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Cas-Entscheidung gegen Caster Semenya: Völlig vermessen
DPA

Der Leichtathletik-Weltverband will die Läuferin Caster Semenya zwingen, ihren Hormonspiegel zu manipulieren - und hat vor Gericht Recht bekommen. Dürfen jetzt Funktionäre entscheiden, wer eine Frau ist und wer nicht?

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strag 01.05.2019, 21:29
80.

Zitat von odapiel
Wenn sie einen normalen XX-Chromosomensatz hat ist sie normal weiblich und nachgewiesenermaßen kein Doping betreibt, dann ist alles weitere indiskutabel. Das Gericht macht sich lächerlich. Ich hoffe sie klagt weiter und die nächste Instanz hat in Bio aufgepasst.
In Bio wird gelehrt das XX Frau und XY Mann ist. Im Studium geht man aber n paar Schritte weiter und lernt, das es teilweise nicht so einfach ist.
Da gibt es zum Beispiel Mutationen auf dem SRY Gen. Das hat zur Folge das es Männer mit einem XX Chromosom gibt oder umgekehrt Frauen mit einem XY Chromosom.
Wenn man jetzt nur nach dem Chromosomensatz gehen würde, würde viele Männer beim Leistungssport in der Frauenrubrik einheimsen.
Nicht gerade fair..oder?

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briefzentrum 01.05.2019, 21:36
81. Völlig angemessen - ein sinnvolles und weises Sporturteil

Ein sportlicher Wettkampf ist nur zwischen prinzipiell gleichrangigen Parteien sinnvoll. David gegen Goliath eignet sich allenfalls als sinnstiftender Mythos für eine Bibel oder für das Kuriositätenkabinett einer Kirmes. Deshalb basiert der Sport schon immer keineswegs nur auf einer Männer-Frauen-Dichotomie sondern auf unterschiedlichen Leistungsklassen, die immer eine soziale Konstruktion auf der Basis vereinbarter Regeln und Standards sind. Dass diese normierten Regeln zum eigenen Vorteil eines Athleten unterlaufen werden, gehört seit Menschengedenken zum Sport dazu. Sowohl, dass Männer inkognito bei den Frauen-Klassen starten oder umgekehrt, als auch die diversen Doping-Strategien sind nichts anderes, als der Versuch, diese Bemühung um vergleichbare Leistungsklassen und damit um Chancengleichheit zu unterlaufen. Wo Grenzwerte zur Entscheidungsfindung definiert werden, wird es immer Diskussionen um die Interpretation von Indikatoren zur Grenzziehung geben. Wer im Sport ein idealistisches Gerechtigkeitsprinzip einführen möchte, das jedem Individuum unabhängig von seiner biologischen Ausstattung für jeden Wettbewerb die gleichen Chancen einräumt, muss den Leistungswettkampf abschaffen und nur noch Sportveranstaltungen anbieten, bei denen es nicht um Gewinnen und materielle Vorteile geht, sondern um die bloße Teilnahme. Sehr idealistisch, sehr romantisch und sehr langweilig. Eintrittsgelder und Werbeeinnahmen lassen sich damit wohl nicht generieren. Selbst die Paralympics halten an dem Leitbild eines vergleichbaren Leistungskampfes fest. Das Urteil geht insofern in Ordnung. Die Aufgeregtheit von Herrn Raecke in seinem Kommentar ist also wohlfeil und müßig.

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opagila 01.05.2019, 21:38
82.

Warum werden nicht alle Regeln im Sport aufgelöst. Dann können alle gegeneinander antreten. So wird niemand diskriminiert. Regeln dienen nur der Unterdrückung.

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postorgel 01.05.2019, 21:41
83. es geht um Fairness

caster ist ein Mann! und somit hat er bei Frauen Wettkämpfern nichts zu suchen. sonst ziehen sich demnächst Männer Röcke an und und spielen in der Frauenmannschaft mit? etwas mehr Respekt hätten die Frauen schon verdient.

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odapiel 01.05.2019, 22:07
84.

Zitat von strag
In Bio wird gelehrt das XX Frau und XY Mann ist. Im Studium geht man aber n paar Schritte weiter und lernt, das es teilweise nicht so einfach ist. Da gibt es zum Beispiel Mutationen auf dem SRY Gen. Das hat zur Folge das es Männer mit einem XX Chromosom gibt oder umgekehrt Frauen mit einem XY Chromosom. Wenn man jetzt nur nach dem Chromosomensatz gehen würde, würde viele Männer beim Leistungssport in der Frauenrubrik einheimsen. Nicht gerade fair..oder?
Auch dies ließe sich feststellen. Stattdessen scheint hier aber frei nach Testosteronpegel geurteilt zu werden.

Ich darf mal an Jarmila Kratochvilova erinnern. Die sah noch deutlich männlicher aus, als Semenya, ebenso Martina Navratilova. Da hat sich keiner beschwert. Diese Damen waren aber weiß.

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AufJedenFall 01.05.2019, 22:12
85.

Und das, meine Damen und Herren, ist ein wunderbares Beispiel was dabei herauskommt, wenn man seine Ideologie und nicht etwa seinen Verstand als Ratgeber nutzt.
Schon das Anfangsbeispiel ist ziemlich fehlgeleitet. Die gesamte Existenz des "Frauensports", also der Unterscheidung in den Disziplinen zwischen Mann und Frau, basiert ganz konkret auf der Idee "naturgegebene Vorteile" entgegenzuwirken. Natürlich regt sich niemand über einen großen Basketballspieler auf, es kann auch jeder kleine Mensch Basketball spielen, wenn man nur gut genug werfen kann. Aber eine Frau mit innenliegenden Hoden widerspricht nun mal dem Grundgedanken des Frauensports. Nochmal: Die Unterscheidung im Sport zwischen Mann/Frau wurde gerade deswegen eingeführt um bestimmte Menschengruppen gezielt auszuschließen, nämlich die Männer, weil es eben unfair wäre- Sich jetzt über den Fakt aufzuregen, das Menschen mit Hoden ausgeschlossen werden, zeigt doch nur, dass man sich nicht mit der Thematik auseinander gesetzt hat.
Auch ist Semenya nicht gezwungen "Medikamente zu nehmen, wenn sie ihren Sport ausüben wollen", das ist glatt gelogen. Sie könnte ganz normal bei den Männern starten, da würde kein Mensch meckern. Aber das möchte sie ja nicht, da sie so keinen unfairen Vorteil hätte. Kurzum: Das Urteil ist das Einzige zu dem einem der Verstand rät.

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usbektimur 01.05.2019, 22:13
86. Googeln hilft...

so hätte der Kommentator herausfinden können, dass Caster Semenya ein Y-Chromosom hat! Soweit ich weiß ist sie XXY. Dass Sie überhaupt bei den Frauen starten darf ist ein Witz für alle biologischen Frauen, die gegen sie antreten müssen.

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mapcollect 01.05.2019, 22:13
87. Völlig vermessener Komentar

Wenn man Fairness bei Sportevents haben will, geht es nur so. Testosteron ist das stärkste anabole Hormon. Würde man Semenya starten lassen, werden in Zukunft die meisten Rekorde und Siege an Frauen mit Hyperandrogenismus gehen. Normale Frauen hätten kaum noch Chancen auf Siege. Auch wären Doping Kontrollen auf Testo sinnlos. Jede Frau könnte ja behaupten, Hyperandrogenismus zu haben. Wie schwer die Beweisführung ist, zeigt der Fall Pechstein. Es ist nicht nachvollziehbar, wie hier die Entscheidung der Funktionäre kritisiert wird und hier politisch unkorrektes Verhalten vorgeworfen wird. Der Autor hat offensichtlich nie selbst Leistungssport betrieben, noch scheint er an Doping freien und fairen Leistungssport interessiert zu sein.

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spon-facebook-10000012354 01.05.2019, 22:16
88. Theoretisch möglich

Zitat von deacon0815
Dürfen Frauen mit auffällig niedrigem Testosteronspiegel dann auch legal dopen? Was für eine lächerlich schlechte Entscheidung
Theoretisch ist dies durchaus möglich: Eine medizinische Indikation für eine Testosteronsupplementation erscheint allerdings nur bei der kompletten Nebenniereninsuffizienz gegeben. Für Spitzensportlerinnen müsste hier eine entsprechende
medizinische Ausnahmegenehmigung eingeholt werden. Allerdings erscheint es unwahrscheinlich, dass Patientinnen mit einem Addison-Syndrom in der Lage sind, in jenem Umfang Leistungssport
auszuüben, der mit der Notwendigkeit einer Anti-Doping-Überwachung einhergehen würde.
https://www.tellmed.ch/include_php/previewdoc.php?file_id=14232.

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steffen909 01.05.2019, 22:16
89. Vergleich völlig daneben

Ich habe nur den Anfang gelesen und habe keine direkten Kommentar zu dem Thema, aber: Der Vergleich mit dem großen Basketballer ist völlig daneben. Menschen mit einer Körpergröße von 229 cm haben zwar grundsätzlich einen Vorteil beim Basketball, aber in der Regel auch viele Nachteile. Sie sind häufig in der Koordination und Schnelligkeit schlechter und deutlich anfälliger für Verletzungen. Das kann ganz leicht nachvollzogen werden, wenn man ein bisschen recherchiert.

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