Forum: Sport
Confed Cup in Russland: Fifa schränkt kritische Berichterstattung ein
DPA

Aufregung um die Arbeitsbedingungen für Journalisten beim Confed Cup in Russland: Reporter sollen laut Fifa nur über sportliche Themen berichten dürfen. Der DFB zeigt sich alarmiert - aber was ist das wert?

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yossariania 25.04.2017, 13:55
90. Hallo,

Zitat von skylarkin
Äh, schon mal das Wort Pressefreiheit gehört? Sie wollen diese Beschränkung der Berufsausübung allen Ernstes rechtfertigen? Kritik an Umständen im Land (ob berechtigt oder nicht) ist eins gewiss nicht, 'ans Bein pinkeln'. Sie haben ein merkwürdiges Verständnis von Pressefreiheit aber für passend für russische Verhältnisse.
geht's noch?
Von einer Beschränkung der Berufsausübung kann doch allen Ernstes keine Rede sein.
Wie Bidder, Atai & Co uns fast täglich beweisen, kann man aus und über Russland so ziemlich alles berichten oder schreiben, auch jeden Schwachsinn - who cares? Hat Bidder seine Akkreditierung verloren, weil er kritisch über Russland berichtete? Ist die Atai aus dem Land geflogen worden?
Wenn Sie wirklich wissen wollen, wie eine Beschränkung der Berufsausübung bei Journalisten tatsächlich aussieht, dann sollten Sie mal ganz tief in die Archive der Medien steigen und nachlesen, was die DDR mit Lothar Loewe angestellt hat. Wenn die Russen soweit sind, können wir gerne über Beschränkung der Berufsausübung reden.

Bis dahin bleibt's dabei - politische Journalisten berichten über Politik, und Sportjournalisten über Sport. Obwohl es auch einen gewissen Charme hätte, wenn Goline Atai über Fussball aus Russland berichten würde. Davon hat sie zwar auch keine Ahnung, aber da muss sie auch kein Russisch können ...

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yossariania 25.04.2017, 14:01
91. Quatsch

Zitat von bristolbay
und es fängt mit der Bewerbung an. Der Staat Russland hat sich beworben und damit ist es politisch. Simpel.
Für die Austragung einer Fussballweltmeisterschaft bewerben sich Verbände, nicht Staaten.

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wolly21 25.04.2017, 14:03
92. Wenn

die Pressefreiheit so wichtig ist, so nützt diese Freiheit dazu, nicht zu berichten.
Welcher Jurnalist ist denn gezwungen zu schreiben.
Einfach ignorieren!
Aber da hat jeder die Angst, der (Medien-)Konkurrent könnte ein paar Euro/Dollar/Rubel mehr verdienen.

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yossariania 25.04.2017, 14:04
93. Eben.

Zitat von naturalscience
Vor 30 Minuten wurde der ARD-Reporter, der vom Confed-Cup berichte soll in SWR3 interviewt und dieser berichtet, daß die Akkreditierungsrichtlinien den selben Wortlaut wie bei der WM in Brasilien und Südafrika enthalten. Er war auch bei den Winterspielen in Sotschi und meinte daß es dort wesentlich lockerer zuging als bei den Olympischen Spielen in China oder den Formel 1 Rennen in Bahrein. Wird hier wieder aus einer Mücke ein Elefant gemacht oder will man irgendetwas bewusst falsch verstehen?
The same procedure as every year - die Akkreditierungspolitik der FIFA hat sich in den letzten Jahren nur marginal geändert.
Allerdings ist der mediale Aufschrei in Brasilien oder Südafrika ausgeblieben.
Was die Vermutung nahelegt, das es diesmal nicht um die Vermittlung von Fakten geht, sondern schlicht und ergreifend um Hetze.

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leiendeu 25.04.2017, 14:11
94. So funktioniert Vetternwirtschaft

Blatter, Infantino, Ekel.
Da gibt es eigentlich aus deutscher Sicht nur eine Konsequenz: Nichtteilname am Cup. Was kommt tatsächlich: Herr Grindel erzählt jetzt viel und wird anschließend kuschen. Man ist halt unter sich - da spielen Aufrichtigkeit und einstehen für demokratische Werte keine Rolle.

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wolly21 25.04.2017, 14:18
95. Wenn

die Pressefreiheit so wichtig ist, so nützt diese Freiheit dazu, nicht zu berichten.
Welcher Jurnalist ist denn gezwungen zu schreiben.
Einfach ignorieren!
Aber da hat jeder die Angst, der (Medien-)Konkurrent könnte ein paar Euro/Dollar/Rubel mehr verdienen.

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dieter 4711 25.04.2017, 14:34
96. WM aber schon

Zitat von ackergold
Typisches Kennzeichen von Diktaturen. Glaubt eigentlich noch irgendjemand, dass diese WM dort dem Sport dient, oder gar, dass es in Katar anders werden wird? Ich denke wirklich, diese Art Sportveranstaltung kann mir gestohlen bleiben. Den Confed-Cup schaue ich mir definitiv nicht an.
Lieber ackergold,
ich auch nicht, die WM aber schon. glaube zwar nicht, dass wir wieder Weltmeister werden, aber es kann trotzdem interessant werden

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tendust_remar 25.04.2017, 14:58
97. einfach nur unsportlich

Schon bei den olympischen Spielen in Peking hatte mich die ständige Kritik am politischen System genervt. Es ist äußerst unsportlich, wenn bei solchen Großereignissen die westliche Zivilisation immer wieder als Maßstab aller Dinge angesehen wird, man sich auf Fehler und Schwächen anderer Zivilisationen einschießt und der Sport dabei völlig in den Hintergrund rückt. Sportjournalisten sollen einfach nur ihre Arbeit machen und sich auf ihr Fachgebiet konzentrieren und keine ideologischen Wettkämpfe austragen.

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kajoter 25.04.2017, 15:05
98. @ 83

Zitat von malu501
Wenn man die Berichterstattung aus Sotschi noch im Kopf hat, kann Putin tun was er will - selbst wenn er 2018 die direkte Demokratie ausrufen würde, das einmal manifestierte Feindbild muss in den Medien unter allen Umständen bedient werden. In Sotschi wurde mehr über Politik als über Sport berichtet. Ich kann mich noch gut an die Sportler-Runde bei Herrn Delling zum Abschluss der Spiele erinnern. Delling versuchte krampfhaft alles, selbst die unpolitischsten Dinge, an den Spielen in den Dreck zu ziehen, aber die neben ihm sitzenden Athleten taten ihm nicht den Gefallen, seiner unverblümten Hetze beizupflichten. Nein, sie berichteten sogar von überaus angenehmen Bedingungen. Da konnte man sehen, wie einem ARD-Moderator die Gesichtszüge entglitten. Einfach köstlich und ungeheuer entlarvend. Meinungsfreiheit ist nicht gleichbedeutend mit Meinungsmache. Und wenn freie Berichterstattung nur dazu genutzt wird, Feindbilder zu bedienen oder zu produzieren, dann nennt man das Propaganda und diese hat in keiner "freien" Berichterstattung etwas verloren.
1936 haben sich die Sportler auch sehr wohl gefühlt in Berlin und Umgebung und wenn man sich entsprechende Filme anschaut, kann man das sogar nachvollziehen. Ich habe Dellings Gesprächsführung nicht gesehen, kann mir darüber kein Urteil erlauben. Aber gerade 1936 war ein typisches Beispiel für eine instrumentalisierte, internationale Sportshow und es späche eher gegen Sportler und Moderatoren, wenn sie sämtliche Begleitumstände ausblendeten und sich nur mit einem Tunnelblick auf den Sport konzentrierten. Denn es gibt Wichtigeres als den Sport. -
Aber eigentlich haben Sie ihre Kernaussage gar nicht getätigt und die lautet: In Russland herrschen vorbildliche Zustände, Putin ist ein lupenreiner Demokrat und unsere Medien sind allesamt der Lügenpresse zugehörig. Stimmt´s?

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rosengregor 25.04.2017, 15:23
99. Weg mit dem Feigenblatt - weg mit der FIFA

Sportliche Großereigenisse sind immer auch Werbung für den Gastgeber. Da gehören Berichte über Land und Leute einfach dazu. Als Feigenblatt für die eigentlich dummdreiste Verblödung des Sportpublikums mit zuviel dieser Werbung gehören auch der ein oder andere allgemeine kritische Bericht in die Sendungen. In Atlanta wurde die macht von Coca Cola kritisiert, in Brasilien der Schlendrian und die Korruption und in China die Menschenrechtslage. Das waren gemessen an der reinenen Sportberichterstattung immer nur Feigenblätter, die nicht darüber hinwegtäuschen konnten, dass die schönen Sportbilder in Verbindung mit den lokalen Machthabern natürlich auch dazu dienten, genau diese Macht zu stabilisieren und zwar völlig unabhängig von ihrer vorhandenen oder fehlenden Legitimität.
Nun wir das Feigenblatt verboten. Blöder Weise werden damit aber auch Berichte über Land und Leute, die ins folkloristische gehen und ja eigentlich sehr willkommen sind, gleich mal mit verboten. Wenn nun aber den Reportern ihre Würde genommen wird, indem sie sich nicht einmal als Feigenblatt ein klein bischen Kritik vorhängen dürfen, dann sollten alle freien Medien dieser Welt zu einem Schluss kommen: überhaupt nicht mehr zu berichten und auch den Sport nicht zu übertragen. Dann wäre die FIFA sofort am Ende. Gegen die Sponsorenmacht macht die FIFA nichts. Und auch wir Konsumenten haben es in der Hand, einfach mal den Fernseher aus zu lassen.
Es wird Zeit, dass die großen Fußballnationen: Brasilien, USA, Argentinien, England, Frankreich, Spanien, Italien, die Niederlande und Deutschland sich zusammen tun und eine nicht-korrupte und demokratischen wie moralischen Standards verpflichtete Alternative zur FIFA aufmachen. Es ist leicht einzuschätzen, welche von zwei Weltmeisterschaften die Menschen schauen würden, diejenige der FIFA ohne die großen Fußballnationen oder die der Großen, zu der natürlich auch alle anderen Nationen herzlich eingeladen werden, allerdings ohne den Segen der korrupten FIFA.

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