Forum: Sport
Confed Cup in Russland: Fifa schränkt kritische Berichterstattung ein
DPA

Aufregung um die Arbeitsbedingungen für Journalisten beim Confed Cup in Russland: Reporter sollen laut Fifa nur über sportliche Themen berichten dürfen. Der DFB zeigt sich alarmiert - aber was ist das wert?

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yossariania 25.04.2017, 15:42
100. Nein,

Zitat von rosengregor
Nun wir das Feigenblatt verboten.
die Berichterstattung aus Russland wird eben nicht verboten.
Aus Russland berichteten und berichten Heerscharen von ausländischen Korrespondenten, die auch durchaus kritisch oder gelegentlich auch mal unverfroren hetzerisch aus dem Lande. Keiner der Korrespondenten wird ausgewiesen, keiner dieser Berichte wird durch russische Behörden zensiert.
Das Ganze scheint auch zu funktionieren, denn an russlandkritischer Berichterstattung herrscht gerade in deutschen Medien kein Mangel.
Und auch während der Fussballweltmeisterschaft werden Atai & Co in gewohnter Weise über Russland "berichten".

Das Einzige, was sich ändert, ist die Tatsache, das Journalisten, die von der FIFA akkreditiert werden, durch die Akkreditierung verpflichtet werden sollen, nur über die Fussball-WM zu berichten und über nichts anderes. Das war aber auch schon in Brasilien und Südafrika so. Und wie schon gesagt, die Berichterstattung der "normalen" Russlandkorrespondenten ist davon in keiner Weise berührt. (Abgesehen davon, dass eine solche Verpflichtung durch IOC oder FIFA recht wenig wirksam ist, dass haben ja die ARD in Sotschi und Peking bewiesen).

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naturalscience 25.04.2017, 16:40
101. Hier noch der link mit dem vollständigen Interview

Zitat von yossariania
The same procedure as every year - die Akkreditierungspolitik der FIFA hat sich in den letzten Jahren nur marginal geändert. Allerdings ist der mediale Aufschrei in Brasilien oder Südafrika ausgeblieben. Was die Vermutung nahelegt, das es diesmal nicht um die Vermittlung von Fakten geht, sondern schlicht und ergreifend um Hetze.
https://www.swr3.de/aktuell/nachrichten/SWR3-Sportreporter-kann-Zensur-Vorwuerfe-nicht-bestaetigen/-/id=47428/did=4405970/ljz0dn/index.html

Die Aufregung einer Vielzahl von Foristen in diesem Forum ist einfach nur peinlich.

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licht_und_schatten 25.04.2017, 16:44
102.

Zitat von naturalscience
Vor 30 Minuten wurde der ARD-Reporter, der vom Confed-Cup berichte soll in SWR3 interviewt und dieser berichtet, daß die Akkreditierungsrichtlinien den selben Wortlaut wie bei der WM in Brasilien und Südafrika enthalten. Er war auch bei den Winterspielen in Sotschi und meinte daß es dort wesentlich lockerer zuging als bei den Olympischen Spielen in China oder den Formel 1 Rennen in Bahrein. Wird hier wieder aus einer Mücke ein Elefant gemacht oder will man irgendetwas bewusst falsch verstehen?
Ich habe eine Zeitlang gewartet, um zu sehen, ob irgendeiner von den Dauerempörten in irgendeiner Weise auf diesen Beitrag reagieren. Wie erwartet, lassen sich unsere tapferen Kämpfer für die Freiheit der Presse von einer solchen Information nicht beeindrucken.

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doctoronsen 25.04.2017, 17:38
103. wg. SWR3-Sportreporter

Alles also kein Problem? Es bleiben Zweifel, wenn man die Aussagen des SWR-Sportreporters genau liest (hier: https://www.swr3.de/aktuell/nachrichten/SWR3-Sportreporter-kann-Zensur-Vorwuerfe-nicht-bestaetigen/-/id=47428/did=4405970/ljz0dn/index.html ). Denn er berichtet von Erfahrungen, die mit den genannten Einschränkungen wenig zu tun haben. Es handelte sich offensichtlich nur um Recherchen im sportlichen Kontext. Dass er da keine Schwierigkeiten bekam, ist kein Wunder. Allerdings hätte ich von SPON erwartet, in dem Artikel darauf hinzuweisen, dass der inkriminierte Passus keine Neuerung darstellt (sofern dies zutrifft).

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naturalscience 25.04.2017, 18:21
104. Sie erwarten zuviel

Zitat von doctoronsen
Alles also kein Problem? Es bleiben Zweifel, wenn man die Aussagen des SWR-Sportreporters genau liest (hier: https://www.swr3.de/aktuell/nachrichten/SWR3-Sportreporter-kann-Zensur-Vorwuerfe-nicht-bestaetigen/-/id=47428/did=4405970/ljz0dn/index.html ). Denn er berichtet von Erfahrungen, die mit den genannten Einschränkungen wenig zu tun haben. Es handelte sich offensichtlich nur um Recherchen im sportlichen Kontext. Dass er da keine Schwierigkeiten bekam, ist kein Wunder. Allerdings hätte ich von SPON erwartet, in dem Artikel darauf hinzuweisen, dass der inkriminierte Passus keine Neuerung darstellt (sofern dies zutrifft).
SPON ist ein Onlinemedium und da werden mal eben schnell irgendwelche Meldungen ohne große weitere Prüfung von anderen übernommen ohne große Recherche (Das Printmagazin ist da schon besser).
Aber nochmals die Entscheidenden Passagen aus dem Interview (leider gibt es keinen Podcast)
Zitat:
"Der Sportreporter war an vielen heiklen Orten und hat mit Teamleadern aus der ganzen Welt gesprochen. Von Einschränkungen oder Ähnlichem kann Frick nicht berichten: „Es gab keine einzige blöde Situation in diesen drei Wochen.“"
"Die Erfahrung hat Frick auch schon bei den Olympischen Spielen in Sotschi gemacht. „Auch da gab keine blöde Situation“, erinnert er sich. Für Frick waren es „professionelle Spiele“. Salt Lake City in den USA 2002, Peking 2008 oder das Formel-1-Rennen in Bahrain habe er „völlig anders in Erinnerung“."
Zudem hat er eine Drehgenehmigung von Mai bis November und ein Visum bis Dezember 2017 ohne Einschränkungen!
Rußland ist sicherlich keine Demokratie nach westlichen Maßstäben aber auch recht weit von den Zuständen in der Sowjetunion entfernt.
Von China oder Nordkorea ganz zu schweigen.

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iannis70 26.04.2017, 12:47
105. Fake-News von BILD...

auf Spiegel Online?

Der Empörungspunkt ist die angebliche „Zensur“ die Reportern, die sich für den Confed-Cup akkreditieren, droht. Konkret geht es um einen Passus in der Akkreditierung, die Reportern auferlegt ausschließlich über den Wettkampf und umliegende Sehenswürdigkeiten berichten zu dürfen. Doch das ist übliche Praxis und wurde so bereits auch 1996 bei den Olympischen Spielen in Atlanta praktiziert. Denn die übliche Praxis für Journalisten ist es ein Arbeitsvisum im jeweiligen Land zu beantragen. Diese Hürde hat Russland für den Confed-Cup gestrichen um so die Arbeit für die Medien zu erleichtern. Allerdings gilt diese Erleichterung nur für Sportjournalisten mit dem Tätigkeitsfeld Confed-Cup.

Möchte man über gesellschaftliche Themen berichten, braucht man, wie bisher auch, ein Arbeits-Visum, welches anstandslos ausgestellt wird. So war es auch 1996 in Atlanta und ist allgemein gültige Praxis. Was die Bild unter Julian Reichelt daraus macht ist einfach nur lächerlich und dient ausschließlich der negativen Stimmungsmache gegenüber Russland.

Wenn die Medienelite die Fake News made by BILD 1:1 weiterverbreitet und namhafte Spitzenpolitiker sich von der BILD jedes mögliche Zitat in den Mund legen lassen, nur um von diesem Blatt positiv zitiert zu werden, ist eine rote Linie überschritten. Dass dann auch noch ein großer Sportverband über jedes Stöckchen springt, das BILD ihm vorhält, ist ein weiterer Offenbarungseid. So wird aus einer Posse ein Politikum.

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ray05 26.04.2017, 18:07
106.

Immer wieder erstaunlich, welch grobe Fehler paranoische Regimes wie z. B. Putinrussland in ihrer Außendarstellung machen. Denen muss doch eigentlich klar sein, dass mit Gängelungsversuchen und Maulkorberlassen eben genau jenes Misstrauen bestätigt wird, das der Westen gegenüber Russland eh schon hegt. Schädliche schlechte Laune also jetzt schon vorprogrammiert und sowohl Confedcup wie WM stehen unter Vorbehalt von miesem Karma. :)
Der Passus hätte lauten müssen: Liebe Vertreter der freien Presse, Sie sind herzlich eingeladen, nicht nur über rasanten Sport und beeindruckende Sehenswürdigkeiten zu berichten. Erzählen Sie auch von Land und Leuten, von Politik und Gesellschaft, von russischer Seele und russischen Frauen, sprechen Sie mit den Menschen, sie werden Ihnen offen antworten. Sie werden Russland und die Russen lieben. Herzlichst, Wladimir.
So muss das laufen. :)

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wschira 26.04.2017, 18:30
107. Wissen ist Macht

Offensichtlich haben sowohl Herr Ahrens als auch die Mehrzahl der hier Kommentierenden keine Ahnung, über was sie überhaupt reden. Licht in die bleierne Dunkelheit bringt folgender Artikel:

http://www.nachdenkseiten.de/?p=38030#more-38030

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yossariania 27.04.2017, 07:07
108. Was mich

Zitat von wschira
Offensichtlich haben sowohl Herr Ahrens als auch die Mehrzahl der hier Kommentierenden keine Ahnung, über was sie überhaupt reden. Licht in die bleierne Dunkelheit bringt folgender Artikel: http://www.nachdenkseiten.de/?p=38030#more-38030
aber zunehmend versört, ist die Tatsache, das spon diesen Schwachsinn nicht von der Seite nimmt oder berichtigt.
Es ist ia nun wohl Konsens von allen Leuten, die sich mit Sportberichterstattung auskennen, dass hier von Zensur keine Rede sein kann, und das es sich nicht um eine russische Sonderregelung, sondern um gängige Praxis handelt.
Geht es hier vielleicht gar nicht um Fakten und Berichterstattung?

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albert992 27.04.2017, 15:06
109. Netzwerkdurchsetzungsgesetz

Wäre für diesen Artikel eigentlich das Netzerkdurchsetzungsgesetz einschlägig oder darf nur auf Facebook künftig nicht mehr gelogen werden?
In jedem Land dieser Erde brauchen Journalisten eine Akkreditierung.
Wenn "Putin" auf die Akkreditierung für Sportreporter für ein bestimmtes Ereignis zu einer bestimmten Zeit verzichtet, ist das doch ein Entgegenkommen.
Wer mehr will, darf das behördliche Akkreditierungsverfahren nutzen. Dann fallen die Beschränkungen weg.

Ist doch nett vom Putin

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