderlinkarussell 13.04.2017, 10:07
175. 2 Seiten der Medaille

Einerseits war es richtig zu spielen, um zu zeigen, dass man sich durch Terror nicht einschüchtern lässt.
Andererseits hätte die UEFA es mit dem Verein absprechen sollen. Und der Verein wiederum mit seinen Spielern.

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carlitom 13.04.2017, 10:10
176.

Nach zwei Berichten innerhalb von zwei Tagen, die nicht unterschiedlicher sein könnten, wird eines deutlich: die Fans haben sich als charakterstark und toll erwiesen, sie haben die Reihen fest geschlossen, eine starke Gemeinschaft gebildet und an andere gedacht. Die Mannschaft dagegen bemitleidet sich selbst, jammert nach dem verlorenen Spiel und sieht nur das Negative, obwohl es da auch einiges geben könnte, was neue Kraft gibt (schließlich haben alle überlebt und der Schaden war reichlich begrenzt). Spieler und Fans haben offensichtlich wenig gemein. Schade, dass der Eindruck, den die Fans einen Tag vorher gemacht haben, schon am nächsten Tag durch das Verhalten der Verlierer wieder vergessen ist. Es hätte einen längeren Nachhall verdient gehabt.

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mauser 13.04.2017, 10:11
177. es gibt auch noch

die Seite der Schockbewältigung - statt darin zu versinken, ist es manchmal besser, wenn andere Dinge in den Vordergrund treten. Und am wirkungsvollsten sofort, auch, wenn man meint, sich dazu nicht in der Lage zu fühlen. Man hat ja auch in der 2.Halbzeit gesehen, wie so langsam ganz sachte der alte BVB zum Vorschein kam. Ausgeübter Sport allgemein (die Bewegung, andere Gedanken) hat das Potential, zu heilen. Daran wurde ganz sicher am wenigsten gedacht, als beschlossen wurde, dass das Spiel so schnell wieder angesetzt wurde, aber einen gewissen Therapie-Effekt hatte es bestimmt, obwohl das bestimmt noch ein langer Weg ist.

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MatthiasPetersbach 13.04.2017, 10:12
178.

Zitat von schorri
Ihr wurdet wie Tiere behandelt? Nein. Ihr wurdet behandelt wie das, was ihr in den Augen der Vereinsbosse, der UEFA-, FIFA- und DFB-Verantwortlichen seid: Eigentum des Vereins. Untergebene der Regeln, die von den hohen Herrn diktiert werden. Ihr kriegt die Kohle - ordentlich viel - und habt dann zu funktionieren und die ... zu halten. So läuft das "Spiel", Freunde. So sind die Regeln. Kapiert das doch bitte endlich.
Nun, das ist - mit Ausnahmen- bei jedem Arbeitnehmer auch so.

Und untereinander sind wir ja auch nicht anders. Wenn ich meine Reifen wechseln lasse, dann interessiert mich in der Regel auch, daß das reibungslos klappt - und nicht, ob der Monteur gerade ne ganz schlimme Zeit durchmacht.

Wenn sich der Bauleiter das Leben genommen hat, ist alles mal 3 Tage betroffen - und am 4ten kommt der Anruf, warum die Baustelle nicht fertig ist.

So ist das Leben - und so sind wir. NICHT zwangsläufig - aber die umständegesteuerte Tretmühle nimmt da meist wenig Rücksicht.

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carlitom 13.04.2017, 10:12
179.

Zitat von kunstprodukt
Doch, Tuchel hat vorher sehr wohl Kritik geaeussert. Was reden Sie da?
Vielleicht hätte er weniger reden und mehr handeln sollen.
Können Sie ausschließen, dass die leise Kritik, die vor dem Spiel geäußert wurde, der Sorge geschuldet war, später eine Entschuldigung für ein verlorenes Spiel brauchen zu müssen? Würde ich niemals ausschließen. Im Gegenteil: die meisten hätten wohl genau so gehandelt, um hinterher was in der Hand zu haben, was den Sieg der Monegassen schmälert.

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